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Johannes Reuchlin

Von Stadtwiki

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Denkmal von Johannes Reuchlin (symbolische Darstellung, da sein wirkliches Aussehen nicht überliefert ist) am Schloßberg
Der Abguss des Reuchlin-Epitaph im Stadtmuseum in der ehemaligen Pfarrscheund im Pforzheimer Stadtteil Brötzingen

Der Humanist Johannes Reuchlin (* 29. Januar 1455 in Pforzheim; † 30. Juni 1522 in Stuttgart) ist einer der berühmtesten Söhne der Stadt Pforzheim.

Nach diversen Studien in halb Europa war er bis 1496 Rat in Diensten des Grafen Eberhard von Württemberg. 1496 bis 1499 verbrachte er aus politischen Gründen in Heidelberg. 1502 bis 1513 übernahm er dann ein Richteramt im Schwäbischen Bund. Bleibende Bedeutung erwarb er sich vor allem durch seine Beschäftigung mit der hebräischen Sprache als einer der ersten christlichen Gelehrten Europas, wodurch er die Hebraistik in die abendländische Wissenschaft einführte. Auch setzte er sich gegen vielfältige Widerstände für die religiöse Toleranz gegenüber dem Judentum ein.

Der Reformator Philipp Melanchthon ist ein Neffe Reuchlins.

Inhaltsverzeichnis

Bibliothek Reuchlins

Für damalige Verhältnisse hatte Johannes Reuchlin einen großen Bestand an Büchern, die heute noch sehr viel mehr Wert sind als damals, da es sich um original Handschriften aus dem Mittelalter bzw. der frühen Neuzeit handeln. Auf seinen vielen Reisen erstand er diese Kostbarkeiten im In- und Ausland und wenn er unterwegs war, konnte es schon einmal sein, dass seine Schwester in Pforzheim den Bücherboten bezahlen und die wertvolle Fracht unterbringen und bis zu seiner Rückkehr lagern musste. Dazu ist auch Schriftverkehr erhalten.

Die Markgrafschaft von Baden wurde 1515 von Christoph I. unter seine Söhne aufgeteilt, seine Büchersammlung erbte Philipp I. Diese Büchersammlung war deshalb in der Stiftskirche in Pforzheim untergebracht, "weil sich das an der Südseite des Chores angebaute hochgelegene Gewölbe sehr gut für die feuersichere Unterbringung von Büchern eignete".

1522 vererbte Johannes Reuchlin (1455-1522) seine Büchersammlung seiner Heimatstadt Pforzheim, womit die badische Büchersammlung erweitert wurde. Dies bildete den Grundstock der Badischen Landesbibliothek, deren ältestes Buch das Gebetsbuch von Markgraf Christoph I. darstellt. Viele der von Reuchlin gesammelten Handschriften in griechischer, lateinischer und hebräischer Sprache blieben leider nicht erhalten. Im Besitz der Badischen Landesbibliothek befinden sich heute noch 12 hebräische 4 hebräische und 2 griechische Handschriften von Reuchlin.

Ehrungen

Johannes Reuchlin ist Namensgeber des Reuchlin-Gymnasiums, des Reuchlinhauses in Pforzheim, des seit 1955 alle zwei Jahre vergebenen Reuchlinpreises, der Reuchlin-Apotheke in Pforzheim und der Pforzheimer Freimaurerloge Reuchlin. Von 1994 bis 31.12.2007 gab es auch die Reuchlin-Forschungsstelle.

Nach ihm ist daneben die Reuchlinstraße im Pforzheimer Stadtteil Huchenfeld benannt. Historisch gab es auch eine Reuchlinstraße in der Innenstadt nahe des Rathauses, die jedoch in der Nachkriegszeit der Neugestaltung des Viertels um den Marktplatz zum Opfer fiel.

Im Stadtmuseum ist ein Porträt-Relief Reuchlins aus Bronze von Wolfgang Franke ausgestellt. Ein weiteres Denkmal mit Reuchlin-Bezug steht vor dem Reuchlinhaus vor dem ehemaligen Schmuckmuseum am Stadtgarten, das als begehbares Viereck die verschiedenen Wirkungsebenen Reuchlins darstellt. Dort ist auch ein kleines Porträt eingeprägt,was jedoch schwierig zu belegen ist, da sich Reuchlin zeitlebens nicht abbilden lassen wollte. Am Schloßberg als Statue und im Stadtgarten (siehe oben) stehen seit 1995, dem Jahr von Reuchlins 550. Geburtstag, je ein Reuchlin-Denkmal.

An der Schlosskirche wurde das Reuchlinkolleg wiederaufgebaut und als "Museum Johannes Reuchlin" am 07. September 2008 eröffnet.

Geburtsdatum

Manche Quellen geben den 22. Februar 1455 als Geburtsdatum an. Der 29. Januar 1455 ist jedoch das in Fachkreisen als tatsächliches Geburtsdatum anerkannte Datum. Es ist überliefert in einem im Besitz des Reuchlinneffen Dionysius befindlichen Handexemplars von Reuchlins Werk "De rudimentis Hebraicis". Der Band des Neffen gehört heute der Stadt Pforzheim. Der 22. Februar wurde lediglich von dem Reuchlinbiographen Ludwig Geiger errechnet und dann in späteren Büchern übernommen.

Weblinks

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