Zur Anmeldung als Teilnehmer bitte E-Mail mit Nennung des gewünschten Benutzernamens an: vorstand@pfenz.net

Buckenberg-Kaserne

Von Stadtwiki

Wechseln zu: Navigation, Suche
OpenStreetMap
Karte anzeigen
Ehemaliges Kasernentor im Mai 2007

Bildergalerie: weitere Bilder zu diesem Artikel finden sich auf Buckenberg-Kaserne (Galerie)

Die Buckenberg-Kaserne war ehemals eine Kaserne im Pforzheimer Stadtteil Buckenberg. Der Haupteingang zum Gelände befand sich an der Straßenecke Strietweg und Straße des 3. Husarenregiments. Das Kasernengelände ist über 18 Hektar groß. Die unter Denkmalschutz stehenden Gebäude der Kaserne wurden, bis auf wenige Ausnahmen, 2007 abgerissen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Wehrmacht

Der Baubeginn der Buckenberg-Kaserne 1935 geschah unter dem Vorwand der Errichtung einer Polizeikaserne, da Pforzheim nach dem Versailler Vertrag in der entmilitarisierten Zone lag[1]. Der Erstbezug der Kaserne war im Oktober 1936 nach der Übergabe an die Wehrmacht. Ab Oktober 1936 fand hier die militärische Ausbildung statt: Das Infanterieregiment 111 war beteiligt beim Angriff auf die Niederlande, Frankreich und die Sowjetunion, die 35. motorisierte Grenadierdivision – Ausbildung von 1940 bis 1944 in der Buckenberg-Kaserne – war ebenfalls beteiligt beim Angriff auf die Sowjetunion[2].

1939 wurde Wilhelm Knodel aus Kieselbronn eingezogen; er weigerte sich, den Fahneneid zu leisten und eine Waffe in die Hand zu nehmen. Einem Gutachten der Uni-Klinik Tübingen verdankte Wilhelm Knodel sein Leben: er musste eine Zeitlang in einer Stuttgarter Kaserne in der Küche arbeiten und wurde dann entlassen (s.u. Jubiläumsschrift) Ab 1939 gab es immer wieder standrechtliche Erschießungen in der Kaserne, Zahl, Gründe (Desertation, Befehlsverweigeung) und Urteile sind noch unbekannt[3].

Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges waren folgende Truppenteile der Wehrmacht in der Buckenberg-Kaserne untergebracht[4]:

Fronttruppenteile

Ersatztruppenteile

Kommandobehörden

nach 1945: US- und französische Armee ("Quartier Burnol")

Franz. Militärpolizisten wollen widerrechtlich Flugblattverteiler auf das Kasernen-Gelände zerren, kurz danach führen deutsche Polizisten Personenkontrollen durch und suchen – vergeblich - nach den inkriminierten Flugblättern.


Dokument (Pforzheim, Pfingsten 1974)

ZUM TAG DER OFFENEN TÜR DES 3. HUSARENREGIMENTS

Sie haben sich heute auf den Weg gemacht, um zum Tag der offenen Tür 
des 3. Husarenregiments zu gehen. Für uns Soldaten hat er harte Arbeit 
bedeutet, Ausgangssperre und Überstunden. Weshalb dies alles?

Man will er Bevölkerung eine spiegelblanke Kaserne vorführen, 
schöne Räume, gutes und reichliches Essen, zufriedene Soldaten.

WIR WISSEN, DASS DAS ALLES NUR ZUM SCHEIN GEMACHT WIRD
DIE WIRKLICHKEIT SIEHT ANDERS AUS:

* Das Essen ist ungenießbar
* Wir haben nicht genügend sanitäre Einrichtungen
* Alle Räume sind überfüllt
* Man ist so gnädig, uns 40 DM im Monat auszuzahlen
* Man erpresst uns mit Ausgeherlaubnis und handhabt sie völlig willkürlich
* Unsere Briefe werden nicht selten geöffnet
* Es ist nicht erlaubt zu lesen, was man will.

WIR KENNEN NUR EIN EINZIGES RECHT: MAUL HALTEN

WER PROFITIERT VON DIESEM TAG DER OFFENEN TÜR ?

Das Geld, das Sie dort ausgeben, kommt bestimmt nicht den Soldaten zugute, es geht an die Armee.
Wir machen gegen unseren Willen mit. Dieser Tag ist eine Propaganda-veranstaltung, die eine Armee  
durchführt, die gegen streikende Arbeiter in Frankreich vorgeht. Ihr einziges Ziel ist es uns einzusperren.

SPRECHEN SIE MIT DEN SOLDATEN ÜBER DIESE PROBLEME

INFORMIEREN SIE IHRE UMGEBUNG ÜBER DIE VERHEERENDEN ZUSTÄNDE, UNTER DENNEN WIR LEBEN:

Das Komitee der Soldaten des 3. Husarenregiments

Mit der Verlegung des 3. Husarenregiments nach Immendingen 1996 endete die militärische Nutzung der Kaserne. Zeitweise wurde die Kaserne auch durch die Amerikaner genutzt (ab 1946). Insbesondere durch die Nike-Station, die sich im angrenzenden Hagenschieß befand.

Zivile Nutzung

Nach 1996 begann eine lange Zeit der Bestrebungen nach einer zivilen Umnutzung. Regionale Initativen wollten eine Nutzung durch Studentenwerk, Kunstschaffende und örtlichen Einzelhandel. Der Pforzheimer Gemeinderat lehnte einen Erwerb des in Bundeseigentum befindlichen Kasernengeländes 1999 ab und setzte auf private Investoren. Ein Wettbewerb, der den Erhalt der denkmalgeschützten Mannschaftsgebäude vorsah, führte jedoch zu keinem Erfolg.

Schließlich fand sich eine Investorengruppe, die das Gelände neu bebauen will, den Erhalt der historischen Mannschaftsgebäude aus wirtschaftlichen Gründen jedoch weitgehend ablehnt. Aus diesem Projekt ging die Konversionsgesellschaft Buckenberg hervor. Am 19. Dezember 2006 verabschiedete der Gemeinderat einen entsprechenden Bebauungsplan, so dass die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben das 20 ha große Gelände am 21. Dezember an die Konversionsgesellschaft verkaufen konnte.

Lageplan

Lageplan-Openstreetmap
1 = Wachgebäude mit Arrestzellen
2 = Wachgebäude mit Gendarmerie-Station
3 = Stabsgebäude (Kommandantur/Verwaltung)
4 = Unterkunftsgebäude
5 = Kantine/Mensa
6 = Munitionsdepot (Handwaffen)
7 = Parkplatz (Zivil) (Wohnwagen)
8 = Kirche
9 = Lazarett
10 = Sammelplatz
11 = Fahrzeughalle (Transport)
12 = Fahrzeughalle (VAB)
13 = Schwimmbecken
14 = Unteroffiziersheim
15 = Kino
16 = Fahrzeuggarage (Peugeot-G/VBL)
17 = Waffenschmiede
18 = Fahrzeug-Reparaturwerkstatt/Tankstelle
19 = Materiallager/Munition (Fahrzeuge)
20 = Turnhalle
21 = Panzerschiessstand
22 = Fahrzeughalle (AMX 10 RC/VAB)
23 = Materiallager/Wachgebäude
24 = Fahrzeughalle (AMX 10 RC)
25 = Fahrzeughalle (VAB-HOT)
26 = Fahrzeug-Wartungsrampe
27 = Unterkunft/Wache
28 = Parkplatz (Militär)
29 = geplantes Gebäude (nie vollendet) (U.S.)
30 = Tennisplatz (U.S.)
31 = Hundezwinger (U.S.)
32 = Garage und PX Store (U.S.)
33 = Unterkunftsgebäude (U.S.)
34 = Hindernissbahn/Waldkampfbahn
35 = Sportplatz
36 = Seilturm
37 = Exerzierplatz
38 = Panzerstrasse
39 = Privatwohnungen
40 = ABC-Trainingscenter
41 = Offiziersheim

Ausblick

Der Masterplan der Konversionsgesellschaft Buckenberg sieht vor, die bestehenden Gebäude größtenteils abzureißen. Erhalten bleiben sollen die alte Waffenschmiede und die Pferdeklinik sowie die vorhandenen Biotope und der alte Baumbestand. In den Jahren 2008 und 2009 sollen auf dem Gelände 300 Wohneinheiten sowie ein Verbrauchermarkt und weitere Einrichtungen entstehen. In neueren Artikeln der hiesigen und städtischen Medien wird das Areal jetzt als "Tiergarten" bezeichnet, was insofern irreführend ist, als dass der nahegelegene "Tiergarten" in Pforzheim "Wildpark" heißt und nicht im direkten Zusammenhang mit der ehemaligen Kaserne steht. Dennoch gab es bereits eine Tiergartenstraße.

Literatur / Quellen

  1. Pforzheimer Kurier vom 28.4. 2007
  2. Pforzheimer Kurier vom 6.5. 2007
  3. Zier S. 323
  4. nach www.Lexikon-der-Wehrmacht.de/Kasernen/Wehrkreis05/KasernenPforzheim-R.htm
  5. Pforzheimer Zeitung (PZ) vom 13.10. 1986
  6. Groh, Das war das 20.Jahhrundert... S.55
  7. PZ vom 31.5. 1996
  8. PZ, 19.10. 1981
  9. PZ, 19.10. 1981
  10. PZ 30.5.1996, 1.6.1996, 8.6.1996

Weblink

Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Themenportale
Unterstützt von
Werkzeuge