Husarenregiment

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Die Pforzheimer Husaren waren von 1963 bis 1996 das 3. Husarenregiment Esterhazy der französischen Armee. Deren Vorgänger in der Buckenberg-Kaserne waren seit 4. April 1951 verschiedene Spahi-Regimenter.

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Es gibt Gerüchte, dass der Standort als Ruhesitz für Veteranen des Indochinakrieg (Vietnam) genutzt wurde. Für den Wahrheitsgehalt des "Gerüchts" spricht, dass der Kommandant Sabouret (1967–1969) in der Presse ausdrücklich als „Haudegen des Kriegshandwerkes“ bezeichnet wird[1], gemeint kann nur die Vorgeschichte des 3. Husarenregiments sein, dessen Truppen ab 1955 beteiligt waren in Kolonialkriegen bei der Unterdrückung der Befreiungsbewegungen in Marokko und Algerien[2]. Ab 1965 finden in der Buckenberg-Kaserne Kameradschaftstreffen von ehemaligen Fremdenlegionären statt, die aktiv waren in den Kriegen Frankreichs gegen die Befreiungsbewegungen in den Kolonien Indochina, Madagaskar und später in Algerien[3]. Die Kommandanten in der Buckenberg-Kaserne sind namentlich bekannt, eine Recherche bezüglich der Beteiligung in den Kolonialkriegen Frankreichs fehlt noch.

Inhaltsverzeichnis

Chronik

Am 10. Februar 1764 wurde in PHALSBOURG (Frankreich) das "ESTERHAZY HOUZARDS" als Kavallarie-Regiment gegründet, das der direkte Stammvater des 3. Husarenregiments ist. Es verdankt seinen Namen seinem Obrist, dem GRAF VALENTIN LADISLAS ESTERHAZY. Aus Ungarn (dem Vaterland der Husaren) stammend, war Valentin Ladislas Esterhazy (nur 24 Jahre alt) als er zum Eigentümer des Regiments ernannt wurde. Dieses bestand, seit dem Anfang aus Soldaten die aus den drei schon bestehenden Husarenregimentern : "Bercheny, Chamborant und Royal-Nassau" die teilweise auch mit elsäsischen und deutschen Freiwilligen besetzt waren. Die Tradition empfahl während der Zeit vor der Revolution, das jedes Regiment seinen eigenen Wahlspruch hatte. Der Wahlspruch des ESTERHAZY-REGIMENTS, der noch heutzutage auf seinen Abzeichen und der Flagge des Kommandeurs steht, ist:

"IL EN VAUT PLUS D'UN" (es ist mehr wert als eine)

Wappen des 3. Husarenregiment
]


Am 1. Januar 1791 schafft ein Beschluss der Nationalversammlung die Namen der Regimenter ab und gibt Ihnen eine Nummer.

"ESTERHAZY HOUZARDS" wird das "3. HUSARENREGIMENT"

Nacheinander den Armeen NORD, MOSEL, SAMBRE und MAAS zugewiesen, erworb es bald den Ruf einer Elitetruppe. Zwischen 1792 und 1793 zeichnete sich das 3. Husarenregiment in mehreren Schlachten aus, besonders in VALMY, dann in ARLON, FRÖSCHWILLER und WÖRTH, bevor es sich in WISSEMBOURG berühmt machten.

Um das Jahr 1800 schrieb das 3. Husarenregiment einige der schönsten Seiten seiner Geschichte (u.a. Spanien) unter Führung des Obristen Graf de Colbert. Im Oktober 1806 nahm es erfolgreich an der Schlacht von IENA teil. Obwohl es von drei Kavallerieregimentern angegriffen wurde, blieb es Herr des Schalchtfelds. 1807 ritt es siegreich in EYLAU, unter der Führung von MURAT. Am 14. Juni 1807 fand die Schlacht von Friedland statt (nach 12 Stunden Kampf wurde die russische Armee vernichtet). 1808 begab sich das 3. Husarenregiment nach Spanien. Auf dem darauf folgendem Jahr (1808) fällt der General COLBERT, der von einer Kugel tödlich in der Stirn verletzt wurde. Das Regiment verliess Spanien 1813 und begab sich nach MAINZ und zeichnete sich bei der Schlacht von LEIPZIG aus (trotz schwerer Verluste). Eilig wiederhergestellt machte es sich noch einmal berühmt in MONTEREAU, bei dem Angriff einer russischen Truppe, als das 3. Husarenregiment einer auf dem Rückzug befindlichen Armee vor dem Zusammenbruch rettete. Dieser Heroismus des 3. Husarenregiments ist auch auf seiner Flagge in Goldbuchstaben verewigt: IENA, EYLAU, FRIEDLAND, MONTEREAU.

1816 wurde das 3.Husarenregiment zu "MOSEL-HUSAREN" umbenannt. Es wurde nach Spanien geschickt und nahm an einem der seltenen Kämpfe des Krieges teil: TRAMACED 1861 wurde es wieder in das 3. Husarenregiment unbenannt und nach Algerien beordert, wo es Jahre lang blieb. 1870 war das 3. Husarenregiment eines der Regimenter, die die Einschliessung im SUDAN mit grossen Verlusten durchbrachen, danach schloss es sich in Rouen der Armee der Normandie an.

Nach einem weiteren Aufenthalt in Algerien, in Verdun und Lyon, befand sich das 3. Husarenregiment in SENLIS als 1914 der 1. Weltkrieg ausbrach. Marne (ein Hauptmann des 3. Husarenregiments) gelang eine ungwöhnliche Waffentat: Er nahm dem Feind die Flagge des 3. Bataillon 94. Landwehr ab (Diese Flagge ist jetzt im Invalidenmuseum in Frankreich). Mit der Zeit veränderte der 1. Weltkrieg die bestehenden Kriegstaktiken, so das das 3. Husarenregiment ihre Pferde hinter sich liessen und die Feindbekämpfung in den Schützengräben ausführten. 1918 ritt das 3. Husarenregiment wieder und machte einen erfolgreichen Gegenangriff an der OURCQ Von nun an ist es dem 3. Husarenregiment erlaubt, die Ordensschnur in den Farben des französischen Kriegskreuzes (rot-grün) zu tragen und neben den Namen der Siege des Kaiserreiches verzeichnet nun die Flagge des 3. Husarenregiments die Namen: L´OURCQ, YPRES, LA MARNE.

Bis zum Ausbruch 2. Weltkrieges (Westfeldzug 1940) ist das 3. Husarenregiment in Strassburg stationiert und bestand aus fünf Aufklärungstruppen. Während des 2. Weltkrieges kämpfte das 3. Husarenregiment an verschiedenen Fronten in Frankreich u.a. Maginot-Linie und in der Normandie. Das 3. Husarenregiment kämpfte immer mit viel Energie und bis ans Ende ihrer Mittel. Nach der Kapitulation Frankreichs (24.Juni 1940) wurde das Regiment aufgelöst. Am 1. Januar 1945 wurde das 3. Husarenregiment mit Verbänden der Widerstandsbewegung und der 1. Armee neu aufgestellt.

1947 wird es für einige Jahre nach Marokko beordert und dann für kurze Zeit in AUCH und ALENCON (Frankreich) stationiert.

1955 kehrte das 3.Husarenregiment nach Afrika zurück, zuerst nach Marokko dann nach Algerien.

1962 kommt das 3. Husarenregiment wieder nach Frankreich und wurde aufgelöst bzw. in das 3. Dragonerregiment umbenannt.

1963 das in Pforzheim (Buckenbergkaserne) stationierte 24.SPAHIS-REGIMENT wurde aufgelöst und zum 3. Husarenregiment. Wo es zu einem Aufklärungsregiment der 3. Division und ab 1968 des 2. Armeekorps wurde.

Als Erbe der leichten Kavallerie des Kaiserreichs gehört das 3. Husarenregiment der Panzeraufklärung an und erfüllt Aufklärungs- und Sicherheitsaufträge für das 2. Armeekorps durch. Um diese Aufträge zu erfüllen verfügt es über modernste und wirksamste Ausrüstung: Radpanzer EBR-75 (bis 1983) danach AMX 10 RC und VAB HOT Das Regiment kann als einzige Einheit des 2. Armeekorps von verschiedenen Aufträgen beaufragt werden, um die Aktionsfreiheit des 2. Armeekorps zu sichern

So kann es: - vor dem Kampf an der Beschaffung von Nachrichten teilnehmen und damit die nötige Zeit zu gewinnen, um damit die Bereitstellung des 2. Armeekorps evtl. mit den Alliierten zu gewährleisten. - während des Gefechts, die Flanken sichern oder gegen eine unerwartete Drohung eingesetzt werden

Die Wirkung des 3. Husarenregiments soll so oft wie möglich nit einer engen Zusammenarbeit mit dem Kampfhubschrauberregiment aufgewertet werden.

Panzer in der Buckenbergkaserne
Soldatenappell des 3. Husarenregiment
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1963 
Das Regiment, das vorher an Kriegen gegen die Bevölkerung in Marokko und Algerien beteiligt war, wird nach Pforzheim verlegt
1968 
Die Husaren helfen unbürokratisch nach dem verheerenden Tornado
1974 
Ein Soldaten-Komitee (L'Appell des Cent) kritisiert die Verhältnisse in der franz. Armee und wird beim Tag der offenen Tür an Pfingsten 1974 durch das Verteilen eines Flugblatts vor der Kaserne unterstützt – siehe Buckemberg-Kaserne
1990 
Das Regiment wird Teil der Deutsch-Französischen Brigade
1996 
Verlegung des Regiments nach Immendingen, bei der Abschiedsparade der französischen Armee verteilt die Friedens-Initiative ein Flugblatt mit der Überschrift: UNIFORM ADIEU – AU REVOIR EN CIVIL ! Darin wird die Traditionslinie der Militärparaden von 1936 bis 1996 und die Zurschaustellung von Tötungsgeräten kritisiert. Zugleich sind Zukunftsfragen, die Kaserne betreffend, aufgeführt, die bis heute nicht beantwortet sind, z.B. nach den Altlasten auf dem Kasernegelände, Kosten der Entsorgung und eine öffentliche Diskussion der weiteren Nutzung des Kasernengeländes und des bisherigen militärischen Sperrgebiets[4].


Siehe auch

Literatur / Quellen

  1. Pforzheimer Zeitung (PZ) vom 13.10. 1986
  2. PZ vom 31.5. 1996
  3. PZ, 19.10.1981
  4. PZ vom 30. Mai 1996, 1. Juni 1996 und 8. Juni 1996

Weblinks

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