Feier mit! 20 Jahre Pfenz!

Jubiläumsfeier am Montag 18.5. 18:30 und Samstag 23.5. 14:00
in der EngagementWerkStadt, Lammstraße — gerne anmelden, oder einfach vorbeikommen!


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Pforzheim

Von PFENZ
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Pforzheim
Kreis: Stadtkreis
Koordinaten: 48° 53′ N, 8° 42′ O
Höhe: 273 m ü. NN
Fläche: 98,03 km²
Einwohner: 122.881 Stand: 12/2016
Bevölkerungsdichte: 1222 Einwohner/km²
Postleitzahl: 75172–75181
Vorwahl: 07231, 07234
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 1
75175 Pforzheim
Webpräsenz: www.pforzheim.de
Oberbürgermeister: Peter Boch
OpenStreetMap
OpenStreetMap
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Lage Pforzheims in Deutschland
Pforzheim bei Nacht

Pforzheim ist eine Großstadt in Baden-Württemberg zwischen Karlsruhe und Stuttgart, an der A8 gelegen. Die Stadt ist Mittelpunkt der Enzregion und Sitz des Landratsamtes Enzkreis, wobei Pforzheim selbst nicht zum Enzkreis gehört, sondern einen eigenen Stadtkreis bildet. Pforzheim gehört zur Region Nordschwarzwald, deren Oberzentrum es ist, und zum Regierungsbezirk Karlsruhe. Das Stadtgebiet ist fast vollständig vom Enzkreis umschlossen, nur im Süden grenzt es auf kurzer Strecke an den Landkreis Calw.

Bekannt ist Pforzheim für seine Goldschmiedetradition, daher kommt auch der Beiname Goldstadt.

Name

Der Name Pforzheim leitet sich vom lateinischen Portus (= Hafen) ab. Hiermit beschrieben die römischen Siedler den Startpunkt für eine Binnenschiffahrt zum Neckar nahe der Furt, welche auf der Höhe des heutigen Klinikum Pforzheim durch die Enz verlief. Heute erinnert eine Nachbildung der Trasse mit einer Gedenktafel an diesen Zusammenhang.

Die erste schriftliche Erwähnung "Portus", auf einem römischen Leugenstein (1934 gefunden bei Friolzheim), geht auf das Jahr 245 nach Christus zurück. Vermutlich gab es noch ein Bestimmungswort, weshalb der komplette antike Name *Portus Antiae oder *Portus Antiensis gewesen sein könnte.

Deutungsversuche vor 1935[1]

Der älteste bekannte Deutungsversuch stammte von Johannes Reuchlin, der in seinem Dialog "de verbo mirifico" (1494) von einer legendenhaften Gründung Pforzheims berichtet: Der aus dem griechischen Heldenepos Ilias bekannte Phryger Phorcis sei nach der Zerstörung Trojas bis nach Germanien geflüchtet und gründete an der Enz, welche ihn Aeneas erinnerte, die Stadt Pforzheim.

Philipp Melanchthon hielt den von Cesär beschriebenen Hercynischen Wald für den Schwarzwald und interpretierte Pforzheim als "Porta Hercyniae" (Portal zum Schwarzwald). Diese Deutung als "Pforte des Schwarzwalds" ist bis heute das Werbemotto der Stadt.

Alternative Etymologien im 16./17. Jahrhundert waren zum Beispiel "Orcynheim" oder "Horzheim" ("Harzheim"). Während der "Keltomanie" im 19. Jh. tauchte auch der Versuch auf, dem Namen einen keltischen Ursprung zu geben und man sah eine Verbindung mit dem walisischen Wort fford für Straße/Durchgang. Dies ist jedoch lautgesetzlich nicht möglich, zumal es im Gallischen kein f-Laut gab.

Aufgrund der vermehrten Römerfunde wurde gegen Ende des 19. Jh. häufiger schon die Möglichkeit des lateinischen Grundwortes "portus" in Betracht gezogen. Andere wie Michael Walter (1925) hielt einen antiken Ursprung des Namens für "sehr unwahrscheinlich" und war überzeugt, dass es sich bei dem "Vicus Senotensis" um Pforzheim handelte.[2]

Geographie

Stadtbild

Luftbild der heutigen Pforzheimer Innenstadt am Zusammenfluss von Enz und Nagold

Leider sind aufgrund starker Zerstörung durch den Luftangriff auf Pforzheim am 23. Februar 1945 nur sehr wenige Vorkriegsbauten erhalten. Zwar fehlt Pforzheim deshalb das typische Flair einer Altstadt, dafür aber ist insbesondere durch die Modernisierungsmaßnahmen der letzten Jahre ein bemerkenswert schöner moderner Stadtkern entstanden, der sich auszeichnet durch weiträumige, sauber gepflasterte Straßenzüge und Platzlandschaften, harmonische und großzügige moderne Bauten wie das Kongresszentrum mit dem Parkhotel, das Theater, die Stadtbibliothek Pforzheim, die Kirchen und die Kaufhäuser der Karl-Friedrich-Straße sowie die Lage am Zusammenfluss von Enz und Nagold mit vielen Brücken und von Trauerweiden umsäumten Uferpromenaden. Die Innenstadt ist bei Nacht an vielen Stellen vielfarbig illuminiert. Auch die 2005 eröffnete Schlössle-Galerie ist mit ihrem Dachgarten ein modernes Highlight. Die kurze Zeit später eingeweihten Schmuckwelten ist ein Vorzeigeprojekt der renommierten Schmuckindustrie und zieht Besucher aus Nah und Fern an.

Dies alles gibt der Stadt heutzutage ein freundliches und trotz ihrer bescheidenen Größe nahezu metropolenhaftes Flair, so dass sie trotz ihrer verlorenen historischen Bausubstanz alles andere als eine triste Neubauwüste ist.

Naturraum

Pforzheim liegt im Nordschwarzwald, am Übergang zum Kraichgau, an der Mündung der Flüsse Nagold und Würm in die Enz.

Geschichte

Lageplan der Stadt Pforzheim vor der Zerstörung 1688

Funde aus der Keltenzeit sind nur sehr rar. Die Römer errichteten an der Enzfurt den vicus Portus, woraus sich der Ortsname Pforzheim ableitet. Das Dorf befand sich direkt am Standort der Altstadt. Ob der nach dem Limesfall um 260 n. Chr. kontinuierlich weiterbestand oder eine spätere Neugründung stattfand ist nicht sicher geklärt.

Pforzheim wird erstmals 1067 urkundlich erwähnt. Trotzdem muss der Ort schon im Frühmittelalter existiert haben. Die lautgesetzliche Verschiebung von P- zu Pf- wurde im 7. bis 8. Jahrhundert vollzogen, weshalb Pforzheim schon vorher bestanden haben müsste. Merowingergräber aus dem späten 6./7. Jahrhundert beim Gaswerk stützt diese Theorie, könnte aber auch aufgrund der Entfernung zur Altstadt auch von einem abgegangenen Ort stammen. Ebenso werden die meisten Orte mit einer Martinskirche ins Frühmittelalter datiert.

Aufgrund einer Urkunde von 1074 wird vermutet, dass Pforzheim salisches Königsgut war. Mit dem Tod Heinrich V. 1125 wäre demnach Pforzheim an die Hohenstaufer gegangen. Zwischen 1125 und 1150 hat ein Drageboto von Pforzheim Lehensgüter vom Hohenstaufer Friedrich II. von Schwaben. Seit 1095 ist ein Marktrecht belegt. Möglicherweise bis zur Hälfte des Ortes Pforzheim kam über Schenkungen an das Kloster Hirsau und dieser Besitz später an das Dominikanerinnenkloster. Im 12. und 13. Jahrhundert dehnte sich die Siedlung auch südlich der Enz aus und dabei wurden bei der Errichtung auch römische Ruinen verwendet. Seit 1219 oder 1227 ist der Ort dank Erbschaften und Heirat im Besitz der badischen Markgrafen und diese machten Pforzheim zu ihrer Residenz bis in Mitte des 16. Jahrhunderts. Wahrscheinlich ließ Markgraf Hermann V. (gestorben 1243) etwa 400 m flussaufwärts eine Neustadt mit dem Pforzheimer Schloss samt Michaelskapelle erbauten. Später folgte die Residenz der Markgrafen von Baden und der Ausbau der Kapelle zur Schloßkirche als Grablege der Markgrafen von Baden. Die Altstadt ("vetus civitas") verkümmerte mit der Zeit zu einem Weiler, blieb aber wohl aufgrund der Enzfurt weiterhin wichtig.

Einwohner

Pforzheim ist die achtgrößte Stadt Baden-Württembergs und unter den hundert größten Städten Deutschlands auf Platz 66. Erstmals wurde Pforzheim 1975 durch die Eingliederung mehrerer Gemeinden zur Großstadt.

  • Einwohnerzahl 1725 3.500 -/+
  • Einwohnerzahl 1789 4.311
  • Einwohnerzahl 1795 4.937
  • Einwohnerzahl 1800 5.062
  • Einwohnerzahl 1812 5.301
  • Eiwohneerzahl 1825 6.025
  • Einwohnerzahl 1830 6.284
  • Einwohnerzahl 1852 9.152
  • Einwohnerzahl 1855 10.711
  • Einwohnerzahl 1861 13.854
  • Einwohnerzahl 1875 23.692
  • Einwohnerzahl 1900 43.373
  • Einwohnerzahl 1905 59.389 mit dem seit 01. Januar eingemeindetem Ort Brötzingen
  • Einwohnerzahl 1910 69.082
  • Einwohnerzahl 1933 79.786
  • Einwohnerzahl 1945 42.226
  • Einwohnerzahl 1950 54.143 nach der Volkszählung vom 13. September 1950
  • Einwohnerzahl 1987 106.530 nach der Volkszählung vom 25. Mai 1987
  • Einwohnerzahl 1990 112.944 am 31. Dezember 1990
  • Einwohnerzahl 1995 118.763 am 31. Dezember 1995
  • Einwohnerzahl 2001 118.002 am 31. Dezember 2001
  • Einwohnerzahl 2005 115.674 am 31. Dezember 2005 der Trend der vorherigen Jahre setzte sich fort, die Einwohnerzahl sank.
  • Einwohnerzahl 2008 119.839 am 31. Dezember 2008 ist die Einwohnerzahl wieder leicht angewachsen.
  • Einwohnerzahl 2011 119.823 am 31. Dezember 2011
  • Einwohnerzahl 2014 rund 118.000 am 1. Mai 2014
  • Einwohnerzahl 2016 122.881 am 31. Dezember 2016


Stadtgliederung

siehe Stadtteil (Pforzheim), Gewerbegebiet, Stadtverwaltung, Stadtplan

Telefonvorwahl

Die Telefonanschlüsse im Stadtgebiet von Pforzheim gehören zum größten Teil zum Ortsnetz Pforzheim mit der Vorwahl 07231. Einzige Ausnahme ist der Stadtteil Hohenwart, der an das Ortsnetz Tiefenbronn mit der Vorwahl 07234 angeschlossen ist.

Partnerstädte

Siehe auch: Partnerstadt

Offiziell befreundete Städte und Kreise

Museen

Museumsareal in Brötzingen

Berühmte Söhne und Töchter der Stadt

Johannes-Reuchlin-Denkmal am Schlossberg
  • Johann Christian Roller (Großherzogl. Badischer Physikus in Pforzheim. Vater von...)
  • Christian Friedrich Wilhelm Roller (Der Psychiater war der erste Direktor der Heil- und Pflegeanstalt in Illenau bei Achern)
  • Bertha Benz (Automobilpionierin)
  • Johannes Reuchlin (Hebräist und Humanist)
  • Emil Strauß (Schriftsteller)
  • Auguste Supper (Schriftstellerin)
  • Richard Ziegler (Maler und Grafiker)
  • Ludwig Auerbach (Heimatdichter)
  • Oskar Trost (Heimatschriftsteller)
  • Heinrich Wieland (Nobelpreis Chemie)
  • Laura Perls berühmte Psychotherapeutin und Begründerin der Gestalttherapie, zusammen mit ihrem Mann Fritz Perls
  • Heinrich Witzenmann Kaufmann, Techniker, Erfinder und Gründer der Metallschlauchfabrik
  • Christof Gerwig Vorstand der Flößerei-Genossenschaft

Träger der Bürgermedaille der Stadt Pforzheim

siehe Bürgermedaille

Wirtschaft

Bekannt ist Pforzheim nicht nur für seine Schmuck- und Uhrenindustrie, sondern auch durch den Versandhandel. Gleich drei große Versandhäuser haben ihren Sitz in Pforzheim: Bader, Klingel und Wenz.

Pforzheim hat 2009 die höchste Arbeitslosigkeit in Baden-Württemberg mit über 10 Prozent. Vor allem die Wirtschaftskrise und die Flaute in den Zuliefererbetrieben im Metallbereich machen Pforzheims Wirtschaft zu schaffen.

siehe auch

Wappen

Das heutige Wappen der Stadt Pforzheim zeigt in gespaltenem Schild vorn in Gold einen roten Schrägbalken, hinten ist es in Rot, Silber, Blau und Gold geteilt. Während die beiden Schrägbalken seit dem 13. Jahrhundert bestehen, das eindeutige Symbol der Markgrafen von Baden, rätseln Wappenkundler bis heute über die Bedeutung der vier Balken im rechten Teil des Wappens: möglicherweise wurden Rot und Gold nochmals als badische Farben aufgegriffen, während Blau und Weiß als Farben der Wittelsbacher interpretiert werden könnten. Zu der Zeit als das aktuelle Wappen erstmals auftauchte, 1489, war die Stadt an die Pfalz verpfändet, die wiederum von den Wittelsbachern regiert wurde. Eine andere Theorie besagt, dass Pforzheim im Zuge der von Markgraf Christoph eingeleiteten Reformen - er erließ zahlreiche Ordnungen für die Städte seines Territoriums - ein neues Wappen erhielt. Bis dahin führten Baden-Baden und Pforzheim das gleiche Wappen; dadurch könnten die Farben der Pforzheimer Schützen Eingang in das städtische Wappen gefunden haben oder auch die Farben der Grafschaft Sponheim, die zu Baden gehört hatte. Beides sind wenig wahrscheinliche Theorien, doch lassen sie sich angesichts der dürftigen Quellenlage genauso wenig wider- wie belegen.

Weblinks

Einzelnachweise

<references>

Stadtteile der Großstadt Pforzheim

Au, Brötzingen, Buckenberg, Büchenbronn, Dillweißenstein, Eutingen, Hohenwart, Huchenfeld, Innenstadt, Nordstadt, Oststadt, Südoststadt, Südweststadt, Weststadt und Würm bilden zusammen die Stadt Pforzheim.


  1. Klaus Kortüm (1995): Portus Pforzheim, S. 73 f.
  2. Michael Walter (1925): Der Enz- und Pfinzgau, S. 31