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Remchingen: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Remchingen''' ist eine Gemeinde im [[Enzkreis]] mit etwa 11.800 Einwohnern (Stand September 2007).
{{Infobox Ort
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'''Remchingen''' ist eine Gemeinde im [[Enzkreis]] mit etwa 11.800 Einwohnern (Stand 2018).


== Ortsgliederung ==
== Ortsgliederung ==
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Remchingen gehört dem [[Zweckverband für die Wasserversorgung des Hügellandes zwischen Alb und Pfinz]] an.
Remchingen gehört dem [[Zweckverband für die Wasserversorgung des Hügellandes zwischen Alb und Pfinz]] an.


== Wappen ==
== Geschichte ==
Die Gemeinde Remchingen wurde am 1. Januar 1973 durch Vereinigung der beiden Gemeinden [[Singen]] und [[Wilferdingen]] gebildet. Der Name der abgegangenen Siedlung Remchingen, in der es mit denn [[Herren von Remchingen]] einen eigenen Ortsadel gab, wurde zum Ortsnamen der neuen Gemeinde gewählt. Am 1. Januar 1975 wurde die Gemeinde [[Nöttingen]] nach Remchingen eingemeindet.
[[Bild:Wappen Remchingen.png|thumb|100px|Das Wappen von Remchingen]]

=== Das abgegangene Dorf Remchingen ===
Das Dorf Remchingen lag da, wo heute der Bahnhof von [[Wilferdingen]] steht, die Burg 500 m westlich davon in einem Wiesengelände in der Nähe des Waldrandes. Als [[1860]] die Eisenbahn gebaut wurde, stieß man an der Stelle des Bahnhofs, auf die Grundmauern der Kirche von Remchingen und dabei wurde auch der Kirchhof des Dorfes mit aufgedeckt.

Die Remchinger Kirche, sie wird schon [[1295]] erwähnt, war die Mutterkirche für die benachbarten Dörfer [[Wilferdingen]], [[Singen]] und Kleinsteinbach. Je mehr sich Remchingen verkleinerte, desto weniger geschah für die Kirche und das Pfarrhaus, sodass beide baufällig wurden. In einem Bericht des Remchinger Pfarrers von [[1725]] heißt es: „Alles Fenster und Wände sind so durchlöchert, dass ich bisher zu nicht geringem Skandal der Vorbeireisenden und um mich etwas zu schützen, die Löcher mit Papier und Werg zu verkleiden und zu verstopfen genötigt worden bin“. Spätere Berichte lauten ähnlich. Um der Sache ein Ende zu machen, wurde die Pfarrei Remchingen [[1785]] aufgelöst und die Kirche samt Pfarrhaus abgebrochen. Die Kirchengeräte kamen nach Wilferdingen und Singen.

Wie die Kirche so war auch das Schulhaus von Remchingen für die umliegenden Orte zuständig. Nach einer Aufzeichnung [[1737]] musste Wilferdingen zum Heizen der Winterschule in Remchingen 2 Klafter, Singen ebenfalls 2 Klafter und Kleinsteinbach 1 Klafter Holz stellen. Die Schule wird [[1737]] als baufällig bezeichnet und scheint das selbe Schicksal gehabt zu haben wie Kirche und Pfarrhaus, also Ablösung und Zerfall.

Schon früher als das Dorf Remchingen war die Burg abgegangen. Hier war einst der Sitz der Herren von Remchingen, die durch Jahrhunderte hindurch eine ansehnliche Rolle in der unteren Markgrafenschaft gespielt haben. Mit Bertold und Konrad von Remchingen tritt das Geschlecht [[1256]] zuerst urkundlich auf. Sie trugen die Burg vom Stift Weißenburg, später von den Markgrafen von Baden zu Lehen.

Die Burg lag an der Stelle, wo die Pfinz das weite Tal zwischen [[Wilferdingen]] und [[Singen]] verlässt und in nordwestlicher Richtung zwischen den enger zusammenrückenden Höhen weiterfließt, auf dem linken Ufer. Seiner Lage im Wiesengrunde gemäß war Schloß Remchingen eine Wasserburg deren Graben von der Pfinz mit Wasser gespeist wurde. Der Name kommt in Urkunden mehrfach vor.

[[1692]] wurde das Schloß von den Franzosen zerstört. Nur die Wirtschaftgebäude blieben damals stehen. Die ganze Anlage wurde nach dem im [[18. Jahrhundert|18. Jahrhundert]] üblichen Brauch in eine Meierei umgewandelt. Das Geschlecht derer von Remchingen starb im 18. Jahrhundert aus. [[1749]] wurden die Schlossmauern vollends niedergerissen und die Steine zur Ausbesserung des Wirtschaftsgebäudes verwendet. Auch diese Gebäude zerfielen im [[19. Jahrhundert|19. Jahrhundert]]. Ende des 19. Jahrhunders wurde in der Nähe des Bahnhofs Wilferdingen eine Gaststätte erbaut, die dann zur letzten Erinnerung an Dorf, Burg und Adelsgeschlecht Remchingen, den Namen [[Remchinger Hof]] erhielt.<ref>Der Enz- und Pfinzgau, Karlsruhe 1925 (bearbeitet von R. Cölsch).</ref>

Der Lokalhistoriker W. Schulz geht selbst davon aus, dass das ''Dorf'' Remchingen schon im Spätmittelalter abgegangen war und nur noch die Burg, Kirche und einzelne Gehöfte vorhanden waren.<ref>W. Schulz: Geschichte von Singen. Singen 1969. S. 15.</ref> Darauf basierend glaubt der Historiker Rüdigier Stenzel, dass der Abgang in Verbindung mit dem Bau der Burg steht und die meisten Bewohner in die Ausbausiedlungen (z.B. [[Darmsbach]], [[Mönchshofen]], [[Vitzenloch]]) gezogen sind.<ref>Rüdiger Stenzel: Abgegangene Siedlungen zwischen Rhein und Enz, Murg und Angelbach. In: Oberrheinische Studien. Bd. III. Fs. für G. Haselier. Bretten 1975. S. 96.</ref>

== Politik ==
=== Bürgermeister ===
Am 12. November 2017 wurde der seit 2010 amtierende Bürgermeister [[Luca Wilhelm Prayon]] (CDU) mit 96,08 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt und trat daraufhin seine zweite Amtszeit an.
Nachdem Prayon Landrat im Bodenseekreis wurde , legte er 2023 sein Amt als Bürgermeister nieder.
Am 18. Juni 2023 wurde [[Julia Wieland]] im ersten Wahlgang zur neuen Bürgermeisterin gewählt. Sie setzte sich dabei gegen den Kämmerer der Stadt, Gerd Kunzmann, durch.
Dieser, gegen den im Wahlkampf massive Vorwürfe durch die Bürgerliste erhoben wurden, verließ daraufhin die Gemeinde und wechselt zur Gemeindeprüfanstalt Baden-Württemberg
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=== Gemeinderat ===
{| class="wikitable"
!colspan="6"|Gemeinderat der Gemeinde Remchingen, Stand 2019
|- style="vertical-align:top;"
|[[CDU]]
| 35,1 %
| [[Thomas Walch]], [[Marianne Butz]], [[Kurt Ebel]], [[Dieter Walch]], [[Hans Zachmann]], [[Margot Bercher]], [[Felix Casper]], [[Christian Roser]]
|- style="vertical-align:top;"
| style="width: 20%"|[[Freie Wähler]]
| style="width: 10%"|19,7 %
| [[Martin Rothweiler]], [[Sascha Rebmann]], [[Felix Höckh]], [[Markus Gartner]]
|- style="vertical-align:top;"
|[[Die Grünen]]
| 16,4 %
| [[Katharina Kammerer]], [[Klaus Fingerhut]], [[Matteo Kammerer]], [[Till Siegenthaler]]
|- style="vertical-align:top;"
|[[Bürgerliste für Umwelt, Transparenz und Fortschritt|BL]]
| 14,8 %
| [[Wolfgang Oechsle]], [[Lorenz Praefcke]], [[Ute Praefcke]]
|- style="vertical-align:top;"
|[[SPD]]
| 14,0 %
| [[Andreas Beier]], [[Edgar Kunzmann]], [[Antje Hill]]
|}

{{Disclaimer Gemeinderat}}

=== Wappen ===
Am 23. September 1976 hat der Gemeinderat von Remchingen beschlossen, das frühere Wappen von Wilferdingen als Remchinger Wappen weiterzunutzen.
Am 23. September 1976 hat der Gemeinderat von Remchingen beschlossen, das frühere Wappen von Wilferdingen als Remchinger Wappen weiterzunutzen.


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Die Lilienstäbe und die Rose waren in allen Teilorten der Gemeinde vorhanden. Die Lilienstäbe gehen auf das Wappen der Herren von Remchingen (15. Jahrhundert) zurück und die Rose war früher in Wappen der Herren von Roßwag vorhanden, die im 14. Jahrhundert die Remchinger Gegend beherrschten.
Die Lilienstäbe und die Rose waren in allen Teilorten der Gemeinde vorhanden. Die Lilienstäbe gehen auf das Wappen der Herren von Remchingen (15. Jahrhundert) zurück und die Rose war früher in Wappen der Herren von Roßwag vorhanden, die im 14. Jahrhundert die Remchinger Gegend beherrschten.


== Bahnhof ==
=== Gemeindepartnerschaft ===
* San Biagio Platani - Seit 1986 besteht die Partnerschaft mit der italienischen Gemeinde auf Sizilien in der Provinz Agrigento

== Wirtschaft ==
{{Unternehmensliste}}
== Verkehr ==
Der zwischen den Teilorten gelegene Bahnhof wird durch die Deutsche Bahn AG als ''Wilferdingen-Singen'' bezeichnet. Die Gemeinde Remchingen wünscht sich eine Umbenennung des Bahnhofs, der allerdings bisher an Kostenforderungen der Bahn scheiterte. Von Seiten der [[Albtal-Verkehrs-Gesellschaft]] (AVG) und des [[Karlsruher Verkehrsverbund]]es wird der Bahnhof allerdings ''Remchingen'' genannt. Dies führt zu der Kuriosität, dass im Bahnhof zweierlei Bahnhofsschilder aufgehängt sind: die von der Deutschen Bahn AG angebrachten tragen die Bezeichnung „Wilferdingen-Singen“, die von der AVG angebrachten die Bezeichnung „Remchingen" mit kleinerer Unterzeile „Wilferdingen-Singen“, was bei ortsfremden Reisenden immer wieder für Verwirrung sorgt.
Der zwischen den Teilorten gelegene Bahnhof wird durch die Deutsche Bahn AG als ''Wilferdingen-Singen'' bezeichnet. Die Gemeinde Remchingen wünscht sich eine Umbenennung des Bahnhofs, der allerdings bisher an Kostenforderungen der Bahn scheiterte. Von Seiten der [[Albtal-Verkehrs-Gesellschaft]] (AVG) und des [[Karlsruher Verkehrsverbund]]es wird der Bahnhof allerdings ''Remchingen'' genannt. Dies führt zu der Kuriosität, dass im Bahnhof zweierlei Bahnhofsschilder aufgehängt sind: die von der Deutschen Bahn AG angebrachten tragen die Bezeichnung „Wilferdingen-Singen“, die von der AVG angebrachten die Bezeichnung „Remchingen" mit kleinerer Unterzeile „Wilferdingen-Singen“, was bei ortsfremden Reisenden immer wieder für Verwirrung sorgt.


== Gemeindepartnerschaft ==
== Sehenswürdigkeiten ==
[[Datei:Alte-Kirche-Wilferdingen.jpg|thumb|Alte Kirche in Wilferdingen]]
* [[San Biagio Platani]] - Seit 1986 besteht die Partnerschaft mit der italienischen Gemeinde auf Sizilien in der Provinz Agrigento
[[Datei:Christuskirche (Wilferdingen).jpg|thumb|Christuskirche in Wilferdingen]]
[[Datei:Noettingen-Loewensaal2.jpg|thumb|Löwensaal in Nöttingen]]
[[File:Bernhard Pfinztal.jpg|thumb|Skulptur von Franz Bernhard in Wilferdingen]]
'''Wilferdingen
* Die [[Alte Kirche (Wilferdingen)|Alte Kirche]] wurde 1784 erbaut und wird seit 1984 als Bürgerzentrum genutzt.
* Die [[Christuskirche (Wilferdingen)|Christuskirche]] ist ein moderner evangelischer Kirchenbau, der die Alte Kirche 1975 ersetzt hat.
* Die Kirche [[St. Peter und Paul (Wilferdingen)|St. Peter und Paul]] ist das katholische Gotteshaus des Ortes.
* Das [[Stellwerk (Wilferdingen)|Stellwerk]] wurde 1908 erbaut und wird seit 1995 von [[Micha's Telefonmuseum]] genutzt.
* Die [[Wasserburg Remchingen]] befand sich auf dem Gelände des [[Schlossbad Remchingen|Schlossbad]]s.
* Der Ort liegt an der [[Bertha Benz Memorial Route]].


'''Singen
== Siehe auch ==
* Die [[Kreuzkirche (Singen)|Kreuzkirche]] ist das historische Kirchengebäude von Singen.
* [[Across the Border]] (Bekannte Folk-Punk Band aus Remchingen)
* [[Neuapostolische Kirche (Singen)|Neuapostolische Kirche]]
* Das [[Bürkleskreuz]] und das [[Kriegerdenkmal Singen]] sind Kleindenkmale des Ortes.

'''Nöttingen
*[[Martinskirche (Nöttingen)|Martinskirche]]
*Im Ortskern von Nöttingen befinden sich zahlreiche historische Fachwerkhäuser.

== Veranstaltungsorte ==
* [[Alte Kirche (Wilferdingen)|Alte Kirche]]
* [[Kulturhalle Remchingen]]
* [[Kulturhalle Remchingen]]
* [[Löwensaal]]
* [[Schloss Remchingen (Sagen)]]

== Museen ==
* [[Römermuseum Remchingen]]
*[[Micha's Telefonmuseum]]

==Freizeit==
*[[Hallenbad Remchingen]]
*[[Schlossbad Remchingen]]
*[[Adventure Golfpark Remchingen]]
*[[Sprungpark Remchingen]]
{{Vereinsliste}}
== Persönlichkeiten ==
{{Personenliste}}
{{Straßenliste}}

==Einzelnachweise==
<references/>


== Weblinks ==
== Weblinks ==
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* {{Homepage|www.remchingen.de}}
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* {{Wikipedia}}
* {{Wikipedia}}


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Aktuelle Version vom 3. Juli 2023, 05:59 Uhr

OpenStreetMap
OpenStreetMap
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Remchingen
Kreis: Enzkreis
Koordinaten: 48° 95′ N, 8° 58′ O
Höhe: 171 m ü. NN
Fläche: 24,06 km²
Einwohner: 11.806 Stand: 31.12.2018
Bevölkerungsdichte: 492 Einwohner/km²
Ausländeranteil: 9,7 % Stand: 31.12.2018
Postleitzahl: 75196
Vorwahl: 07232
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 5
75196 Remchingen
Webpräsenz: www.remchingen.de
Bürgermeister: Julia Wieland
Lage von Remchingen im Enzkreis
Blick auf Wilferdingen
Blick auf Nöttingen
Nöttinger Senke mit Autobahnbrücke

Remchingen ist eine Gemeinde im Enzkreis mit etwa 11.800 Einwohnern (Stand 2018).

Ortsgliederung

Remchingen besteht aus vier Teilorten:

Remchingen gehört dem Zweckverband für die Wasserversorgung des Hügellandes zwischen Alb und Pfinz an.

Geschichte

Die Gemeinde Remchingen wurde am 1. Januar 1973 durch Vereinigung der beiden Gemeinden Singen und Wilferdingen gebildet. Der Name der abgegangenen Siedlung Remchingen, in der es mit denn Herren von Remchingen einen eigenen Ortsadel gab, wurde zum Ortsnamen der neuen Gemeinde gewählt. Am 1. Januar 1975 wurde die Gemeinde Nöttingen nach Remchingen eingemeindet.

Das abgegangene Dorf Remchingen

Das Dorf Remchingen lag da, wo heute der Bahnhof von Wilferdingen steht, die Burg 500 m westlich davon in einem Wiesengelände in der Nähe des Waldrandes. Als 1860 die Eisenbahn gebaut wurde, stieß man an der Stelle des Bahnhofs, auf die Grundmauern der Kirche von Remchingen und dabei wurde auch der Kirchhof des Dorfes mit aufgedeckt.

Die Remchinger Kirche, sie wird schon 1295 erwähnt, war die Mutterkirche für die benachbarten Dörfer Wilferdingen, Singen und Kleinsteinbach. Je mehr sich Remchingen verkleinerte, desto weniger geschah für die Kirche und das Pfarrhaus, sodass beide baufällig wurden. In einem Bericht des Remchinger Pfarrers von 1725 heißt es: „Alles Fenster und Wände sind so durchlöchert, dass ich bisher zu nicht geringem Skandal der Vorbeireisenden und um mich etwas zu schützen, die Löcher mit Papier und Werg zu verkleiden und zu verstopfen genötigt worden bin“. Spätere Berichte lauten ähnlich. Um der Sache ein Ende zu machen, wurde die Pfarrei Remchingen 1785 aufgelöst und die Kirche samt Pfarrhaus abgebrochen. Die Kirchengeräte kamen nach Wilferdingen und Singen.

Wie die Kirche so war auch das Schulhaus von Remchingen für die umliegenden Orte zuständig. Nach einer Aufzeichnung 1737 musste Wilferdingen zum Heizen der Winterschule in Remchingen 2 Klafter, Singen ebenfalls 2 Klafter und Kleinsteinbach 1 Klafter Holz stellen. Die Schule wird 1737 als baufällig bezeichnet und scheint das selbe Schicksal gehabt zu haben wie Kirche und Pfarrhaus, also Ablösung und Zerfall.

Schon früher als das Dorf Remchingen war die Burg abgegangen. Hier war einst der Sitz der Herren von Remchingen, die durch Jahrhunderte hindurch eine ansehnliche Rolle in der unteren Markgrafenschaft gespielt haben. Mit Bertold und Konrad von Remchingen tritt das Geschlecht 1256 zuerst urkundlich auf. Sie trugen die Burg vom Stift Weißenburg, später von den Markgrafen von Baden zu Lehen.

Die Burg lag an der Stelle, wo die Pfinz das weite Tal zwischen Wilferdingen und Singen verlässt und in nordwestlicher Richtung zwischen den enger zusammenrückenden Höhen weiterfließt, auf dem linken Ufer. Seiner Lage im Wiesengrunde gemäß war Schloß Remchingen eine Wasserburg deren Graben von der Pfinz mit Wasser gespeist wurde. Der Name kommt in Urkunden mehrfach vor.

1692 wurde das Schloß von den Franzosen zerstört. Nur die Wirtschaftgebäude blieben damals stehen. Die ganze Anlage wurde nach dem im 18. Jahrhundert üblichen Brauch in eine Meierei umgewandelt. Das Geschlecht derer von Remchingen starb im 18. Jahrhundert aus. 1749 wurden die Schlossmauern vollends niedergerissen und die Steine zur Ausbesserung des Wirtschaftsgebäudes verwendet. Auch diese Gebäude zerfielen im 19. Jahrhundert. Ende des 19. Jahrhunders wurde in der Nähe des Bahnhofs Wilferdingen eine Gaststätte erbaut, die dann zur letzten Erinnerung an Dorf, Burg und Adelsgeschlecht Remchingen, den Namen Remchinger Hof erhielt.[1]

Der Lokalhistoriker W. Schulz geht selbst davon aus, dass das Dorf Remchingen schon im Spätmittelalter abgegangen war und nur noch die Burg, Kirche und einzelne Gehöfte vorhanden waren.[2] Darauf basierend glaubt der Historiker Rüdigier Stenzel, dass der Abgang in Verbindung mit dem Bau der Burg steht und die meisten Bewohner in die Ausbausiedlungen (z.B. Darmsbach, Mönchshofen, Vitzenloch) gezogen sind.[3]

Politik

Bürgermeister

Am 12. November 2017 wurde der seit 2010 amtierende Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon (CDU) mit 96,08 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt und trat daraufhin seine zweite Amtszeit an. Nachdem Prayon Landrat im Bodenseekreis wurde , legte er 2023 sein Amt als Bürgermeister nieder. Am 18. Juni 2023 wurde Julia Wieland im ersten Wahlgang zur neuen Bürgermeisterin gewählt. Sie setzte sich dabei gegen den Kämmerer der Stadt, Gerd Kunzmann, durch. Dieser, gegen den im Wahlkampf massive Vorwürfe durch die Bürgerliste erhoben wurden, verließ daraufhin die Gemeinde und wechselt zur Gemeindeprüfanstalt Baden-Württemberg [4].


Gemeinderat

Gemeinderat der Gemeinde Remchingen, Stand 2019
CDU 35,1 % Thomas Walch, Marianne Butz, Kurt Ebel, Dieter Walch, Hans Zachmann, Margot Bercher, Felix Casper, Christian Roser
Freie Wähler 19,7 % Martin Rothweiler, Sascha Rebmann, Felix Höckh, Markus Gartner
Die Grünen 16,4 % Katharina Kammerer, Klaus Fingerhut, Matteo Kammerer, Till Siegenthaler
BL 14,8 % Wolfgang Oechsle, Lorenz Praefcke, Ute Praefcke
SPD 14,0 % Andreas Beier, Edgar Kunzmann, Antje Hill

Jetzige und ehemalige Gemeinderatsmitglieder A-Z: siehe Kategorie:Gemeinderat (Remchingen) mit aktuell 36 Einträgen.

Wappen

Am 23. September 1976 hat der Gemeinderat von Remchingen beschlossen, das frühere Wappen von Wilferdingen als Remchinger Wappen weiterzunutzen.

Das Wappen zeigt auf rotem Grund zwei gekreuzte silberne Lilienstäbe, mittig in einem silbernen Herzschild eine rote Rose mit grünen Kelchblättern und blauen Samen.

Die Lilienstäbe und die Rose waren in allen Teilorten der Gemeinde vorhanden. Die Lilienstäbe gehen auf das Wappen der Herren von Remchingen (15. Jahrhundert) zurück und die Rose war früher in Wappen der Herren von Roßwag vorhanden, die im 14. Jahrhundert die Remchinger Gegend beherrschten.

Gemeindepartnerschaft

  • San Biagio Platani - Seit 1986 besteht die Partnerschaft mit der italienischen Gemeinde auf Sizilien in der Provinz Agrigento

Wirtschaft

Bestehende Unternehmen

Ehemalige Unternehmen

Gewerbegebiete

Verkehr

Der zwischen den Teilorten gelegene Bahnhof wird durch die Deutsche Bahn AG als Wilferdingen-Singen bezeichnet. Die Gemeinde Remchingen wünscht sich eine Umbenennung des Bahnhofs, der allerdings bisher an Kostenforderungen der Bahn scheiterte. Von Seiten der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) und des Karlsruher Verkehrsverbundes wird der Bahnhof allerdings Remchingen genannt. Dies führt zu der Kuriosität, dass im Bahnhof zweierlei Bahnhofsschilder aufgehängt sind: die von der Deutschen Bahn AG angebrachten tragen die Bezeichnung „Wilferdingen-Singen“, die von der AVG angebrachten die Bezeichnung „Remchingen" mit kleinerer Unterzeile „Wilferdingen-Singen“, was bei ortsfremden Reisenden immer wieder für Verwirrung sorgt.

Sehenswürdigkeiten

Alte Kirche in Wilferdingen
Christuskirche in Wilferdingen
Löwensaal in Nöttingen
Skulptur von Franz Bernhard in Wilferdingen

Wilferdingen

Singen

Nöttingen

  • Martinskirche
  • Im Ortskern von Nöttingen befinden sich zahlreiche historische Fachwerkhäuser.

Veranstaltungsorte

Museen

Freizeit

Vereine

Persönlichkeiten

Automatisch generierte Listen
aus semantischen Verknüpfungen
in den jeweiligen Personenartikeln.
Siehe auch Kategorie:Person (Remchingen) (109 Einträge)

Tätig in Remchingen

Ehrenbürger von Remchingen

Geboren in Remchingen

Gestorben in Remchingen

Straßen

[bearbeiten]

A
Adlerstraße, Ahornweg, Albstraße, Alemannenstraße, Am Eisengraben, Auerbachstraße
B
Bachstraße, Bahnhofstraße, Bahnstraße, Bei der Kirche, Benzstraße, Bergstraße, Beuthener Straße, Billäcker, Birkenweg, Blumenstraße, Breslauer Straße, Brunnhäldenweg, Buchwaldstraße, Buchwaldweg, Buchwaldwiesen, Burgunderstraße
D
Daimlerstraße, Dajasstraße, Danziger Ring, Darmsbacher Straße, Dieselstraße, Draisstraße, Dürerstraße, Durlacher Straße
E
Eichendorffstraße, Eichendorffweg, Eichwaldstraße, Eichwaldweg, Eisenbahnstraße, Ellmendinger Straße
F
Falkenstraße, Feldbergstraße, Feuerbachstraße, Finkenweg, Forststraße, Frankenstraße, Frauenwaldstraße, Friedenstraße, Friedrich-Ebert-Straße, Friedrichstraße, Friesenstraße
G
Gartenstraße, Germanenstraße, Gleiwitzer Straße, Goethering, Goethestraße, Gotenstraße, Grünewaldstraße
H
Haagstraße, Hans-Sachs-Straße, Hebelstraße, Herrensteg, Hildastraße, Höhenstraße, Hohensteinstraße, Hölderlinweg, Hubbele
I
Im Eschele, Im Gässle, Im Grund, Im Gründle, Im Hölderle, Im Kerr, Im Krügele, Im Teich, Im Weschental
J
Jahnstraße
K
Kämpfelbachstraße, Kantstraße, Kapellenstraße, Kappelwiesenweg, Karlsbader Straße, Karlstraße, Kelterstraße, Kelterweg, Keplerstraße, Kinzigstraße, Kirchstraße, Kleine Kirchstraße, Klosterweg, Königsbacher Straße, Kopernikusstraße, Krähenweg, Kronenstraße, Kutscherweg
L
Lailingstraße, Lammstraße, Landsberger Weg, Lautenschlägerstraße, Lessingstraße, Liegnitzer Straße, Lindenstraße, Lönsweg, Lukas-Moser-Weg, Lutherstraße
M
Marienburger Straße, Marktstraße, Markusstraße, Melanchthonstraße, Meilwiesenstraße, Mörikeweg, Mühlstraße, Murgstraße, Murrgasse, Mutschelbacher Straße
N
Neuwiesenstraße, Niemandsberg, Nöttinger Straße
P
Panoramastraße, Paul-Gerhardt-Straße, Pfarrgasse, Pfinzstraße, Pforzheimer Straße
R
Raiffeisenstraße, Reiherstraße, Remchinger Straße, Reutäckerstraße, Römerstraße, Roseggerstraße, Rückweg
S
Sachsenstraße, San-Biagio-Platani-Platz, Schauinslandstraße, Scheffelstraße, Schildwachstraße, Schillerstraße, Schollengasse, Schulstraße, Schwarzwaldstraße, Siedlung, Silcherstraße, Singener Straße, Sperlingshof, Steinäckerstraße, Stettiner Straße, Storchenstraße, Striesterweg
T
Tilsiter Straße, Traisweg, Tullastraße, Turnerstraße
U
Uferstraße, Uhlandstraße
V
Veilchenstraße, Vogt-Armbruster-Straße
W
Weidenweg, Weinbergstraße, Wiesenstraße, Wilferdinger Straße, Wilhelmstraße
Z
Zeisigweg, Zum Seebach, Zwischen den Wegen

Einzelnachweise

  1. Der Enz- und Pfinzgau, Karlsruhe 1925 (bearbeitet von R. Cölsch).
  2. W. Schulz: Geschichte von Singen. Singen 1969. S. 15.
  3. Rüdiger Stenzel: Abgegangene Siedlungen zwischen Rhein und Enz, Murg und Angelbach. In: Oberrheinische Studien. Bd. III. Fs. für G. Haselier. Bretten 1975. S. 96.
  4. Kämmerer Kunzmann verlässt Remchingen, Online-Artikel der Pforzheimer Zeitung vom 02.07.2023

Weblinks

 Commons: Remchingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien



Städte und Gemeinden (inklusive Stadtteile, Teilorte und Orte) im Enzkreis

Birkenfeld, Eisingen, Engelsbrand, Friolzheim, Heimsheim, Illingen, Ispringen, Kämpfelbach, Keltern, Kieselbronn, Knittlingen, Königsbach-Stein, Maulbronn, Mönsheim, Mühlacker, Neuenbürg, Neuhausen, Neulingen, Niefern-Öschelbronn, Ölbronn-Dürrn, Ötisheim, Remchingen, Sternenfels, Straubenhardt, Tiefenbronn, Wiernsheim, Wimsheim und Wurmberg bilden den Enzkreis.


Die Teilorte Wilferdingen, Singen, Nöttingen und Darmsbach bilden die Gemeinde Remchingen.