Wilhelm Becker

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Disambig-50px.png Dieser Artikel befasst sich mit Wilhelm Becker. Zu anderen Personen mit gleichem Nachname siehe Becker.

Wilhelm Becker

Wilhelm Becker (* 1883 in Altensteig, † 18. Februar 1956 in Pforzheim) war ein Schmuckfabrikant und 1945 für drei Monate kommissarischer Oberbürgermeister in Pforzheim.

Inhaltsverzeichnis

Leben vor 1945

Wilhelm Becker erlernt in der Pforzheimer Schmuckwarenfirma Ferdinand Wagner den Beruf des Kaufmanns und ist danach einige Zeit bei einer Karlsruher Nähmaschinenfabrik angestellt. Bereits als junger Mann baut er eine eigene Schmuckfirma in Pforzheim auf und unternimmt zahlreiche Auslandsreisen, auf denen er seine Sprachkenntnisse ausbauen kann. 1923 wird ein größeres Firmengebäude errichtet, das am 23. Februar 1945 beim Luftangriff auf Pforzheim zerstört wird.

Tätigkeit als kommissarischer Oberbürgermeister

Am 8. April 1945 nehmen französische Truppen die Pforzheimer Nordstadt ein. Die Militärverwaltung beginnt sofort mit der Suche nach einem Oberhaupt für eine provisorische Stadtverwaltung, doch findet sich zunächst kein Freiwilliger. Schließlich übernimmt am 12. April der sprachkundige und welterfahrene Wilhelm Becker, von vielen Mitbürgern dazu gedrängt, den Posten. Vom 18. April an, nach der vollständigen Einnahme Pforzheims, ist er für die ganze Stadt zuständig. Als provisorisches Rathaus dient seine Privatvilla auf der Wilferdinger Höhe.

In seiner Amtszeit gelingt es Wilhelm Becker, durch zähes Verhandeln Ansprüche und Forderungen der Besatzungsmacht in zahlreichen Fällen auf ein für die Pforzheimer Bevölkerung erträgliches Maß zu reduzieren. Eine besonders dramatische Situation ergibt sich Ende Mai, als bekannt wird, dass im Herbst 1944 25 in Pforzheim inhaftierte französische Resistance-Kämpfer im Hagenschieß erschossen und begraben worden waren. Die französische Militärregierung verlangt von Becker, eine Liste mit Pforzheimer Bürgern aufzustellen, die zur Vergeltung erschossen werden sollen, doch er setzt seinen eigenen Namen an die erste Stelle der Liste und fordert, er allein möge erschossen und alle anderen Pforzheimer verschont werden. Schließlich gelingt es ihm, der Militärregierung klarzumachen, dass die Pforzheimer Bevölkerung nicht für die Erschießung der 25 Franzosen verantwortlich war.

Entsprechend der zwischen den Alliierten vereinbarten Aufteilung Deutschlands in Besatzungszonen wird Pforzheim am 8. Juli der amerikanischen Zone angegliedert. Wilhelm Becker führt die provisorische Stadtverwaltung zunächst noch weiter und übergibt sein Amt am 23. Juli dann dem neu ernannten Oberbürgermeister Friedrich Katz.

Leben nach 1945

Nachdem er das Amt des kommissarischen Stadtoberhauptes abgegeben hat, baut Wilhelm Becker seine Schmuckfirma wieder auf. Nach kurzer Erkältungskrankheit stirbt er im Alter von 72 Jahren überraschend am 18. Februar 1956.

Ehrungen

Nach Wilhelm Becker ist in Pforzheim die Wilhelm-Becker-Straße auf der Wilferdinger Höhe benannt, die unmittelbar neben seiner ehemaligen Villa in die Wilferdinger Straße mündet.

Quellen


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