Kelten

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Als Kelten (lateinisch celtae, galli, griechisch keltoi, galatai – die Tapferen, die Edlen) werden seit der Antike Volksgruppen der Eisenzeit bezeichnet.

Je nach Sichtweise werden entweder Siedlungsgemeinschaften mit einer ähnlichen materiellen Kultur, oder eine mittel- und westeuropäische Sprachengemeinschaft mit Merkmalen der Indogermanische Sprache so genannt.

Die Keltischen Kulturen werden grob unterteilt nach der Hallstatt-Kultur ( etwa 650 bis 475 vor Christus) und der La-Tène-Kultur (etwa 475 bis 50 vor Christus. Die Namen leiten sich von zwei Fundorten, bei Hallstatt am Hallstätter See in Österreich und bei La Tène am Neuenburgersee in der Westschweiz ab. Dort wurden jeweils Mitte des 19. Jahrhunderts große Funde gemacht.

Auch im Gebiet des Stadtwikis Pforzheim-Enz sind zahlreiche Spuren der keltischer Kulturen zu finden.

Inhaltsverzeichnis

Birkenfeld

Etwa 3,5 km nordöstlich von Neuenbürg bei Birkenfeld wurden 1946 und 1961 insgesamt fünf keltische Gräber entdeckt. Sie stammen aus der sogenannten Frühlatènezeit (5./4. Jh. vor Christus).

Die Körpergräber mit teilweise erhaltenen Skeletten waren etwa Nord-Süd ausgerichtet. In den drei Männergräber wurden eiserne Schwerter und eine Lanzenspitze, sowie Reste vom Schwertgürtel gefunden. Die Frauengräber waren ebenfalls mit Schmuckbeigaben wie, eine Fibel (Gewandspange) mit Koralleneinlagen, Keramik und Spinnwirtel aus Ton versehen.

Calw

Am Rudersberg gibt es zahlreich Funde aus keltischer und alemanischer Zeit.

Stammheim

1931 wurde am westlichen Ende von Stammheim im Gewann Mühläcker ein frühkeltisches Grab angeschnitten, das einige Beigaben aus Bronze enthielt. Ein Leibring (Gürtel), eine Halsring, ein einfacher Armring, zwei Armringe mit Ösen, zwei Fußringe, ein Teil einer Paukenfibel (Gewandspange) und zwei Nadelköpfe wurden in dem Grab gefunden. Vermutlich ein Grab einer wohlhabenden Frau aus der Hallstattzeit.

1948 wurde etwa 120 Meter weiter eine keltische Steinfigur ausgebaggert. Sie ist im Württembergischen Landesmuseum in Stuttgart ausgestellt.

Ein bronzener Knotenarmring aus keltische Zeit (4. Jh. v. Chr.) wurde im Flur Gänsäcker in einem alemannischen Frauengrab aus dem frühen Mittelalter (7. Jh.) gefunden.

Kämpfelbach

Aus der Hallstattperiode (etwa 900–500 v.Chr.)sind im Gewann Rainwald, Ernstenfeld, Kühlloch und Bernel Grabhügel zu finden.

Mühlacker

Im Heidenwäldle, etwa 2 km nord-östlich von Mühlacker wurde 1964 bis 1967 ein Grabhügelfeld mit 12 Hügeln untersucht. Es gibt eine Konzentration von keltischen Grabhügelgruppen im Raum Mühlacker/Lienzingen/Illingen, was auf einen Siedlungsschwerpunkt in frühkeltischer Zeit hindeutet.

Die Funde aus den Gräbern sind im Württembergischen Landesmuseum in Stuttgart untergebracht. Fast alle der Hügel sind heute überbaut. Aus der Endphase der sogenannten Hallstattzeit stammt auch ein Frauengrab mit Trachtzubehör und reichlich Schmuckgegenständen. Das Skelett lag etwa 1,4 m unter der Oberfläche, in Nord-Süd-Richtung.

Nagold

Der Krautbühl in Nagold
Schild am Krautbühl in Nagold

In Nagold gibt es einen Grabhügel aus frühkeltischer Zeit, den Krautbühl oder Heidebühl. An der Nagold, nahe beim Uferparkplatz ist der heute noch 4,5 Meter hohe Hügel, mit 50 Meter Durchmesser nicht zu übersehen.

Der Name Krautbühl kommt von den 14 Kräutergärten ab, die bis 1986 auf dem Hügel angelegt waren.

1979 wurde eine ehemalige Hügelflussumgrenzung in Form eines Trockenmäuerchens gefunden und freigelegt. Im 19. Jahrhundert wurden schon römische Scherben in der Hügelschüttung gefunden, aber keine Hinweise darauf, daß der Hügel etwa 700 Jahre älter ist.

1899 wurde eine aus Steinplatten errichtete Grabkammer im oberen Bereich des Krautbühls,ohne Inhalt gefunden.

Der Archäologen Oscar Paret untersuchte den Hügel 1925 und fand drei weitere Gräber dieser Art. In einem wurde ein Messer, und ein kleiner Bronzering am Schädel gefunden.

Etwa 1938 wurde ein inzwischen verschollenes verrostetes Eisenschwert, unter einer großen Steinplatte mit Öffnung darunter, gefunden.

1950 wurde ein weiteres Grab entdeckt. Daraus wurde ein Schädel entnommen, der Sarg blieb an Ort und Stelle.

Vermutlich sind diese Gräber aus der Merowingerzeit (etwa 7 Jahrhundert nach Christus.)

Im Zeitraum November 2000 bis Februar 2001 wurden umfangreiche geophysikalische Messungen auf dem Krautbühl durchgeführt und in ihrer archäologischen Bedeutung interpretiert.

Auf eine Ausgrabung wird zu Gunsten des Erhalts verzichtet.

Neuenbürg

Der Nachbau eines keltischen Rennofens beim Frisch-Glück-Stollen am Spectaculum-Ferrum-Pfad in Neuenbürg
Der Nachbau eines keltischen Rennofens nach einem Brandtest am Spectaculum-Ferrum-Pfad

Auf dem Neuenbürger Schlossberg bestand vom 5. bis 3. Jahrhundert vor Christus eine befestigte keltische Höhensiedlung.

Vermutlich waren die Erzvorkommen der Grund für die Siedlung hier, der Abbau und die Verhüttung von Eisenerz sind hier nachgewiesen.

Auf einem Gartengrundstück am Schlossberg entdeckte 1929 der Studiendirektor Dr. Emil Feiler Funde aus der Latènezeit. Bis 1938 untersuchte er weitere Grundstücken an der West- und Südseite des Berges. Eine Menge Keramik- und Metallfunde der Frühlatènezeit (ca. 450-300 v. Chr.) neben wenigen älteren und jüngeren Funden waren das Ergebnis. Er entdeckte ein Depot mit zwei Meißeln und zwei Sensen. Einzelne andere Eisengeräte wie Hammer, Amboss, Schlüssel und Pflugscharen zählen zu den Funden.

Am Schnaizteich bei Waldrennach wurden zwölf keltische Rennöfen gefunden und ausgegraben. 2004 wurde eine Rekonstruktion eines keltischen Rennofens hergestellt und untersucht. Die Öfen von Waldrennach zählen nördlich der Alpen zu den ältesten Eisenschmelzöfen die gefunden wurden. Die Öfen sind einzigartig gut erhalten.

Auffallend ist die regelmäßige Anordnung der Öfen in einer Reihe, was auf den gleichzeitigen Betrieb mit hohem Organisationsgrad schließen lässt.

Auch die Funde aus den Bediengruben der Rennöfen sind interessant und umfangreich.

Ölbronn-Dürrn

In Ölbronn-Dürrn ist durch zahlreiche Grabhügel im Erlenbachtal und Mühlau eine verhältnismäßig dichte Besiedlung aus der Hallstattzeit und der Latenezeit nach zu weisen.

Pforzheim

Im 19. Jahrhundert wurde bei Pforzheim kleines Bronzefigürchen gefunden, das ein Pferd darstellt. Der genaue Fundort ist nicht bekannt.

Das Pferdchen wird stilistisch in die frühkeltische Zeit (6. bis 4. Jahrhundert vor Christus) datiert. Pferde spielten in der keltischen Mythologie eine wichtige Rolle und wurden häufig künstlerisch dargestellt.

Undefinierte Funde bei Grabungen vor Jahren auf dem Rathausplatz und Hinweise auf Holzbauten auf der Baustelle der neuen Alfons-Kern-Schule in der Zehnthofstraße legen die Vermutung nahe, daß auch Pforzheim von den Kelten besiedelt war.

siehe auch

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