Feier mit! 20 Jahre Pfenz!
Jubiläumsfeier am Montag 18.5. 18:30 und Samstag 23.5. 14:00
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Die erste schriftliche Erwähnung "Portus", auf einem römischen [[Leugenstein]] (1934 gefunden bei [[Friolzheim]]), geht auf das Jahr 245 nach Christus zurück. |
Die erste schriftliche Erwähnung "Portus", auf einem römischen [[Leugenstein]] (1934 gefunden bei [[Friolzheim]]), geht auf das Jahr 245 nach Christus zurück. |
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== Berichte um und über Alt-Pforzheim == |
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Eine erste ’Beschreibung der Stadt Pforzheim mit besonderer Beziehung auf das physische Wohl ihrer Bewohner’ hat vor rund 200 Jahren Dr. [[Johann Christian Roller]], Großherzogl. Badischer Physikus in Pforzheim, veröffentlicht. |
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Damals war [[Pforzheim]] eine kleine Landstadt und zählte gerade einmal 5062 Einwohner. Der Stadtkern war umgeben mit Ringmauern, Zwinger, Gräben und drei Vorstädten, in welche man durch 3 Tore kam, die Brötzinger Vorstadt, die Au und die Altenstadt. Ein viertes Tor, das Schlosstor, nach Norden, diente nicht mehr zu gewöhnlichen Durchfahrt. Die Flüsse Enz, Nagold und Würm trieben in und bei Pforzheim 50 Räder an, die wiederum Eisen- und Kupferhämmer, Mehl-, Öl-, Loh-, Gips- und Walkmühlen in Bewegung setzten, auch solche für die große Tuchfabrik, für die Bleiche, für Strumpfwebereien und Betriebe von zur Bereitung von Überleder und Hanfreiben. Die Gewässer wurden auch von Färbereien und Gerbereien benutzt. Auf den 3 Flüssen ein beträchtlicher Holzhandel betrieben, außer Nutzholz wurden jährlich über 30.000 Klafter Brennholz durchgeflößt. Ferner diente das Flusswasser zur Reinigung eines Teils der Straßen der Stadt. Ihr Schaden bestand in Überschwemmungen und Eisgängen; die Anwohner mussten oft ihre unteren Stockwerke verlassen, ihr Vieh aus den Ställen treiben. Das in den Kellern zurückbleibende Wasser machte diese Häuser feucht. Unangenehm wurde der stärkere Luftzug m fließenden Wasser empfunden und Brustkrankheiten und Rheumatismus damit in Beziehung gebracht, |
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Die Straßen der Stadt waren oft mehr oder weniger eng und daher öfters feucht und kalt. Die meisten Häuser waren von Holz, nahe zusammengebaut und hoch gegiebelt. Die meisten Dächer hatten ihre Traufen gegen die Straße ohne Rinnen und Kanäle. Bei starkem Regen ergoss sich das Wasser oft von zwei Dächern zusammen als richtiger Strom auf die Gasse. |
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Die Stuben in diesen Wohngebäuden waren fast alle klein und niedrig. Oft war die Handwerkstätte in der gleichen Stube, vielfach auch die Schlafstellen. Die schädlichste Art |
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Zu schlafen war, dass die Betten im Raum wie eine Etage angebracht waren, um den unteren Raum zu gewinnen. Dadurch war während der ganzen Schlafenszeit daselbst verbrauchte Luft. Die Dienstboten hatten ihre Betten “gerade unterm Dach“, deshalb wurde für diese für denn Fall von Erkrankungen ein Krankenhaus als notwendig bezeichnet. |
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Die Zimmer waren meist zu stark geheizt, dazu kam noch als ungesund der Dampf vom Kochen, Wäschewaschen, Öl- und Lichterdampf. Neben, oft in den Wohngebäuden befanden sich die Stallungen, deren Geruch die Häuser bis in die obersten Gipfel anfüllte. In vielen Straßen waren Düngehaufen anzutreffen, der Abfluss davon sichtbar. |
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Was über die Aborte gesagt wird, ist erschütternd: sie gingen oft in die Zwischenräume zwischen de alten Häusern, die sogenannten Winkel, neben dem Abfluss der Küche, ohne jede Vertiefung oder Einfassung; von da flößte der Regen alles in die Gasse. Andere hatten in den kleinen Höfen sogenannte Strohklosetts oder solche mit Senklöchern, „da wir keine unterirdischen Kanäle haben“. Beim Entleeren wurden die mit Sandstein gepflasterten Straßen(?) stark verunreinigt. Zweimal wöchentlich wurden sie gereinigt, wobei dies fast unnötig war, denn durch die Abflüsse kamen ständig neue Verschmutzungen. |
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Auf dem Marktplatz wurde der zusammengekehrte Unrat oft einfach liegen gelassen, das täglich auf die Weide getriebene Vieh, das sich lange auf dem Marktlatz aufhalten musste, verunreinigte diesen ständig, weil nicht gekehrt wurde. Das von den Brunnen abfließende Wasser bildete im Winter in und neben den Straßenrinnen Eismassen, wodurch die Gassen beim Auftauen zusätzlich unsauber und feucht wurden. Der Schnee wurde nicht abgefahren. Bei den Gerbereien und Seifensiedereien waren ungute Ausdünstungen. In der Stadt waren wenige Gäste anzutreffen. Alle Gebäude waren „von Menschen angefüllt“. Hier schreibt Roller, sollte auch für die Erhaltung der Gesundheit und ein Haupterfordernis dieser, Reinlichkeit, gesorgt werden, man sollte durch die Stadt ein- bis zweimal wöchentlich fließendes Wasser leiten. Die Stadt habe besonders wegen der Seuchen den üblen Ruf eines ungesunden Ortes. |
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Zur Wasserversorgung ist berichtet, dass das Wasser teils aus Rohrbrunnen, teils aus Pumpbrunnen geholt wurde. Manche benützen auch das Wasser aus den Flüssen als Trinkwasser. |
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Es gab 6 öffentliche und 7 private Brunnen und insgesamt 4 Wasserleitungen, die Stadtbrunnenleitung mit Quelle im Würmtal bei Würm, Verunreinigungen und Trübungen ausgesetzt, den Schlossbrunnen mit Wasser aus einer Quelle nördlich der Stadt, über Brötzingen hergeleitet, den St. Georgenbrunnen oberhalb der Au, der besonders gutes und auch heilkräftiges Wasser lieferte, und die „ehemalige Schlossbrunnenleitung“, die ihr Wasser aus der Enz bekam. Die Entnahmestelle für das Enzwasser war zuletzt an der württembergischen Grenze. Außerdem gab es über 30 Pumpbrunnen. |
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Das Wasser der Enz wurde als ganz rein bezeichnet, das der Nagold und Würm aber nicht. |
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Johann Christian Roller geboren [[1773]] erkrankte [[1814]] an Typhus und verstarb daran im selben Jahr. |
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Auszug aus dem Buch "Volksgesundheit im Raume Pforzheim" von Oswald Geissler |
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== Geographie == |
== Geographie == |
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Version vom 6. Februar 2010, 19:00 Uhr


Pforzheim ist eine Großstadt in Baden-Württemberg zwischen Karlsruhe und Stuttgart, an der A8 gelegen. Die Stadt ist Mittelpunkt der Enzregion und Sitz des Enzkreises, wobei Pforzheim selbst kreisfrei ist. Pforzheim gehört zur Region Nordschwarzwald, deren Oberzentrum es ist, und zum Regierungsbezirk Karlsruhe. Das Stadtgebiet ist fast vollständig vom Enzkreis umschlossen, nur im Süden grenzt es auf kurzer Strecke an den Landkreis Calw.
Das Stadtgebiet von Pforzheim beträgt 98,03 km² in einer Höhe von 273 m über Normalnull (ü.NN) in der Stadtmitte. Die Stadt besteht aus 16 Stadtteilen. Der derzeitige Oberbürgermeister ist Gert Hager.
Bekannt ist Pforzheim für seine Goldschmiedetradition, daher kommt auch der Beiname Goldstadt.
Name
Der Name Pforzheim leitet sich vom lateinischen Portus (= Hafen) ab. Hiermit beschrieben die römischen Siedler den Startpunkt für eine Binnenschiffahrt zum Neckar nahe der Furt, welche auf der Höhe des heutigen Klinikum Pforzheim durch die Enz verlief. Heute erinnert eine Nachbildung der Trasse mit einer Gedenktafel an diesen Zusammenhang.
Die erste schriftliche Erwähnung "Portus", auf einem römischen Leugenstein (1934 gefunden bei Friolzheim), geht auf das Jahr 245 nach Christus zurück.
Geographie
Stadtbild

Leider sind aufgrund starker Zerstörung durch den Luftangriff auf Pforzheim am 23. Februar 1945 nur sehr wenige Vorkriegsbauten erhalten. Zwar fehlt Pforzheim deshalb das typische Flair einer Altstadt, dafür aber ist insbesondere durch die Modernisierungsmaßnahmen der letzten Jahre ein bemerkenswert schöner moderner Stadtkern entstanden, der sich auszeichnet durch weiträumige, sauber gepflasterte Straßenzüge und Platzlandschaften, harmonische und großzügige moderne Bauten wie das Kongresszentrum mit dem Parkhotel, das Theater, die Stadtbibliothek Pforzheim, die Kirchen und die Kaufhäuser der Karl-Friedrich-Straße sowie die Lage am Zusammenfluss von Enz und Nagold mit vielen Brücken und von Trauerweiden umsäumten Uferpromenaden. Die Innenstadt ist bei Nacht an vielen Stellen vielfarbig illuminiert. Auch die 2005 eröffnete Schlössle-Galerie ist mit ihrem Dachgarten ein modernes Highlight. Die kurze Zeit später eingeweihten Schmuckwelten ist ein Vorzeigeprojekt der renommierten Schmuckindustrie und zieht Besucher aus Nah und Fern an.
Dies alles gibt der Stadt heutzutage ein freundliches und trotz ihrer bescheidenen Größe nahezu metropolenhaftes Flair, so dass sie trotz ihrer verlorenen historischen Bausubstanz alles andere als eine triste Neubauwüste ist.
Naturraum
Pforzheim liegt im Nordschwarzwald, am Übergang zum Kraichgau, an der Mündung der Flüsse Nagold und Würm in die Enz.
Einwohner
Pforzheim ist die achtgrößte Stadt Baden-Württembergs und unter den hundert größten Städten Deutschlands auf Platz 66. Erstmals wurde Pforzheim 1975 durch die Eingliederung mehrerer Gemeinden zur Großstadt.
- Einwohnerzahl 1812 5.301
- Eiwohneerzahl 1825 6.025
- Einwohnerzahl 1830 6.284
- Einwohnerzahl 1852 9.152
- Einwohnerzahl 1855 10.711
- Einwohnerzahl 1861 13.854
- Einwohnerzahl 1875 23.692
- Einwohnerzahl 1900 43.373
- Einwohnerzahl 1905 59.389
- Einwohnerzahl 1910 69.082
- Einwohnerzahl 1933 79.786
- Einwohnerzahl 1945 42.226
- Nach der Volkszählung vom 13. September 1950 betrug die Einwohnerzahl 54.143.
- Nach einer Volkszählung vom 25. Mai 1987 betrug die Einwohnerzahl 106.530.
- Am 31. Dezember 1990 werden 112.944 Einwohner verzeichnet.
- Am 31. Dezember 1995 betrug die Einwohnerzahl 118.763.
- Am 31. Dezember 2001 wurde ein Rückgang verzeichnet und die Einwohnerzahl betrug 118.002.
- Am 31. Dezember 2005 der Trend der vorherigen Jahre setzte sich fort, die Einwohnerzahl sank auf 115.647.
- Am 31. Dezember 2008 ist die Einwohnerzahl wieder leicht auf 119.839 angewachsen.
Stadtgliederung
siehe Stadtteil (Pforzheim), Gewerbegebiet, Stadtverwaltung, Stadtplan
Telefonvorwahl
Die Telefonanschlüsse im Stadtgebiet von Pforzheim gehören zum größten Teil zum Ortsnetz Pforzheim mit der Vorwahl 07231. Einzige Ausnahme ist der Stadtteil Hohenwart, der an das Ortsnetz Tiefenbronn mit der Vorwahl 07234 angeschlossen ist.
Partnerstädte
- Gernika-Lumo, Autonome Gemeinschaft Baskenland in Spanien, seit 1989
- St. Maur des Fossés (Frankreich), seit 1989
- Vicenza (Italien), seit 1991
- Irkutsk (Russland), seit 2007
- Tschenstochau (Polen), seit 2007
- Nevşehir (Türkei), seit 2007
- Komitat Györ-Moson-Sopron (Ungarn), seit 2007
Siehe auch: Partnerstadt
Offiziell befreundete Städte und Kreise
- Osijek (Kroatien)
Museen

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Berühmte Söhne und Töchter der Stadt

- Johann Christian Roller (Großherzogl. Badischer Physikus in Pforzheim. Vater von...)
- Christian Friedrich Wilhelm Roller (Der Psychiater war der erste Direktor der Heil- und Pflegeanstalt in Illenau bei Achern)
- Bertha Benz (Automobilpionierin)
- Johannes Reuchlin (Hebräist und Humanist)
- Emil Strauß (Schriftsteller)
- Auguste Supper (Schriftstellerin)
- Richard Ziegler (Maler und Grafiker)
- Ludwig Auerbach (Heimatdichter)
- Heinrich Wieland (Nobelpreis Chemie)
- Laura Perls berühmte Psychotherapeutin und Begründerin der Gestalttherapie, zusammen mit ihrem Mann Fritz Perls
Träger der Bürgermedaille der Stadt Pforzheim
- Dieter Fornell
Wirtschaft
Bekannt ist Pforzheim nicht nur für seine Schmuck- und Uhrenindustrie, sondern auch durch den Versandhandel. Gleich drei große Versandhäuser haben ihren Sitz in Pforzheim: Bader, Klingel und Wenz.
Aktuelles:
Pforzheim hat 2009 die höchste Arbeitslosigkeit in Baden-Württemberg mit über 10 Prozent. V.a. die Wirtschaftskrise und die Flaute in den Zuliefererbetrieben im Metallbereich machen Pforzheims Wirtschaft zu schaffen.
siehe auch
- Ehrenbürger
- Medien
- Literatur zu Pforzheim
- Pforzheimer Autoren
- Vereine und andere Gruppen
- Kirchengebäude
- Gastronomie
- Nachtleben
- Jugend
- Bildersammlung zur Stadt
- Luftangriff auf Pforzheim
Wappen

Das heutige Wappen der Stadt Pforzheim zeigt in gespaltenem Schild vorn in Gold einen roten Schrägbalken, hinten ist es in Rot, Silber, Blau und Gold geteilt. Während die beiden Schrägbalken seit dem 13. Jahrhundert bestehen, das eindeutige Symbol der Markgrafen von Baden, rätseln Wappenkundler bis heute über die Bedeutung der vier Balken im rechten Teil des Wappens: möglicherweise wurden Rot und Gold nochmals als badische Farben aufgegriffen, während Blau und Weiß als Farben der Wittelsbacher interpretiert werden könnten. Zu der Zeit als das aktuelle Wappen erstmals auftauchte, 1489, war die Stadt an die Pfalz verpfändet, die wiederum von den Wittelsbachern regiert wurde. Eine andere Theorie besagt, dass Pforzheim im Zuge der von Markgraf Christoph eingeleiteten Reformen - er erließ zahlreiche Ordnungen für die Städte seines Territoriums - ein neues Wappen erhielt. Bis dahin führten Baden-Baden und Pforzheim das gleiche Wappen; dadurch könnten die Farben der Pforzheimer Schützen Eingang in das städtische Wappen gefunden haben oder auch die Farben der Grafschaft Sponheim, die zu Baden gehört hatte. Beides sind wenig wahrscheinliche Theorien, doch lassen sie sich angesichts der dürftigen Quellenlage genauso wenig wider- wie belegen.
Weblinks
- Offizielle Webpräsenz „Pforzheim”
- [[1]]Aktuelles Magazin der WSP mit dem Neomedia-Verlag, 2008, Kurzporträt versch. Bereiche von Pforzheim (Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft)
- Wikipedia zum Thema „Pforzheim”
- Das Stadtwiki Karlsruhe zum Thema „Pforzheim”
Au, Brötzingen, Buckenberg, Büchenbronn, Dillweißenstein, Eutingen, Hohenwart, Huchenfeld, Innenstadt, Nordstadt, Oststadt, Südoststadt, Südweststadt, Weststadt und Würm bilden zusammen die Stadt Pforzheim.
