Zur Anmeldung als Teilnehmer bitte E-Mail mit Nennung des gewünschten Benutzernamens an: vorstand@pfenz.net

Villa rustica Altes Schloss

Von Stadtwiki

Wechseln zu: Navigation, Suche
ungefähre Lage und Umrisse der Villa rustica Altes Schloss am Mittelsberg

Die Villa rustica Altes Schloss (Villa rustica Mittelsberg/Brötzingen, oft nur "Altes Schloss") ist eine Villa rustica beim Pforzheimer Stadtteil Arlinger zu Brötzingen.

Entstehung und Aufbau

Man vermutet eine Bewohnung der Ville von um 90 n. Chr. bis zum Limesfall von 263. Der Gutshof befand sich an der Heerstraße von Baden-Baden nach Canstatt. Ebenfalls am Mittelsberg befindet sich ein Straßendamm sowie eine Nachbildung einer Furt über die Enz (Römerstraße).

Insgesamt ist die Villa circa 1 Hektar groß. Die Umfassungsmauer wurde trapezförmig angelegt und ist 81 + 91 + 95 + 147 Meter lang. Innerhalb der Umfassungsmauer sind drei Gebäude und ein Badehaus dokumentiert.

Ausgrabung und Funde

Die Villa rustica wurde im Juli 1882 vom Pforzheimer Architekten Alfred Waag (1845-1890) bei Ausgrabungen am Bau der Dietlinger Straße entdeckt. Dabei stieß er zunächst auf das Badehaus. Neben Kleinfunden wie Tonscherben, Waffen oder Schmuck fand man ein Sandstein-Relief, welche die römische Göttin Fortuna darstellen soll.

Diesbezüglich schrieb 1882 der "Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit":

"Karlsruhe, 22. Juni. In der Nähe von Brötzingen bei Pforzheim ist man im Waldabhang an der neuen Straße gegen Dietlingen in der letzten Woche auf einen Komplex römischer Mauerreste gestoßen, welche genauerer Untersuchung entgegengehen. In dem Schutt eines kleinen, viereckigen, mit starken Mauern umgebenen Gelasses fand sich das 52 cm hohe und 26 cm breite Sandstein-Relief einer weiblichen Gewandfigur umgestürzt und in zwei Stücke zerbrochen. Die Figut, welche als Fortuna anzusehen sein wird, sitzt auf einem Throne und hält in der Linken ein Füllhorn, während sie die Rechte auf ein Steuerruder stützt, vor welches ein Rad gesetzt zu sein scheint. An dem mit einem beiderseits herabhängenden Schleier bedeckten Haupte ist leider das Gesicht abgeschlagen. Das Relief ist von der Gemeinde Brötzingen der großen Alterthumshalle als Geschenk übergeben worden."

In Brötzingen fand man bereits zuvor römische Reliefe. Bis 1818 waren drei römische Götterreliefe in der Brötzinger Kirche eingemauert und schon 1753 wurde in der Nähe beim Hammerwerk ein römischer Inschriftenstein entdeckt.

Lage und Zustand

OpenStreetMap
Karte anzeigen

Der Gutshof befindet sich am Waldabhang des Mittelsbergs beim Arlinger. Nach den Grabungen beschloss man, die Villa nicht zu erhalten, sondern wieder zuzuschütten. Umrisse sind heute noch zuerkennen.

Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Themenportale
Unterstützt von
Werkzeuge