Heinrich Wieland

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Heinrich Wieland

Geheimrat Prof. Dr. Heinrich Wieland (* 4. Juni 1877 in Pforzheim, † 5. August 1957 in Starnberg) war ein international renommierter Chemiker, der 1928 den Nobelpreis für Chemie des Jahres 1927 für seine Forschung über die Zusammensetzung der Gallensäure erhielt. Er ist wohl der berühmteste ehemalige Schüler des Reuchlin-Gymnasiums und schloss die Abiturprüfung im Juli 1896 am damaligen "Großherzoglichen Gymnasium" als Zweitbester seines Jahrganges ab. Er studierte dann Chemie in München, Berlin und Stuttgart. Seine Eltern waren der Chemiker und Scheideanstaltinhaber Dr. Theodor Wieland und Frau Elise Blum.

Während des Ersten Weltkriegs muss er am Berliner Kaiser-Wilhelm-Institut arbeiten, ansonsten ist er als Professor zuerst in Freiburg, dann in München tätig, wo er 1901 promoviert hatte. Sein Spezialgebiet wird die Erforschung der Gallensäuren und die Dehydrierungstheorie.

Ab 1939 finden einige sogenannte „Halbjuden“, d.h. Kinder aus Ehen christlicher und jüdischer Eltern, als „Gäste des Geheimrates“ Aufnahme in seinen Arbeitskreis. Darunter ist auch Hans Conrad Leipelt, der zur Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ gehört und zu dessen Entlastung er 1944 vor dem Volksgerichtshof in Donauwörth aussagt und ein positives Leumundszeugnis abgibt. Schon 1943 sorgte er nach der Verhaftung der Mitglieder der „Weißen Rose“ für Rechtsanwälte und organisiert Geld- und Sachspenden, um die Familien der Inhaftierten zu unterstützen. Rund 25 Betroffene der NS-Verordnungen gegen "rassisch Verfolgte" fanden Zuflucht und Beschäftigung in seinem Labor.

Nach dem Krieg baute er das zestörte Institut wieder auf und übergab es erst 1952 in hohem Alter an seinen Nachfolger Rolf Huisgen.

Seit 1908 war er verheiratet mit Josephine, geb. Bartmann, mit der er vier Kinder hatte. Er liebte das Bergsteigen und Klavierspielen.

Er war Mitglied des Ordens Pour le mérite (1952), des Otto-Hahn-Preises und Träger des Bundesverdienstkreuzes.

Nach ihm sind in Pforzheim die Heinrich-Wieland-Allee und die Heinrich-Wieland-Schule benannt.

Literatur

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