Feier mit! 20 Jahre Pfenz!
Jubiläumsfeier am Montag 18.5. 18:30 und Samstag 23.5. 14:00
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Johann Adam Benckiser (* [[1708]]; † [[1763]]) |
Johann Adam Benckiser (* [[1708]]; † [[1763]]) war Holzhändler und Klosterwirt in [[Bad Herrenalb]]. In den [[1740er|1740ern]] wurde er Generalunternehmer für Scheiterholz der [[Markgrafschaft Baden]]. [[1755]] kauft er zusammen mit Christoph Friedrich Lidell das Eisenhammerwerk in Pforzheim. Sein Sohn Christoph Friedrich Benckiser (* [[1740]]) leitet die Firma bis zu seinem Tode († [[1805]]). Danach übernehmen seine beiden Söhne, Christoph Eberhard (* [[1779]]) und Johann Adam Benckiser (* [[1782]]) die Firma, die bis dahin ''Bergwerk Pforzheim'' geheißen hatte und nun den Namen ''Gebrüder Benckiser, Eisenwerk Pforzheim'' führte. Der erstgenannte Sohn leitet die Firma bis zu seinem Tod |
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(† [[1855]]), der zweitgenannte Sohn scheidet aus dem Betrieb aus und gründet [[1816]] eine Schmuckfabrik und übernimmt [[1823]] eine kleine chemische Fabrik (Salmiakhütte) in der [[Bleichstraße]]. [[1858]] erfolgte der Umzug dieses Unternehmens nach Ludwigshafen<ref>[http://www.reckittbenckiser.de/de/about/struktur_deutschland.asp Reckitt Benckiser in Deutschland]</ref> welches heute noch als Drogerieartikelunternehmen unter dem Namen "Reckitt Benckiser" existiert. |
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[[1811]] kommt das Eisenwerk in den Alleinbesitz von Christoph Eberhard Benckiser, er vererbt es an seine beiden Söhne Moritz und August Benckiser. Moritz scheidet nach wenigen Jahren aus und August baut das Werk an der [[Westliche Karl-Friedrich-Straße|Westlichen Karl-Friedrich-Straße]] Ecke [[Belfortstraße]] durch zahlreiche Eisenbrückenkonstruktionen und |
[[1811]] kommt das Eisenwerk in den Alleinbesitz von Christoph Eberhard Benckiser, er vererbt es an seine beiden Söhne Moritz (* [[1816]]) und August Theodor Benckiser (* [[1820]]). Moritz erblindet und scheidet nach wenigen Jahren aus und August Benckiser baut das Werk an der [[Westliche Karl-Friedrich-Straße|Westlichen Karl-Friedrich-Straße]] Ecke [[Belfortstraße]] durch zahlreiche Eisenbrückenkonstruktionen und Wasserleitungsanlagen zu einem weltbekannten Unternehmen aus. Nach dem Tod von August Theodor († [[1894]] übernimmt sein Sohn August Benckiser (* [[1863]]; [[† [[1925]]) die unter der Konkurrenz der großen Werke im Ruhrgebiet leidende Firma und verkauft diese [[1910]] an Theodor Pitzmann und August Pfeiffer, die sich neben Maschinenbau auf Wasserleitungsbau konzentrieren. |
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Um [[1870]] war der spätere Automobilpionier [[Carl Benz]] für zwei Jahre als Brückenkonstrukteur bei Gebr. Benckiser in Pforzheim tätig. In dieser Zeit lernte er auch seine spätere Ehefrau [[Bertha Benz|Bertha Ringer]] kennen. |
Um [[1870]] war der spätere Automobilpionier [[Carl Benz]] für zwei Jahre als Brückenkonstrukteur bei Gebr. Benckiser in Pforzheim tätig. In dieser Zeit lernte er auch seine spätere Ehefrau [[Bertha Benz|Bertha Ringer]] kennen. |
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Version vom 7. April 2015, 18:58 Uhr

Die Familie Benckiser war eine Pforzheimer Unternehmerfamilie. Die Villa Benckiser wurde früher von der Familie bewohnt und trägt ihren Namen.
Familie und Unternehmen
Johann Adam Benckiser (* 1708; † 1763) war Holzhändler und Klosterwirt in Bad Herrenalb. In den 1740ern wurde er Generalunternehmer für Scheiterholz der Markgrafschaft Baden. 1755 kauft er zusammen mit Christoph Friedrich Lidell das Eisenhammerwerk in Pforzheim. Sein Sohn Christoph Friedrich Benckiser (* 1740) leitet die Firma bis zu seinem Tode († 1805). Danach übernehmen seine beiden Söhne, Christoph Eberhard (* 1779) und Johann Adam Benckiser (* 1782) die Firma, die bis dahin Bergwerk Pforzheim geheißen hatte und nun den Namen Gebrüder Benckiser, Eisenwerk Pforzheim führte. Der erstgenannte Sohn leitet die Firma bis zu seinem Tod († 1855), der zweitgenannte Sohn scheidet aus dem Betrieb aus und gründet 1816 eine Schmuckfabrik und übernimmt 1823 eine kleine chemische Fabrik (Salmiakhütte) in der Bleichstraße. 1858 erfolgte der Umzug dieses Unternehmens nach Ludwigshafen[1] welches heute noch als Drogerieartikelunternehmen unter dem Namen "Reckitt Benckiser" existiert. 1811 kommt das Eisenwerk in den Alleinbesitz von Christoph Eberhard Benckiser, er vererbt es an seine beiden Söhne Moritz (* 1816) und August Theodor Benckiser (* 1820). Moritz erblindet und scheidet nach wenigen Jahren aus und August Benckiser baut das Werk an der Westlichen Karl-Friedrich-Straße Ecke Belfortstraße durch zahlreiche Eisenbrückenkonstruktionen und Wasserleitungsanlagen zu einem weltbekannten Unternehmen aus. Nach dem Tod von August Theodor († 1894 übernimmt sein Sohn August Benckiser (* 1863; [[† 1925) die unter der Konkurrenz der großen Werke im Ruhrgebiet leidende Firma und verkauft diese 1910 an Theodor Pitzmann und August Pfeiffer, die sich neben Maschinenbau auf Wasserleitungsbau konzentrieren.
Um 1870 war der spätere Automobilpionier Carl Benz für zwei Jahre als Brückenkonstrukteur bei Gebr. Benckiser in Pforzheim tätig. In dieser Zeit lernte er auch seine spätere Ehefrau Bertha Ringer kennen.

Villa Benckiser mit Parkanlage
Nach dem Wegzug der Familie Benckiser 1918 wurde der Park der Villa Benckiser durch eine Stiftung der Familie zur öffentlichen Grünanlage, dem Benckiserpark. Das Haus der Jugend fand 1945 seine Heimat auf der Ruine der am 23. Februar 1945 zerstörten Villa Benckiser. An der Nordwest-Ecke des Parks steht eine Tafel zur Erinnerung an die Unternehmerfamilie Benckiser.
Emiliensteg & Emilienstrasse
Nach Emilie Benckiser (* 1819; † 1900), Ehefrau von August Theodor Benckiser, sind die Emilienstraße und der Emiliensteg über die Enz westlich der Goethebrücke benannt.
Quellen
- Pflüger, Johann, Die Geschichte der Stadt Pforzheim, Pforzheim, 1862
- Die Pforzheimer Schmuck- und Uhrenindustrie, Hrsg.: Maschke, Erich, Pforzheim, o.J.