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Saackesches Anwesen: Unterschied zwischen den Versionen

Von PFENZ
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[[Datei:Stadtplanausschnitte.jpg|thumb|Stadtplanausschnitte des Saack'eschen Anwesens von 1810 und 1890]]
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Das '''Saacke'sche Anwesen''' ist ein Areal in der [[Pforzheim]]er Innenstadt nördlich der [[Bahnhofstraße]], bei der [[Poststraße]] und [[Kiehnlestraße]]. Heute ist der südlichere Teil mit dem [[Saacke-Bau]] genannten Gebäudekomplex bebaut.
Das '''Saackesche Anwesen''' war ein Areal in der [[Pforzheim]]er Innenstadt nördlich der [[Bahnhofstraße]] im Bereich der [[Poststraße]] und [[Kiehnlestraße]]. Heute ist der südliche Teil mit dem [[Saacke-Bau]] genannten Gebäudekomplex bebaut.


Ursprünglich kaufte [[1785]] der Pforzheimer Tuchfabrikant [[Daniel Konrad Wohnlich]] das Gelände in vielen einzelnen Grundstücken zusammen. Er baute [[1791]] dort sein Wohnhaus, später ein Gartenhaus und lies einen Park anlegen. Als Wohnlich [[1801]] nach Augsburg übersiedelte, verkaufte er [[1804]] das Anwesen für 11 250 Gulden an den Gärtner Nikolaus Weber. Dieser verkaufte es bereits [[1805]] für 13 150 Gulden an den Bürger und Bauer Kaspar Eberle weiter. Dieser verkaufte den Besitz schon nach einem halben Jahr für nur noch 10 000 Gulden an die Witwe des Goldfabrikinhaber Johann Georg Kiehnle. Danach übernahm ihr Sohn Heinrich Kiehnle das Anwesen. Seine Witwe verkaufte dann [[1853]] das Gelände an Karl Friedrich Saacke und seinen Bruder Georg Christian Friedrich.
Ursprünglich kaufte [[1785]] der Pforzheimer Tuchfabrikant [[Daniel Konrad Wohnlich]] das Gelände in vielen einzelnen Grundstücken zusammen. Er baute [[1791]] dort sein Wohnhaus, später ein Gartenhaus und ließ einen Park anlegen. Als Wohnlich [[1801]] nach Augsburg übersiedelte, verkaufte er [[1804]] das Anwesen für 11 250 Gulden an den Gärtner Nikolaus Weber. Dieser verkaufte es bereits [[1805]] für 13 150 Gulden an den Bürger und Bauer Kaspar Eberle weiter. Dieser verkaufte den Besitz schon nach einem halben Jahr für nur noch 10 000 Gulden an die Witwe des Goldfabrikinhabers Johann Georg Kiehnle. Danach übernahm ihr Sohn Heinrich Kiehnle das Anwesen. Seine Witwe verkaufte dann [[1853]] das Gelände an Karl Friedrich Saacke und seinen Bruder Georg Christian Friedrich.


Bis zu diesem Zeitpunkt lag das Gelände außerhalb der Stadt. Aber in den [[1850er]] und [[1860er]] Jahren erlebte die Schmuckindustrie eine Blüte und Brachte die Stadt zum wachsen. Ebenfalls wurde etwa zu selben Zeit die Eisenbahn gebaut, weshalb sich die Stadt deutlich in Richtung zum und um das Saacke'sche Anwesen ausdehnte.
Bis zu diesem Zeitpunkt lag das Gelände außerhalb der Stadt. Aber in den [[1850er]]- und [[1860er]]-Jahren erlebte die [[Schmuckindustrie]] eine Blüte und brachte die Stadt zum Wachsen. Ebenfalls wurde etwa zu selben Zeit die [[Eisenbahn]] gebaut, weshalb sich die Stadt deutlich in Richtung zum und um das Saackesche Anwesen ausdehnte.


Die Gebrüder Saacke kauften [[1857]] noch die Häuser Bahnhofstraße 9 und 11, und bauten sie zusammen zu einem großen Haus aus. Georg Saacke kaufte [[1863]] von Frau Georg Ludwig Kiehnle westlich des Platzes noch ein Stück Land, auf dem später die [[Gebr. Saacke GmbH & Co KG|Saack'esch Fabrik]] entstand, die am [[23. Februar 1945]] zerstört wurde. Im selben Jahr wurde quer durch den Garten die [[Luisenstraße]] gebaut und beidseitig mit einem Bretterzuan versehen. In den Jahren [[1864]] und [[1865]] verkaufte Saacke den abgetrennten Teil des Gartens in zwei großen Teilen. Den Rest des abgetrennten Bereichs kaufte [[1867]] die Bahn.
Die Gebrüder Saacke kauften [[1857]] noch die Häuser Bahnhofstraße 9 und 11 und bauten sie zusammen zu einem großen Haus aus. Georg Saacke kaufte [[1863]] von Frau Georg Ludwig Kiehnle westlich des Platzes noch ein Stück Land, auf dem später die [[Gebr. Saacke GmbH & Co KG|Saackesche Fabrik]] entstand, die am [[23. Februar 1945]] zerstört wurde. Im selben Jahr wurde quer durch den Garten die [[Luisenstraße]] gebaut und beidseitig mit einem Bretterzaun versehen. In den Jahren [[1864]] und [[1865]] verkaufte Saacke den abgetrennten Teil des Gartens in zwei großen Teilen. Den Rest des abgetrennten Bereichs kaufte [[1867]] die Bahn.


Vom verbliebenen Garten kaufte die Postdirektion [[1877]] einen nördlichen Teil für ein neues Postgebäude. Den Rest erbten die Kinder von Georg Christian Friedrich Saacke, Frau Emil Wehe Witwe, Karl Julius Saacke, Paul Saake und Imanuel Saacke, bei seinem Tod am [[13. Mai]] [[1879]]. [[1929]] wurde durch den Bau der Kiehnlestraße wieder ein größeres nördliches Stück des Gartens abgeschnitten.
Vom verbliebenen Garten kaufte die [[Post]]direktion [[1877]] einen nördlichen Teil für ein neues Postgebäude. Den Rest erbten die Kinder von Georg Christian Friedrich Saacke, Frau Emil Wehe Witwe, Karl Julius Saacke, Paul Saacke und Imanuel Saacke, bei seinem Tod am [[13. Mai]] [[1879]]. [[1929]] wurde durch den Bau der Kiehnlestraße wieder ein größeres nördliches Stück des Gartens abgeschnitten.


Der Garten war von einer Mauer umgeben. In dem großen zweistöckigen Gartenpavillon der Saackes war Ende des [[19. Jahrhundert]]s und Anfang des [[20. Jahrhundert]]s ein Raum der Hahn'schen Gemeinschaft als Stundensaal zur Verfügung gestellt.
Der Garten war von einer Mauer umgeben. In dem großen zweistöckigen Gartenpavillon der Saackes war Ende des [[19. Jahrhundert]]s und Anfang des [[20. Jahrhundert]]s ein Raum der Hahnschen Gemeinschaft als Stundensaal zur Verfügung gestellt.


== Bilder ==
== Bilder ==
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:Datei:Pavillon Rückseite.jpg|Der Saacke'sche Pavillon von der Rückseite etwa 1910
:Datei:Pavillon Rückseite.jpg|Der Saackesche Pavillon von der Rückseite etwa 1910
:Datei:Stundensaal d.Hahnschen Gemeinschaft.jpg|Der Stundensaal der Hahnschen Gemeinschaft im Saacke'schen Pavillon etwa 1910
:Datei:Stundensaal d.Hahnschen Gemeinschaft.jpg|Der Stundensaal der Hahnschen Gemeinschaft im Saackeschen Pavillon etwa 1910
:Datei:Saacke`scher Gartenpavillon 05.JPG|Saacke'sche Gartenpavillon 1925
:Datei:Saacke`scher Gartenpavillon 05.JPG|Saackescher Gartenpavillon 1925
:Datei:Bauzeichnungen.jpg|Bauzeichnungen der Villa Saacke
:Datei:Bauzeichnungen.jpg|Bauzeichnungen der Villa Saacke
:Datei:Bezirksamtsturm von Saacke.jpg|Die Bahnhofstraße etwa 1905, links der Saacke'sche Park
:Datei:Bezirksamtsturm von Saacke.jpg|Die Bahnhofstraße etwa 1905, links der Saackesche Park
:Datei:Garten im Saackeschen Park.jpg|Der Saacke'sche Park und Garten
:Datei:Garten im Saackeschen Park.jpg|Der Saackesche Park und Garten
:Datei:Mit Hotel International ca.1911.jpg|Der Saacke'sche Park mit dem Hotel International etwa 1911
:Datei:Mit Hotel International ca.1911.jpg|Der Saackesche Park mit dem Hotel International etwa 1911
:Datei:Nachbarhaus.jpg|Das Nachbarhaus am Saacke'schen Park etwa 1910
:Datei:Nachbarhaus.jpg|Das Nachbarhaus am Saackeschen Park etwa 1910
:Datei:Saackesche Anwesen zerstört2.jpg|Das Saacke'sche Anwesen nach der Zerstörung
:Datei:Saackesche Anwesen zerstört2.jpg|Das Saackesche Anwesen nach der Zerstörung
:Datei:Saackesche Anwesen zerstört3.jpg|Das Saacke'sche Anwesen nach der Zerstörung
:Datei:Saackesche Anwesen zerstört3.jpg|Das Saackesche Anwesen nach der Zerstörung
:Datei:Saackesche Anwesen zerstört.jpg|Das Saacke'sche Anwesen nach der Zerstörung
:Datei:Saackesche Anwesen zerstört.jpg|Das Saackesche Anwesen nach der Zerstörung
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Version vom 11. April 2010, 20:03 Uhr

OpenStreetMap
OpenStreetMap
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Stadtplanausschnitte des Saack'eschen Anwesens von 1810 und 1890

Das Saackesche Anwesen war ein Areal in der Pforzheimer Innenstadt nördlich der Bahnhofstraße im Bereich der Poststraße und Kiehnlestraße. Heute ist der südliche Teil mit dem Saacke-Bau genannten Gebäudekomplex bebaut.

Ursprünglich kaufte 1785 der Pforzheimer Tuchfabrikant Daniel Konrad Wohnlich das Gelände in vielen einzelnen Grundstücken zusammen. Er baute 1791 dort sein Wohnhaus, später ein Gartenhaus und ließ einen Park anlegen. Als Wohnlich 1801 nach Augsburg übersiedelte, verkaufte er 1804 das Anwesen für 11 250 Gulden an den Gärtner Nikolaus Weber. Dieser verkaufte es bereits 1805 für 13 150 Gulden an den Bürger und Bauer Kaspar Eberle weiter. Dieser verkaufte den Besitz schon nach einem halben Jahr für nur noch 10 000 Gulden an die Witwe des Goldfabrikinhabers Johann Georg Kiehnle. Danach übernahm ihr Sohn Heinrich Kiehnle das Anwesen. Seine Witwe verkaufte dann 1853 das Gelände an Karl Friedrich Saacke und seinen Bruder Georg Christian Friedrich.

Bis zu diesem Zeitpunkt lag das Gelände außerhalb der Stadt. Aber in den 1850er- und 1860er-Jahren erlebte die Schmuckindustrie eine Blüte und brachte die Stadt zum Wachsen. Ebenfalls wurde etwa zu selben Zeit die Eisenbahn gebaut, weshalb sich die Stadt deutlich in Richtung zum und um das Saackesche Anwesen ausdehnte.

Die Gebrüder Saacke kauften 1857 noch die Häuser Bahnhofstraße 9 und 11 und bauten sie zusammen zu einem großen Haus aus. Georg Saacke kaufte 1863 von Frau Georg Ludwig Kiehnle westlich des Platzes noch ein Stück Land, auf dem später die Saackesche Fabrik entstand, die am 23. Februar 1945 zerstört wurde. Im selben Jahr wurde quer durch den Garten die Luisenstraße gebaut und beidseitig mit einem Bretterzaun versehen. In den Jahren 1864 und 1865 verkaufte Saacke den abgetrennten Teil des Gartens in zwei großen Teilen. Den Rest des abgetrennten Bereichs kaufte 1867 die Bahn.

Vom verbliebenen Garten kaufte die Postdirektion 1877 einen nördlichen Teil für ein neues Postgebäude. Den Rest erbten die Kinder von Georg Christian Friedrich Saacke, Frau Emil Wehe Witwe, Karl Julius Saacke, Paul Saacke und Imanuel Saacke, bei seinem Tod am 13. Mai 1879. 1929 wurde durch den Bau der Kiehnlestraße wieder ein größeres nördliches Stück des Gartens abgeschnitten.

Der Garten war von einer Mauer umgeben. In dem großen zweistöckigen Gartenpavillon der Saackes war Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts ein Raum der Hahnschen Gemeinschaft als Stundensaal zur Verfügung gestellt.

Bilder

Quelle

  • von Oscar Trost 1940; Das Saackesche Anwesen in der Bahnhofstraße zu Pforzheim und seine Besitzer.
  • Ausstellung: Hinter den Dingen, Villa Saacke; im Stadtmuseum (28.03.2010 bis 09.05.2010)