Nächstes Stadtwiki-Treffen für alle Interessierten: Montag 7. September, 18 Uhr in der EngagementWerkStadt
Zur Anmeldung als Teilnehmer bitte E-Mail mit Nennung des gewünschten Benutzernamens an: E-Mail: pfenz![]()
mail.de
Volksbank Pforzheim: Unterschied zwischen den Versionen
Suggs (Diskussion | Beiträge) |
RS, Zeichensetzung, Grammatik, Wikilinks, kleinere Ergänzungen, Zeitform |
||
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
[[File:Volksbankhaus mit Mall Pforzheim.jpg|thumb|Blick ins VolksbankHaus in Pforzheim]] |
[[File:Volksbankhaus mit Mall Pforzheim.jpg|thumb|Blick ins VolksbankHaus in Pforzheim]] |
||
Die '''Volksbank Pforzheim''' war eine [[Gegründet::1834]] gegründete, genossenschaftlich organisierte [[Ist::Kreditinstitut|Bank]]. In der Westlichen Karl-Friedrich-Straße, gegenüber der [[ |
Die '''Volksbank Pforzheim''' war eine [[Gegründet::1834]] gegründete, genossenschaftlich organisierte [[Ist::Kreditinstitut|Bank]], die [[Geschlossen::2022]] durch Fusion in der [[Volksbank pur eG|Volksbank pur]] aufging. In der [[Westliche Karl-Friedrich-Straße|Westlichen Karl-Friedrich-Straße]], gegenüber der [[Schlössle-Galerie]], war die Hauptgeschäftsstelle im sogenannten [[VolksbankHaus]] untergebracht. Die Bank war in [[Sitz in::Pforzheim]] und dem [[Enzkreis]] mit 48 (2013) Standorten vertreten. |
||
== Geschäftsführung == |
== Geschäftsführung == |
||
[[2019]] war Jürgen Zachmann Vorstandsvorsitzender, Aufsichtsrats-Vorsitzender war Dr. Gerhard Bossert. |
[[2019]] war Jürgen Zachmann Vorstandsvorsitzender, Aufsichtsrats-Vorsitzender war Dr. Gerhard Bossert. |
||
Bilanzsumme |
Bilanzsumme (2019): 2.741 Millionen Euro; Kunden (2015): 120 000; Filialen: 47 |
||
== Geschichte == |
== Geschichte == |
||
===Bis 1918=== |
===Bis 1918=== |
||
Mitte der [[1860er]] Jahre gab es in Pforzheim vier Privatbankiers. Sie |
Mitte der [[1860er]] Jahre gab es in Pforzheim vier Privatbankiers. Sie konnten den gestiegenen Bedarf an Krediten bei Pforzheims stark wachsender [[Schmuck- und Uhrenindustrie|Schmuckindustrie]] und handwerklichen Kleinbetrieben mit Investitionsbedarf nicht decken. |
||
Großer Verfechter der Genossenschaftsidee nach Schutze |
Großer Verfechter der Genossenschaftsidee nach Schutze-Delitzsch war der Industrielle [[Moritz Müller]]. Er , weitere Industrielle, Oberbürgermeister [[Kaspar Schmidt]], Bürgermeister Carl Gruner, einige Bezirksräte und Landtagsabgeordnete sowie Vertreter des wenige Jahre zuvor gegründeten Karlsruher Vorschussvereins versammelten sich am [[17. November]] [[1867]] in einem Pforzheimer Gasthaus, um über die Gründung eines Vorschussvereins zu diskutieren. |
||
Bei einer zweiten Beratung am [[1. Dezember]] des selben Jahres wurde die Ausarbeitung einer Satzung beschlossen. 183 Pforzheimer Bürger trugen sich als Interessenten für eine Mitgliedschaft ein. |
Bei einer zweiten Beratung am [[1. Dezember]] des selben Jahres wurde die Ausarbeitung einer Satzung beschlossen. 183 Pforzheimer Bürger trugen sich als Interessenten für eine Mitgliedschaft ein. |
||
Neben Moritz Müller war Ferdinand Zerrenner eine treibende Kraft hinter der Gründung, die formal am [[19. Januar]] [[1869]] mit 104 Gründungsmitgliedern als „Vorschussverein für Stadt und Bezirk |
Neben Moritz Müller war [[Ferdinand Zerrenner]] eine treibende Kraft hinter der Gründung, die formal am [[19. Januar]] [[1869]] mit 104 Gründungsmitgliedern als „Vorschussverein für Stadt und Bezirk Pforzheim“ erfolgte. Zerrenner wurde Mitglied des „Ausschusses“, dessen Vorsitzender wurde Bürgermeister Gruner. Vereinsvorstand wurde Schmuckfabrikant Christoph Becker, erster Kassierer war Carl Ferdinand Strauß und zum Buchhalter wurde Julius Heintz gewählt. |
||
Am [[1. März]] 1868 nahm die Bank in gemieteten Räumen in der [[Baumstraße]] D 188 ihren Betrieb auf. Bereits zweieinhalb Monate später wurde in die untere Leopoldstraße D 182 gewechselt. |
Am [[1. März]] [[1868]] nahm die Bank in gemieteten Räumen in der [[Baumstraße]] D 188 ihren Betrieb auf. Bereits zweieinhalb Monate später wurde in die untere Leopoldstraße D 182 gewechselt. |
||
Nach sechs Monaten Betrieb waren Darlehen in einer Gesamthöhe von 34.715 Gulden vergeben. Zum Ende des ersten Geschäftsjahres hatte der Verein 522 Mitglieder und einen Reingewinn von 758 Gulden und 8 Kronen erwirtschaftet. |
Nach sechs Monaten Betrieb waren Darlehen in einer Gesamthöhe von 34.715 Gulden vergeben. Zum Ende des ersten Geschäftsjahres hatte der Verein 522 Mitglieder und einen Reingewinn von 758 Gulden und 8 Kronen erwirtschaftet. |
||
Zu Beginn des [[Deutsch-Französischer Krieg|Deutsch-Französischen Kriegs]] war der Verein kurzzeitig zahlungsunfähig, nachdem zahlreiche Gläubiger |
Zu Beginn des [[Deutsch-Französischer Krieg|Deutsch-Französischen Kriegs]] war der Verein kurzzeitig zahlungsunfähig, nachdem zahlreiche Gläubiger ihre Guthaben zurückforderten. Kaum ein Viertel der geforderten Summe konnte die Bank aufbringen, weswegen man die Kreditvergabe einstellte, bis sich die Situation entspannte. |
||
Mit Ende des Kriegs setzte in Pforzheims Schmuckindustrie ein überdurchschnittliches Wachstum ein, das sich auch auf den Vorschussverein auswirkte. Mitte der [[1870er]] Jahre waren Kredite in Höhe von über 3,5 Millionen Mark vergeben worden dazu kamen Prolongationen über etwa 6 Millionen Mark. |
Mit Ende des Kriegs setzte in Pforzheims Schmuckindustrie ein überdurchschnittliches Wachstum ein, das sich auch auf den Vorschussverein auswirkte. Mitte der [[1870er]] Jahre waren Kredite in Höhe von über 3,5 Millionen Mark vergeben worden, dazu kamen Prolongationen über etwa 6 Millionen Mark. |
||
[[1874]] wurde, den neuen gesetzlichen Bestimmungen folgend, der Verein in eine „eingetragene Genossenschaft“ umgewandelt. Der neue Name lautete „Vorschussverein Pforzheim eG“. Das Genossenschaftsanteil betrug 600 Mark und konnte in Monatsraten zu 50 Pfennig eingezahlt werden. Aufsichtsratsvorsitzender war der bisherige Ausschussvorsitzende Ferdinand Zerrenner. |
[[1874]] wurde, den neuen gesetzlichen Bestimmungen folgend, der Verein in eine „eingetragene Genossenschaft“ umgewandelt. Der neue Name lautete „Vorschussverein Pforzheim eG“. Das Genossenschaftsanteil betrug 600 Mark und konnte in Monatsraten zu 50 Pfennig eingezahlt werden. Aufsichtsratsvorsitzender war der bisherige Ausschussvorsitzende Ferdinand Zerrenner. |
||
Ende [[1875]] wurden Mitgliedern aus [[Brötzingen]] keine Kredite mehr gewährt, nachdem aus dem dortigen Bürgermeisteramt infolge eines falschen |
Ende [[1875]] wurden Mitgliedern aus [[Brötzingen]] keine Kredite mehr gewährt, nachdem aus dem dortigen Bürgermeisteramt infolge eines falschen Zeugnisses der Bank ein finanzieller Schaden entstanden war. |
||
Die so genannte „Gründerkrise“, die in einem Börsencrash im Mai [[1873]] in Wien ihren Anfang nahm, erreichte Pforzheim drei Jahre später: Einige erst entstandene |
Die so genannte „Gründerkrise“, die in einem Börsencrash im Mai [[1873]] in Wien ihren Anfang nahm, erreichte Pforzheim drei Jahre später: Einige erst entstandene Schmuckfabriken mussten wieder schließen. Die Bank selbst war schnell gewachsen, die Mitgliederzahl hatte sich seit 1871 fast verdreifacht auf rund 3.600 Mitglieder. Entsprechend wurden Darlehen gewährt. Verstärkt durch die „Baukrise“ im Jahr 1877, bei der zahlreiche laufende Bauprojekte mangels Kreditratenzahlungen eingestellt werden mussten, verlor die Bank innerhalb kurzer Zeit über 1.500 Mitglieder, und damit Einlagen, Mitgliedsbeiträge und Darlehenserträge. Um einen Teil der Forderungen einzubringen, erwarb der Verein Grundstücke aus dem Eigentum der Schuldner. |
||
Während die Krise noch nicht bewältigt war, starb 1877 Vereinsdirektor Becker. Sein Nachfolger, Wilhelm Hepp, äußerte zu Beginn Zweifel, ob der Vorschussverein die Krise überstehen |
Während die Krise noch nicht bewältigt war, starb 1877 Vereinsdirektor Becker. Sein Nachfolger, Wilhelm Hepp, äußerte zu Beginn Zweifel, ob der Vorschussverein die Krise überstehen könne. |
||
Bis Ende der [[1880er]] Jahre gelang die Konsolidierung Im Februar [[1890]] erfolgte aufgrund neuer gesetzlicher Vorgaben die Änderung des Vereins in eine eGmuH, also die Einführung der unbeschränkten Haftpflicht |
Bis Ende der [[1880er]] Jahre gelang die Konsolidierung. Im Februar [[1890]] erfolgte aufgrund neuer gesetzlicher Vorgaben die Änderung des Vereins in eine eGmuH, also die Einführung der unbeschränkten Haftpflicht. |
||
Im Juni [[1892]] wurde ein Haus in der [[Zerrennerstraße]] 27 erworben, welches bis dahin der Familie des langjährigen Vereins-Buchhalters Heintz gehört hatte |
Im Juni [[1892]] wurde ein Haus in der [[Zerrennerstraße]] 27 erworben, welches bis dahin der Familie des langjährigen Vereins-Buchhalters Heintz gehört hatte. Im Hinterhaus des Gebäudes wurden die Geschäftsräume eingerichtet. Drei Jahre später wurde erstmals Kontokorrentverkehr eingeführt. Dies hatte einen Anstieg der Mitgliederzahlen zur Folge. |
||
Im April [[1907]] wurde die Umbenennung in „Pforzheimer Gewerbebank eGmuH“ beschlossen. Damit einher ging die vollständige bankmäßige Führung des Geschäfts. Um dieses besser ausüben zu können wurde für 90.000 Mark statt der Räume im Hinterhaus ein dreigeschössiger Neubau in der Zerrennerstraße 27 geschaffen. |
Im April [[1907]] wurde die Umbenennung in „Pforzheimer Gewerbebank eGmuH“ beschlossen. Damit einher ging die vollständige bankmäßige Führung des Geschäfts. Um dieses besser ausüben zu können, wurde für 90.000 Mark statt der Räume im Hinterhaus ein dreigeschössiger Neubau in der Zerrennerstraße 27 geschaffen. |
||
Der [[Erster Weltkrieg|Erste Weltkrieg]] brachte der Bank die nächste Krise: Kurz vor Kriegsbeginn war der Pforzheimer Bankenverein, ein wichtiger Finanzier der stark gewachsenen Schmuckindustrie, geschlossen worden. Mit Beginn der Kampfhandlungen waren die Absatzmärkte und die Rohstoffquellen für die Industrie weggebrochen. Viele Mitglieder hoben ihr Geld ab, mehr als 500 Menschen beendeten ihre Mitgliedschaft. Kredite gewährte die Bank in dieser Zeit vor allem kleinen Handwerksbetrieben, die ebenfalls unter den Kriegsfolgen litten. Zwar konnte sich die Bank bis Kriegsende erholen, die beginnende Inflation, die [[1923]] ihren Höhepunkt erreichte, stellte die Bank vor neue Probleme. |
Der [[Erster Weltkrieg|Erste Weltkrieg]] brachte der Bank die nächste Krise: Kurz vor Kriegsbeginn war der Pforzheimer Bankenverein, ein wichtiger Finanzier der stark gewachsenen Schmuckindustrie, geschlossen worden. Mit Beginn der Kampfhandlungen waren die Absatzmärkte und die Rohstoffquellen für die Industrie weggebrochen. Viele Mitglieder hoben ihr Geld ab, mehr als 500 Menschen beendeten ihre Mitgliedschaft. Kredite gewährte die Bank in dieser Zeit vor allem kleinen Handwerksbetrieben, die ebenfalls unter den Kriegsfolgen litten. Zwar konnte sich die Bank bis Kriegsende erholen, doch die beginnende Inflation, die [[1923]] ihren Höhepunkt erreichte, stellte die Bank vor neue Probleme. |
||
===Bis 1945=== |
===Bis 1945=== |
||
| Zeile 46: | Zeile 46: | ||
[[1924]] wurde in [[Bad Wildbad|Wildbad]] die erste Zweigstelle eröffnet. [[1927]] wurde angesichts gestiegener Geschäftstätigkeit auf maschinelle Buchhaltung umgestellt. |
[[1924]] wurde in [[Bad Wildbad|Wildbad]] die erste Zweigstelle eröffnet. [[1927]] wurde angesichts gestiegener Geschäftstätigkeit auf maschinelle Buchhaltung umgestellt. |
||
In der Weltwirtschaftskrise ab 1929 kam der Gewerbebank in einem Einzelfall besondere Bedeutung zu. Zahlreiche Schmuckbetriebe, in den Vorjahren bereits instabil aufgestellt, gerieten in die |
In der Weltwirtschaftskrise ab [[1929]] kam der Gewerbebank in einem Einzelfall besondere Bedeutung zu. Zahlreiche Schmuckbetriebe, in den Vorjahren bereits instabil aufgestellt, gerieten in die Insolvenz. Der Firma Schupp, infolge der Krise mit Schulden im sechsstelligen Bereich kämpfend, gewährte die Bank einen Blankokredit. Dadurch konnte der bis heute (Stand 2026) existierende Betrieb gerettet werden. |
||
[[1936]] wurde die Bank beauftragt die Wildbader Enztalbank Häberle & Co. KG zu liquidieren. Die Mitgliederzahl lag in dieser Zeit bei etwa 1.500. Sie erhöhte sich nach anfänglicher [[Zweiter Weltkrieg| |
[[1936]] wurde die Bank beauftragt, die Wildbader Enztalbank Häberle & Co. KG zu liquidieren. Die Mitgliederzahl lag in dieser Zeit bei etwa 1.500. Sie erhöhte sich nach anfänglicher [[Zweiter Weltkrieg|kriegsbedingter]] Einbußen in den Folgejahren wieder, vor allem durch zentralisierende Maßnahmen der [[Nationalsozialismus|Nationalsozialisten]]: Im April [[1940]] erfolgte im zuge einer reichsweiten Vereinheitlichung in der Namensgebung vergleichbarer Banken die Umfirmierung in „Volksbank Pforzheim eGmbH“. |
||
[[1943]] wurde die „Landesbank für Haus- und Grundbesitz“ zwangsweise aufgelöst. Diese hatte erst vier Jahre zuvor im Zuge der [[Arisierung]] das Privatbankhaus Bloch übernommen. Die Pforzheimer Filiale der Landesbank fusionierte mit der Volksbank Pforzheim. Die Mitgliederzahl der vereinigten Bank betug im Jahr [[1944]] 1765. |
[[1943]] wurde die „Landesbank für Haus- und Grundbesitz“ zwangsweise aufgelöst. Diese hatte erst vier Jahre zuvor im Zuge der [[Arisierung]] das [[Bankhaus Robert Bloch|Privatbankhaus Bloch]] übernommen. Die Pforzheimer Filiale der Landesbank fusionierte mit der Volksbank Pforzheim. Die Mitgliederzahl der vereinigten Bank betug im Jahr [[1944]] 1765. |
||
Beim Bombenangriff auf Pforzheim am [[23. Februar]] [[1945]] wurden die Gebäude der Bank in der Zerrennerstraße und der Dillsteiner Straße vollständig zerstört. Die Banktresore überstanden den Angriff zwar, waren zunächst aber nicht zugänglich. Nach Kriegsende wurden sie teilweise geplündert, teilweise amtlich beschlagnahmt. |
Beim Bombenangriff auf Pforzheim am [[23. Februar]] [[1945]] wurden die Gebäude der Bank in der Zerrennerstraße und der Dillsteiner Straße vollständig zerstört. Die Banktresore überstanden den Angriff zwar, waren zunächst aber nicht zugänglich. Nach Kriegsende wurden sie teilweise geplündert, teilweise amtlich beschlagnahmt. |
||
| Zeile 56: | Zeile 56: | ||
===Nach 1945=== |
===Nach 1945=== |
||
* |
* Nach der Zerstörung der Hauptgeschäftsstelle dienen verschiedene Gebäude des Stadtteils Brötzingen und die Zweigstelle [[Bad Wildbad|Wildbad]] als Notunterkünfte. Bereits [[1946]] kehrt man in die [[Leopoldstraße]] zurück. |
||
* [[1949]] wird mit bedeutenden Einzelhandelsbetrieben die ''Waren-Kredit-Genossenschaft Pforzheimer Einzelhändler'', eine Teilzahlungsbank, gegründet, [[1951]] folgt der ''Erste Sparverein Pforzheim''. Seit [[1953]] ist die Volksbank in der Westlichen Karl-Friedrich-Straße 53 ansässig. |
* [[1949]] wird mit bedeutenden Einzelhandelsbetrieben die ''Waren-Kredit-Genossenschaft Pforzheimer Einzelhändler'', eine Teilzahlungsbank, gegründet, [[1951]] folgt der ''Erste Sparverein Pforzheim''. Seit [[1953]] ist die Volksbank in der Westlichen Karl-Friedrich-Straße 53 ansässig. |
||
* [[1969]] Übernahme der Spar- und Darlehenskasse Grunbach |
* [[1969]] Übernahme der Spar- und Darlehenskasse Grunbach |
||
* [[1970]] Die Raiffeisenkasse Dürrn und die Raiffeisenbank Büchenbronn fusionieren mit der Volksbank Pforzheim |
* [[1970]] Die Raiffeisenkasse Dürrn und die Raiffeisenbank Büchenbronn fusionieren mit der Volksbank Pforzheim |
||
* [[1971]] |
* [[1971]] Zusammenschluss mit der Ötisheimer Bank, Illinger Bank, Genossenschaftsbank Wurmberg und Raiffeisenbank Conweiler/Schwann |
||
* [[1972]] Zusammenschluss mit der Raiffeisenbank Tiefenbronn, der Warenkreditgenossenschaft Pforzheim und der Spar- und Kreditbank Pforzheim |
* [[1972]] Zusammenschluss mit der Raiffeisenbank Tiefenbronn, der Warenkreditgenossenschaft Pforzheim und der Spar- und Kreditbank Pforzheim |
||
* [[1990]] Verschmelzung mit der Raiffeisenbank Schömberg |
* [[1990]] Verschmelzung mit der Raiffeisenbank Schömberg |
||
* [[1992]] Fusion mit der Knittlinger Bank |
* [[1992]] Fusion mit der Knittlinger Bank |
||
* [[2022]] |
* [[2022]] Fusion mit der Volksbank [[Karlsruhe]] [[Baden-Baden]] eG und der [[VR Bank Enz plus]] zur [[Volksbank pur eG]] Karlsruhe. |
||
== Filialen == |
== Filialen == |
||
| Zeile 83: | Zeile 83: | ||
== Technischer Fortschritt == |
== Technischer Fortschritt == |
||
[[1973]] |
[[1973]] wurde das Lochkartensystem durch eine moderne EDV-Anlage ersetzt und an ein eigenes Rechenzentrum angeschlosen. |
||
Im Jahr [[1977]] |
Im Jahr [[1977]] wurde die Volksbank Pforzheim an das Datennetz SWIFT angeschlossen. |
||
[[1986]] wurden die ersten Geldautomaten in der Hauptstelle aufgestellt, vier Jahre später, [[1990]] folgten die ersten Kontoauszugsdrucker. |
[[1986]] wurden die ersten Geldautomaten in der Hauptstelle aufgestellt, vier Jahre später, [[1990]] folgten die ersten Kontoauszugsdrucker. |
||
== Auszeichnungen == |
== Auszeichnungen == |
||
* [[1984]] Für beispielhafte Leistungen in der Berufsausbildung junger Menschen |
* [[1984]] Für beispielhafte Leistungen in der Berufsausbildung junger Menschen erhielt die Bank durch Bundespräsident Dr. Karl Carstens eine Auszeichnung. |
||
* [[2003]] Gewinner des Internationalen Trainingspreis. |
* [[2003]] Gewinner des Internationalen Trainingspreis. |
||
* [[2005]] Branchensieger beim 2. Pforzheimer Kundenmonitor. |
* [[2005]] Branchensieger beim 2. Pforzheimer Kundenmonitor. |
||
* [[2006]] Der TÜV |
* [[2006]] Der TÜV zeichnete die Volksbank Pforzheim für ihre Servicequalität mit einer Bewertung von 1,92 aus. |
||
* [[2007]] Erhalt des Gütesiegel „TOP JOB“ der Universität St. Gallen. |
* [[2007]] Erhalt des Gütesiegel „TOP JOB“ der Universität St. Gallen. |
||
* [[2008]] Erneute Auszeichnung durch den TÜV mit einer Bewertung von 1,82. |
* [[2008]] Erneute Auszeichnung durch den TÜV mit einer Bewertung von 1,82. |
||
Version vom 28. August 2026, 14:30 Uhr

Die Volksbank Pforzheim war eine 1834 gegründete, genossenschaftlich organisierte Bank, die 2022 durch Fusion in der Volksbank pur aufging. In der Westlichen Karl-Friedrich-Straße, gegenüber der Schlössle-Galerie, war die Hauptgeschäftsstelle im sogenannten VolksbankHaus untergebracht. Die Bank war in Pforzheim und dem Enzkreis mit 48 (2013) Standorten vertreten.
Geschäftsführung
2019 war Jürgen Zachmann Vorstandsvorsitzender, Aufsichtsrats-Vorsitzender war Dr. Gerhard Bossert.
Bilanzsumme (2019): 2.741 Millionen Euro; Kunden (2015): 120 000; Filialen: 47
Geschichte
Bis 1918
Mitte der 1860er Jahre gab es in Pforzheim vier Privatbankiers. Sie konnten den gestiegenen Bedarf an Krediten bei Pforzheims stark wachsender Schmuckindustrie und handwerklichen Kleinbetrieben mit Investitionsbedarf nicht decken.
Großer Verfechter der Genossenschaftsidee nach Schutze-Delitzsch war der Industrielle Moritz Müller. Er , weitere Industrielle, Oberbürgermeister Kaspar Schmidt, Bürgermeister Carl Gruner, einige Bezirksräte und Landtagsabgeordnete sowie Vertreter des wenige Jahre zuvor gegründeten Karlsruher Vorschussvereins versammelten sich am 17. November 1867 in einem Pforzheimer Gasthaus, um über die Gründung eines Vorschussvereins zu diskutieren.
Bei einer zweiten Beratung am 1. Dezember des selben Jahres wurde die Ausarbeitung einer Satzung beschlossen. 183 Pforzheimer Bürger trugen sich als Interessenten für eine Mitgliedschaft ein.
Neben Moritz Müller war Ferdinand Zerrenner eine treibende Kraft hinter der Gründung, die formal am 19. Januar 1869 mit 104 Gründungsmitgliedern als „Vorschussverein für Stadt und Bezirk Pforzheim“ erfolgte. Zerrenner wurde Mitglied des „Ausschusses“, dessen Vorsitzender wurde Bürgermeister Gruner. Vereinsvorstand wurde Schmuckfabrikant Christoph Becker, erster Kassierer war Carl Ferdinand Strauß und zum Buchhalter wurde Julius Heintz gewählt.
Am 1. März 1868 nahm die Bank in gemieteten Räumen in der Baumstraße D 188 ihren Betrieb auf. Bereits zweieinhalb Monate später wurde in die untere Leopoldstraße D 182 gewechselt.
Nach sechs Monaten Betrieb waren Darlehen in einer Gesamthöhe von 34.715 Gulden vergeben. Zum Ende des ersten Geschäftsjahres hatte der Verein 522 Mitglieder und einen Reingewinn von 758 Gulden und 8 Kronen erwirtschaftet.
Zu Beginn des Deutsch-Französischen Kriegs war der Verein kurzzeitig zahlungsunfähig, nachdem zahlreiche Gläubiger ihre Guthaben zurückforderten. Kaum ein Viertel der geforderten Summe konnte die Bank aufbringen, weswegen man die Kreditvergabe einstellte, bis sich die Situation entspannte.
Mit Ende des Kriegs setzte in Pforzheims Schmuckindustrie ein überdurchschnittliches Wachstum ein, das sich auch auf den Vorschussverein auswirkte. Mitte der 1870er Jahre waren Kredite in Höhe von über 3,5 Millionen Mark vergeben worden, dazu kamen Prolongationen über etwa 6 Millionen Mark.
1874 wurde, den neuen gesetzlichen Bestimmungen folgend, der Verein in eine „eingetragene Genossenschaft“ umgewandelt. Der neue Name lautete „Vorschussverein Pforzheim eG“. Das Genossenschaftsanteil betrug 600 Mark und konnte in Monatsraten zu 50 Pfennig eingezahlt werden. Aufsichtsratsvorsitzender war der bisherige Ausschussvorsitzende Ferdinand Zerrenner.
Ende 1875 wurden Mitgliedern aus Brötzingen keine Kredite mehr gewährt, nachdem aus dem dortigen Bürgermeisteramt infolge eines falschen Zeugnisses der Bank ein finanzieller Schaden entstanden war.
Die so genannte „Gründerkrise“, die in einem Börsencrash im Mai 1873 in Wien ihren Anfang nahm, erreichte Pforzheim drei Jahre später: Einige erst entstandene Schmuckfabriken mussten wieder schließen. Die Bank selbst war schnell gewachsen, die Mitgliederzahl hatte sich seit 1871 fast verdreifacht auf rund 3.600 Mitglieder. Entsprechend wurden Darlehen gewährt. Verstärkt durch die „Baukrise“ im Jahr 1877, bei der zahlreiche laufende Bauprojekte mangels Kreditratenzahlungen eingestellt werden mussten, verlor die Bank innerhalb kurzer Zeit über 1.500 Mitglieder, und damit Einlagen, Mitgliedsbeiträge und Darlehenserträge. Um einen Teil der Forderungen einzubringen, erwarb der Verein Grundstücke aus dem Eigentum der Schuldner.
Während die Krise noch nicht bewältigt war, starb 1877 Vereinsdirektor Becker. Sein Nachfolger, Wilhelm Hepp, äußerte zu Beginn Zweifel, ob der Vorschussverein die Krise überstehen könne.
Bis Ende der 1880er Jahre gelang die Konsolidierung. Im Februar 1890 erfolgte aufgrund neuer gesetzlicher Vorgaben die Änderung des Vereins in eine eGmuH, also die Einführung der unbeschränkten Haftpflicht.
Im Juni 1892 wurde ein Haus in der Zerrennerstraße 27 erworben, welches bis dahin der Familie des langjährigen Vereins-Buchhalters Heintz gehört hatte. Im Hinterhaus des Gebäudes wurden die Geschäftsräume eingerichtet. Drei Jahre später wurde erstmals Kontokorrentverkehr eingeführt. Dies hatte einen Anstieg der Mitgliederzahlen zur Folge.
Im April 1907 wurde die Umbenennung in „Pforzheimer Gewerbebank eGmuH“ beschlossen. Damit einher ging die vollständige bankmäßige Führung des Geschäfts. Um dieses besser ausüben zu können, wurde für 90.000 Mark statt der Räume im Hinterhaus ein dreigeschössiger Neubau in der Zerrennerstraße 27 geschaffen.
Der Erste Weltkrieg brachte der Bank die nächste Krise: Kurz vor Kriegsbeginn war der Pforzheimer Bankenverein, ein wichtiger Finanzier der stark gewachsenen Schmuckindustrie, geschlossen worden. Mit Beginn der Kampfhandlungen waren die Absatzmärkte und die Rohstoffquellen für die Industrie weggebrochen. Viele Mitglieder hoben ihr Geld ab, mehr als 500 Menschen beendeten ihre Mitgliedschaft. Kredite gewährte die Bank in dieser Zeit vor allem kleinen Handwerksbetrieben, die ebenfalls unter den Kriegsfolgen litten. Zwar konnte sich die Bank bis Kriegsende erholen, doch die beginnende Inflation, die 1923 ihren Höhepunkt erreichte, stellte die Bank vor neue Probleme.
Bis 1945
Im September 1919 war die Rechtsform in eGmbH geädert worden. Dieser Schritt war bereits ein halbes Jahr vor Kriegsende beschlossen worden, die notwendigen Formalitäten konnten kriegsbedingt jedoch nicht vorgenommen werden.
1924 wurde in Wildbad die erste Zweigstelle eröffnet. 1927 wurde angesichts gestiegener Geschäftstätigkeit auf maschinelle Buchhaltung umgestellt.
In der Weltwirtschaftskrise ab 1929 kam der Gewerbebank in einem Einzelfall besondere Bedeutung zu. Zahlreiche Schmuckbetriebe, in den Vorjahren bereits instabil aufgestellt, gerieten in die Insolvenz. Der Firma Schupp, infolge der Krise mit Schulden im sechsstelligen Bereich kämpfend, gewährte die Bank einen Blankokredit. Dadurch konnte der bis heute (Stand 2026) existierende Betrieb gerettet werden.
1936 wurde die Bank beauftragt, die Wildbader Enztalbank Häberle & Co. KG zu liquidieren. Die Mitgliederzahl lag in dieser Zeit bei etwa 1.500. Sie erhöhte sich nach anfänglicher kriegsbedingter Einbußen in den Folgejahren wieder, vor allem durch zentralisierende Maßnahmen der Nationalsozialisten: Im April 1940 erfolgte im zuge einer reichsweiten Vereinheitlichung in der Namensgebung vergleichbarer Banken die Umfirmierung in „Volksbank Pforzheim eGmbH“.
1943 wurde die „Landesbank für Haus- und Grundbesitz“ zwangsweise aufgelöst. Diese hatte erst vier Jahre zuvor im Zuge der Arisierung das Privatbankhaus Bloch übernommen. Die Pforzheimer Filiale der Landesbank fusionierte mit der Volksbank Pforzheim. Die Mitgliederzahl der vereinigten Bank betug im Jahr 1944 1765.
Beim Bombenangriff auf Pforzheim am 23. Februar 1945 wurden die Gebäude der Bank in der Zerrennerstraße und der Dillsteiner Straße vollständig zerstört. Die Banktresore überstanden den Angriff zwar, waren zunächst aber nicht zugänglich. Nach Kriegsende wurden sie teilweise geplündert, teilweise amtlich beschlagnahmt.
Nach 1945
- Nach der Zerstörung der Hauptgeschäftsstelle dienen verschiedene Gebäude des Stadtteils Brötzingen und die Zweigstelle Wildbad als Notunterkünfte. Bereits 1946 kehrt man in die Leopoldstraße zurück.
- 1949 wird mit bedeutenden Einzelhandelsbetrieben die Waren-Kredit-Genossenschaft Pforzheimer Einzelhändler, eine Teilzahlungsbank, gegründet, 1951 folgt der Erste Sparverein Pforzheim. Seit 1953 ist die Volksbank in der Westlichen Karl-Friedrich-Straße 53 ansässig.
- 1969 Übernahme der Spar- und Darlehenskasse Grunbach
- 1970 Die Raiffeisenkasse Dürrn und die Raiffeisenbank Büchenbronn fusionieren mit der Volksbank Pforzheim
- 1971 Zusammenschluss mit der Ötisheimer Bank, Illinger Bank, Genossenschaftsbank Wurmberg und Raiffeisenbank Conweiler/Schwann
- 1972 Zusammenschluss mit der Raiffeisenbank Tiefenbronn, der Warenkreditgenossenschaft Pforzheim und der Spar- und Kreditbank Pforzheim
- 1990 Verschmelzung mit der Raiffeisenbank Schömberg
- 1992 Fusion mit der Knittlinger Bank
- 2022 Fusion mit der Volksbank Karlsruhe Baden-Baden eG und der VR Bank Enz plus zur Volksbank pur eG Karlsruhe.
Filialen
- Dobel; Hauptstraße 8
- Knittlingen; Brettener Straße 2
- Neuenbürg; Gräfenhäuser Straße 14
- Niefern-Öschelbronn; Schulstraße 1
- Ölbronn-Dürrn; Obere Steinbeisstraße 1
- Ötisheim; Maulbronner Straße 47
- Stein; Königsbacher Straße 85
Technischer Fortschritt
1973 wurde das Lochkartensystem durch eine moderne EDV-Anlage ersetzt und an ein eigenes Rechenzentrum angeschlosen. Im Jahr 1977 wurde die Volksbank Pforzheim an das Datennetz SWIFT angeschlossen. 1986 wurden die ersten Geldautomaten in der Hauptstelle aufgestellt, vier Jahre später, 1990 folgten die ersten Kontoauszugsdrucker.
Auszeichnungen
- 1984 Für beispielhafte Leistungen in der Berufsausbildung junger Menschen erhielt die Bank durch Bundespräsident Dr. Karl Carstens eine Auszeichnung.
- 2003 Gewinner des Internationalen Trainingspreis.
- 2005 Branchensieger beim 2. Pforzheimer Kundenmonitor.
- 2006 Der TÜV zeichnete die Volksbank Pforzheim für ihre Servicequalität mit einer Bewertung von 1,92 aus.
- 2007 Erhalt des Gütesiegel „TOP JOB“ der Universität St. Gallen.
- 2008 Erneute Auszeichnung durch den TÜV mit einer Bewertung von 1,82.
Ehemalige Adresse
- Volksbank Pforzheim eG
- Westliche Karl-Friedrich-Straße 53
- 75172 Pforzheim
- Telefon: (0 72 31) 1 84 - 0
- Telefax: (0 72 31) 1 84 - 8800
- E-Mail:
info
vobaplus.de
Literatur
- 100 Jahre Volksbank Pforzheim eGmbH, ca 100 Seiten, ohne ISBN.
- Natalie Frank: 150 Jahre Volksbank Pforzheim eG. Die Erfolgsgeschichte einer genossenschaftlichen Idee, Ohne ISBN