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Bernhardsweiler

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Flurkarte um 1835

Bernhardsweiler ist eine abgegangene Ortschaft bei Oberderdingen.


Inhaltsverzeichnis

Urkundliche Erwähnungen

Bernhardsweiler wird zwischen 1194-1295 urkundlich erwähnt.[1] Daraus geht hervor, dass der Ort allmählich in den Besitz des Klosters Herrenalb kam und auf oder bei der Derdinger Gemarkung lag. Es ist daher anzunehmen, dass der Ort ein Derdinger Ausbauort war, welcher wohl im Hochmittelalter gegründet wurde.

Auswahl:

Danach taucht der Ort nur noch als Flurname auf. Erstmals 1515 als "Bernhartzweiler" und 1534 schon als "Bernhardsweiher". Der See Bernhardsweiher hieß damals "Bernhartsweyersee" (1551).

Lage

Der Schreiber der Maulbronner Oberamtsbeschreibung Eduard Paulus sah den Ort auf Derdinger Markung in dem Tal gegen Sternenfels, wo sich der früher sogenannte Bernhardsweiher befindet.[2] Der Bernhardsweiher befindet sich heute aber südlich von Oberderdingen in Richtung Freudenstein und wird auch vom Bernhardsbach durchflossen. An diesem gibt es auf Knittlingerer Gemarkung beim Büschlehof den Flurnamen Bernhardsweiler, welche ursprünglich zur Oberderdinger Gemarkung gehörte.

Geschichte

Der Name setzt sich aus dem Personennamen Bernhard und -weiler "kleine Siedlung, kleines Dorf". Bernhard dürfte hierbei der Ortsgründer gewesen sein. Welcher Bernhard genau dies war, lässt sich nicht mehr sicher feststellen. Der Lokalhistoriker Gustav Brandauer vermutet den Kirchenheiligen Bernhard von Clairvaux (~1090-1151), der bei der Gründung des Kloster Maulbronns mitbeitrug und argumentiert, dass die Zehntrechte bis 1259 bei Maulbronn lag. Die Gründung wäre demnach Anfang bis Mitte des 12. Jahrhunderts auf Derdinger Gemarkung gewesen. Brandauer betrachtet den Ort aufgrund der Wald- und Wiesenkultur als durch den Grundherren veranlasste Holzfällersiedlung.[3]

Ab 1194 kamen die Bernhardsweiler Güter nachweislich sukzessiv in den Besitz des Kloster Herrenalbs, welches um 1216 einen Pfleghof in Ort besaß.

Über den Abgang ist nichts überliefert. Die letzte Nennung als bewohnter Ort fand 1295 statt, während im Jahr 1515 Bernhardsweiler nur noch ein Flurname war. Die Siedlung ging also im 14. oder 15. Jahrhundert ab. Mitte des 14. Jahrhunderts brach eine Pestepedemie in Deutschland aus, wodurch die Bevölkerungszahl sank, was als Ursache in Frage käme.

1982 meint der Archäologe Martin Kößler auf der Flur "Büschle" Überreste der Siedlung gefunden zu haben, die vermutlich nur aus Holzhäusern bestand.[4]

Einzelnachweise

  1. Gustav Brandauer (1966): Aus unserer Heimat Oberderdingen - zum 1200. Geburtstag der Gemeinde, S.73
  2. Eduard Paulus (Hrsg.): Beschreibung des Oberamts Maulbronn. Stuttgart 1870. S. 199
  3. Gustav Brandauer (1966): S.74
  4. Günther Mahal (1990):Dorf Stadt Flecken - Knittlingen, S. 62
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