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Johannes Reuchlin: Unterschied zwischen den Versionen

Von PFENZ
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Version vom 3. Juni 2008, 10:41 Uhr

Denkmal von Johannes Reuchlin (symbolische Darstellung, da sein wirkliches Aussehen nicht überliefert ist) am Schloßberg

Der Humanist Johannes Reuchlin (* 29. Januar 1455 in Pforzheim; † 30. Juni 1522 in Stuttgart) ist einer der berühmtesten Söhne der Stadt Pforzheim.

Nach diversen Studien in halb Europa war er bis 1496 Rat in Diensten des Grafen Eberhard von Württemberg. 1496 bis 1499 verbrachte er aus politischen Gründen in Heidelberg. 1502 bis 1513 übernahm er dann ein Richteramt im Schwäbischen Bund. Bleibende Bedeutung erwarb er sich vor allem durch seine Beschäftigung mit der hebräischen Sprache als einer der ersten christlichen Gelehrten Europas, wodurch er die Hebraistik in die abendländische Wissenschaft einführte. Auch setzte er sich gegen vielfältige Widerstände für die religiöse Toleranz gegenüber dem Judentum ein.

Der Reformator Philipp Melanchthon ist ein Neffe Reuchlins.

Ehrungen

Johannes Reuchlin ist Namensgeber des Reuchlin-Gymnasiums, des Reuchlinhauses in Pforzheim, des seit 1955 alle zwei Jahre vergebenen Reuchlinpreises, der Reuchlin-Apotheke in Pforzheim und der Pforzheimer Freimaurerloge Reuchlin. Seit 1994 gibt es auch die Reuchlin-Forschungsstelle.

Nach ihm ist daneben die Reuchlinstraße im Pforzheimer Stadtteil Huchenfeld benannt. Historisch gab es auch eine Reuchlinstraße in der Innenstadt nahe des Rathauses, die jedoch in der Nachkriegszeit der Neugestaltung des Viertels um den Marktplatz zum Opfer fiel.

Im Stadtmuseum ist ein Porträt-Relief Reuchlins aus Bronze von Wolfgang Franke ausgestellt. Am Schloßberg und im Stadtgarten stehen seit 1995, dem Jahr von Reuchlins 550. Geburtstag, je ein Reuchlin-Denkmal.

Zur Zeit wird an der Schlosskirche das Reuchlinkolleg wiederaufgebaut.

Geburtsdatum

Manche Quellen geben den 22. Februar 1455 als Geburtsdatum an. Der 29. Januar 1455 ist jedoch das in Fachkreisen als tatsächliches Geburtsdatum anerkannte Datum. Es ist überliefert in einem im Besitz des Reuchlinneffen Dionysius befindlichen Handexemplars von Reuchlins Werk "De rudimentis Hebraicis". Der Band des Neffen gehört heute der Stadt Pforzheim. Der 22. Februar wurde lediglich von dem Reuchlinbiographen Ludwig Geiger errechnet und dann in späteren Büchern übernommen.

Weblinks