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Zur regionalen Geschichte der Baukunst: Unterschied zwischen den Versionen
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Nachdem der Pfälzische Erbfolgekrieg 1697 beendet war, baute man das zerstörte Pforzheim im Stil des [[Barock]] wieder auf. Giebelständige Häuser wurden in der Au und im Giebelviertel erbaut, wo man auf dem vorhandenen mittelalterlichem Grundriss, den Kellern und Steinsockeln aufbaute. An den Stadtplätzen und bei der Zusammenlegung von Parzellen (Marktplatz, Schulplatz, Leopoldplatz) baute man traufständige Barockhäuser mit behäbigen Walmdächern. Kirchenausstattungen im Stil des Barock entstanden im Bereich der Herrschaft [[Hagenschieß-Gemmingen]] im ''„[[Biet]]“'', wo es eine katholische Sonderentwicklung gab. Dazu zählt auch die barocke [[Heilig-Kreuz-Kapelle]] des 1971 eingemeindeten Stadtteils [[Hohenwart]]. Ab 1741 erhielt der Innenraum der [[Heilig-Kreuz-Kapelle]] seine barocke Ausstattung.Eine Besonderheit der Dillweißensteiner [[Liebfrauenkirche]] ist der [[barock]]e Marienaltar aus dem Jahr 1770. Als ''„Nachschöpfung eines Barockbaus“''<ref name="77f">'''Zur regionalen Geschichte der Baukunst. Barock und Rokoko'''. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet, Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 73-102, hier S. 77f.</ref> enstand die [[Einnehmerei]]. |
Nachdem der Pfälzische Erbfolgekrieg 1697 beendet war, baute man das zerstörte Pforzheim im Stil des [[Barock]] wieder auf. Giebelständige Häuser wurden in der Au und im Giebelviertel erbaut, wo man auf dem vorhandenen mittelalterlichem Grundriss, den Kellern und Steinsockeln aufbaute. An den Stadtplätzen und bei der Zusammenlegung von Parzellen (Marktplatz, Schulplatz, Leopoldplatz) baute man traufständige Barockhäuser mit behäbigen Walmdächern. Kirchenausstattungen im Stil des Barock entstanden im Bereich der Herrschaft [[Hagenschieß-Gemmingen]] im ''„[[Biet]]“'', wo es eine katholische Sonderentwicklung gab. Dazu zählt auch die barocke [[Heilig-Kreuz-Kapelle]] des 1971 eingemeindeten Stadtteils [[Hohenwart]]. Ab 1741 erhielt der Innenraum der [[Heilig-Kreuz-Kapelle]] seine barocke Ausstattung.Eine Besonderheit der Dillweißensteiner [[Liebfrauenkirche]] ist der [[barock]]e Marienaltar aus dem Jahr 1770. Als ''„Nachschöpfung eines Barockbaus“''<ref name="77f">'''Zur regionalen Geschichte der Baukunst. Barock und Rokoko'''. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet, Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 73-102, hier S. 77f.</ref> enstand die [[Einnehmerei]]. |
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Von 1760 bis 1833 entstanden folgende repräsentative Gebäude:<ref name="79f">'''Zur regionalen Geschichte der Baukunst. Klassizismus und Biedermeier'''. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet, Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 73-102, hier S. 79f.</ref> |
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* 1766 [[Ehemaliger großer Speicher des Pforzheimer Schloßes|Großer Speicher am Schlossberg]]. |
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* 1765-1770 Pfarrkirche St. Martin in Brötzingen. |
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* 1767 Umbau des Waisenhauses für die Schmuckmanufaktur |
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* 1774-1776 Seehaus im Hagenschieß, Tiefenbronner Straße 201/203 |
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* 1782-1784 Altes Pfarrhaus Brötzingen |
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* 1790 [[Saackescher Pavillon]] |
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* 1816 [[Früheres Haus Benckiser, Östliche Karl-Friedrich-Straße 44| Haus Johann Adam Benckiser jun.]] |
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* 1820/21 [[Haus Samuel Finkenstein]] |
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* 1824 Kirchensaal der [[Altstadtkirche]] |
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* 1826 [[Bohnenberger Schlösschen]] |
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* 1835 [[Haus Casanova]] |
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* 1833 [[Dennigsches Schlößchen|Haus Georg Jakob Dennig]] |
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Das [[Früheres Haus Benckiser, Östliche Karl-Friedrich-Straße 44| Haus Johann Adam Benckiser jun.]] sowie das [[Haus Samuel Finkenstein]] entwarf [[Friedrich Weinbrenner]]. Der Weinbrenner-Schüler [[Karl August Schwarz]] (geb. 1781) entwarf den Kirchensaal der [[Altstadtkirche]] (1824), das [[Bohnenberger Schlösschen]] (1826) und das [[Haus Casanova]] (1835). [[Friedrich Theodor Fischer]] (1803-1867) entwarf die [[Villa Gülich]] (1833)<ref name="79f">'''Zur regionalen Geschichte der Baukunst. Klassizismus und Biedermeier'''. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet, Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 73-102, hier S. 79f.</ref> |
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Version vom 13. Mai 2018, 16:04 Uhr
In Zur regionalen Geschichte der Baukunst zählt Christoph Timm alle Pforzheimer Baudenkmäler auf. In der chronologischen Geschichte und Reihenfolge der Baukunst - von der Antike bis zur Moderne.
Römische Antike
- Gigantenreiter, Archäologischer Schauplatz Kappelhof[1]
-
Kopie eines römischen Viergöttersteins, ehemals Teil einer Jupitersäule, im Stadtmuseum, Orginal im Kappelhof
- Romanik und Frühgotik
- Künstler waren der sog. Maulbronner Paradiesmeister[2] etc.
- spätromanische Burg Liebeneck[2]
- spätromanische Burg Rabeneck, mit dem ältesten vor 1240 entstandenen Gewölbekeller des Stadtkreises.[2]
- Romanischer Leitgastturm[2]
- Romanischer Alter Hoher Turm[2] des Pforzheimer Schloßes
- Romanisches Portal der Altstadtkirche[2]
- Turmhaus Deimlingstraße in Pforzheim
- Romanisches Portal der Schloßkirche[2]
-
Romanisches Portal der Schloßkirche
Hoch- und Spätgotik
Künstler waren Hans Spryß von Zaberfeld , Hans Keppner , Hans Könlin (Kienle) , Anton Gerbel (Bildhauer), Ulrich von Pforzheim (Maler), Hans von Pforzheim (Maler).[3]
- spätgotisches Grabdenkmal Erhart und Ursula Thorlinger (1479)
- Reuchlinkolleg[3]
- Altarschrein aus der Pfarrkirche zu Wimsheim[3]
- Alte Pforzheimer Stadtkirche am Lindenplatz, Kruzifix[3]
- Barfüßerkirche
- Turmhaus an der Reuchlinstraße 8 in Pforzheim
- Das mittelalterliche Fachwerkhaus Belremstraße 33 im Stadtteil Dillweißenstein wurde 1476 erbaut. Es zählt zu den „drei letzten gotischen Fachwerkhäusern des Stadtkreises“[4]
-
Chor der Schloßkirche, Hans Spryß von Zaberfeld
Renaissance
Die Ausbau der Pforzheimer Residenz unter Markgraf Ernst führte zu einer Blüte der Renaissance in Pforzheim. An den beiden markgräflichen Höfen in Baden und Pforzheim arbeitete der Bildhauer Christoph von Urach, ein „Meister des Übergangsstils von der Spätgotik zur Renaissance“.[3] Er schuf im Auftrag Markgraf Ernsts folgende Werke:
- Tumba für Markgraf Ernst und Ursula von Rosenfeld, Frührenaissance (1538)
- Markgraf-Ernst-Brunnen (1538)[3]
- Unteres Schloßtor, Wappenstein Markgraf Ernsts (1538)[3]
- Alte Kanzlei, Wappenstein Markgraf Ernsts(1538) [3]
Die Werkstatt in der Nachfolge Christophs von Urach schuf folgende Werke:
- Stiftertafel des Arztes Johann Widmann
- Grabdenkmal für Markgraf Bernhard den Jüngeren von Baden-Durlach, Sohn Markgraf Ernsts (1553)
- Grabdenkmal für Markgraf Albrecht II. Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach, Schwager Karls II. (1557)
Die Grabdenkmäler aus der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts zeigen die niederländisch beeinflussten Formen der Hoch- und Spätrenaissance.[5] Der Bildhauer Johann(es) von Trarbach schuf im Auftrag Karls II. folgende Werke:
- Unteres Schloßtor, Wappenstein Karls II. (1575)
- Fürstliche Kanzlei, Wappenstein Karls II. (1575)
- Grabdenkmal für Karl II. von Baden-Durlach sowie Kunigunde von Brandenburg-Kulmbach und Anna von Pfalz-Veldenz (1579)
- Grabdenkmal für Anna Marie von Baden-Durlach, Tochter Karls II. (1573)
- Grabdenkmal für Prinz Albrecht den Jüngeren von Baden-Durlach, Sohn Karls II. (1577)
- Grabdenkmal für Prinzessin Marie von Baden-Durlach, Tochter Karls II. (1565)
Das Grabdenkmal für den markgräflichen Kanzler Martin Achtsynit von Niefernburg genannt Amelius sowie Elisabeth geb. von Jestetten und Barbara geb. Goeslin (1590) wurde von dem Bildhauer Martin Kraus geschaffen. [5]
Das Grabdenkmal für die Markgrafen Ernst Friedrich und Jakob III. von Baden-Durlach (1604) könnte Sebastian Götz aus Chur und/oder Steffen Falck geschaffen haben. Beide am Friedrichsbau in Heidelberg tätig. Oder auch die Pforzheimer Werkstatt in der Nachfolge des Jeremias Schwartz von Leonberg.
-
Grabdenkmal für Karl II. u. Frauen, geschaffen von Johann(es) von Trarbach
Barock und Rokoko
Nachdem der Pfälzische Erbfolgekrieg 1697 beendet war, baute man das zerstörte Pforzheim im Stil des Barock wieder auf. Giebelständige Häuser wurden in der Au und im Giebelviertel erbaut, wo man auf dem vorhandenen mittelalterlichem Grundriss, den Kellern und Steinsockeln aufbaute. An den Stadtplätzen und bei der Zusammenlegung von Parzellen (Marktplatz, Schulplatz, Leopoldplatz) baute man traufständige Barockhäuser mit behäbigen Walmdächern. Kirchenausstattungen im Stil des Barock entstanden im Bereich der Herrschaft Hagenschieß-Gemmingen im „Biet“, wo es eine katholische Sonderentwicklung gab. Dazu zählt auch die barocke Heilig-Kreuz-Kapelle des 1971 eingemeindeten Stadtteils Hohenwart. Ab 1741 erhielt der Innenraum der Heilig-Kreuz-Kapelle seine barocke Ausstattung.Eine Besonderheit der Dillweißensteiner Liebfrauenkirche ist der barocke Marienaltar aus dem Jahr 1770. Als „Nachschöpfung eines Barockbaus“[6] enstand die Einnehmerei.
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Heilig-Kreuz-Kapelle, Innenansicht
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Der Barockaltar der Liebfrauenkirche
Klassizismus und Biedermeier
Von 1760 bis 1833 entstanden folgende repräsentative Gebäude:[7]
- 1766 Großer Speicher am Schlossberg.
- 1765-1770 Pfarrkirche St. Martin in Brötzingen.
- 1767 Umbau des Waisenhauses für die Schmuckmanufaktur
- 1774-1776 Seehaus im Hagenschieß, Tiefenbronner Straße 201/203
- 1782-1784 Altes Pfarrhaus Brötzingen
- 1790 Saackescher Pavillon
- 1790 Haus Johann Franz Dennig
- 1790 Haus Christian Friedrich Benckiser
- 1790 Haus Wilhelm Vierordt
- 1789/90 Neues Schulhaus am Schulplatz (Reuchlinstr. 16 – heutige Trasse Deimlingstraße).
- 1816 Haus Johann Adam Benckiser jun.
- 1820/21 Haus Samuel Finkenstein
- 1824 Kirchensaal der Altstadtkirche
- 1826 Bohnenberger Schlösschen
- 1835 Haus Casanova
- 1833 Haus Georg Jakob Dennig
Einzelnachweise
- ↑ Zur regionalen Geschichte der Baukunst. Römische Antike. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet, Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 73-102, hier S. 73.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 2,6 Zur regionalen Geschichte der Baukunst. Romanik und Frühgotik. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet, Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 73-102, hier S. 73f.
- ↑ 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 3,5 3,6 3,7 Zur regionalen Geschichte der Baukunst. Hoch- und Spätgotik. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet, Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 73-102, hier S. 74f.
- ↑ Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet, Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 75 und S. 76.
- ↑ 5,0 5,1 Zur regionalen Geschichte der Baukunst. Renaissance. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet, Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 73-102, hier S. 76f.
- ↑ Zur regionalen Geschichte der Baukunst. Barock und Rokoko. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet, Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 73-102, hier S. 77f.
- ↑ Zur regionalen Geschichte der Baukunst. Klassizismus und Biedermeier. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet, Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 73-102, hier S. 79f.
Literatur
- Zur regionalen Geschichte der Baukunst. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet, Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 73-102.