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Arnold Ginsberger: Unterschied zwischen den Versionen

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Ernst Feuerle (Diskussion | Beiträge)
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[[Datei:ArnoldGinsbergerGrab.jpg|thumb|Grabstein von Arnold Ginsberger auf dem Friedhof in Gurs]]
'''Arnold Ginsberger'''
'''Arnold Ginsberger''' (* [[Geburtstag::22. Dezember]] [[Geburtsjahr::1870]] in {{geboren in|Frankfurt}}, [[Todesjahr::1942]] in {{gestorben in|Gurs}}/Südfrankreich) war [[Ist::Unternehmer|Fabrikant]] in [[Tätig in::Pforzheim]] und [[Ist::NS-Opfer|Opfer der Nationalsozialisten]].

Arnold Ginsberger (geb. [[22. Dezember]] [[1870]] Frankfurt, gest. [[1942]] in Gurs/Südfrankreich) war Fabrikant in Pforzheim und Opfer der [[Nationalsozialisten]].


==Leben==
==Leben==


Arnold Ginsberger war Mitglied der jüdischen Gemeinde in Pforzheim und wohnte in der Osterfeldstraße 33.
Arnold Ginsberger war Mitglied der [[Juden#Neuzeit bis 1945|jüdischen Gemeinde]] in [[Pforzheim]] und wohnte in der [[Osterfeldstraße]] 33.
Im Lagebericht der Gestapo Karlsruhe für die 2. Dezemberwoche 1933 heißt es:
Im Lagebericht der Gestapo Karlsruhe für die 2. Dezemberwoche [[1933]] heißt es:


''„Bei dem Fabrikanten Arnold Ginsberger wurde eine Schreibmaschine beschlagnahmt, die dessen im Schutzhaftlager Heuberg befindlicher Sohn seinerzeit zur Herstellung kommunistischer Flugschriften benutzt hatte“''.
''„Bei dem Fabrikanten Arnold Ginsberger wurde eine Schreibmaschine beschlagnahmt, die dessen im Schutzhaftlager Heuberg befindlicher Sohn seinerzeit zur Herstellung kommunistischer Flugschriften benutzt hatte“''.
Der genannte Sohn [[Edgar Ginsberger]] floh [[1934]]/[[1935]] nach Großbritannien. Im November [[1936]] ging er zu den Internationalen Brigaden zur Verteidigung der spanischen Republik gegen den Militärputsch Francos. Am 7. Januar 1937, bei der Verteidigung Madrids, ermordeten ihn die Francisten. Er wurde auf dem Friedhof in Madrid-Fuencarra begraben. [[1939]] schändeten die Francisten den Ehrenfriedhof für die Kämpfer der Internationalen Brigaden, vernichteten die Gräber und planierten das Gelände. Erst [[1981]] ließ der sozialistische Madrider Bürgermeister die Gedenktafel von 1937 wieder aufstellen.
Der genannte Sohn Edgar floh 1934/35 nach Großbritannien und starb dort 1942.


==Deportation==
==Deportation==


Am 22. Oktober 1940 holten die Nazis Arnold Ginsberger aus seiner Wohnung in der Enzstr.17 und deportierten ihn wie 194 andere jüdische Menschen aus Pforzheim ins Internierungslager Gurs in Südfrankreich, wo er 1942 gestorben ist.
Am 22. Oktober [[1940]] holten die Nazis Arnold Ginsberger aus seiner Wohnung in der Enzstraße 17 (heute [[Jörg-Ratgeb-Straße]]) und deportierten ihn wie 194 andere jüdische Menschen aus Pforzheim ins [[Internierungslager Gurs]] in Südfrankreich, wo er 1942 gestorben ist.


Aus dem Haus Enzstraße 17 wurde auch Edwin Weil nach Gurs und am 12. August 1942 ins Vernichtungslager Auschwitz verschleppt, er ist f.t.e.
Aus dem Haus Enzstraße 17 wurde auch [[Edwin Weil]] nach Gurs und am 12. August 1942 ins Vernichtungslager Auschwitz verschleppt, er ist für tot erklärt.


==Erinnerung==
==Erinnerung==


Im Rahmen der Aktion "Stolpersteine" wurde für Arnold Ginsberger am 28. Mai 20089 ein Stein vor seiner ursprünglichen Wohnadresse in der Osterfeldstr. 33 in den Boden eingelassen.
Im Rahmen der Aktion "[[Stolpersteine]]" wurde für Arnold Ginsberger am 28. Mai 2009 ein Stein vor seiner ursprünglichen Wohnadresse in der Osterfeldstraße 33 in den Boden eingelassen.


==Quellen==
==Quellen==
* Adressbuch Pforzheim
{{Lit. Adressbuch Pforzheim 1939}}
* {{Brändle 1985}}
* Gerhard Brändle: "Die jüdischen Mitbürger der Stadt Pforzheim", herausgegeben von der Stadt Pforzheim, Pforzheim 1985 (1. Auflage) ISBN 3-9800843-1-0

== Weblinks ==
* {{Gedenkverzeichnis|G/Ginsberger,_Arnold|Arnold Ginsberger}}

{{SORTIERUNG:Ginsberger, Arnold}}
[[Kategorie:Mann]]
[[Kategorie:NS-Opfer]]
[[Kategorie:Jude]]
[[Kategorie:Person (Pforzheim)]]

Aktuelle Version vom 11. März 2024, 15:07 Uhr

Grabstein von Arnold Ginsberger auf dem Friedhof in Gurs

Arnold Ginsberger (* 22. Dezember 1870 in Frankfurt, † 1942 in Gurs/Südfrankreich) war Fabrikant in Pforzheim und Opfer der Nationalsozialisten.

Leben

Arnold Ginsberger war Mitglied der jüdischen Gemeinde in Pforzheim und wohnte in der Osterfeldstraße 33.

Im Lagebericht der Gestapo Karlsruhe für die 2. Dezemberwoche 1933 heißt es:

„Bei dem Fabrikanten Arnold Ginsberger wurde eine Schreibmaschine beschlagnahmt, die dessen im Schutzhaftlager Heuberg befindlicher Sohn seinerzeit zur Herstellung kommunistischer Flugschriften benutzt hatte“.

Der genannte Sohn Edgar Ginsberger floh 1934/1935 nach Großbritannien. Im November 1936 ging er zu den Internationalen Brigaden zur Verteidigung der spanischen Republik gegen den Militärputsch Francos. Am 7. Januar 1937, bei der Verteidigung Madrids, ermordeten ihn die Francisten. Er wurde auf dem Friedhof in Madrid-Fuencarra begraben. 1939 schändeten die Francisten den Ehrenfriedhof für die Kämpfer der Internationalen Brigaden, vernichteten die Gräber und planierten das Gelände. Erst 1981 ließ der sozialistische Madrider Bürgermeister die Gedenktafel von 1937 wieder aufstellen.

Deportation

Am 22. Oktober 1940 holten die Nazis Arnold Ginsberger aus seiner Wohnung in der Enzstraße 17 (heute Jörg-Ratgeb-Straße) und deportierten ihn wie 194 andere jüdische Menschen aus Pforzheim ins Internierungslager Gurs in Südfrankreich, wo er 1942 gestorben ist.

Aus dem Haus Enzstraße 17 wurde auch Edwin Weil nach Gurs und am 12. August 1942 ins Vernichtungslager Auschwitz verschleppt, er ist für tot erklärt.

Erinnerung

Im Rahmen der Aktion "Stolpersteine" wurde für Arnold Ginsberger am 28. Mai 2009 ein Stein vor seiner ursprünglichen Wohnadresse in der Osterfeldstraße 33 in den Boden eingelassen.

Quellen

  • Adreßbuch für Pforzheim und Umgebung, Ausgabe 1939, Pforzheim 1939. (online)
  • Gerhard Brändle: „Die jüdischen Mitbürger der Stadt Pforzheim“, herausgegeben von der Stadt Pforzheim, Pforzheim 1985 (1. Auflage) ISBN 3-9800843-1-0

Weblinks