Feier mit! 20 Jahre Pfenz!

Jubiläumsfeier am Montag 18.5. 18:30 und Samstag 23.5. 14:00
in der EngagementWerkStadt, Lammstraße — gerne anmelden, oder einfach vorbeikommen!


Zur Anmeldung als Teilnehmer bitte E-Mail mit Nennung des gewünschten Benutzernamens an: E-Mail: pfenzmail.de

Idel Bensinger: Unterschied zwischen den Versionen

Von PFENZ
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Inhalt gelöscht Inhalt hinzugefügt
Ernst Feuerle (Diskussion | Beiträge)
Die Seite wurde neu angelegt: „'''Idel Bensinger''' (geb. 4. März 1920 in Pforzheim) war Schülerin in Pforzheim und Opfer der antisemitischen Maßnahmen der NS-Herrschaft. == Diskrimin…“
 
Schmelzle (Diskussion | Beiträge)
Keine Bearbeitungszusammenfassung
 
(12 dazwischenliegende Versionen von 3 Benutzern werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
'''Idel Bensinger''' (geb. 4. März [[1920]] in Pforzheim) war Schülerin in Pforzheim und Opfer der antisemitischen Maßnahmen der NS-Herrschaft.
'''Ida Irma Bensinger''' (* [[Geburtstag::4. März]] [[Geburtsjahr::1920]] in {{Geboren in|Pforzheim}}; † [[Todestag::28. März]] [[Todesjahr::2007]] in {{Gestorben in|La Paz}}), genannt ''Idel'', war Schülerin in ihrer Geburtsstadt [[Tätig in::Pforzheim]]. Sie [[Ist (unverlinkt)::jüdische Emigrantin|wanderte]] mit ihren Eltern während der Judenverfolgung im [[Nationalsozialismus]] nach Bolivien aus.


== Leben ==
Sie war die Tochter von Salomon Bensinger (1886-1976) und Eugenie Bensinger geb. Feibelmann (1893-1976).


Idel Bensinger musste [[1936]] das [[Hilda-Gymnasium]] verlassen:
== Diskriminierung ==
''„Aus den letzten Jahren in der Hilda-Schule kann ich mich erinnern, dass wir jüdischen Schüler nicht mehr in der gleichen Schulbank sitzen durften wie die 'arischen' Mädchen, sondern man setzte uns in die hintersten Bänke. Auch konnten wir nicht mehr zusammen spielen in den Pausen oder auf dem Schulhof, d.h. man isolierte uns vollständig..."''


Wie ihr Bruder [[Hans Bensinger|Hans]] musste sie miterleben, wie die Gestapo am [[10. November 1938]] den Vater abholte, ohne Angabe des „Warum“ und „Wohin“:
Idel Bensinger musste [[1936]] das Hilda-Gymnasium verlassen:
''"Aus den letzten Jahren in der Hilda-Schule kann ich mich erinnern, dass wir jüdischen Schüler nicht mehr in der gleichen Schulbank sitzen durften wie die 'arischen' Mädchen, sondern man setzte uns in die hintersten Bänke. Auch konnten wir nicht mehr zusammen spielen in den Pausen oder auf dem Schulhof, d.h. man isolierte uns vollständig..."''

== 10. November 1938==

Wie ihr Bruder Hans musste sie miterleben, wie die Gestapo am 10. November [[1938]] den Vater abholte, ohne Angabe des „Warum“ und „Wohin“:


''„Mein Vater war gerade dabei, die Fensterläden zuzumachen, als es zwischen ½ 6 und 6 Uhr klingelte. Ich machte die Tür auf, und es waren zwei von der Gestapo, die mit Herrn Bensinger sprechen wollten’.
''„Mein Vater war gerade dabei, die Fensterläden zuzumachen, als es zwischen ½ 6 und 6 Uhr klingelte. Ich machte die Tür auf, und es waren zwei von der Gestapo, die mit Herrn Bensinger sprechen wollten’.
Zeile 15: Zeile 13:
''Sie sagten meinem Vater, dass sie Befehl hätten, ihn abzuholen…Meine Mutter machte einen kleinen Koffer fertig, wir wusste natürlich nicht, dass Dachau die Endstation war, dies erfuhren wir erst später…
''Sie sagten meinem Vater, dass sie Befehl hätten, ihn abzuholen…Meine Mutter machte einen kleinen Koffer fertig, wir wusste natürlich nicht, dass Dachau die Endstation war, dies erfuhren wir erst später…
''Man kann sich die Angst nicht vorstellen, die wir alle hatten um unseren Vater sowie um uns selbst…“''
''Man kann sich die Angst nicht vorstellen, die wir alle hatten um unseren Vater sowie um uns selbst…“''
''''

== Flucht ==

Idel konnte mit ihrer Mutter Eugenie und ihrem Bruder Hans [[1939]] nach Bolivien ausreisen; der Vater Salomon erreichte im selben Jahr noch rechtzeitig eine Überfahrt in die USA.


Idel konnte mit ihrer Mutter Eugenie und ihrem Bruder Hans [[1939]] nach Bolivien ausreisen. Der Vater Salomon erreichte im selben Jahr noch rechtzeitig eine Überfahrt in die USA und zog dann auch weiter nach Bolivien.
== Erinnerung ==


Sie heiratete Andres Jorge Simon (1914-2005), mit dem sie in La Paz lebte. Der Ehe entstammten ein Sohn und zwei Töchter.
Im Rahmen der Aktion „Stolpersteine“ wurde für Idel Bensinger am 27. 1. [[2011]] ein Stein vor ihrer früheren Schule, dem Hilda-Gymnasium, in den Boden eingelassen.


==Erinnerung==
Im Rahmen der Aktion „[[Stolpersteine]]“ wurde für Ida Bensinger am [[Stolpersteine 27. Januar 2011|27. Januar 2011]] ein Stein vor ihrer früheren Schule in den Boden eingelassen.


Ihr Name steht auf den Erinnerungstafeln für die Kinder und Lehrkräfte am Schulgetto an der [[Osterfeldschule]] in den Eingangsbereichen der Osterfeld-Schule und des [[Kulturhaus Osterfeld|Kulturhauses Osterfeld]].
== Literatur ==


==Literatur==
- Gerhard Brändle, Sarah Hary: "„... als ob wir Feinde wären“: jüdische Kinder und Jugendliche in Pforzheim [[1933]] bis [[1945]]: vom Schul-Getto am Osterfeld zur Deportation ins Lager Gurs"; herausgegeben vom Kulturamt der Stadt Pforzheim, Pforzheim 2000 ISBN 3-933924-01-4 erschienen in der Reihe Pforzheimer Hefte
*{{Brändle 2000}}
*derselbe: ''"Die wechselhafte Geschichte der Osterfeld-Schule in zehn Abteilungen mit 50 Bildern und Dokumenten"'', in: Osterfeldschulen (Hrsg.), Festschrift zum Schuljubiläum Juli 2000, Pforzheim, 2000
*{{Brändle 2011}}


==Weblinks==
* {{Gedenkverzeichnis|B/Bensinger,_Ida_Irma|Ida Irma Bensinger}}
* [https://www.geni.com/people/Idel-Bensinger/6000000007273780348 geni.com]


{{SORTIERUNG:Bensinger, Idel}}
== Weblinks ==
[[Kategorie:Frau]]
Eintrag Idel Bensinger in der Datenbank der zwischen [[1919]] und [[1945]] in Pforzheim geborenen bzw. ansässigen jüdischen Bürgerinnen und Bürger und deren Schicksale auf der offiziellen Webpräsenz der Stadt Pforzheim
[[Kategorie:Jude]]
[[Kategorie:Person (Pforzheim)]]
[[Kategorie:NS-Opfer]]

Aktuelle Version vom 27. November 2020, 21:17 Uhr

Ida Irma Bensinger (* 4. März 1920 in Pforzheim; † 28. März 2007 in La Paz), genannt Idel, war Schülerin in ihrer Geburtsstadt Pforzheim. Sie wanderte mit ihren Eltern während der Judenverfolgung im Nationalsozialismus nach Bolivien aus.

Leben

Sie war die Tochter von Salomon Bensinger (1886-1976) und Eugenie Bensinger geb. Feibelmann (1893-1976).

Idel Bensinger musste 1936 das Hilda-Gymnasium verlassen: „Aus den letzten Jahren in der Hilda-Schule kann ich mich erinnern, dass wir jüdischen Schüler nicht mehr in der gleichen Schulbank sitzen durften wie die 'arischen' Mädchen, sondern man setzte uns in die hintersten Bänke. Auch konnten wir nicht mehr zusammen spielen in den Pausen oder auf dem Schulhof, d.h. man isolierte uns vollständig..."

Wie ihr Bruder Hans musste sie miterleben, wie die Gestapo am 10. November 1938 den Vater abholte, ohne Angabe des „Warum“ und „Wohin“:

„Mein Vater war gerade dabei, die Fensterläden zuzumachen, als es zwischen ½ 6 und 6 Uhr klingelte. Ich machte die Tür auf, und es waren zwei von der Gestapo, die mit Herrn Bensinger sprechen wollten’.

Sie sagten meinem Vater, dass sie Befehl hätten, ihn abzuholen…Meine Mutter machte einen kleinen Koffer fertig, wir wusste natürlich nicht, dass Dachau die Endstation war, dies erfuhren wir erst später… Man kann sich die Angst nicht vorstellen, die wir alle hatten um unseren Vater sowie um uns selbst…“

Idel konnte mit ihrer Mutter Eugenie und ihrem Bruder Hans 1939 nach Bolivien ausreisen. Der Vater Salomon erreichte im selben Jahr noch rechtzeitig eine Überfahrt in die USA und zog dann auch weiter nach Bolivien.

Sie heiratete Andres Jorge Simon (1914-2005), mit dem sie in La Paz lebte. Der Ehe entstammten ein Sohn und zwei Töchter.

Erinnerung

Im Rahmen der Aktion „Stolpersteine“ wurde für Ida Bensinger am 27. Januar 2011 ein Stein vor ihrer früheren Schule in den Boden eingelassen.

Ihr Name steht auf den Erinnerungstafeln für die Kinder und Lehrkräfte am Schulgetto an der Osterfeldschule in den Eingangsbereichen der Osterfeld-Schule und des Kulturhauses Osterfeld.

Literatur

  • Gerhard Brändle mit Sarah Hary: „... als ob wir Feinde wären“: jüdische Kinder und Jugendliche in Pforzheim 1933 bis 1945: vom Schul-Getto am Osterfeld zur Deportation ins Lager Gurs (= Pforzheimer Hefte Nr. 10); herausgegeben vom Kulturamt der Stadt Pforzheim, Pforzheim 2000 ISBN 3-933924-01-4
  • derselbe: "Die wechselhafte Geschichte der Osterfeld-Schule in zehn Abteilungen mit 50 Bildern und Dokumenten", in: Osterfeldschulen (Hrsg.), Festschrift zum Schuljubiläum Juli 2000, Pforzheim, 2000
  • Gerhard Brändle, mit Rebecca Eger: Schikaniert, diskriminiert, vertrieben, deportiert...: Biographien der Kinder und Lehrkräfte am "Schulgetto" an der Osterfeld- bzw. Hindenburg-Schule in Pforzheim 1936–1938, veröffentlicht anlässlich der Einweihung der Gedenktafeln in der Osterfeld-Schule und im Kulturhaus Osterfeld am 27.1.2011; herausgegeben von der Osterfeld-Realschule, Pforzheim 2011 [ohne ISBN]

Weblinks