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Villa rustica Kieselbronn

Von Stadtwiki

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Die Villa rustica von Kieselbronn (Villa rustica Aspenwald) ist eine Villa rustica auf der Gemarkung von Kieselbronn.

Inhaltsverzeichnis

Aufbau

Während den archäologischen Grabungen Ende der 1950er wurden nur zwei Gebäude teilweise untersucht. Das Hauptgebäude war eine Risalitvilla, die nach Süden ausgerichtet war und sich im nordwestlichen Hofgelände befand. In ihm befanden sich u. a. ein Heizraum, ein eingebautes Bad und ein Keller. Das zweite, etwa 24 m x 36 m großes Gebiet lag östlich davon. Es diente vielleicht als Wohnstätte für das Gesinde und für die Geräte- und Erntelagerung. Für eine sichere Aussage waren die Ausgrabungen nicht ausreichend.[1] Beide Gebäude fanden sich an der Nordseite der 190 m x 170 m großen Anlage, die von einer Mauer umrahmt war. Die Mauer ist im Wald noch als Erhebung erkennbar. An der östlichen Ecke befand sich eine zusätzliche ummauerte Fläche mit Maßen zwischen 45 und 60 m.[2] Ferner fand man auf dem Gelände einen Teil eines Schafts einer Jupitergigantensäule.

Aufgrund des Wassermangels im Aspenwald ist die Wasserversorgung der Villa rustica ungeklärt. Der Archäologe Hugonot vermutet in der Villa eine Straßenstation.[3] Die Erbauung wird in die erste Hälfte des 2. Jahrhunderts geschätzt, allerdings fehlen Funde, welche eine Datierung ermöglichen könnten.[4]

Hügel mit Mauerresten des östlichen Gebäudes

Entdeckung und Ausgrabung

Seit der frühen Neuzeit sind die sichtbaren Reste des Hauptgebäudes als "Schlössle" bekannt. Als römische Anlage ist sie seit 1833 bekannt. 1958 und 1959 wurde eine unvollständige archäologische Grabung durchgeführt. Unter anderen wurden Reste von Verputz, eine Heizanlage und ein Wandgemälde gefunden. Einzelne Funde befinden sich heute in der archäologischen Sammlung der Stadt Pforzheim. Nach den Grabungen wurde die Anlage wieder aufgeschüttet.

Schlossfräulein

Die Villa war bereits lange als "Schlössle" den Einwohnern bekannt und diente auch zur Beschaffung von Baumaterialien[5] Um das Schlössle rankten sich Legenden über ein Schlossfräulein, die angeblich nur Leute sehen konnten, die am 29. Februar geboren wurden. Eine weitere Sage erzählt, dass es unter dem Schlössle einen unterirdischen Gang nach Pforzheim gibt.[6] Der Künstler Fritz Theilmann fertigte eine Skulptur vom Schlossfräulein, die sich heute am Brunnen vor dem Kieselbronner Rathaus befindet.

Lage

Tafel am Wegesrand

Die Villa rustica befindet sich im Gewann "Im Schlößle" im Aspenwald. Die südöstliche Ecke gehört bereits zur Enzberger Gemarkung. Eine Tafel am Waldrand verweist heute auf die Villa rustica.

Einzelnachweise

  1. Information der Tafel bei der Villa rustica
  2. Jean-Claude Hugonot: Das Schlössle - Die römische Niederlassung. In: Ein Juwel im Lande Baden. Das Dorf Kieselbronn. Bd. 2. Hrgg. von Bärbel Rudin. Pforzheim 2000. S. 302
  3. Jean-Claude Hugonot: Das Schlössle - Die römische Niederlassung. In: Ein Juwel im Lande Baden. Das Dorf Kieselbronn. Bd. 2. Hrgg. von Bärbel Rudin. Pforzheim 2000. S. 303
  4. Tafelinformation
  5. vgl. http://www.pz-news.de/region/sonstige/95601/
  6. http://www.pz-news.de/region/sonstige/95601/
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