Euthanasie

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Euthanasie war ab 1939 die Bezeichnung für den Mord an Behinderten.

Begriff

Euthanasie, verschleiernder Begriff für "Sterbehilfe" oder "Gnadentod", begann bezeichnenderweise am 1. September 1939, am Tag des Überfalls der deutschen Wehrmacht auf Polen, mit einem Geheimbefehl Adolf Hitlers. Der Zusammenhang zwischen Eroberungskrieg und "Euthanasie" ist aus der Sicht des NS-Regimes ein wirtschaftlicher, nämlich die Beseitigung "unnützer Esser".

Über Durchführung und Opfer der Euthanasie-Mordaktion aus Pforzheim ist noch wenig bekannt, nur das Denkmal für die Opfer des Nazi-Regimes auf dem Hauptfriedhof in Pforzheim erinnert an dieses tabuisierte Kapitel der nationalsozialistischen Verbrechensgeschichte.


Opfer in Pforzheim

Bis 2005 war nur den Akten der Friedhofsverwaltung zu entnehmen, dass 30 der Steine des Denkmals für die Opfer des Nazi-Regimes an Opfer der Euthanasie–Mordaktion erinnern, denn das Todesjahr ist 1940 und als „Todes“-Orte sind sechzehnmal Grafeneck und jeweils siebenmal Hartheim und Sonnenstein aufgeführt, jeweils Anstalten für Behinderte, ab 1940 durch das NS-Regime zu Mordstätten umfunktioniert. Die jüngsten Opfer der Euthanasiemorde aus Pforzheim bzw. Spöck waren mit acht, zwölf und 13 Jahren noch Kinder, die älteste Ermordete war 66 Jahre alt.

Für die weiteren elf ursprünglich genannten Opfer sind als Todesorte genannt: viermal Konzentrationslager Brandenburg, dreimal Konzentrationslager Dachau, zweimal Konzentrationslager Auschwitz und je einmal KZ Bergen-Belsen und Oranienburg. Karl Bührer, für den 1993 ein Stein ergänzt wurde, "starb" Ende 1942 im Zuchthaus Brandenburg.

Aus einer Liste der Anstalt Hub bei Rastatt, die erst vor einigen Jahren aufgetaucht ist, gehen 79 Namen von Opfern hervor, die, aus dem „Unterstützungswohnsitz“ Pforzheim stammend, 1940 von der Anstalt Hub in die Euthanasie-Mordanstalt Grafeneck transportiert und dort umgebracht wurden.


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