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Ernst Feuerle (Diskussion | Beiträge)
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'''Karl Richardon''' (27. 6. 1899 Wiernsheim 31. 8. 1970 Pforzheim) ist Schlosser, Gemeinderat in Pforzheim und Gegner der Nationalsozialisten
'''Karl Richardon''' ([[27. Juni]] [[1899]] in [[Wiernsheim]], [[31. August]] [[1970]] in [[Pforzheim]]) war Schlosser, Gemeinderat in Pforzheim und Gegner der [[Nationalsozialist]]en.




== In der Weimarer Republik ==
== In der Weimarer Republik ==


Karl Richardon lernt den Beruf des Schlossers, nach 1918 wird er Mitglied der SPD und 1930 zum Gemeinderat in Pforzheim gewählt. Er ist Mitglied des „Reichsbanners“ und der „Eisernen Front“, den Organisationen der SPD und Gewerkschaften zur Verteidigung der Republik. Bei den „Freien Radlern“, dem „Arbeiter-Rad- und Kraftfahrbund Solidarität“, ist er aktiv, ab 1932 auch im Vorstand.
Karl Richardon lernt den Beruf des Schlossers, nach 1918 wird er Mitglied der [[SPD]] und [[1930]] zum Gemeinderat in Pforzheim gewählt. Er ist Mitglied des „Reichsbanners“ und der „Eisernen Front“, den Organisationen der SPD und [[Gewerkschaft]]en zur Verteidigung der Republik. Bei den „Freien Radlern“, dem „Arbeiter-Rad- und Kraftfahrbund Solidarität“, ist er aktiv, ab [[1932]] auch im Vorstand.



== Gegen den Faschismus ==
== Gegen den Faschismus ==


Am 4. 4. 1933 erklärt das badische Staatsministerium, dass der Arbeiter-Rad- und Kraftfahrbund Solidarität aufgelöst und sein Vermögen beschlagnahmt ist. Nach der Auflösung der SPD durch die NSDAP am 22. 6. 1933 durch den Reichsminister des Inneren arbeitet Karl Richardon bei der inzwischen illegalen Sozialistischen Arbeiterpartei (SAP) in Pforzheim mit und übernimmt Verantwortung für die Leitung einer Dreiergruppe im antifaschistischen Widerstand in Pforzheim. 1935 kommt es zu ersten Verhören von SAP-Leuten durch die Gestapo, u.a. werden Karl Otto Bührer und Karl Schroth kurzfristig verhaftet. Erst am 9. 6. 1938 gelingt der Gestapo die Verhaftung von Karl Richardon, am 14. 3. 1939 steht er zusammen mit Otto Habmann, Konrad Söll, Hans Brammer, Ludwig Bub, Arthur Wenger, Karl Ohlau, Adolf Mocker, Otto Knöller und Josef Dörflinger vor dem Oberlandesgericht Stuttgart wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“. Karl Richardon wird zu drei Jahren Gefängnis verurteilt, es ist nicht bekannt, wo er bis zum 14. 12. 1940 inhaftiert ist.
Am [[4. April]] [[1933]] erklärt das [[badisch]]e Staatsministerium, dass der Arbeiter-Rad- und Kraftfahrbund Solidarität aufgelöst und sein Vermögen beschlagnahmt ist. Nach der Auflösung der SPD am [[22. Juni]] 1933 durch den Reichsminister des Inneren arbeitet Karl Richardon bei der inzwischen illegalen [[Sozialistische Arbeiterpartei|Sozialistischen Arbeiterpartei]] (SAP) in Pforzheim mit und übernimmt Verantwortung für die Leitung einer Dreiergruppe im antifaschistischen Widerstand in Pforzheim. [[1935]] kommt es zu ersten Verhören von SAP-Leuten durch die [[Gestapo]], u.a. werden [[Karl Otto Bührer]] und [[Karl Schroth]] kurzfristig verhaftet. Erst am [[9. Juni]] [[1938]] gelingt der Gestapo die Verhaftung von Karl Richardon, am 14. März 1939 steht er zusammen mit Otto Habmann, Konrad Söll, [[Hans Brammer]], Ludwig Bub, Arthur Wenger, Karl Ohlau, Adolf Mocker, Otto Knöller und Josef Dörflinger vor dem Oberlandesgericht Stuttgart wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“. Karl Richardon wird zu drei Jahren Gefängnis verurteilt, es ist nicht bekannt, wo er bis zum 14. Dezember 1940 inhaftiert ist.



== Nach 1945: Für das Gemeinwesen ==
== Nach 1945: Für das Gemeinwesen ==


Von 1946 bis 1965 ist er für die SPD Mitglied im Pforzheimer Gemeinderat, zeitweise ist er Kreisvorsitzender der SPD. In der „Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes“ (VVN) engagiert er sich für die Überlebenden des Nazi-Terrors, für die Überlebenden der Konzentrationslager, 1947 wird er zum öffentlichen Anwalt für Wiedergutmachung beim Amtsgericht Pforzheim berufen und versucht, den von 1933 bis 1945 durch das NS-Regime Geschädigten zumindest materiell zu ihrem Recht zu verhelfen. 1967 erhält er den Ehrenring der Stadt Pforzheim. Er ist am 31. 8. 1970 gestorben.
Von [[1946]] bis [[1965]] ist Karl Richardon für die SPD Mitglied im Pforzheimer Gemeinderat, zeitweise ist er Kreisvorsitzender der SPD. In der „Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes“ (VVN) engagiert er sich für die Überlebenden des Nazi-Terrors, für die Überlebenden der Konzentrationslager, [[1947]] wird er zum öffentlichen Anwalt für Wiedergutmachung beim [[Amtsgericht Pforzheim]] berufen und versucht, den von 1933 bis 1945 durch das NS-Regime Geschädigten zumindest materiell zu ihrem Recht zu verhelfen. [[1967]] erhält er den [[Ehrenring der Stadt Pforzheim]]. Karl Richardon stirbt am 31. August 1970.



== Literatur ==
== Literatur ==
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* Christian Groh, Das war das 20. Jahrhundert in Pforzheim, Gudensberg-Gleichen, 2000
* Christian Groh, Das war das 20. Jahrhundert in Pforzheim, Gudensberg-Gleichen, 2000
* Karl Schroth, Und immer wieder für die Freiheit, Pforzheim, 1977
* Karl Schroth, Und immer wieder für die Freiheit, Pforzheim, 1977

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Version vom 10. März 2008, 00:26 Uhr

Karl Richardon (27. Juni 1899 in Wiernsheim, † 31. August 1970 in Pforzheim) war Schlosser, Gemeinderat in Pforzheim und Gegner der Nationalsozialisten.

In der Weimarer Republik

Karl Richardon lernt den Beruf des Schlossers, nach 1918 wird er Mitglied der SPD und 1930 zum Gemeinderat in Pforzheim gewählt. Er ist Mitglied des „Reichsbanners“ und der „Eisernen Front“, den Organisationen der SPD und Gewerkschaften zur Verteidigung der Republik. Bei den „Freien Radlern“, dem „Arbeiter-Rad- und Kraftfahrbund Solidarität“, ist er aktiv, ab 1932 auch im Vorstand.

Gegen den Faschismus

Am 4. April 1933 erklärt das badische Staatsministerium, dass der Arbeiter-Rad- und Kraftfahrbund Solidarität aufgelöst und sein Vermögen beschlagnahmt ist. Nach der Auflösung der SPD am 22. Juni 1933 durch den Reichsminister des Inneren arbeitet Karl Richardon bei der inzwischen illegalen Sozialistischen Arbeiterpartei (SAP) in Pforzheim mit und übernimmt Verantwortung für die Leitung einer Dreiergruppe im antifaschistischen Widerstand in Pforzheim. 1935 kommt es zu ersten Verhören von SAP-Leuten durch die Gestapo, u.a. werden Karl Otto Bührer und Karl Schroth kurzfristig verhaftet. Erst am 9. Juni 1938 gelingt der Gestapo die Verhaftung von Karl Richardon, am 14. März 1939 steht er zusammen mit Otto Habmann, Konrad Söll, Hans Brammer, Ludwig Bub, Arthur Wenger, Karl Ohlau, Adolf Mocker, Otto Knöller und Josef Dörflinger vor dem Oberlandesgericht Stuttgart wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“. Karl Richardon wird zu drei Jahren Gefängnis verurteilt, es ist nicht bekannt, wo er bis zum 14. Dezember 1940 inhaftiert ist.

Nach 1945: Für das Gemeinwesen

Von 1946 bis 1965 ist Karl Richardon für die SPD Mitglied im Pforzheimer Gemeinderat, zeitweise ist er Kreisvorsitzender der SPD. In der „Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes“ (VVN) engagiert er sich für die Überlebenden des Nazi-Terrors, für die Überlebenden der Konzentrationslager, 1947 wird er zum öffentlichen Anwalt für Wiedergutmachung beim Amtsgericht Pforzheim berufen und versucht, den von 1933 bis 1945 durch das NS-Regime Geschädigten zumindest materiell zu ihrem Recht zu verhelfen. 1967 erhält er den Ehrenring der Stadt Pforzheim. Karl Richardon stirbt am 31. August 1970.

Literatur

  • Gerhard Brändle, Die jüdischen Mitbürger der Stadt Pforzheim, Pforzheim, 1985
  • Klaus Dagenbach, Markus Rupp, Die Pforzheimer SAPD im Widerstand, Pforzheim, 1995
  • Christian Groh, Das war das 20. Jahrhundert in Pforzheim, Gudensberg-Gleichen, 2000
  • Karl Schroth, Und immer wieder für die Freiheit, Pforzheim, 1977