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Ernst Jetter: Unterschied zwischen den Versionen

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Der Textilkaufmann Ernst Jetter gehört in der Endphase der Weimarer Republik zu den Aktivisten der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) in Pforzheim. Zusammen mit der Sozialistischen Arbeiterpartei (SAP), mit [[Karl Otto Bührer]] und [[Karl Schroth]] demonstriert die KPD am [[16. Juli]] [[1932]] in Pforzheim gegen die Gefahr der anwachsenden NSDAP mit der Parole: ''"Wenn wir zusammenstehn, müssen Hitler und Papen stempeln gehn!"''
Der Textilkaufmann Ernst Jetter gehört in der Endphase der Weimarer Republik zu den Aktivisten der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) in Pforzheim. Zusammen mit der Sozialistischen Arbeiterpartei (SAP), mit [[Karl Otto Bührer]] und [[Karl Schroth]] demonstriert die KPD am [[16. Juli]] [[1932]] in Pforzheim gegen die Gefahr der anwachsenden NSDAP mit der Parole: ''"Wenn wir zusammenstehn, müssen Hitler und Papen stempeln gehn!"''


Nach einer Verhaftungswelle am [[10. März]] [[1933]] in Pforzheim ist Ernst Jetter wie über 50 weitere Nazi-Gegner, überwiegend KPD-Mitglieder, ohne Anklage oder Gerichtsentscheid in sogenannter „Schutzhaft“ in Pforzheim, dann im Konzentrationslager Heuberg (auf der Schwäbischen Alb) und im KZ Kislau (bei Bruchsal).
Nach einer Verhaftungswelle am [[13. März]] [[1933]] in Pforzheim ist Ernst Jetter wie über 50 weitere Nazi-Gegner, überwiegend KPD-Mitglieder, ohne Anklage oder Gerichtsentscheid in sogenannter „Schutzhaft“ in Pforzheim, dann ab 29. 5. 1933 im Konzentrationslager Heuberg (auf der Schwäbischen Alb) und ab Dezember 1933 im KZ Kislau (bei Bruchsal).
Kaum Anfang September [[1934]] in Freiheit, wird er wieder bis Oktober [[1935]] in Kislau eingesperrt. Da er anschließend sofort weiter Flugblätter gegen das NS-Regime verfasst und verteilt, ist er ab dem [[20. April]] [[1936]] inhaftiert, das Oberlandesgericht Karlsruhe verurteilt ihn am [[10. September]] [[1936]] zu zwei Jahren Gefängnis, die er in den Gefängnissen in Karlsruhe und Ulm absitzen muss.
Am 16. 3. 1934 aus Kislau entlassen, wird er am 16. 5. 1934 erneut verhaftet und im Gefängnis an der Rohrstraße bzw. in Kislau eingesperrt. Da er anschließend sofort weiter Flugblätter gegen das NS-Regime verfasst und verteilt, ist er ab dem [[20. April]] [[1936]] wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" inhaftiert, das Oberlandesgericht Karlsruhe verurteilt ihn am [[10. September]] [[1936]] zu zwei Jahren Gefängnis, die er in den Gefängnissen in Karlsruhe und Ulm absitzen muss.
Statt der Freiheit erwarten ihn am [[10. März]] [[1938]] Gestapo-Männer am Gefängnistor, verschleppen ihn in „Schutzhaft“ ins Konzentrationslager Dachau und ab [[27. September]] [[1939]] bis zur Befreiung am [[5. Mai]] [[1945]] in das KZ Mauthausen.
Statt der Freiheit erwarten ihn am [[10. März]] [[1938]] Gestapo-Männer am Gefängnistor, verschleppen ihn in „Schutzhaft“ ins Konzentrationslager Dachau und ab [[27. September]] [[1939]] bis zur Befreiung am [[5. Mai]] [[1945]] in das KZ Mauthausen.


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==Literatur==
==Literatur==
* Ausstellung: Mut zum Widerstehen – Pforzheim 1933 – 1945, Dokumentation der Ausstellungstafeln, Hrsg.: Stadtjugendring Pforzheim und Volkshochschule, Redaktion: Gerhard Brändle, Pforzheim, 1995
* Ausstellung: Mut zum Widerstehen – Pforzheim 1933 – 1945, Dokumentation der Ausstellungstafeln, Hrsg.: Stadtjugendring Pforzheim und Volkshochschule, Redaktion: Gerhard Brändle, Pforzheim, 1995
* Ernst Jetter, Brief vom 31. 5. 1948 an Bekannte, abgedruckt in: Dagenbach, Klaus, Rupp, Markus, Die Pforzheimer SAPD im Widerstand, Pforzheim, 1995, S. 107 ff.
* [[Pforzheimer Kurier]] vom 24. November 1993
* [[Pforzheimer Kurier]] vom 24. November 1993
* Studienkreis: Deutscher Widerstand (Hsrg.), Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstands und der Verfolgung 1933 – 1945, Bd. 5, Baden-Württemberg I, Frankfurt/M., 1991
* Studienkreis: Deutscher Widerstand (Hsrg.), Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstands und der Verfolgung 1933 – 1945, Bd. 5, Baden-Württemberg I, Frankfurt/M., 1991

Version vom 7. März 2008, 14:28 Uhr

Ernst Jetter (* 1891; † unbekannt ) war Gegner des NS-Regimes und Kommunist in Pforzheim.

Der Textilkaufmann Ernst Jetter gehört in der Endphase der Weimarer Republik zu den Aktivisten der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) in Pforzheim. Zusammen mit der Sozialistischen Arbeiterpartei (SAP), mit Karl Otto Bührer und Karl Schroth demonstriert die KPD am 16. Juli 1932 in Pforzheim gegen die Gefahr der anwachsenden NSDAP mit der Parole: "Wenn wir zusammenstehn, müssen Hitler und Papen stempeln gehn!"

Nach einer Verhaftungswelle am 13. März 1933 in Pforzheim ist Ernst Jetter wie über 50 weitere Nazi-Gegner, überwiegend KPD-Mitglieder, ohne Anklage oder Gerichtsentscheid in sogenannter „Schutzhaft“ in Pforzheim, dann ab 29. 5. 1933 im Konzentrationslager Heuberg (auf der Schwäbischen Alb) und ab Dezember 1933 im KZ Kislau (bei Bruchsal). Am 16. 3. 1934 aus Kislau entlassen, wird er am 16. 5. 1934 erneut verhaftet und im Gefängnis an der Rohrstraße bzw. in Kislau eingesperrt. Da er anschließend sofort weiter Flugblätter gegen das NS-Regime verfasst und verteilt, ist er ab dem 20. April 1936 wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" inhaftiert, das Oberlandesgericht Karlsruhe verurteilt ihn am 10. September 1936 zu zwei Jahren Gefängnis, die er in den Gefängnissen in Karlsruhe und Ulm absitzen muss. Statt der Freiheit erwarten ihn am 10. März 1938 Gestapo-Männer am Gefängnistor, verschleppen ihn in „Schutzhaft“ ins Konzentrationslager Dachau und ab 27. September 1939 bis zur Befreiung am 5. Mai 1945 in das KZ Mauthausen.

Nach dem Krieg arbeitet Ernst Jetter bei der Stadt Pforzheim als Abteilungsleiter des Ernährungsamts.

Literatur

  • Ausstellung: Mut zum Widerstehen – Pforzheim 1933 – 1945, Dokumentation der Ausstellungstafeln, Hrsg.: Stadtjugendring Pforzheim und Volkshochschule, Redaktion: Gerhard Brändle, Pforzheim, 1995
  • Ernst Jetter, Brief vom 31. 5. 1948 an Bekannte, abgedruckt in: Dagenbach, Klaus, Rupp, Markus, Die Pforzheimer SAPD im Widerstand, Pforzheim, 1995, S. 107 ff.
  • Pforzheimer Kurier vom 24. November 1993
  • Studienkreis: Deutscher Widerstand (Hsrg.), Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstands und der Verfolgung 1933 – 1945, Bd. 5, Baden-Württemberg I, Frankfurt/M., 1991