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Wilhelm Ganzhorn: Unterschied zwischen den Versionen
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Während seiner Neuenbürger Zeit und besonders in den Revolutionsjahren [[1848]]/[[1849]] betätigte Wilhelm Ganzhorn sich politisch, wobei er zunächst für eine konstitutionelle Monarchie, später für eine demokratische Republik eintrat. Anfang der [[1850er]]-Jahre, als die Revolution gescheitert war und Ganzhorn mit seinen politischen Standpunkten auch beruflich schlechte Aussichten hatte, änderte er diese und gab sich von da an regierungstreu. |
Während seiner Neuenbürger Zeit und besonders in den Revolutionsjahren [[1848]]/[[1849]] betätigte Wilhelm Ganzhorn sich politisch, wobei er zunächst für eine konstitutionelle Monarchie, später für eine demokratische Republik eintrat. Anfang der [[1850er]]-Jahre, als die Revolution gescheitert war und Ganzhorn mit seinen politischen Standpunkten auch beruflich schlechte Aussichten hatte, änderte er diese und gab sich von da an regierungstreu. |
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In dieser Zeit - auf seinem Schreibtisch fand er bei seinem Amtsantritt zu seinem Entsetzen Aktenberge beinahe bis zur Decke vor - fasste er neuen Mut, als ihn der Gerichtsdiener ermunterte, nach dem Tageswerk in die Natur zu ziehen. (lt. [[Hubert Mahle]] in der Broschüre Das stille Tal - im schönsten Wiesengrunde - Amtsrichter Wilhelm Ganzhorn und seine Luise). |
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Am [[26. Mai]] [[1854]] wurde Wilhelm Ganzhorn erst provisorisch, am [[23. November]] desselben Jahres dann endgültig zum Oberamtsrichter in Aalen ernannt. Am [[18. Januar]] [[1855]] heiratete er in der [[St. Stephan (Feldrennach)|Stephanskirche]] in [[Feldrennach]] Jakobine Luise Alber ([[1837]] - [[1909]]), die Tochter des Rössleswirtes aus [[Conweiler]]. Weitere berufliche Stationen führten Ganzhorn ab [[1859]]/[[1860]] nach Neckarsulm und [[1878]] nach Cannstatt. |
Am [[26. Mai]] [[1854]] wurde Wilhelm Ganzhorn erst provisorisch, am [[23. November]] desselben Jahres dann endgültig zum Oberamtsrichter in Aalen ernannt. Am [[18. Januar]] [[1855]] heiratete er in der [[St. Stephan (Feldrennach)|Stephanskirche]] in [[Feldrennach]] Jakobine Luise Alber ([[1837]] - [[1909]]), die Tochter des Rössleswirtes aus [[Conweiler]]. Weitere berufliche Stationen führten Ganzhorn ab [[1859]]/[[1860]] nach Neckarsulm und [[1878]] nach Cannstatt. |
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Version vom 28. Oktober 2013, 05:52 Uhr
Wilhelm Christian Ganzhorn (* 14. Januar 1818 in Böblingen; † 9. September 1880 in Cannstatt (heute Stuttgart-Bad Cannstatt)) war ein württembergischer Jurist und Dichter.
Bekannt wurde er als Autor des Textes des Volksliedes Im schönsten Wiesengrunde.
Leben
Wilhelm Ganzhorn wuchs in Böblingen und Sindelfingen auf und besuchte das Obergymnasium in Stuttgart. Von 1837 bis 1842 studierte er Rechtswissenschaften in Tübingen und Heidelberg.
Seine berufliche Tätigkeit begann er 1843 als Assistent beim Oberamtsgericht Backnang. Am 29. August 1844 wurde er als Gerichtsaktuar (d. h. zweiter Richter am Oberamtsgericht) nach Neuenbürg versetzt.
Während seiner Neuenbürger Zeit und besonders in den Revolutionsjahren 1848/1849 betätigte Wilhelm Ganzhorn sich politisch, wobei er zunächst für eine konstitutionelle Monarchie, später für eine demokratische Republik eintrat. Anfang der 1850er-Jahre, als die Revolution gescheitert war und Ganzhorn mit seinen politischen Standpunkten auch beruflich schlechte Aussichten hatte, änderte er diese und gab sich von da an regierungstreu.
In dieser Zeit - auf seinem Schreibtisch fand er bei seinem Amtsantritt zu seinem Entsetzen Aktenberge beinahe bis zur Decke vor - fasste er neuen Mut, als ihn der Gerichtsdiener ermunterte, nach dem Tageswerk in die Natur zu ziehen. (lt. Hubert Mahle in der Broschüre Das stille Tal - im schönsten Wiesengrunde - Amtsrichter Wilhelm Ganzhorn und seine Luise).
Am 26. Mai 1854 wurde Wilhelm Ganzhorn erst provisorisch, am 23. November desselben Jahres dann endgültig zum Oberamtsrichter in Aalen ernannt. Am 18. Januar 1855 heiratete er in der Stephanskirche in Feldrennach Jakobine Luise Alber (1837 - 1909), die Tochter des Rössleswirtes aus Conweiler. Weitere berufliche Stationen führten Ganzhorn ab 1859/1860 nach Neckarsulm und 1878 nach Cannstatt.
Wilhelm Ganzhorn interessierte sich auch für Altertums- und Geschichtsforschung und Anthropologie. In seiner Neckarsulmer Zeit betrieb er selbst archäologische Ausgrabungen.
Am 9. September 1880 verstarb Wilhelm Ganzhorn an den Folgen einer Lungenentzündung.
Dichterisches Schaffen
Bereits in seiner Schul- und Studienzeit verfasste Wilhelm Ganzhorn zahlreiche Gedichte. Auf einer Rheinreise während seiner Heidelberger Studienzeit lernte er 1840 den Dichter Ferdinand Freiligrath kennen, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verbinden sollte. Auch mit den Dichtern Victor von Scheffel, Gustav Schwab, Ludwig Uhland und Justinus Kerner war er später befreundet.
1841 erschien das von Ganzhorn zusammengestellte "Schwäbische Volks-Liederbuch". Während seiner "revolutionären" Zeit in den 1840er-Jahren verfasste und veröffentlichte er auch zahlreiche politische Gedichte.
Im schönsten Wiesengrunde
Im November 1851 vollendete Wilhelm Ganzhorn sein 13-strophiges Gedicht Das stille Tal, das er zur Melodie des Liedes Drei Lilien, drei Lilien, die pflanzt ich auf sein Grab schrieb. Meist in einer auf drei Strophen gekürzten Fassung gesungen, verbreitete es sich rasch und wurde unter dem Titel Im schönsten Wiesengrunde zu einem der beliebtesten deutschen Volkslieder.
Der Text bezieht sich möglicherweise auf das Wiesental, das sich hinter dem Gasthof Rössle von Conweiler nach Feldrennach zieht, auch wenn sich dies nicht konkret belegen lässt. Eine weitere Möglichkeit ist das Würmtal bei Döffingen nahe Sindelfingen, wo Ganzhorns Großvater eine Mühle betrieb.
Ehrungen
- Benennung der Wilhelm-Ganzhorn-Schule in Conweiler
- Gedenktafel am Amtsgericht Neuenbürg
- Gedenktafel in der Kirche St. Stephan in Feldrennach