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Stadtkirche (Pforzheim): Unterschied zwischen den Versionen

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[[Bild:Pforzheim7a, Ausschnitt.jpg|thumb|600px|Stadtkirche]]
Die '''Stadtkirche''' ist eine evangelische [[Kirche]] in [[Pforzheim]]. Die evangelische Stadtkirche ist nach vorangegangenem bundesweitem Wettbewerb (1960) nach Plänen des zweiten Preisträgers, des Kirchenarchitekten [[Otto Vogel]] (Trier) in den Jahren [[Erbaut::1964]]-66 erbaut worden.

== Lage und Umgebung ==
Das Gebäude befindet sich am Lindenplatz zwischen Nagold und Enz, an der Stelle der kriegsbeschädigten und 1962 gesprengten [[Alte Pforzheimer Stadtkirche am Lindenplatz (1899-1962)|Alten Stadtkirche (1899-1962)]].

==Geschichte==
==Geschichte==


Die ersten Wurzeln der Stadtkirche liegen in der 1279 dem Hl. Stephan geweihte Kirche des [[Dominikanerklosters]]. Diese wurde als der Marktgraf 1556 die Reformation anordnete die erste evangelische Stadtkirche Pforzheims. 1789 viel sie einem Großbrand zum Opfer. Nach langer Planung wurde mit ein Neubau am Lindenplatz (Flussmündung Nagold / Enz) begonnen, der 1899 eingeweiht werden konnte. Dieser Bau wurde trotz seiner nicht vollständigen Zerstörung während des Krieges nicht wieder aufgebaut. Zwischen 1965 und 1968 wurde an gleicher Stelle die heutige Stadtkirche erbaut. Teile der alten Grundmauern sind um die Stadtkirche bis heute erhalten.
Die ersten Wurzeln der Stadtkirche liegen in der [[1279]] dem Hl. Stephan geweihte Kirche des [[Dominikanerkloster Pforzheim|Dominikanerklosters]]. Diese wurde, als [[1556]] der [[Markgraf]] von [[Baden]] die [[Reformation]] anordnete, die erste evangelische Kirche Pforzheims. [[1789]] fiel sie einem Großbrand zum Opfer. Nach langer Planung wurde mit einem Neubau am [[Lindenplatz]] (Flussmündung [[Nagold (Fluss)|Nagold]] / [[Enz]]) begonnen, der [[1899]] eingeweiht werden konnte.
Am [[1. Juli]] [[1935]] sprach in der Stadtkirche Pfarrer Martin Niemöller, der von den [[Nationalsozialismus|Nationalsozialist]]en wegen seiner Predigten gegen Antisemitismus und Aufrüstung bereits [[1934]] unter Redeverbot gestellt worden war. Nach dem Krieg sollte Pastor Niemöller noch einmal in Pforzheim predigen, nämlich [[1946]] in der [[Christuskirche (Brötzingen)|Christuskirche]].
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Die Kirche wurde trotz ihrer nicht vollständigen Zerstörung während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] nicht wieder aufgebaut. Zwischen [[1965]] und [[1968]] wurde an gleicher Stelle die heutige Stadtkirche erbaut. Teile der alten Grundmauern sind um die Stadtkirche bis heute erhalten. Zum Gedenken an die Zerstörung hat die Kirche [[2005]] ein [[Nagelkreuz]] von Coventry erhalten.


== Architektur ==
==Fakten zur Stadtkirche==
Der stadtbildprägende Kirchenbau präsentiert sich als monumentaler Kubus mit flach geneigtem Zeltdach, auf der Südseite mit ausbuchtender Apsis. Die Stadtkirche bietet circa 1.600 Menschen Platz.


Die Zusammenstellung geometrischer Grundformen verleiht der Architektur Klarheit und Strenge, gesteigert durch die massive Verkleidung der geschlossenen Wandflächen mit gelbem und rotem Sandstein sowie den gliedernden Waschbetonbändern.
Der Turm der Stadtkirche misst ca. 80 m ist somit der höchste Turm Pforzheims. Das Altarkreuz von Ulrich Henn zeigt den Auferstanden Jesus im Kreise seiner Jünger. Die Fenster der Hauptkirche wurden von Wolfgang Käppis entworfen, die in der „Werktagskirche“ von Hans Gottfried. Die 7 Leuchter im Altarraum sollen an die 7 urchristlichen Gemeinden erinnern. Die Stadtkirche bietet ca. 1600 Menschen Platz. Die Totenglocke läutet jeden Samstag von 17.50-18.00 Uhr zum Gedenken an die unter der Woche verstorbenen in Pforzheim.


=== „Werktagskirche“ <ref name="Werktagskirche">''' Rennfeldstraße 1, Stadtkirche '''. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 383-390, hier S. 386.</ref>===
Die „Werktagskirche“ befindet sich unter der Konzertempore. Es ist ein abgetrennter Kirchenraum mit eigenem Altar, der durch Säulen aus poliertem Beton wie eine Basilika gegliedert ist. Er dient auch als Gemeindesaal und hat einen eigenen Eingang.<ref name="Werktagskirche"/>


=== „Rastkapelle“ <ref name="Rastkapelle">''' Rennfeldstraße 1, Stadtkirche '''. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 383-390, hier S. 384.</ref>===
==Gemeindeleben==
Die „Rastkapelle“ befindet sich im Turmeingang, der gegenüber vom Hauptportal gelegen ist.<ref name="Rastkapelle"/>


=== „Atrium“ <ref name="Atrium">''' Rennfeldstraße 1, Stadtkirche '''. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 383-390, hier S. 384.</ref>===
In der Stadtkirche Pforzheim gibt es ein sehr aktives Gemeindeleben bei dem jeder etwas für sich findet. So gibt es unter anderem das Projekt 3. Sonntag, jeden 3.Sonntag im Monat findet ein besonderer Gottesdienst statt mit Unterschiedlichen Schwerpunkten. Darunter Unser Sonntag, ein Gottesdienst für Klein und Groß; oder auch die [[Thomasmesse]]. Aber auch Jungschar, Kindergottesdienst, Seniorennachmittage, [[Vesperkirche]] und vieles mehr gehört zum Gemeindeleben.
Das „Atrium“ befindet sich östlich der Kirche. <ref name="Rastkapelle"/>


=== Sakristei <ref name="Sakristei">''' Rennfeldstraße 1, Stadtkirche '''. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 383-390, hier S. 384.</ref>===
Die Stadtkirchengemeinde unterhält Partnerschaften zu den Gemeinden Senftenberg und Michendorf in Brandenburg und Skoczwów in Polen.


An der Ostseite ist ein niedriger Sakristeianbau angefügt.
==Adresse Pfarramt==


=== Turm <ref name="Sakristei">''' Rennfeldstraße 1, Stadtkirche '''. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 383-390, hier S. 384.</ref>===
:Pfarrer Reinhardt Mentz
Der Turm der Stadtkirche misst 82 m und ist somit der höchste Turm Pforzheims.
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File:Pforzheim-Ev.Stadtkirche-1.jpg
File:Enz und Stadtkirche (Pforzheim).jpg
Bild:Pf stadtkirche-2006.jpg
Bild:PF-Stadtkirche-Winter.jpg
Bild:Turm der Evangelischen Stadtkriche Pforzheim.jpg
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==Ausstattung==

=== Ausstattung der Werktagskirche<ref name="Werktagskirche">''' Rennfeldstraße 1, Stadtkirche '''. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 383-390, hier S. 386.</ref>===
Die Glasfenster in der „Werktagskirche“ wurden nach einem Entwurf von [[Hans Gottfried von Stockhausen]], 1968 geschaffen.<ref name="Werktagskirche"/> Sie hinterfangen nach Art eines Triptychons den Altar mit den Themen :
* Weihnachten (Geburt Christi).<ref name="Werktagskirche"/>
* Ostern (Auferstehung Christi).<ref name="Werktagskirche"/>
* Karfreitag (Kreuzigungsszene mit Maria und Johannes).<ref name="Werktagskirche"/>

In der „Werktagskirche“ ist frei im Raum aufgestellt der neogotische Taufstein von 1899 aus der kriegsbeschädigten und 1962 gesprengten [[Alte Pforzheimer Stadtkirche am Lindenplatz (1899-1962)|Alten Stadtkirche (1899-1962)]].

=== Ausstattung der „Rastkapelle“ <ref name="Rastkapelle">''' Rennfeldstraße 1, Stadtkirche '''. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 383-390, hier S. 384.</ref>===
In der „Rastkapelle“ befindet sich ein Christuskopf von dem Pforzheimer Bildhauer [[Willi Seidel]], als Relief aus gelbem Schilfsandstein.<ref name="Rastkapelle"/>

=== Ausstattung des „Atrium“ <ref name="Atrium">''' Rennfeldstraße 1, Stadtkirche '''. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 383-390, hier S. 384.</ref>===
Im „Atrium “befindet sich ein neogotisches Tympanon aus gelbem Schilfsandstein mit einem Relief des lehrenden Christus. Es handelt sich dabei um eine Spolie vom Hauptportal der kriegsbeschädigten und 1962 gesprengten [[Alte Pforzheimer Stadtkirche am Lindenplatz (1899-1962)|Alten Stadtkirche (1899-1962)]]. Am unteren Rand steht: „Gestiftet v. Frau Christina Fiesler Pforzheim“. Dieses Tympanon wurde um 1898 von Fidel Binz, Karlsruhe nach einem Modell des Bildhauers W. P. Behrmann, Altona ausgeführt. <ref name="Atrium"/>

=== Ausstattung der Sakristei <ref name="Sakristei">''' Rennfeldstraße 1, Stadtkirche '''. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 383-390, hier S. 384.</ref>===

In dem ostseitig befindlichen Sakristeianbau befindet sich ein Kruzifix, der von der benachbarten katholischen Herz-Jesu-Gemeinde zur Einweihung gestiftet wurde.

=== Arbeiten von Ulrich Henn ===

Am Hauptportal befinden sich zwei bronzene Türflügel des Bildhauers [[Ulrich Henn]] (Leudersdorf/Eifel): Motiv ist die biblische Urgeschichte vom Untergang der Städte Sodom und Gomorra, 1. Mose 18-19. Menschen flüchten aus der brennenden Stadt. Der Türgriff zeigt die Figur mit Lots Weib als eine im Schock erstarrte Frau. Henn schuf auch die Bronzetüren, Kruzifix und Kanzel in der Pforzheimer Stadtkirche. Das Altarkreuz von Ulrich Henn zeigt den auferstandenen Jesus, der elf Jüngern erscheint, die sich um ihn drängen. Henn schuf auf die bronzene Kanzel. Es handelt sich hierbei um eine moderne Vision vom „brennenden Dornbusch“ (2. Moses 3). <ref name="Kirchenausstattung">''' Rennfeldstraße 1, Stadtkirche '''. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 383-390, hier S. 384-385.</ref><ref>''' Henn, Ulrich '''. In: Christoph Timm:''Pforzheim. Kulturdenkmale in den Ortsteilen'' Pforzheim 2006, S. 342 bis S. 376: '''Baumeister und Bildhauer. Kleines Who-is-Who der baubeteiligten Künstler''', hier S. 355.</ref>

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File:Detail Bronzeportal der Stadtkirche Pforzheim.JPG|Bronzeportal, brennende Stadt Pforzheim, nach der biblischen Urgeschichte vom Untergang der Städte Sodom und Gomorra, 1. Mose 18-19.
Datei:Bronzeportal der Evangelischen Stadtkirche Pforzheim.jpg|Bronzeportal, flüchtende Menschen, nach der biblischen Urgeschichte vom Untergang der Städte Sodom und Gomorra, 1. Mose 18-19.
Datei:Ev. Stadtkirche, Bronzeportal, Türgriff mit Lots Weib, Ulrich Henn.png|Bronzeportal, Türgriff mit der schockierten Frau, nach der biblischen Urgeschichte vom Untergang der Städte Sodom und Gomorra, 1. Mose 18-19.
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=== Arbeiten von Willi Seidel ===

Die sieben Leuchter im Altarraum sollen an die sieben urchristlichen Gemeinden Asiens (Off. Joh. 1) erinnern. Der Entwurf stammt von [[Willi Seidel]]. Seidel schuf auch den Taufstein. Dieser befindet sich inmmitten eines nach frühchristlichen Vorbildern in den Boden eingelassenen „Taufbassins“. Die „Taufecke“ befindet sich links von der Apris mit dem Altarbereich im Hauptraum. <ref name="Kirchenausstattung"/> Seidel schuf Altar, Leuchter, Taufstein und das Christusrelief in der Stadtkirche, 1968<ref>''' Seidel, Willi '''. In: Christoph Timm:''Pforzheim. Kulturdenkmale in den Ortsteilen'' Pforzheim 2006, S. 342 bis S. 376: '''Baumeister und Bildhauer. Kleines Who-is-Who der baubeteiligten Künstler''', hier S. 371.</ref>

=== Arbeiten von Wolfgang Kappis ===
Die Fenster der Hauptkirche wurden von [[Wolfgang Kappis]] entworfen. Die farbigen Betonglas-Bilderwände sind aus 111 Einzelfenstern zusammengesetzt. Diese schmücken die Nord-, West- und Ostwand sowie die Fensterwand über der Konzertempore . Der Entwurf stammt von [[ Wolfgang Kappis]]. Thematisches Grundmotiv sind die vier Elemente aus den biblischen Schöpfungsberichten: Wasser, Feuer, Erde und Luft. In diesen Kontext sind Christusmonogramme sowie Symbole für Paradies, Taufe, Pfingsten und Apokalypse eingewoben.<ref name="Kirchenausstattung"/> Für die Fertigung der Betonglasfenster (1967-68) mietete Kappis in Südspanien eine leerstehende Zuckerfabrik an. <ref>''' Kappis, Wolfgang '''. In: Christoph Timm:''Pforzheim. Kulturdenkmale in den Ortsteilen'' Pforzheim 2006, S. 342 bis S. 376: '''Baumeister und Bildhauer. Kleines Who-is-Who der baubeteiligten Künstler''', hier S. 357.</ref>

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Datei:Windows - panoramio (1).jpg
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=== Musikinstrumente ===
Der Kirchenraum hat eine hervorragende Akustik. Die ungewöhnliche Doppelorientierung auf Altar und Konzertempore dokumentiert die Bedeutung als überregionales Zentrum der Kirchenmusik. Von 1968 bis 2001 war hier der bekannte Kirchenmusiker und Komponist Rolf Schweizer tätig.

==== Konzertempore mit Wandorgel ====
Es gibt eine Wandorgel von G.F.Steinmeyer aus Oettingen, 1968 mir vier Manualwerken und Pedalwerk. Diese befindet sich im Westen des Kirchenraums, wo sich eine geräumige Konzertempore mit Orgelprospekt eröffnet. Die Konzertempore ist durch Pfeiler optisch aus dem Hauptraum ausgeschieden.<ref name="Wandorgel">''' Rennfeldstraße 1, Stadtkirche '''. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 383-390, hier S. 384, 386.</ref>

==== Glocken ====
Das Turmgeläut ist sechsstimmig und wurde von den Pforzheimer Bürgern gestiftet. Alle Glocken tragen Inschriften mit Christusworten aus dem Johannes-Evangelium. Das Großgeläut wurde 1964/65 in der Glockengießerei Gebr. Bachert aus Karlsruhe angefertigt:
* Trauglocke (gis')
* Taufglocke (fis')
* Vaterunser-Glocke (dis')
* Gebetsglocke (cis')
* Totenglocke (h'). Sie läutet jeden [[Samstag]] von 17:50 bis 18:00 Uhr zum Gedenken an die unter der Woche in Pforzheim Verstorbenen.
* Glocke (gis'). Diese Glocke blieb namenlos und wurde zur Abrundung des Klanges geschaffen. Sie hat den tiefsten Ton..<ref name="Glocken">''' Rennfeldstraße 1, Stadtkirche '''. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 383-390, hier S. 386.</ref>

==Adresse Pfarramt==
:Evangelische Stadtkirchengemeinde
:Evangelische Stadtkirchengemeinde
:[[Melanchthonstraße]] 1
:[[Melanchthonstraße]] 1
:[[Postleitzahl#Stadt_Pforzheim|75173]] Pforzheim
:[[Postleitzahl#Stadt_Pforzheim|75173]] Pforzheim


:Telefon: (0 72 31) 2 37 28
:{{Telefon|0 72 31|2 37 28}}
:Telefax: (0 72 31) 29 90 52
:{{Telefax|0 72 31|29 90 52}}

== Weblinks ==
* [http://de.youtube.com/watch?v=E0iDrHj2PQ8&feature=related Video auf YouTube: Rundblick von der Stadtkirche Pforzheim 1980]

== Einzelnachweise ==
<references/>

==Literatur==
*Groh, Christian, Das war das 20.Jahrhundert in Pforzheim, Gudensberg-Gleichen, 2000, S. 50
* '''Rennfeldstraße 1, Stadtkirche''' . In: [[Christoph Timm]]: ''Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet''. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 383-390.


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[[Kategorie:Pforzheim]]
[[Kategorie:Kirche (Pforzheim)]]
[[Kategorie:Kirche]]
[[Kategorie:Kirchengebäude]]
[[Kategorie:Bestehendes Bauwerk]]
[[Kategorie:Baudenkmal]]

Aktuelle Version vom 29. März 2026, 19:19 Uhr

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Stadtkirche

Die Stadtkirche ist eine evangelische Kirche in Pforzheim. Die evangelische Stadtkirche ist nach vorangegangenem bundesweitem Wettbewerb (1960) nach Plänen des zweiten Preisträgers, des Kirchenarchitekten Otto Vogel (Trier) in den Jahren 1964-66 erbaut worden.

Lage und Umgebung

Das Gebäude befindet sich am Lindenplatz zwischen Nagold und Enz, an der Stelle der kriegsbeschädigten und 1962 gesprengten Alten Stadtkirche (1899-1962).

Geschichte

Die ersten Wurzeln der Stadtkirche liegen in der 1279 dem Hl. Stephan geweihte Kirche des Dominikanerklosters. Diese wurde, als 1556 der Markgraf von Baden die Reformation anordnete, die erste evangelische Kirche Pforzheims. 1789 fiel sie einem Großbrand zum Opfer. Nach langer Planung wurde mit einem Neubau am Lindenplatz (Flussmündung Nagold / Enz) begonnen, der 1899 eingeweiht werden konnte.

Am 1. Juli 1935 sprach in der Stadtkirche Pfarrer Martin Niemöller, der von den Nationalsozialisten wegen seiner Predigten gegen Antisemitismus und Aufrüstung bereits 1934 unter Redeverbot gestellt worden war. Nach dem Krieg sollte Pastor Niemöller noch einmal in Pforzheim predigen, nämlich 1946 in der Christuskirche.

Lindenplatz mit alter Stadtkirche 1931
Konfirmanden-Abschluß 1913

Die Kirche wurde trotz ihrer nicht vollständigen Zerstörung während des Zweiten Weltkriegs nicht wieder aufgebaut. Zwischen 1965 und 1968 wurde an gleicher Stelle die heutige Stadtkirche erbaut. Teile der alten Grundmauern sind um die Stadtkirche bis heute erhalten. Zum Gedenken an die Zerstörung hat die Kirche 2005 ein Nagelkreuz von Coventry erhalten.

Architektur

Der stadtbildprägende Kirchenbau präsentiert sich als monumentaler Kubus mit flach geneigtem Zeltdach, auf der Südseite mit ausbuchtender Apsis. Die Stadtkirche bietet circa 1.600 Menschen Platz.

Die Zusammenstellung geometrischer Grundformen verleiht der Architektur Klarheit und Strenge, gesteigert durch die massive Verkleidung der geschlossenen Wandflächen mit gelbem und rotem Sandstein sowie den gliedernden Waschbetonbändern.

„Werktagskirche“ [1]

Die „Werktagskirche“ befindet sich unter der Konzertempore. Es ist ein abgetrennter Kirchenraum mit eigenem Altar, der durch Säulen aus poliertem Beton wie eine Basilika gegliedert ist. Er dient auch als Gemeindesaal und hat einen eigenen Eingang.[1]

„Rastkapelle“ [2]

Die „Rastkapelle“ befindet sich im Turmeingang, der gegenüber vom Hauptportal gelegen ist.[2]

„Atrium“ [3]

Das „Atrium“ befindet sich östlich der Kirche. [2]

Sakristei [4]

An der Ostseite ist ein niedriger Sakristeianbau angefügt.

Turm [4]

Der Turm der Stadtkirche misst 82 m und ist somit der höchste Turm Pforzheims.

Ausstattung

Ausstattung der Werktagskirche[1]

Die Glasfenster in der „Werktagskirche“ wurden nach einem Entwurf von Hans Gottfried von Stockhausen, 1968 geschaffen.[1] Sie hinterfangen nach Art eines Triptychons den Altar mit den Themen :

  • Weihnachten (Geburt Christi).[1]
  • Ostern (Auferstehung Christi).[1]
  • Karfreitag (Kreuzigungsszene mit Maria und Johannes).[1]

In der „Werktagskirche“ ist frei im Raum aufgestellt der neogotische Taufstein von 1899 aus der kriegsbeschädigten und 1962 gesprengten Alten Stadtkirche (1899-1962).

Ausstattung der „Rastkapelle“ [2]

In der „Rastkapelle“ befindet sich ein Christuskopf von dem Pforzheimer Bildhauer Willi Seidel, als Relief aus gelbem Schilfsandstein.[2]

Ausstattung des „Atrium“ [3]

Im „Atrium “befindet sich ein neogotisches Tympanon aus gelbem Schilfsandstein mit einem Relief des lehrenden Christus. Es handelt sich dabei um eine Spolie vom Hauptportal der kriegsbeschädigten und 1962 gesprengten Alten Stadtkirche (1899-1962). Am unteren Rand steht: „Gestiftet v. Frau Christina Fiesler Pforzheim“. Dieses Tympanon wurde um 1898 von Fidel Binz, Karlsruhe nach einem Modell des Bildhauers W. P. Behrmann, Altona ausgeführt. [3]

Ausstattung der Sakristei [4]

In dem ostseitig befindlichen Sakristeianbau befindet sich ein Kruzifix, der von der benachbarten katholischen Herz-Jesu-Gemeinde zur Einweihung gestiftet wurde.

Arbeiten von Ulrich Henn

Am Hauptportal befinden sich zwei bronzene Türflügel des Bildhauers Ulrich Henn (Leudersdorf/Eifel): Motiv ist die biblische Urgeschichte vom Untergang der Städte Sodom und Gomorra, 1. Mose 18-19. Menschen flüchten aus der brennenden Stadt. Der Türgriff zeigt die Figur mit Lots Weib als eine im Schock erstarrte Frau. Henn schuf auch die Bronzetüren, Kruzifix und Kanzel in der Pforzheimer Stadtkirche. Das Altarkreuz von Ulrich Henn zeigt den auferstandenen Jesus, der elf Jüngern erscheint, die sich um ihn drängen. Henn schuf auf die bronzene Kanzel. Es handelt sich hierbei um eine moderne Vision vom „brennenden Dornbusch“ (2. Moses 3). [5][6]

Arbeiten von Willi Seidel

Die sieben Leuchter im Altarraum sollen an die sieben urchristlichen Gemeinden Asiens (Off. Joh. 1) erinnern. Der Entwurf stammt von Willi Seidel. Seidel schuf auch den Taufstein. Dieser befindet sich inmmitten eines nach frühchristlichen Vorbildern in den Boden eingelassenen „Taufbassins“. Die „Taufecke“ befindet sich links von der Apris mit dem Altarbereich im Hauptraum. [5] Seidel schuf Altar, Leuchter, Taufstein und das Christusrelief in der Stadtkirche, 1968[7]

Arbeiten von Wolfgang Kappis

Die Fenster der Hauptkirche wurden von Wolfgang Kappis entworfen. Die farbigen Betonglas-Bilderwände sind aus 111 Einzelfenstern zusammengesetzt. Diese schmücken die Nord-, West- und Ostwand sowie die Fensterwand über der Konzertempore . Der Entwurf stammt von Wolfgang Kappis. Thematisches Grundmotiv sind die vier Elemente aus den biblischen Schöpfungsberichten: Wasser, Feuer, Erde und Luft. In diesen Kontext sind Christusmonogramme sowie Symbole für Paradies, Taufe, Pfingsten und Apokalypse eingewoben.[5] Für die Fertigung der Betonglasfenster (1967-68) mietete Kappis in Südspanien eine leerstehende Zuckerfabrik an. [8]

Musikinstrumente

Der Kirchenraum hat eine hervorragende Akustik. Die ungewöhnliche Doppelorientierung auf Altar und Konzertempore dokumentiert die Bedeutung als überregionales Zentrum der Kirchenmusik. Von 1968 bis 2001 war hier der bekannte Kirchenmusiker und Komponist Rolf Schweizer tätig.

Konzertempore mit Wandorgel

Es gibt eine Wandorgel von G.F.Steinmeyer aus Oettingen, 1968 mir vier Manualwerken und Pedalwerk. Diese befindet sich im Westen des Kirchenraums, wo sich eine geräumige Konzertempore mit Orgelprospekt eröffnet. Die Konzertempore ist durch Pfeiler optisch aus dem Hauptraum ausgeschieden.[9]

Glocken

Das Turmgeläut ist sechsstimmig und wurde von den Pforzheimer Bürgern gestiftet. Alle Glocken tragen Inschriften mit Christusworten aus dem Johannes-Evangelium. Das Großgeläut wurde 1964/65 in der Glockengießerei Gebr. Bachert aus Karlsruhe angefertigt:

  • Trauglocke (gis')
  • Taufglocke (fis')
  • Vaterunser-Glocke (dis')
  • Gebetsglocke (cis')
  • Totenglocke (h'). Sie läutet jeden Samstag von 17:50 bis 18:00 Uhr zum Gedenken an die unter der Woche in Pforzheim Verstorbenen.
  • Glocke (gis'). Diese Glocke blieb namenlos und wurde zur Abrundung des Klanges geschaffen. Sie hat den tiefsten Ton..[10]

Adresse Pfarramt

Evangelische Stadtkirchengemeinde
Melanchthonstraße 1
75173 Pforzheim
Telefon: (0 72 31) 2 37 28
Telefax: (0 72 31) 29 90 52

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 Rennfeldstraße 1, Stadtkirche . In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 383-390, hier S. 386.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 Rennfeldstraße 1, Stadtkirche . In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 383-390, hier S. 384.
  3. 3,0 3,1 3,2 Rennfeldstraße 1, Stadtkirche . In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 383-390, hier S. 384.
  4. 4,0 4,1 4,2 Rennfeldstraße 1, Stadtkirche . In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 383-390, hier S. 384.
  5. 5,0 5,1 5,2 Rennfeldstraße 1, Stadtkirche . In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 383-390, hier S. 384-385.
  6. Henn, Ulrich . In: Christoph Timm:Pforzheim. Kulturdenkmale in den Ortsteilen Pforzheim 2006, S. 342 bis S. 376: Baumeister und Bildhauer. Kleines Who-is-Who der baubeteiligten Künstler, hier S. 355.
  7. Seidel, Willi . In: Christoph Timm:Pforzheim. Kulturdenkmale in den Ortsteilen Pforzheim 2006, S. 342 bis S. 376: Baumeister und Bildhauer. Kleines Who-is-Who der baubeteiligten Künstler, hier S. 371.
  8. Kappis, Wolfgang . In: Christoph Timm:Pforzheim. Kulturdenkmale in den Ortsteilen Pforzheim 2006, S. 342 bis S. 376: Baumeister und Bildhauer. Kleines Who-is-Who der baubeteiligten Künstler, hier S. 357.
  9. Rennfeldstraße 1, Stadtkirche . In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 383-390, hier S. 384, 386.
  10. Rennfeldstraße 1, Stadtkirche . In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 383-390, hier S. 386.

Literatur

  • Groh, Christian, Das war das 20.Jahrhundert in Pforzheim, Gudensberg-Gleichen, 2000, S. 50
  • Rennfeldstraße 1, Stadtkirche . In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 383-390.


Der Pfenz-Tourbus

WikiTour Goldstadtuferweg
 Momentaner Halt ist Stadtkirche (Pforzheim). Weiter geht es mit dem Artikel Lindenplatz.