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Enzweihingen: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei:Enzweihingen-Kirche-Bank.jpg|thumb|Altes Rathaus und Kirche in Enzweihingen]]
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'''Enzweihingen''' ist ein Stadtteil der Großen Kreisstadt [[Vaihingen an der Enz]] im [[Landkreis Ludwigsburg]].
[[File:Enzweihingen, Vaihingen an der Enz, Andreas Kieser.png|thumb|Enzweihingen im Kieserschen Forstlagerbuch 1682]]
[[File:EnzweihingenGroßesHaus.jpg|thumb|Großes Haus von 1622]]


'''Enzweihingen''' ist ein Stadtteil der Großen Kreisstadt [[Vaihingen an der Enz]] im [[Landkreis Ludwigsburg]] mit etwa 4.000 Einwohnern.
Der Ort hat etwa 4000 Einwohner.

Prägend für den historischen Ortskern ist vor allem das Fachwerktrio, [[Jugendbücherei Enzweihingen|''Großes Haus'']], Martinskirche und altes Rathaus.


== Lage ==
== Lage ==
Enzweihingen liegt auf 200–300 Meter Höhe etwa drei Kilometer südöstlich von Vaihingen, am Übergang des [[Strohgäu]]s zum [[Heckengäu]]. Auf der Gemarkung von Enzweihingen fließen der [[Kreuzbach]] und der [[Strudelbach]] in die [[Enz]].
Enzweihingen liegt auf 200–300 Meter Höhe etwa drei Kilometer südöstlich von Vaihingen, am Übergang des [[Strohgäu]]s zum [[Heckengäu]]. Auf der Gemarkung von Enzweihingen fließen der [[Kreuzbach]] und der [[Strudelbach]] in die [[Enz]].

Auf der Gemarkung liegt der Weiler [[Pulverdingen]].
Auf der Gemarkung von Enzweihingen liegen die Weiler [[Pulverdingen]] und [[Leinfelder Hof]].

== Geschichte ==
== Geschichte ==
Grabhügel im [[Pulverdinger Wald]], Flur Bonlanden und Wintern belegen eine keltische Besiedlung der Gemarkung Enzweihingens. Während der Römerzeit war die Enzweihinger Furt ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. So trafen sich dort die Militärstraße Stettfeld-Cannstatt (auch Kaiserstraße), der Alte Postweg (Hardthof-Enzweihingen), Reitweg (Leonberg-Kleinglattbach), Weinstraße (Enzweihingen-Friolzheim) und die Alte Poststraße (Enzweihingen-Pforzheim). In Enzweihingen befand sich vermutlich eine Militärstraßen-Raststation (''mansio''), da sich auffällig viele römische Gutshäuser in der Nähe befanden. Reste von Gutshöfen fand man am "Geislinger Brunnen", im Bereich der "Hochdorfer Straße"/"Mühlwiesenweg", an der "Vaihinger Straße", auf der Flur "Wanne", "Breite", "Wegscheide" und "Schelmenäcker".
Grabhügel im [[Pulverdinger Wald]], Flur Bonlanden und Wintern belegen eine keltische Besiedlung der Gemarkung Enzweihingens. Während der Römerzeit war die Enzweihinger Furt ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. So trafen sich dort die Militärstraße Stettfeld-Cannstatt (auch Kaiserstraße), der Alte Postweg (Hardthof-Enzweihingen), Reitweg (Leonberg-Kleinglattbach), Weinstraße (Enzweihingen-Friolzheim) und die Alte Poststraße (Enzweihingen-Pforzheim). In Enzweihingen befand sich vermutlich eine Militärstraßen-Raststation (''mansio''), da sich auffällig viele römische Gutshäuser in der Nähe befanden. Reste von Gutshöfen fand man am "[[Villa rustica Geislinger Brunnen|Geislinger Brunnen]]", im Bereich der "[[Villa rustica Enzweihingen|Hochdorfer Straße"/"Mühlwiesenweg]]", an der "Vaihinger Straße", auf der Flur "[[Villa rustica Wanne|Wanne]]", "Breite", "Wegscheide", "[[Villa rustica Pulverdingen|Pulverdingerholz]]" und "Schelmenäcker".


Alamannische Siedlungsspuren von "Wihingen" fand man beim Sägewerk Schweizerhof und an der "Rieter Straße". Um 500 n. Chr. fiel der Enzgau in den Herrschaftsbereich der Franken. Die Martinskirche gehört wohl zu den ältesten Kirchen im Umkreis und war Mutterkirche der Vaihinger [[Peterskirche (Vaihingen)|Peterskirche]] sowie den Kirchen und Kapellen von Pulverdingen, [[Leinfelder Hof]], [[Riet]], [[Aurich]], [[Rosswag]], Hochdorf, Eberdingen und Nussdorf. Daher dürfte Enzweihingen auch in alamannischer und fränkischer Zeit wie zur Römerzeit ein zentraler Ort gewesen sein.
Alamannische Siedlungsspuren von "Wihingen" fand man beim Sägewerk Schweizerhof und an der "Rieter Straße". Um 500 n. Chr. fiel der Enzgau in den Herrschaftsbereich der Franken. Die Martinskirche gehört wohl zu den ältesten Kirchen im Umkreis und war Mutterkirche der Vaihinger [[Peterskirche (Vaihingen)|Peterskirche]] sowie den Kirchen und Kapellen von [[Pulverdingen]], [[Leinfelder Hof]], [[Riet]], [[Aurich]], [[Rosswag]], Hochdorf, Eberdingen und Nussdorf. Daher dürfte Enzweihingen auch in alamannischer und fränkischer Zeit wie zur Römerzeit ein zentraler Ort gewesen sein.


In einer Urkunde aus dem Jahr [[1152]] wird Enzweihingen erstmals erwähnt. Darin wird ein Heinrich von Weihingen genannt, dessen [[Herren von Wihingen|Adelsfamilie]] bis zum Jahr [[1524]] bezeugt ist. Der Flurname "Burgstall" kann auf eine abgegangene Burg dieser Familie hinweisen. Grundbesitz in Enzweihingen hatten die Grafen von Vaihingen und die [[Herren von Enzberg]]. Mit einem Erbvertrag von [[1356]] kam der Vaihinger Besitz an das Haus [[Württemberg]]. Mit der Zeit wurden allmählich die Weihinger Güter an die Württemberg verkauft.
In einer Urkunde aus dem Jahr [[1152]] wird Enzweihingen erstmals erwähnt. Darin wird ein Heinrich von Weihingen genannt, dessen [[Herren von Weihingen|Adelsfamilie]] bis zum Jahr [[1524]] bezeugt ist. Der Flurname "Burgstall" kann auf eine abgegangene Burg dieser Familie hinweisen. Grundbesitz in Enzweihingen hatten die Grafen von Vaihingen und die [[Herren von Enzberg]]. Mit einem Erbvertrag von [[1356]] kam der Vaihinger Besitz an das Haus [[Württemberg]]. Mit der Zeit wurden allmählich die Weihinger Güter an die Württemberg verkauft.


Enzweihingen gehörte ab 1534 zur Herrschaft von Herzog Ulrich von Württemberg, davor war es bei der Diözese Speyer. Thurn, von Thurn und Taxis, betrieb ab dem frühen 16, Jahrhundert eine Poststation im Dorf. Die Franzosen zündeten im [[Pfälzischer Erbfolgekrieg|Pfälzischen Erbfolgekrieg]] das Dorf an. Die Kirche, das Rathaus und die Schule brannten neben weiteren etwa 100 Gebäuden ab.
Enzweihingen gehörte ab 1534 zur Herrschaft von Herzog Ulrich von Württemberg, davor war es bei der Diözese Speyer. Thurn, von Thurn und Taxis, betrieb ab dem frühen 16, Jahrhundert eine Poststation im Dorf. Die Franzosen zündeten im [[Pfälzischer Erbfolgekrieg|Pfälzischen Erbfolgekrieg]] das Dorf an. Die Kirche, das Rathaus und die Schule brannten neben weiteren etwa 100 Gebäuden ab.


Am 1. Januar 1971 wurde Enzweihingen zu Vaihingen eingemeindet.
Am 1. Januar 1971 wurde Enzweihingen zu Vaihingen eingemeindet.

== Sehenswürdigkeiten ==
*Prägend für den historischen Ortskern ist vor allem das Ensemble aus [[Großes Haus|Großem Haus]], [[Martinskirche (Enzweihingen)|Martinskirche]] und [[Altes Rathaus (Enzweihingen)|Altem Rathaus]].
*Die katholische Kirche [[St. Paulus (Enzweihingen)|St. Paulus]] wurde 1967 eingeweiht.


== Sonstiges ==
== Sonstiges ==
* [[Jugendbücherei Enzweihingen]]
* [[Jugendbücherei Enzweihingen]]
* evangelische [[Martinskirche (Enzweihingen)]]


== Weblinks ==
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[[Kategorie:Vaihingen]]
*{{Wikipedia}}


[[Kategorie:Vaihingen an der Enz]]
[[Kategorie:Heckengäu]]
[[Kategorie:Heckengäu]]
{{Navigationsleiste Stadtteile Vaihingen an der Enz}}
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Aktuelle Version vom 22. Juli 2023, 12:55 Uhr

OpenStreetMap
OpenStreetMap
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Altes Rathaus und Kirche in Enzweihingen
Enzweihingen im Kieserschen Forstlagerbuch 1682
Großes Haus von 1622

Enzweihingen ist ein Stadtteil der Großen Kreisstadt Vaihingen an der Enz im Landkreis Ludwigsburg mit etwa 4.000 Einwohnern.

Lage

Enzweihingen liegt auf 200–300 Meter Höhe etwa drei Kilometer südöstlich von Vaihingen, am Übergang des Strohgäus zum Heckengäu. Auf der Gemarkung von Enzweihingen fließen der Kreuzbach und der Strudelbach in die Enz.

Auf der Gemarkung von Enzweihingen liegen die Weiler Pulverdingen und Leinfelder Hof.

Geschichte

Grabhügel im Pulverdinger Wald, Flur Bonlanden und Wintern belegen eine keltische Besiedlung der Gemarkung Enzweihingens. Während der Römerzeit war die Enzweihinger Furt ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. So trafen sich dort die Militärstraße Stettfeld-Cannstatt (auch Kaiserstraße), der Alte Postweg (Hardthof-Enzweihingen), Reitweg (Leonberg-Kleinglattbach), Weinstraße (Enzweihingen-Friolzheim) und die Alte Poststraße (Enzweihingen-Pforzheim). In Enzweihingen befand sich vermutlich eine Militärstraßen-Raststation (mansio), da sich auffällig viele römische Gutshäuser in der Nähe befanden. Reste von Gutshöfen fand man am "Geislinger Brunnen", im Bereich der "Hochdorfer Straße"/"Mühlwiesenweg", an der "Vaihinger Straße", auf der Flur "Wanne", "Breite", "Wegscheide", "Pulverdingerholz" und "Schelmenäcker".

Alamannische Siedlungsspuren von "Wihingen" fand man beim Sägewerk Schweizerhof und an der "Rieter Straße". Um 500 n. Chr. fiel der Enzgau in den Herrschaftsbereich der Franken. Die Martinskirche gehört wohl zu den ältesten Kirchen im Umkreis und war Mutterkirche der Vaihinger Peterskirche sowie den Kirchen und Kapellen von Pulverdingen, Leinfelder Hof, Riet, Aurich, Rosswag, Hochdorf, Eberdingen und Nussdorf. Daher dürfte Enzweihingen auch in alamannischer und fränkischer Zeit wie zur Römerzeit ein zentraler Ort gewesen sein.

In einer Urkunde aus dem Jahr 1152 wird Enzweihingen erstmals erwähnt. Darin wird ein Heinrich von Weihingen genannt, dessen Adelsfamilie bis zum Jahr 1524 bezeugt ist. Der Flurname "Burgstall" kann auf eine abgegangene Burg dieser Familie hinweisen. Grundbesitz in Enzweihingen hatten die Grafen von Vaihingen und die Herren von Enzberg. Mit einem Erbvertrag von 1356 kam der Vaihinger Besitz an das Haus Württemberg. Mit der Zeit wurden allmählich die Weihinger Güter an die Württemberg verkauft.

Enzweihingen gehörte ab 1534 zur Herrschaft von Herzog Ulrich von Württemberg, davor war es bei der Diözese Speyer. Thurn, von Thurn und Taxis, betrieb ab dem frühen 16, Jahrhundert eine Poststation im Dorf. Die Franzosen zündeten im Pfälzischen Erbfolgekrieg das Dorf an. Die Kirche, das Rathaus und die Schule brannten neben weiteren etwa 100 Gebäuden ab.

Am 1. Januar 1971 wurde Enzweihingen zu Vaihingen eingemeindet.

Sehenswürdigkeiten

Sonstiges

Weblinks

 Commons: Enzweihingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Stadtteile der Stadt Vaihingen an der Enz

Aurich, Ensingen, Enzweihingen, Gündelbach, Horrheim, Kleinglattbach, Riet und Roßwag bilden zusammen die Stadt Vaihingen an der Enz.