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'''Hirsch Goldberg''' (* [[Geburtstag::11. April]] [[Geburtsjahr::1889]] in {{Geboren in|Ichenhausen}} in Bayern, ermordet [[Todesjahr::1942]] in {{Gestorben in|Auschwitz}}) war [[Ist::Rabbiner]] der [[Juden|ostjüdischen]] Gemeinde in [[Tätig in::Pforzheim]] an der [[Rennfeldstraße]] und [[Ist::NS-Opfer|Opfer der Nationalsozialisten]]. |
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berichtet Shlomo (Fritz) Reutlinger, der noch rechtzeitig aus Pforzheim und Deutschland fliehen konnte und heute in Israel lebt: Er schreibt: |
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Unter den am 22. Oktober [[1940]] insgesamt 195 deportierten jüdischen Menschen aus Pforzheim ins [[Internierungslager Gurs]] in Südfrankreich war auch Rabbiner Hirsch Goldberg, der in der [[Erbprinzenstraße]] 104 wohnte. |
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Am 16. August [[1942]] verschleppten die Nazis ihn über das Sammellager Drancy bei Paris ins Vernichtungslager Auschwitz, er ist "f.t.e.".also „für tot erklärt“, das ist die bürokratische Formulierung dafür, dass ein Mensch den Nazi-Terror nicht überlebt hat. |
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Im Rahmen der Aktion "[[Stolperstein]]e" wurde für Hirsch Goldberg am 28. Mai [[2009]] ein Stein vor seiner Wohnadresse in der [[Erbprinzenstraße]] 104 in den Boden eingelassen. |
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Aktuelle Version vom 25. Juli 2019, 08:36 Uhr
Hirsch Goldberg (* 11. April 1889 in Ichenhausen in Bayern, ermordet 1942 in Auschwitz) war Rabbiner der ostjüdischen Gemeinde in Pforzheim an der Rennfeldstraße und Opfer der Nationalsozialisten.
Herkunft
Hirsch Goldberg war das 4. von 9 Kindern der Eheleute Abraham Goldberg und seiner Ehefrau Rosa, geb. Brande, zugewandert aus Mosir bei Minsk. Der Vater war Rabbinats-Assessor, ebenso sein Bruder Willy. Hirsch Goldberg kehrte nach einem frühen Aufenthalt in Berlin 1919 nach Ichenhausen zurück, zog 1927 nach Freiburg und 1930 nach Pforzheim.
Tätigkeit
Über seine Tätigkeit in Pforzheim als Rabbiner der ostjüdischen Gemeinde berichtet Shlomo (Fritz) Reutlinger, der noch rechtzeitig aus Pforzheim und Deutschland fliehen konnte und später in Israel lebte. Er schreibt: Der Lehrer in der Rennfeldstrasse war Reverend Goldberg. Ich zum Beispiel habe meinen ganzen Hebräisch- und Religionsunterricht privat von dem Lehrer Goldberg bekommen. Er ist ein paarmal in der Woche ins Haus gekommen, aber ich glaube, dass er auch die anderen Kinder zusammen unterrichtet hat in der Synagoge in der Rennfeldstrasse.
Am Morgen des 10. November 1938 zerstörten Nazis die Gebetsräume der ostjüdischen Gemeinde in der Rennfeldstrasse wie auch die Synagoge an der Zerrennerstrasse.
Deportation und Ermordung
Unter den am 22. Oktober 1940 insgesamt 195 deportierten jüdischen Menschen aus Pforzheim ins Internierungslager Gurs in Südfrankreich war auch Rabbiner Hirsch Goldberg, der in der Erbprinzenstraße 104 wohnte.
Am 16. August 1942 verschleppten die Nazis ihn über das Sammellager Drancy bei Paris ins Vernichtungslager Auschwitz, er ist "f.t.e.".also „für tot erklärt“, das ist die bürokratische Formulierung dafür, dass ein Mensch den Nazi-Terror nicht überlebt hat.
Erinnerung
Im Rahmen der Aktion "Stolpersteine" wurde für Hirsch Goldberg am 28. Mai 2009 ein Stein vor seiner Wohnadresse in der Erbprinzenstraße 104 in den Boden eingelassen.
Quellen
- Adressbuch Pforzheim
- Gerhard Brändle: „Die jüdischen Mitbürger der Stadt Pforzheim“, herausgegeben von der Stadt Pforzheim, Pforzheim 1985 (1. Auflage) ISBN 3-9800843-1-0
- Shlomo Reutlinger: Kristallnacht Recollections, Jerusalem o.J. [unveröffentlichtes Manuskript 2000, im Archiv G. Brändle]
Weblinks
- Gedenkseite für ehemalige jüdische Mitbürger auf der offiziellen Webpräsenz der Stadt Pforzheim