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Auswanderung aus Pforzheim in der Zeit der Weimarer Republik

Von Stadtwiki

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Im Zeitraum von 1924 bis 1928 wanderten über 10.000 Menschen aus Pforzheim aus, ungefähr vier Fünftel von ihnen nach Nordamerika, der Rest nach Australien und Kanada. Dieser Bevölkerungsverlust durch Emigration konnte erst ab 1928 durch Zuwanderung aus wirtschaftlich noch schwächeren Umlandgemeinden wettgemacht werden.

Die meisten Auswanderer ab 1924 waren keine arbeitslosen Hilfskräfte, sondern gut ausgebildete Spitzenkräfte wie Juwelierarbeiter und Mustermacher. Der entscheidende Grund für die Auswanderungswelle war die sich ab 1924 verschlechternde wirtschaftliche Lage:

Gegen die immer größer werdenden sozialen Not richteten die Caritas und der evangelische Jugend- und Wohlfahrtsdienst 1931 eine Wärmestube für Erwerbslose ein. Die Heilsarmee organisierte zusammen mit der Firma Pfannkuch eine Speiseküche, in der Bedürftige bereits für 20 Pfennig ein Mittagessen bekamen.

Aufgrund dieser wirtschaftlichen Entwicklung ab der Mitte der Zwanziger Jahre entschieden sich viele Familien, Menschen mit und ohne Arbeit, ihre Heimat zu verlassen und eine bessere Zukunft in Amerika zu suchen. Schon im März 1924 verließ eine Gruppe von über 250 Personen aus Pforzheim und dem Umland ihre Heimat, um „ihr Glück über dem Wasser zu suchen“.

1925 verließen monatlich bis zu 360 Menschen ihre Heimatstadt Pforzheim. Am 1. April 1927 trat der Passagierdampfer „New York“ von Cuxhaven aus mit 88 Personen aus Pforzheim und Umgebung seine erste Reise nach Amerika an. Die Fahrt vom Bahnhof Pforzheim nach Hamburg erfolgte in zwei durchlaufenden Wagen, so dass die Reisenden unterwegs nicht umsteigen mussten. Von Hamburg aus erfolgte die Ausreise in die USA.

Ab Herbst 1927 gab es sogar eine „Gemeinnützige Auswandererberatungsstelle“ in Pforzheim, die jeweils am ersten Freitag im Monat Sprechstunde hatte, um „häufige Enttäuschungen, die die Auswanderer in der neugewählten Heimat erleben müssen, weil sie zu wenig von ihr wussten“, vermeiden zu helfen. Aus SPD- und Gewerkschaftskreisen gab es warnende Stimmen: „...nur soll niemand glauben, dass in dem Lande des Hochkapitalismus goldene Freiheitsberge winken“.

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