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Johann Georg Friedrich Pflüger: Unterschied zwischen den Versionen

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[[1835]] bis [[1837]] wurde Johann Georg Pflüger im Evangelischen Schullehrerseminar im [[Karlsruhe]] ausgebildet und schloss als Jahrgangsbester ab. Nach einigen Zwischenstationen als Lehrer im Umkreis seiner südbadischen Heimat kam er im April [[1838]] auf Empfehlung des Seminardirektors Wilhelm Stern an die Höhere Töchterschule in [[karlsruhe:Rastatt|Rastatt]], wo er für elf Jahre tätig bleiben sollte. Neben seiner Unterrichtstätigkeit beschäftigte er sich privat mit Botanik, Geschichte, Literatur, Mathematik, Musik und der französischen Sprache. Im Mai [[1846]] verheiratete er sich mit Louise Mathilde Hörth, aus der Ehe sollten vier Kinder hervorgehen.
[[1835]] bis [[1837]] wurde Johann Georg Pflüger im Evangelischen Schullehrerseminar im [[Karlsruhe]] ausgebildet und schloss als Jahrgangsbester ab. Nach einigen Zwischenstationen als Lehrer im Umkreis seiner südbadischen Heimat kam er im April [[1838]] auf Empfehlung des Seminardirektors Wilhelm Stern an die Höhere Töchterschule in [[karlsruhe:Rastatt|Rastatt]], wo er für elf Jahre tätig bleiben sollte. Neben seiner Unterrichtstätigkeit beschäftigte er sich privat mit Botanik, Geschichte, Literatur, Mathematik, Musik und der französischen Sprache. Im Mai [[1846]] verheiratete er sich mit Louise Mathilde Hörth, aus der Ehe sollten vier Kinder hervorgehen.


[[1849]] wurde Pflüger als Leiter an die neu eingerichtete Höhere Töchterschule in Pforzheim berufen, den Vorläufer des heutigen [[Hilda-Gymnasium]]s. In der Folgezeit setzte er sich für eine Reform des badischen Volksschulwesens und für die Simultanschule, d. h. konfessionell nicht mehr getrennte Schulen ein. Daneben wurde er als Schriftsteller und Journalist tätig. Er veröffentlichte Zitatesammlungen, didaktische Abhandlungen, ein Liederbuch, eine geographisch-historische Landeskunde des [[Großherzogtum Baden|Großherzogtums Baden]] und [[1862]] nach zwölfjähriger Arbeit schließlich seine ''Geschichte der Stadt Pforzheim'', die heute nach der Zerstörung der städtischen Archive am [[23. Februar 1945]] die bei weitem wichtigste Quelle zur Stadtgeschichte darstellt. Außerdem schrieb er regelmäßig für verschiedene Zeitungen und war von [[1856]] bis 1862 verantwortlicher Redakteur des [[Pforzheimer Beobachter]]s.
[[1849]] wurde Pflüger als Leiter an die neu eingerichtete Höhere Töchterschule in Pforzheim berufen, den Vorläufer des heutigen [[Hilda-Gymnasium]]s.

Im Jahr 1862 wurde Johann Georg Pflüger in den Oberschulrat, die oberste badische Schulbehörde, berufen. Die staatliche Bildungspolitik forcierte zu dieser Zeit die Einführung der Simultanschule, was mit Pflügers persönlicher Position übereinstimmte, jedoch vor allem von kirchlicher Seite heftig bekämpft wurde. Dass er als einziger Nichtakademiker in diesem Gremium einen höheren Rang als mehrere studierte Pädagogen einnahm, brachte ihm darüber hinaus weitere Feindschaften ein. [[1868]] wurde Pflüger vom Oberschulrat weg als Direktor an die Taubstummenanstalt in Meersburg berufen, was man als politisches "Bauernopfer" betrachten kann.


== Werke (Auswahl) ==
== Werke (Auswahl) ==

Version vom 25. März 2007, 11:23 Uhr

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Johann Georg Friedrich Pflüger (* 25. November 1818 in Schopfheim, † 23. Oktober 1869 in Meersburg) war ein langjährig in Pforzheim wirkender Lehrer und Schulleiter, Schriftsteller und Journalist. Bleibende Bedeutung erwarb er als Verfasser einer populären Darstellung der Stadtgeschichte Pforzheims (1862).

Leben

Johann Georg Pflüger wurde 1818 als Sohn des Seilermeisters Bartlin Pflüger in Schopfheim im Wiesental geboren. In seiner Schulzeit erwies er sich als äußerst begabt, erlernte mehrere Musikinstrumente und zeigte schon früh Interesse für Literatur wie die Dramen Schillers, besonders aber für historische Bücher. In der Schopfheimer Lateinschule lernte er Latein und Altgriechisch. Hoffnungen auf ein Stipendium, das ihm ein Studium ermöglicht hätte, erfüllten sich nicht, woraufhin Pflüger sich für die Ausbildung als Volksschullehrer entschied.

1835 bis 1837 wurde Johann Georg Pflüger im Evangelischen Schullehrerseminar im Karlsruhe ausgebildet und schloss als Jahrgangsbester ab. Nach einigen Zwischenstationen als Lehrer im Umkreis seiner südbadischen Heimat kam er im April 1838 auf Empfehlung des Seminardirektors Wilhelm Stern an die Höhere Töchterschule in Rastatt, wo er für elf Jahre tätig bleiben sollte. Neben seiner Unterrichtstätigkeit beschäftigte er sich privat mit Botanik, Geschichte, Literatur, Mathematik, Musik und der französischen Sprache. Im Mai 1846 verheiratete er sich mit Louise Mathilde Hörth, aus der Ehe sollten vier Kinder hervorgehen.

1849 wurde Pflüger als Leiter an die neu eingerichtete Höhere Töchterschule in Pforzheim berufen, den Vorläufer des heutigen Hilda-Gymnasiums. In der Folgezeit setzte er sich für eine Reform des badischen Volksschulwesens und für die Simultanschule, d. h. konfessionell nicht mehr getrennte Schulen ein. Daneben wurde er als Schriftsteller und Journalist tätig. Er veröffentlichte Zitatesammlungen, didaktische Abhandlungen, ein Liederbuch, eine geographisch-historische Landeskunde des Großherzogtums Baden und 1862 nach zwölfjähriger Arbeit schließlich seine Geschichte der Stadt Pforzheim, die heute nach der Zerstörung der städtischen Archive am 23. Februar 1945 die bei weitem wichtigste Quelle zur Stadtgeschichte darstellt. Außerdem schrieb er regelmäßig für verschiedene Zeitungen und war von 1856 bis 1862 verantwortlicher Redakteur des Pforzheimer Beobachters.

Im Jahr 1862 wurde Johann Georg Pflüger in den Oberschulrat, die oberste badische Schulbehörde, berufen. Die staatliche Bildungspolitik forcierte zu dieser Zeit die Einführung der Simultanschule, was mit Pflügers persönlicher Position übereinstimmte, jedoch vor allem von kirchlicher Seite heftig bekämpft wurde. Dass er als einziger Nichtakademiker in diesem Gremium einen höheren Rang als mehrere studierte Pädagogen einnahm, brachte ihm darüber hinaus weitere Feindschaften ein. 1868 wurde Pflüger vom Oberschulrat weg als Direktor an die Taubstummenanstalt in Meersburg berufen, was man als politisches "Bauernopfer" betrachten kann.

Werke (Auswahl)

  • Der Unterricht in der deutschen Sprache, Freiburg, 1854
  • Liederbuch für Schule und Leben, Karlsruhe, 1857
  • Badische Vaterlandskunde, Pforzheim, 1858
  • Geschichte der Stadt Pforzheim, Pforzheim, 1862

Ehrungen

Literatur

  • Johann Georg Friedrich Pflüger: Geschichte der Stadt Pforzheim. Nachdruck der Auflage von 1862 mit einer Einleitung von Hans-Peter Becht. Otto Riecker's Buchhandlung, Pforzheim, 1989, ISBN 3-9802239-0-6.