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Von PFENZ
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14. Jahrhundert, Herren von Stein zu Steineck
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'''Biet''' ist die umgangssprachliche Bezeichnung für das ehemalige ''Gemmingische Gebiet'', auch als ''Herrschaft hinter dem Hagenschieß'' oder kurz ''Herrschaft Hagenschieß'' bezeichnet, das die heutigen Gemeinden [[Tiefenbronn]] und [[Neuhausen]] im [[Enzkreis]] sowie den heutigen [[Pforzheim]]er Stadtteil [[Hohenwart]] umfasste. Charakteristisch für das Biet ist seine überwiegend [[Römisch-katholische Kirche|katholische]] Prägung im Gegensatz zu seiner [[Evangelische Kirche|evangelischen]] Umgebung, wodurch hier auch eine alte Tradition des [[Fastnacht]]sbrauchtums lebendig ist.
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Die Herren von Gemmingen waren ein aus dem [[Kraichgau]] stammendes Reichsrittergeschlecht. Die im Biet herrschende Seitenlinie nannte sich ''von Gemmingen-Hagenschieß'' und spaltete sich später in weitere Linien ''von Gemmingen-Steinegg'', ''-Tiefenbronn'', ''-Mühlhausen'' u. a. auf. Über das Biet übte der [[Reichsritterkanton Neckar und Schwarzwald]] die Steuer- und Militärhoheit aus.
'''Biet''' ist die umgangssprachliche Bezeichnung für das ehemalige Herrschaftsgebiet der Herren von Gemmingen-Hagenschieß, auch als '''Herrschaft Hagenschieß''' bezeichnet, das die heutigen Gemeinden [[Tiefenbronn]] und [[Neuhausen]] im [[Enzkreis]] sowie den heutigen [[Pforzheim]]er Stadtteil [[Hohenwart]] umfasste.


== Geschichte ==
== Geschichte ==


Im [[14. Jahrhundert]] unterstanden die Ortschaften des späteren Biet den Rittern von Stein zu Steineck, deren Burg in der Nähe der heutigen [[Burg Steinegg]] stand. Die Ritter von Stein waren Mitglieder des [[Schleglerbund]]es, der [[1395]] in [[Heimsheim]] den Grafen von [[Wirtemberg]] unterlag. Als Folge davon musste Wolf von Stein [[1407]] seine Herrschaft an die Herren von Gemmingen verkaufen.
Im [[14. Jahrhundert]] unterstanden die Ortschaften des späteren Biet den Rittern von Stein zu Steineck, deren Burg in der Nähe der heutigen [[Burg Steinegg]] stand. Die Ritter von Stein waren Mitglieder des [[Schleglerbund]]es, der [[1395]] in [[Heimsheim]] Graf Eberhard III. von [[Württemberg]] unterlag. In der Folge waren die Herren von Stein [[1407]] gezwungen, ihre Herrschaft an Dieter (Dietrich) V. von Gemmingen zu verkaufen. Zu dessen Herrschaft gehörten zeitweise auch [[Heimsheim]], [[Friolzheim]] und Münklingen (heute Stadtteil von [[Weil der Stadt]]).


Sein Sohn Dieter (Dietrich) VI. von Gemmingen <!-- nach manchen Quellen Dieter/Dietrich VII. --> musste die Herrschaft hinter dem Hagenschieß aus wirtschaftlichen Gründen [[1439]] an die Markgrafen von [[Baden]] verkaufen, erhielt es aber [[1448]] und noch einmal [[1461]] von Markgraf [[Karl I. von Baden]] als Erblehen zurück. Von da an bis [[1806]] übten Dieter VI. und seine Nachfahren im Biet ununterbrochen grund- und landesherrliche Rechte aus, auch wenn sich [[Baden]] die Gesetzgebung und höchste Rechtsprechung vorbehielt.
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Im 15. Jahrhundert kam Neuhausen an die reichsritterschaftliche Familie von Gemmingen, die sich im Laufe der Jahrhunderte in verschiedene Linien aufspaltete und wieder vereinigte. Neuhausen gehörte mit sieben weiteren Dörfern, darunter die unten genannten Ortsteile Hamberg, Schellbronn und Steinegg, zum sogenannten Gemmingischen Gebiet (kurz: Biet), über das der Ritterkanton Neckar und Schwarzwald die Steuer- und Militärhoheit ausübte. Obwohl auch die Markgrafschaft Baden landesherrliche Ansprüche erhob, beschränkte sich deren Einfluss auf Gesetzgebung und höchste Rechtsprechung. Die Sonderstellung des Gemmingischen Gebiets äußerte sich auch in der Konfessionszugehörigkeit: Während in den umliegenden Orten durch Baden oder Württemberg die Reformation eingeführt wurde, blieb die Familie von Gemmingen mit ihren Untertanen katholisch. Im Zuge der Mediatisierung geriet das Gebiet 1806 ganz unter badische Souveränität. 1839 verkaufte Freiherr Julius von Gemmingen auch seine grundherrlichen Rechte an Baden. - http://www.enzkreis.de/output/La1/141.99/179.259/tx/tx%7C179.1457/_/_.html


Da die im Biet herrschende Linie der Gemminger sich der [[Reformation]] nicht anschloss, blieb auch das Biet im Gegensatz zu den angrenzenden badischen und württembergischen Gebieten katholisch. Nur die dem [[Kloster Frauenalb]] gehörenden Dörfer [[Ersingen]] und [[Bilfingen]] bildeten im heutigen [[Enzkreis]] nach der Reformation noch eine weitere katholische Enklave.
; Tiefenbronn : Urkundlich erscheint der Ort erstmals 1105 im Hirsauer Codex: Ein Bürger Bebo aus Speyer übereignete ein Grundstück zu "Dieffenbrunnen" dem nahen Kloster Hirsau. 1324 kam der Ort durch Kauf an Ritter Wolf I. von Stein, der auf der Juliusburg zu Steinegg saß. Durch Teilnahme am Schleglerkrieg 1395 verarmten die Steiner, Ritter Jakob verkaufte 1407 seinen Tiefenbronner Besitz an Dieter V. von Gemmingen-Hagenschieß, dessen Nachkommen bis 1805 die Ortsherren stellten. Eine Notzeit zwang Dieter VII., 1439 sein Gut im Biet an die Markgrafen von Baden zu veräußern, er erhielt es aber 1461 von Karl I. als Erblehen zurück. Im Gewann Schlossgarten erstellte Dieter IX. in den Jahren 1545/46 ein Herrenschloss, von dessen zwei Wehrtürmen aus ein Steinwall mit Graben das Dorf umzog. Die badischen Markgrafen förderten in Tiefenbronn nicht nur das Handwerk tatkräftig, sondern verliehen auch weit gehende Markt-, Weggeld- und Geleitrechte, sodass Tiefenbronn ein Marktflecken mit gut besuchten Vieh- und Krämermärkten wurde, von denen sich sechs bis zum Jahre 1898 hielten. Durch Napoleon I. verlor das Haus Gemmingen 1806 die Hoheit über das Biet, welches dem Großherzogtum Baden einverleibt wurde.
; Mühlhausen : Nach einer alten Mühle benannt, wird erstmals urkundlich um 1110 im Schenkungs- buch des Klosters Hirsau erwähnt. Die Gegend von Mühlhausen gehörte zum Würmgau, kirchlich zum Bistum Speyer. Eine große Rolle spielten in jener Zeit das Kloster Hirsau und die Grafen von Calw. 1407 kam das Dorf an die Herren von Gemmingen, die über 400 Jahre die Grundherrschaft über die Orte des "Biets" ausübten. Der Gründer dieses adeligen Rittergeschlechts war Dieter von Gemmingen. Später erfolgte eine Teilung in die Linien Gemmingen-Steinegg und Gemmingen-Mühlhausen, wovon sich dann Tiefenbronn und Heimsheim abzweigten. Der Begründer der Mühlhausener Linie, Otto von Gemmingen, nahm an verschiedenen Kriegen der damaligen Zeit teil und stand in hohem Ansehen. Sein einziger Sohn Hans Dietrich erbaute in den Jahren 1551 bis 1553 das Schloss Mühlhausen. Als bald darauf die Mühlhausener Linie ausstarb, traten an deren Stelle die Heimsheimer, später die Steinegger. 1805 fiel das ganze Gebiet an Julius von Gemmingen, der 1823 mit seinem Freund, dem Pfarrer Henhöfer, und einem Drittel der Einwohner zur evangelischen Kirche übertrat (Kirchenbau 1829/30), 1835 aber nach Stuttgart übersiedelte und den ganzen Besitz 1839 an das Großherzogtum Baden verkaufte. - http://www.tiefenbronn.de/rathaus/BM/geschichte.htm


Dem letzten im Biet herrschenden Gemminger, Freiherrn [[Julius von Gemmingen]], gelang es nach jahrhundertelanger Zersplitterung [[1805]], das gesamte Biet unter seiner Herrschaft wiederzuvereinigen. Bereits im folgenden Jahr verlor er jedoch im Zuge der [[Mediatisierung]] seine landesherrlichen Rechte an das zum Großherzogtum erhobene [[Großherzogtum Baden|Baden]]. Die grundherrlichen Rechte verblieben noch bis [[1839]] bei seiner Familie, wurden dann aber ebenfalls an den badischen Staat verkauft.
[[Mediatisierung]]


== Weitere Informationen ==
[[Karlsruhe:Aloys Henhöfer|Aloys Henhöfer]]

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Das Biet ist genau deckungsgleich mit dem Bereich des Telefon-Ortsnetzes [[Tiefenbronn]] mit der Vorwahl 07234.


== Quellen ==
== Quellen ==


* Pforzheim und der Enzkreis. Stuttgart und Aalen: Theiss, 1976, ISBN 3-8062-0144-7, S.64, 168, 262-263, 272-273
* Pforzheim und der Enzkreis. Stuttgart und Aalen: Theiss, 1976, ISBN 3-8062-0144-7, S.64, 168, 262-263, 272-273
* http://www.enzkreis.de/output/La1/141.99/179.259/tx/tx%7C179.1457/_/_.html - Geschichte von Neuhausen
* http://www.tiefenbronn.de/rathaus/BM/geschichte.htm - Geschichte von Tiefenbronn


== Weblink ==
== Weblink ==

Version vom 3. September 2006, 14:49 Uhr

Biet ist die umgangssprachliche Bezeichnung für das ehemalige Gemmingische Gebiet, auch als Herrschaft hinter dem Hagenschieß oder kurz Herrschaft Hagenschieß bezeichnet, das die heutigen Gemeinden Tiefenbronn und Neuhausen im Enzkreis sowie den heutigen Pforzheimer Stadtteil Hohenwart umfasste. Charakteristisch für das Biet ist seine überwiegend katholische Prägung im Gegensatz zu seiner evangelischen Umgebung, wodurch hier auch eine alte Tradition des Fastnachtsbrauchtums lebendig ist.

Die Herren von Gemmingen waren ein aus dem Kraichgau stammendes Reichsrittergeschlecht. Die im Biet herrschende Seitenlinie nannte sich von Gemmingen-Hagenschieß und spaltete sich später in weitere Linien von Gemmingen-Steinegg, -Tiefenbronn, -Mühlhausen u. a. auf. Über das Biet übte der Reichsritterkanton Neckar und Schwarzwald die Steuer- und Militärhoheit aus.

Geschichte

Im 14. Jahrhundert unterstanden die Ortschaften des späteren Biet den Rittern von Stein zu Steineck, deren Burg in der Nähe der heutigen Burg Steinegg stand. Die Ritter von Stein waren Mitglieder des Schleglerbundes, der 1395 in Heimsheim Graf Eberhard III. von Württemberg unterlag. In der Folge waren die Herren von Stein 1407 gezwungen, ihre Herrschaft an Dieter (Dietrich) V. von Gemmingen zu verkaufen. Zu dessen Herrschaft gehörten zeitweise auch Heimsheim, Friolzheim und Münklingen (heute Stadtteil von Weil der Stadt).

Sein Sohn Dieter (Dietrich) VI. von Gemmingen musste die Herrschaft hinter dem Hagenschieß aus wirtschaftlichen Gründen 1439 an die Markgrafen von Baden verkaufen, erhielt es aber 1448 und noch einmal 1461 von Markgraf Karl I. von Baden als Erblehen zurück. Von da an bis 1806 übten Dieter VI. und seine Nachfahren im Biet ununterbrochen grund- und landesherrliche Rechte aus, auch wenn sich Baden die Gesetzgebung und höchste Rechtsprechung vorbehielt.

Da die im Biet herrschende Linie der Gemminger sich der Reformation nicht anschloss, blieb auch das Biet im Gegensatz zu den angrenzenden badischen und württembergischen Gebieten katholisch. Nur die dem Kloster Frauenalb gehörenden Dörfer Ersingen und Bilfingen bildeten im heutigen Enzkreis nach der Reformation noch eine weitere katholische Enklave.

Dem letzten im Biet herrschenden Gemminger, Freiherrn Julius von Gemmingen, gelang es nach jahrhundertelanger Zersplitterung 1805, das gesamte Biet unter seiner Herrschaft wiederzuvereinigen. Bereits im folgenden Jahr verlor er jedoch im Zuge der Mediatisierung seine landesherrlichen Rechte an das zum Großherzogtum erhobene Baden. Die grundherrlichen Rechte verblieben noch bis 1839 bei seiner Familie, wurden dann aber ebenfalls an den badischen Staat verkauft.

Weitere Informationen

Das Biet ist genau deckungsgleich mit dem Bereich des Telefon-Ortsnetzes Tiefenbronn mit der Vorwahl 07234.

Quellen

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