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Enzberg: Unterschied zwischen den Versionen

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=== Spätere Besiedlung ===
=== Spätere Besiedlung ===
Der [[Lorscher Codex]], eine Dokumentation der Rechte und Besitztümer des Klosters Lorsch aus dem [[12. Jahrhundert]] enthält Aufzeichnungen darüber, dass bereits [[9. Jahrhundert|883]] ein Dorf namens ''[[Thailfingen|Dagelfingen]]'' auf der Hochfläche zwischen Enz und Erlenbach existierte, aber später aufgegeben wurde. Bei [[Sengach]] fand man Alamannengräber. Die erste urkundliche Erwähnung Enzbergs datiert auf den 6. Januar 1100 und das Dorf dürfte als Burgsiedlung angelegt worden sein. Die Gemarkung sowie teilweise die Einwohner stammten wahrscheinlich aus Dagelfingen.


Enzberg gehörte ursprünglich den Kraich- und Enzgaugrafen und kam von diesen über die Grafen von Ingersheim an Grafen von Calw. Die [[Herren von Enzberg]] trugen zu Lehen die Herrschaft Enzberg (Enzberg, [[Dürrmenz]] und [[Niefern]]) von den Grafen von Calw-Vaihingen. Dazu teilten sie sich zu Lehen in [[Illingen]], [[Lienzingen]], [[Schmie]], [[Schützingen]] und [[Zaisersweiher]] mit den [[Herren von Roßwag]] und mit dem [[Kloster Maulbronn]] in [[Ötisheim]] und [[Ölbronn]].
Die erste urkundliche Erwähnung Enzbergs datiert auf den 6. Januar 1100. Der [[Lorscher Codex]], eine Dokumentation der Rechte und Besitztümer des Klosters Lorsch aus dem [[12. Jahrhundert]] enthält Aufzeichnungen darüber, dass bereits [[9. Jahrhundert|883]] ein Dorf namens ''[[Thailfingen|Dagelfingen]]'' auf der Hochfläche zwischen Enz und Erlenbach existierte, aber später aufgegeben wurde. Bei [[Sengach]] fand man Alamannengräber.


Der Bischof von Speyer übertrug der Enzberger Adelsfamilie [[1236]] die Vogtei der Abtei Maulbronn. Infolgedessen kam es jedoch zu Streitigkeiten zwischen dem Kloster und dem Ortsadel. Zwischen [[1310]] und [[1384]] wird der Ort Enzberg als Stadt oder Städtlein mit Stadtmauer und Stadtrecht be­zeichnet. [[1384]] wird die Burg nach einer erneuten Streitigkeit mit dem Kloster Maulbronn vom [[Pfalz]]grafen zerstört. Danach erhielt Enzberg einen dörflichen Charakter.
Das Stadtrecht erhielt Enzberg im [[14. Jahrhundert]]. [[1699]] wurde der Weiler Sengach von den [[Waldenser]]n gegründet. An Dorfbach und [[Enz]] befindliche Mühlen wurden bereits 1300 und 1550 erwähnt, in der Zeit um 1700 existierten zwei Papiermühlen. Wirtschaftliche Bedeutung hatten im [[19. Jahrhundert]] zwei Brauereien, eine Gips- und eine Sägemühle. [[1863]] wurde Enzberg Bahnstation. Der Bau des Elektrizitätswerks folgte [[1907]].

Bis ins 14. Jahrhundert veräußerten die Herrn von Enzberg allmählich und meist an das Kloster Maulbronn ihren zahlreichen Besitztümer in der Region. Der Ort selbst wurde nur zu einem Viertel vom Maulbronner Kloster erworben und der Rest blieb ritterschaftlich. [[1491]] erhälen Conrad von Enzberg und die Herren Leutrum von Ertingen jeweils ein Viertel von Enzberg und das dritte Viertel besitzen diese gemeinschaftlich. [[1504]] kam der Maulbronner Anteil mit dem Kloster an [[Württemberg]] und der Leutrumer Anteil gelang [[1544]] an Egloff von Wallstein. [[1623]] waren die drei Viertel ritterschaftlichen Anteile im Besitz der Wittwe von Neuneck. [[1685]] kamen diese nach weiteren Eigentümerwechsel letztlich an Württemberg, unterstanden jedoch der Rentkammer und wurden erst ab [[1807]] wie das restliche Enzberg vom Oberamt Maulbronn verwaltet.

[[1699]] wurde der Weiler Sengach von den [[Waldenser]]n gegründet. An Dorfbach und [[Enz]] befindliche Mühlen wurden bereits 1300 und 1550 erwähnt, in der Zeit um 1700 existierten zwei Papiermühlen. Wirtschaftliche Bedeutung hatten im [[19. Jahrhundert]] zwei Brauereien, eine Gips- und eine Sägemühle. [[1863]] wurde Enzberg Bahnstation. Der Bau des Elektrizitätswerks folgte [[1907]].


Seit der Eingemeindung [[1971]] ist Enzberg ein Teilort von Mühlacker.
Seit der Eingemeindung [[1971]] ist Enzberg ein Teilort von Mühlacker.

Version vom 12. September 2015, 17:35 Uhr

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Enzberg ist ein Teilort von Mühlacker im Enzkreis.

Geschichte

Römische Besiedlung

Spuren des römischen Gutshofs

Das Gebiet Enzbergs wurde schon zwischen 150 bis 260 nach Christus von den Römern besiedelt. Bei Bauarbeiten zur Verlegung der Bundesstraße 10 Ende des 20. Jahrhunderts stieß man auf Grundmauern eines römischen Landguts, der so genannten „Villa Rustica Schellenäcker“.

Portus, die einstige römische Distriktshauptstadt, das heutige Pforzheim, hatte im Enztal vielerorts ländliche Ansiedlungen, wie dieses bei Enzberg freigelegte Anwesen aus dem frühen zweiten Jahrhundert nach Christus. Schon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren dort römische Keramik-Bruchstücke gefunden worden. Kleine Grabungen 1912 und 1954 bestätigten diese Hinweise aus der Enzberger Ortschronik. Erst die Verlegung der Bundesstraße 10 gab 1997/98 den Anstoß für fundierte archäologische Grabungen. Bis zum Jahr 2000 wurden gut erhaltene Mauerreste des Landguts freigelegt und weitere zwei Nebengebäude, darunter ein stattliches Badehaus, in ihren Strukturen nachgewiesen. Erhalten ist auch ein Brunnen mit rund vier Metern Tiefe, in dem das Grundwasser steht. In diesem zuletzt zugeschütteten Loch fanden die Grabungsarbeiter zwei lebensgroße Frauenköpfe aus einer Jupiter-Gigantensäule. Aufgrund dessen schließen Experten des Landesdenkmalamts darauf, dass das Landgut mit seinen wohl 20 bis 30 Bewohnern eher herrschaftlichen Charakter besaß und der Besitzer ein umtriebiger und wohlhabender Händler gewesen sein dürfte.

Die Konservierung wurde im September 2004 abgeschlossen. Die bauliche Anlage wurde mit Schautafeln ergänzt, um den Besuchern die Hintergründe zu vermitteln. Man findet die „Villa Rustica“ am östlichen Ortseingang Enzbergs Richtung Mühlacker an der Bundesstraße 10.

Spätere Besiedlung

Der Lorscher Codex, eine Dokumentation der Rechte und Besitztümer des Klosters Lorsch aus dem 12. Jahrhundert enthält Aufzeichnungen darüber, dass bereits 883 ein Dorf namens Dagelfingen auf der Hochfläche zwischen Enz und Erlenbach existierte, aber später aufgegeben wurde. Bei Sengach fand man Alamannengräber. Die erste urkundliche Erwähnung Enzbergs datiert auf den 6. Januar 1100 und das Dorf dürfte als Burgsiedlung angelegt worden sein. Die Gemarkung sowie teilweise die Einwohner stammten wahrscheinlich aus Dagelfingen.

Enzberg gehörte ursprünglich den Kraich- und Enzgaugrafen und kam von diesen über die Grafen von Ingersheim an Grafen von Calw. Die Herren von Enzberg trugen zu Lehen die Herrschaft Enzberg (Enzberg, Dürrmenz und Niefern) von den Grafen von Calw-Vaihingen. Dazu teilten sie sich zu Lehen in Illingen, Lienzingen, Schmie, Schützingen und Zaisersweiher mit den Herren von Roßwag und mit dem Kloster Maulbronn in Ötisheim und Ölbronn.

Der Bischof von Speyer übertrug der Enzberger Adelsfamilie 1236 die Vogtei der Abtei Maulbronn. Infolgedessen kam es jedoch zu Streitigkeiten zwischen dem Kloster und dem Ortsadel. Zwischen 1310 und 1384 wird der Ort Enzberg als Stadt oder Städtlein mit Stadtmauer und Stadtrecht be­zeichnet. 1384 wird die Burg nach einer erneuten Streitigkeit mit dem Kloster Maulbronn vom Pfalzgrafen zerstört. Danach erhielt Enzberg einen dörflichen Charakter.

Bis ins 14. Jahrhundert veräußerten die Herrn von Enzberg allmählich und meist an das Kloster Maulbronn ihren zahlreichen Besitztümer in der Region. Der Ort selbst wurde nur zu einem Viertel vom Maulbronner Kloster erworben und der Rest blieb ritterschaftlich. 1491 erhälen Conrad von Enzberg und die Herren Leutrum von Ertingen jeweils ein Viertel von Enzberg und das dritte Viertel besitzen diese gemeinschaftlich. 1504 kam der Maulbronner Anteil mit dem Kloster an Württemberg und der Leutrumer Anteil gelang 1544 an Egloff von Wallstein. 1623 waren die drei Viertel ritterschaftlichen Anteile im Besitz der Wittwe von Neuneck. 1685 kamen diese nach weiteren Eigentümerwechsel letztlich an Württemberg, unterstanden jedoch der Rentkammer und wurden erst ab 1807 wie das restliche Enzberg vom Oberamt Maulbronn verwaltet.

1699 wurde der Weiler Sengach von den Waldensern gegründet. An Dorfbach und Enz befindliche Mühlen wurden bereits 1300 und 1550 erwähnt, in der Zeit um 1700 existierten zwei Papiermühlen. Wirtschaftliche Bedeutung hatten im 19. Jahrhundert zwei Brauereien, eine Gips- und eine Sägemühle. 1863 wurde Enzberg Bahnstation. Der Bau des Elektrizitätswerks folgte 1907.

Seit der Eingemeindung 1971 ist Enzberg ein Teilort von Mühlacker.

Verkehrsanbindung

Enzberg liegt an der Bundesstraße 10 zwischen Pforzheim und Mühlacker. Enzbergs Bahnhof ist Haltepunkt der Stadtbahnlinie S 5 Wörth - Bietigheim-Bissingen.

Sehenswürdigkeiten

  • Evangelische Kirche aus dem Jahr 1832
  • Villa Rustica
  • Rainloch bei Enzberg

Wappen

Wappen von Enzberg

Das Wappen zeigt auf rotem Hintergrund einen silberner Ring mit grünem Edelstein. Es wurde 1933 verliehen.


Weblinks



Städte und Gemeinden (inklusive Stadtteile, Teilorte und Orte) im Enzkreis

Birkenfeld, Eisingen, Engelsbrand, Friolzheim, Heimsheim, Illingen, Ispringen, Kämpfelbach, Keltern, Kieselbronn, Knittlingen, Königsbach-Stein, Maulbronn, Mönsheim, Mühlacker, Neuenbürg, Neuhausen, Neulingen, Niefern-Öschelbronn, Ölbronn-Dürrn, Ötisheim, Remchingen, Sternenfels, Straubenhardt, Tiefenbronn, Wiernsheim, Wimsheim und Wurmberg bilden den Enzkreis.


Der Stadtteil Dürrmenz sowie die Teilorte Enzberg, Großglattbach, Lienzingen, Lomersheim und Mühlhausen (Enz) bilden zusammen die große Kreisstadt Mühlacker.