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Victor Mayer GmbH & Co. KG: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei:Fabergé-Winter-Ei.jpg|miniatur|Fabergé Winter-Ei, Entwurf und Ausführung: Victor Mayer GmbH & Co. KG, Pforzheim 1997]]
Die '''Victor Meyer GmbH & Co. KG''' ist ein Pforzheimer Schmuckunternehmen im Luxussegment. Besser bekannt ist ihre Marke ''Fabergé'' mit den international berühmten ''Fabergé-Eiern''.
Die '''Victor Mayer GmbH & Co. KG''' ist ein Pforzheimer Schmuckunternehmen im Luxussegment. Besser bekannt ist ihre Marke ''Fabergé'' mit den international berühmten ''Fabergé-Eiern''.


== Geschichte ==
Die Firma vergibt den nach dem Firmengründer benannten '''Victor-Mayer-Preis''' an herausragende Absolventen der Pforzheimer [[Goldschmiedeschule]].
Gründer war der Schmuckfabrikant [[Victor Mayer]] (1857–1946). Zusammen mit Hermann Vogel gründete Victor Mayer 1890 die Schmuckfabrik Vogel & Mayer und wurde 1895 deren Alleininhaber. Victor Mayer behielt bis 1925 die Geschäftsführung und überließ diese dann seinem Sohn Oskar Mayer und seinem Schwiegersohn Edmund Mohr.


Zwischen 1965 und 2003 hatte [[Herbert Mohr-Mayer]], der Sohn von Edmund Mohr und Victor Mayers Tochter Maria, die Geschäftsführung inne, bis 1989 zusammen mit Hubert Mayer, dem Sohn von Oskar Mayer, und ab 2000 zusammen mit seinem Sohn Marcus O. Mohr, der seit 2003 alleiniger Geschäftsführer ist und für die vierte Inhabergeneration steht.
== Gründer ==


Bis in die 1920er Jahre wurde die Produktpalette von Schmuckartikeln wie Armbänder, Anhänger, Broschen, Ringe, Colliers und Medaillons dominiert, dann bis in die 1970er von Geschenk- und Gebrauchsartikeln wie Puderdosen, Parfümfläschchen, Fotorahmen, Likörbecher, Zigarettenspitzen, Feuerzeuge, Zigarrenabschneider, Taschenmesser, Taschenkämme, Gluttöter, Schreibtischgarnituren, Schlüsselketten, Autoplaketten und Geldscheinklammern.
Victor Mayer (* [[1. Dezember]] [[1857]] in [[Pforzheim]]; † [[1956]]) gründete um [[1890]] die Victor Mayer Schmuck Firma in Pforzheim. Der Hersteller führt heute die Fabergé-Produktion fort, die von Peter Carl Fabergé bis 1917 geführt wurde. Die heutige Victor Mayer GmbH & Co. KG ist für hochwertigen Schmuck und Glasemaille weltweit bekannt.


Kontinuität war unter anderem durch die für Victor Mayer typischen Techniken wie das handwerkliche Emaillieren, Guillochieren und Gravieren gegeben. Auch die Schmuckmanufaktur Victor Mayer sah sich mit der nationalsozialistischen Industriepolitik konfrontiert. Die Produktion wurde auf Kriegswirtschaft und Rüstungsindustrie umgestellt. Hergestellt wurden z. B. Puffertöpfe, Eiserne Kreuze und Ritterkreuze. In den ersten 20 Nachkriegsjahren dominierten auf Kundenwunsch gefertigte Herrengeschenke in Gold, Silber, Leder und Holz. Dabei verwendete man feinste Materialien und Techniken wie beispielsweise Guillochierungen, Edelholz, Schildpatt sowie Email in Silber und Gold. Es wurden ausschließlich handgefertigte Produkte in Einzelfertigung hergestellt. Seit den 1970ern wird die Produktpalette wieder von Schmuckartikeln beherrscht, da der Markt für Geschenk- und Gebrauchsartikel zunehmend durch billigere Massenproduzenten dominiert wurde. Bei den ersten neuen Schmuckkollektionen ließ man sich durch den in Valenza gezeigten italienischen Schmuck inspirieren. Angesichts der großen Konkurrenz suchte man sich Nischen und fand diese in schwerem handgefertigtem Goldschmuck mit Brillanten, Farbsteinen und Email sowie Reitsportschmuck in Silber.
=== Leben ===

Ende 1989 wurde zwischen der Lizenzfirma Fabergé & Co. und Victor Mayer ein Vertrag abgeschlossen, der der Schmuckmanufaktur Victor Mayer Herstellung und Vertrieb bestimmter Produkte unter dem Namen "Fabergé" ermöglichte. Bereits in den 1960er Jahren hatte sich Herbert Mohr-Mayer um eine Produktionserlaubnis für Fabergé-Produkte bemüht, allerdings erfolglos. Dennoch entstanden in der Schmuckmanufaktur Victor Mayer seit Ende der 1970er Kollektionen im Fabergé-Stil. In der Zeit der Fabergé-Lizenz von 1989 bis 2009 stellte die Schmuckmanufaktur Victor Mayer neben klassischen Fabergé-Schmuckkollektionen auch Fabergé-Eier her. Die Fabergé-Eier Victor Mayers sind als äußerst aufwendige Objets d‘art, manche auch als "Denkmale" konzipiert. Jedes von ihnen ist bestimmten Ereignissen oder Persönlichkeiten gewidmet und in kunstgeschichtliche Kontexte eingebettet. Manche Fabergé-Eier gingen als Geschenk Victor Mayers an verschiedene Personen des öffentlichen Lebens wie Michael Gorbatschow, Richard von Weizsäcker, Nelson Mandela, Boris Jelzin, Kaiser Akihito, Queen Elisabeth II. oder den saudischen König Fahd. Zahlreiche Museen erwarben Fabergé-Eier Victor Mayers für ihren Fundus. Mit dem Ende der Lizenz endete 2009 die Tätigkeit Victor Mayers als Fabergé-Werkmeister, jedoch wurden weiterhin Fabergé-Produkte hergestellt.
Victor Mayer wurde, elf Jahre nach Peter Carl Fabergé, in einer Unternehmerfamilie geboren. 1890 heiratete er Lina, geborene Niemand.

Im Jahr 1890 gründen der Stahlgraveur Victor Mayer und der Kaufmann Hermann Vogel die Bijouteriefabrik Vogel und Mayer in Pforzheim. Aufgrund von Unstimmigkeiten kommt es schließlich 1896 zur Trennung zwischen den Geschäftspartnern, woraufhin Hermann Vogel aus dem Unternehmen ausscheidet. Victor Mayer ist von diesem Zeitpunkt an Alleininhaber. Während des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieges]] fallen die beiden ältesten Söhne Victor Mayers, Victor und Julius. Sie waren vom Firmengründer als Nachfolger auserkoren worden. Nach mehrjähriger Suche findet Victor Mayer schließlich 1925 in seinem Schwiegersohn Edmund Mohr einen geeigneten Nachfolger und nimmt ihn in die Geschäftsführung auf. Einige Jahre später, 1932, zieht sich der inzwischen 75-jährige Victor Mayer aus dem Tagesgeschäft vollständig zurück und übergibt seine Anteile zu gleichen Teilen an seinen einzig verbliebenen Sohn Oskar und an seinen Schwiegersohn Edmund Mohr. Sie führen das Unternehmen jahrzehntelang. Die beiden Enkel Victor Mayers, Herbert Mohr-Mayer und dessen Cousin Hubert Mayer, übernehmen im Jahr 1975 die Geschäftsführung. Als im Jahr 1989 Hubert Mayer unerwartet stirbt, erwirbt Herbert Mohr-Mayer die Firmenanteile seines Cousins und wird Alleininhaber. Nach jahrelanger erfolgreicher Tätigkeit übergibt Dr. Herbert Mohr-Mayer im Jahr 2003 seinem ältesten Sohn Dr. Marcus O. Mohr die Geschäftsführung und scheidet aus der Firma aus. Der Urenkel Victor Mayers, führt nunmehr in vierter Generation das Unternehmen.
== Victor-Mayer-Preis ==
Die Firma vergibt den nach dem Firmengründer benannten ''Victor-Mayer-Preis'' an herausragende Absolventen der Pforzheimer [[Goldschmiedeschule]]. Der Victor-Mayer-Preis wurde 1990 anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Unternehmens gestiftet. Victor Mayer wurde 1874 von derselben Berufsschule wegen "seiner beachtlichen Fortschritte beim Zeichnen und Modellieren" selbst ausgezeichnet.


== Literatur ==
== Literatur ==
* Geza von Habsburg: ''Fabergé gestern und heute'', Hirmer, 2005, ISBN 3-7774-2635-0
* Geza von Habsburg: ''Fabergé gestern und heute'', Hirmer, 2005, ISBN 3-7774-2635-0
* Herbert Mohr-Mayer: ''Victor Mayer (1857-1946). "Sozial, humorvoll, schaffig". Leben und Werk eines Pforzheimer Schmuckfabrikanten.'' verlag regionalkultur Ubstadt-Weiher 2007. ISBN 978-3-89735-511-8
* Herbert Mohr-Mayer: ''Von goldenen Eiern und anderen Pretiosen. Die Geschichte des Hauses Victor Mayer von den goldenen Zwanzigern bis 2003.'' Ubstadt-Weiher 2010.
* Herbert Mohr-Mayer: ''Victor Mayer (1857-1946). Sozial, humorvoll und schaffig. Leben und Werk eines Pforzheimer Schmuckfabrikanten.'' Heidelberg 2007.

== Quellen ==
* Stadtarchiv Pforzheim: ''Archivmagazin. Neues aus dem Stadtarchiv Pforzheim.'' Ausgabe Nr. 37, Juli 2019.


== Adresse ==
== Adresse ==
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== Weblinks ==
== Weblinks ==
* {{Homepage|www.victor-mayer.com}}
* {{Homepage|www.victor-mayer.com}}
* {{Wikipedia}}


[[Kategorie:Unternehmen]]
[[Kategorie:Bestehendes Unternehmen]]
[[Kategorie:Pforzheim]]
[[Kategorie:Unternehmen (Pforzheim)]]
[[Kategorie:Schmuckhersteller]]

Aktuelle Version vom 21. März 2026, 18:17 Uhr

Fabergé Winter-Ei, Entwurf und Ausführung: Victor Mayer GmbH & Co. KG, Pforzheim 1997

Die Victor Mayer GmbH & Co. KG ist ein Pforzheimer Schmuckunternehmen im Luxussegment. Besser bekannt ist ihre Marke Fabergé mit den international berühmten Fabergé-Eiern.

Geschichte

Gründer war der Schmuckfabrikant Victor Mayer (1857–1946). Zusammen mit Hermann Vogel gründete Victor Mayer 1890 die Schmuckfabrik Vogel & Mayer und wurde 1895 deren Alleininhaber. Victor Mayer behielt bis 1925 die Geschäftsführung und überließ diese dann seinem Sohn Oskar Mayer und seinem Schwiegersohn Edmund Mohr.

Zwischen 1965 und 2003 hatte Herbert Mohr-Mayer, der Sohn von Edmund Mohr und Victor Mayers Tochter Maria, die Geschäftsführung inne, bis 1989 zusammen mit Hubert Mayer, dem Sohn von Oskar Mayer, und ab 2000 zusammen mit seinem Sohn Marcus O. Mohr, der seit 2003 alleiniger Geschäftsführer ist und für die vierte Inhabergeneration steht.

Bis in die 1920er Jahre wurde die Produktpalette von Schmuckartikeln wie Armbänder, Anhänger, Broschen, Ringe, Colliers und Medaillons dominiert, dann bis in die 1970er von Geschenk- und Gebrauchsartikeln wie Puderdosen, Parfümfläschchen, Fotorahmen, Likörbecher, Zigarettenspitzen, Feuerzeuge, Zigarrenabschneider, Taschenmesser, Taschenkämme, Gluttöter, Schreibtischgarnituren, Schlüsselketten, Autoplaketten und Geldscheinklammern.

Kontinuität war unter anderem durch die für Victor Mayer typischen Techniken wie das handwerkliche Emaillieren, Guillochieren und Gravieren gegeben. Auch die Schmuckmanufaktur Victor Mayer sah sich mit der nationalsozialistischen Industriepolitik konfrontiert. Die Produktion wurde auf Kriegswirtschaft und Rüstungsindustrie umgestellt. Hergestellt wurden z. B. Puffertöpfe, Eiserne Kreuze und Ritterkreuze. In den ersten 20 Nachkriegsjahren dominierten auf Kundenwunsch gefertigte Herrengeschenke in Gold, Silber, Leder und Holz. Dabei verwendete man feinste Materialien und Techniken wie beispielsweise Guillochierungen, Edelholz, Schildpatt sowie Email in Silber und Gold. Es wurden ausschließlich handgefertigte Produkte in Einzelfertigung hergestellt. Seit den 1970ern wird die Produktpalette wieder von Schmuckartikeln beherrscht, da der Markt für Geschenk- und Gebrauchsartikel zunehmend durch billigere Massenproduzenten dominiert wurde. Bei den ersten neuen Schmuckkollektionen ließ man sich durch den in Valenza gezeigten italienischen Schmuck inspirieren. Angesichts der großen Konkurrenz suchte man sich Nischen und fand diese in schwerem handgefertigtem Goldschmuck mit Brillanten, Farbsteinen und Email sowie Reitsportschmuck in Silber.

Ende 1989 wurde zwischen der Lizenzfirma Fabergé & Co. und Victor Mayer ein Vertrag abgeschlossen, der der Schmuckmanufaktur Victor Mayer Herstellung und Vertrieb bestimmter Produkte unter dem Namen "Fabergé" ermöglichte. Bereits in den 1960er Jahren hatte sich Herbert Mohr-Mayer um eine Produktionserlaubnis für Fabergé-Produkte bemüht, allerdings erfolglos. Dennoch entstanden in der Schmuckmanufaktur Victor Mayer seit Ende der 1970er Kollektionen im Fabergé-Stil. In der Zeit der Fabergé-Lizenz von 1989 bis 2009 stellte die Schmuckmanufaktur Victor Mayer neben klassischen Fabergé-Schmuckkollektionen auch Fabergé-Eier her. Die Fabergé-Eier Victor Mayers sind als äußerst aufwendige Objets d‘art, manche auch als "Denkmale" konzipiert. Jedes von ihnen ist bestimmten Ereignissen oder Persönlichkeiten gewidmet und in kunstgeschichtliche Kontexte eingebettet. Manche Fabergé-Eier gingen als Geschenk Victor Mayers an verschiedene Personen des öffentlichen Lebens wie Michael Gorbatschow, Richard von Weizsäcker, Nelson Mandela, Boris Jelzin, Kaiser Akihito, Queen Elisabeth II. oder den saudischen König Fahd. Zahlreiche Museen erwarben Fabergé-Eier Victor Mayers für ihren Fundus. Mit dem Ende der Lizenz endete 2009 die Tätigkeit Victor Mayers als Fabergé-Werkmeister, jedoch wurden weiterhin Fabergé-Produkte hergestellt.

Victor-Mayer-Preis

Die Firma vergibt den nach dem Firmengründer benannten Victor-Mayer-Preis an herausragende Absolventen der Pforzheimer Goldschmiedeschule. Der Victor-Mayer-Preis wurde 1990 anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Unternehmens gestiftet. Victor Mayer wurde 1874 von derselben Berufsschule wegen "seiner beachtlichen Fortschritte beim Zeichnen und Modellieren" selbst ausgezeichnet.

Literatur

  • Geza von Habsburg: Fabergé gestern und heute, Hirmer, 2005, ISBN 3-7774-2635-0
  • Herbert Mohr-Mayer: Von goldenen Eiern und anderen Pretiosen. Die Geschichte des Hauses Victor Mayer von den goldenen Zwanzigern bis 2003. Ubstadt-Weiher 2010.
  • Herbert Mohr-Mayer: Victor Mayer (1857-1946). Sozial, humorvoll und schaffig. Leben und Werk eines Pforzheimer Schmuckfabrikanten. Heidelberg 2007.

Quellen

  • Stadtarchiv Pforzheim: Archivmagazin. Neues aus dem Stadtarchiv Pforzheim. Ausgabe Nr. 37, Juli 2019.

Adresse

Victor Mayer GmbH & Co. KG
Simmlerstraße 13-14
75172 Pforzheim
Telefon: (0 72 31) 91 87-0
Telefax: (0 72 31) 91 87-66

Weblinks