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Hauptbahnhof: Unterschied zwischen den Versionen

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Der '''Hauptbahnhof''' in [[In::Pforzheim]] (Bezeichnung bei der Deutschen Bahn: '''Pforzheim Hbf''') ist der wichtigste [[ist::Bahnhof]] der Stadt.
[[Bild:PfhmHbf1.jpg|thumb|Hauptbahnhof von Südwesten, Mai 2001]]
[[File:Bahnhofshalle Pforzheim Hbf.JPG|thumb|Empfangshalle]]
[[Bild:HJR-Hauptbahnhof-Polizei.jpg|thumb|Hauptbahnhof vom [[Sparkassenturm]], September 2006]]
[[File:Hauptbahnhof in Pforzheim - panoramio.jpg|thumb|Empfangsgebäude]]
Der '''Hauptbahnhof''' in [[Pforzheim]] (Bezeichnung bei der Deutschen Bahn: '''Pforzheim Hbf''') ist der wichtigste Bahnhof der Stadt.
[[File:Hauptbahnhof Pforzheim.JPG|thumb|Glasfassade]]
== Geschichte ==
* [[Alter Hauptbahnhof (Pforzheim)|siehe Artikel ''Alter Hauptbahnhof'']]


Der Bahnhof Pforzheim, der heutige Hauptbahnhof, wurde am [[3. Juli]] [[Eröffnet::1861]] durch die Badische Staatsbahn mit Inbetriebnahme des Streckenabschnitts [[Wilferdingen]] - Pforzheim eröffnet. Bereits am [[10. August]] [[1859]] war der Abschnitt [[Durlach]] - Wilferdingen in Betrieb gegangen. Am [[1. Juni]] [[1863]] wurde auch der Streckenabschnitt Pforzheim - Mühlacker eröffnet, auf ganzer Länge durch die Badische Staatsbahn betrieben. In Mühlacker bestand Anschluss an die [[1853]] eröffnete Westbahn der Württembergischen Staatsbahn von Bietigheim (heute Bietigheim-Bissingen) nach Bruchsal.
== Verkehrsbedeutung ==
Pforzheim Hbf verknüpft die Bahnlinie [[Karlsruhe]] - Pforzheim - [[Mühlacker]] - [[Stuttgart]] mit der [[Enztalbahn]] Pforzheim - [[Bad Wildbad]] und der [[Nagoldtalbahn]] Pforzheim - [[Calw]] - [[Horb]].


Die Württembergische Staatsbahn eröffnete [[1868]] von Pforzheim aus die [[Enztalbahn]] nach Wildbad (heute Bad Wildbad). Die im Bahnhof [[Brötzingen]] abzweigende [[Nagoldtalbahn]] nach Calw kam [[1874]] hinzu. Für diese Strecken entstand neben dem badischen Bahnhof in Pforzheim ein württembergischer Kopfbahnhof an der [[Luisenstraße]], der lange Zeit völlig getrennt vom badischen Bahnhof betrieben wurde (ähnliche Verhältnisse gab es umgekehrt in Mühlacker). Die heute noch bestehenden Kopfgleise 103 und 104 in Pforzheim Hbf gehen auf diesen württembergischen Bahnhof zurück. Ihren Güterbahnhof errichtete die Württembergische Staatsbahn entlang der [[Tunnelstraße]] und [[Frankstraße]], während der heute noch betriebene [[Güterbahnhof]] östlich des Hauptbahnhofs auf die Badische Staatsbahn zurückgeht.
Im Fernverkehr halten hier die Züge der [[Fernbahn|Intercity-Linie 61]] (Karlsruhe - Pforzheim - Stuttgart - Nürnberg u. z.) sowie der CityNightLine [[Casiopeia]] (München-Paris). Im Nahverkehr wird Pforzheim Hbf bedient von:
* der [[Regionalbahn]]-Linie [[R 5]] (Karlsruhe - Pforzheim - Mühlacker - Stuttgart) mit Inter-Regio-Express- und Regional-Express-Zügen
* der Regionalbahn-Linie [[R 52]] (Pforzheim - Horb - Tübingen)
* der [[Stadtbahn]]-Linie [[S 5]] (Wörth - Karlsruhe - Pforzheim - Mühlacker - Bietigheim-Bissingen)
* der Stadtbahn-Linie [[S 6]] (Pforzheim - Bad Wildbad).


Die badische wie die württembergische Staatsbahn gingen 1920 auf das Deutsche Reich über und wurden Teil der ''Deutschen Reichsbahn''. In der Folgezeit wurde auch der vorher badische Streckenabschnitt von Mühlacker über Pforzheim bis Wilferdingen der Reichsbahndirektion Stuttgart zugeschlagen, was die verwaltungsmäßige Zersplitterung der Bahnanlagen im Raum Pforzheim beendete. Diese Gliederung hatte im Wesentlichen bis zur Schaffung der Deutschen Bahn AG 1994 Bestand und wirkt in Teilbereichen bis heute nach.
Die Überlandbuslinien, die Pforzheim anfahren, beginnen und enden an einem der drei [[Busbahnhof|Busbahnhöfe]], die ebenfalls in der Nachbarschaft des Hauptbahnhofs angesiedelt sind, den [[Zentraler Omnibusbahnhof Nord|Busbahnhöfen Nord]], [[Zentraler Omnibusbahnhof Mitte|Mitte]] und [[Zentraler Omnibusbahnhof Süd|Süd]]. Im innerstädtischen Busverkehr wird der Hauptbahnhof bedient von den Haltestellen ''Hauptbahnhof'' und ''Bahnhofstraße'' (früher: ''Hauptpost'') der [[SVP]], wobei die Bushaltestelle Hauptbahnhof Bestandteil des [[Zentraler Omnibusbahnhof Mitte|Busbahnhofs Mitte]] ist.


=== Zerstörung im Zweiten Weltkrieg und Neubau ===
Bestehende Linienartikel dazu:
Das Empfangsgebäude des Pforzheimer Bahnhofs von 1861 wurde beim [[Luftangriff auf Pforzheim|Luftangriff am 23. Februar 1945]] schwer beschädigt. In den [[1950er]]-Jahren entstand als Ersatz ein von [[Hellmuth Conradi]] entworfener Neubau, der am [[29. Mai]] [[1958]] eröffnet wurde und den modernsten Stand der damaligen Bahnhofsarchitektur darstellte. Heute steht er unter [[Denkmalschutz]] und wurde von einem Journalisten der ''Zeit'' auch schon einmal liebevoll als "Kleinod im Stil der Nick-Knatterton-Cartoons" (= Wirtschaftswunderzeit) bezeichnet.
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Gleichzeitig mit der Eröffnung des neuen Bahnhofsgebäudes wurde der Bahnhof auch in "Pforzheim Hbf" umbenannt, bis dahin hieß er für die Bahn einfach "Pforzheim".
== Geschichte ==
Der Bahnhof Pforzheim, der heutige Hauptbahnhof, wurde am [[3. Juli]] [[1861]] durch die Badische Staatsbahn mit Inbetriebnahme des Streckenabschnitts [[Wilferdingen]] - Pforzheim eröffnet. Bereits [[1859]] war der Abschnitt [[Durlach]] - Wilferdingen in Betrieb gegangen. Am [[1. Juni]] [[1863]] wurde auch der Streckenabschnitt Pforzheim - Mühlacker eröffnet, auf ganzer Länge durch die Badische Staatsbahn betrieben. In Mühlacker bestand Anschluss an die [[1853]] eröffnete Westbahn der Württembergischen Staatsbahn von Bietigheim (heute Bietigheim-Bissingen) nach Bruchsal.


Am [[14. Februar]] [[2008]] wurden die Fallblattanzeiger an den Bahnsteigen durch moderne, digitale Zugzielanzeigen ersetzt.
Die Württembergische Staatsbahn eröffnete [[1868]] von Pforzheim aus die [[Enztalbahn]] nach Wildbad (heute Bad Wildbad). Die im Bahnhof [[Brötzingen]] abzweigende [[Nagoldtalbahn]] nach Calw kam [[1874]] hinzu. Für diese Strecken entstand neben dem badischen Bahnhof in Pforzheim ein württembergischer Kopfbahnhof an der [[Luisenstraße]], der lange Zeit völlig getrennt vom badischen Bahnhof betrieben wurde (ähnliche Verhältnisse gab es umgekehrt in Mühlacker). Die heute noch bestehenden Kopfgleise 101 und 102 in Pforzheim Hbf gehen auf diesen württembergischen Bahnhof zurück. Ihren Güterbahnhof errichtete die Württembergische Staatsbahn entlang der [[Tunnelstraße]] und [[Frankstraße]], während der heute noch betriebene [[Güterbahnhof]] östlich des Hauptbahnhofs auf die Badische Staatsbahn zurückgeht.


=== Abriss des Expressgutgebäudes ===
Die badische wie die württembergische Staatsbahn gingen 1920 auf das Deutsche Reich über und wurden Teil der ''Deutschen Reichsbahn''. In der Folgezeit wurde auch der vorher badische Streckenabschnitt von Mühlacker über Pforzheim bis Wilferdingen der Reichsbahndirektion Stuttgart zugeschlagen, was die verwaltungsmäßige Zersplitterung der Bahnanlagen im Raum Pforzheim beendete. Diese Gliederung hatte im Wesentlichen bis zur Schaffung der Deutschen Bahn AG 1994 Bestand und wirkt in Teilbereichen bis heute nach.
Im Juni 2011 begann der Abriss des ehemaligen Expressgutgebäudes, das für seinen ursprünglichen Zweck nach Aufgabe des Expressgutverkehrs durch die damalige Deutsche Bundesbahn seit den [[1990er]]-Jahren nicht mehr benötigt wurde. Die freiwerdende Fläche wurde genutzt, um unter Einbezug des damaligen [[ZOB Mitte]] den am [[13. Juni]] [[2015]] offiziell eröffneten neuen [[Zentraler Omnibusbahnhof|Zentralen Omnibusbahnhof]] für die gesamten in Pforzheim beginnenden und endenden regionalen Buslinien zu errichten.


Bilder vom Abriss des Expressgutgebäudes siehe unter [[Hauptbahnhof (Galerie)#Abriss des Expressgutgebäudes]].
Das Empfangsgebäude des Pforzheimer Bahnhofs von 1861 wurde beim [[Luftangriff auf Pforzheim|Luftangriff am 23. Februar 1945]] schwer beschädigt. In den [[1950er]]-Jahren entstand als Ersatz ein von [[Hellmuth Conradi]] entworfener Neubau, der am [[29. Mai]] [[1958]] eröffnet wurde und den modernsten Stand der damaligen Bahnhofsarchitektur darstellte. Heute steht er unter Denkmalschutz und wurde von einem Journalisten der ''Zeit'' auch schon einmal liebevoll als "Kleinod im Stil der Nick-Knatterton-Cartoons" (= Wirtschaftswunderzeit) bezeichnet.


=== Barrierefreier Umbau ===
Gleichzeitig mit der Eröffnung des neuen Bahnhofsgebäudes wurde der Bahnhof auch in "Pforzheim Hbf" umbenannt, bis dahin hieß er für die Bahn einfach "Pforzheim".
In den [[2010er]]-Jahren wurde der Pforzheimer Hauptbahnhof barrierefrei umgebaut. Hierfür wurden die zuvor nur 38 cm hohen Bahnsteige auf eine Höhe von 55 cm über Schienenoberkante angehoben, was ein stufenloses Einsteigen in die Mehrzahl des dort verkehrenden Fahrzeugmaterials ermöglicht, und der mittlere Zugangstunnel an allen Bahnsteigen mit Aufzügen versehen.

==Architektur der Bahnhofshalle bzw. des Empfangsgebäudes==

In der Empfangshalle des [[Hauptbahnhof Pforzheim]] befindet sich das Hauptwerk von [[Karl Josef Huber („JoKarl)“]] in Pforzheim: Die ''„swingende“''<ref name="Timm_96b">'''Zur regionalen Geschichte der Baukunst. Raumausstattungen und Kunst am Bau'''. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet, Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 73-102, hier S. 96.</ref> Metallplastik ''„Goldstadt an der Schwarzwaldpforte“'' im Stil des Organischen und Farbigen Bauens (bewegte Formen u. bunter Bauschmuck), 1958.

Der Hauptbahnhof in Heilbronn wurde 1958 in ganz ähnlichem Stil erbaut und hatte ebenfalls ein damals ganz modernes "Flugdach" mit besonderer Beleuchtung sowie eine breite Empfangshalle mit großflächiger Glasfassade. In einem Buch von 1994, wo beide Bahnhöfe miteinander verglichen werden, kann man nicht nur anhand der Bilder bis heute Ähnlichkeiten feststellen, sondern auch eine Beschreibung der Stimmung im gastronomischen Bereich am Beispiel von Pforzheims Bahnhofs nachlesen. Zudem war es damals wohl noch üblich, eine Kegelbahn am Bahnhof anzubieten, wie im Vergleich zu Heilbronn festgestellt wird.


== Weitere Informationen ==
== Weitere Informationen ==
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Im östlichen Anbau des Hauptbahnhofs, der schon immer die eine oder andere Form von Schnellimbiss beherbergte, befindet sich seit [[2006]] eine [[Burger King]]-Filiale.
Im östlichen Anbau des Hauptbahnhofs, der schon immer die eine oder andere Form von Schnellimbiss beherbergte, befindet sich seit [[2006]] eine [[Burger King]]-Filiale.


== Quellen ==
== Verkehrsbedeutung ==
Pforzheim Hbf verknüpft die Bahnlinie [[Karlsruhe]] - Pforzheim - [[Mühlacker]] - [[Stuttgart]] mit der [[Enztalbahn]] Pforzheim - [[Bad Wildbad]] und der [[Nagoldtalbahn]] Pforzheim - [[Calw]] - [[Horb]].
* Hans Georg Zier: Geschichte der Stadt Pforzheim. Stuttgart: Theiss, 1982, ISBN 3-8062-0234-6, S.&nbsp;225-227.

* Christoph Timm: Pforzheim, Bewegte Zeiten - Die 50er Jahre. Gudensberg-Gleichen: Wartberg Verlag, 1996, ohne ISBN.
Im Fernverkehr halten hier die Züge der [[Fernbahn|Intercity-Linie 61]] (Karlsruhe Pforzheim Stuttgart Nürnberg u.&nbsp;z.) sowie der CityNightLine [[Casiopeia]] (MünchenParis). Im Nahverkehr wird Pforzheim Hbf bedient von:
* der Regional-Express-Linie [[RE 1]] (Karlsruhe Pforzheim Mühlacker Stuttgart - Aalen)
* der Metropol-Express-Linie [[MEX 17A]] (Pforzheim - Mühlacker - Bietigheim-Bissingen - Stuttgart)
* der Regionalbahn-Linie [[RB 74]] (Pforzheim Horb Tübingen)
* der [[Stadtbahn]]-Linie [[S 5]] (Wörth Karlsruhe Pforzheim Mühlacker Bietigheim-Bissingen)
* der Stadtbahn-Linie [[S 6]] (Pforzheim Bad Wildbad).

Die Überlandbuslinien, die Pforzheim anfahren, beginnen und enden am [[Zentraler Omnibusbahnhof|Zentralen Omnibusbahnhof]], der ebenfalls in der Nachbarschaft des Hauptbahnhofs angesiedelt ist. Im innerstädtischen Busverkehr wird der Hauptbahnhof bedient von den Haltestellen ''Hauptbahnhof'' und ''Bahnhofstraße'' (früher: ''Hauptpost'') der [[SVP]], wobei die Bushaltestelle Hauptbahnhof Bestandteil des [[Zentraler Omnibusbahnhof|Zentralen Omnibusbahnhofs]] ist.

Bestehende Linienartikel dazu:
*[[RE1]]
*{{LinieRB74-Symbol}} (Nagoldtalbahn)
*{{LinieS5-Symbol}}
*{{LinieS6-Symbol}} (Enztalbahn)
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== Literatur ==
* [[Hans Georg Zier]]: Geschichte der Stadt Pforzheim. Stuttgart: Theiss, 1982, ISBN 3-8062-0234-6, S.&nbsp;225-227.
* [[Christoph Timm]]: Pforzheim, Bewegte Zeiten - Die 50er Jahre. Gudensberg-Gleichen: Wartberg Verlag, 1996, ohne ISBN.
* [[Joachim Hennze]]: Zwei Bahnhöfe der späten fünfziger Jahre. Die Empfangsgebäude in Heilbronn und Pforzheim. Heilbronn 1994 (Heilbronner Museumsheft 17)

== Einzelnachweise und Anmerkungen==
<references />


== Weblinks ==
== Weblinks ==
* {{Stadtwiki Karlsruhe2|Pforzheim_Hbf|Pforzheim Hbf}}
* {{Stadtwiki Karlsruhe|Pforzheim Hauptbahnhof|Pforzheim Hauptbahnhof}}
* {{Wikipedia|Pforzheim_Hauptbahnhof|Pforzheim Hauptbahnhof}}
* {{Wikipedia2|Bahnstrecke_Durlach%E2%80%93M%C3%BChlacker|Bahnstrecke Durlach–Mühlacker}}
* {{Wikipedia|Bahnstrecke_Karlsruhe–Mühlacker|Bahnstrecke Karlsruhe–Mühlacker}}
* [http://www.railfaneurope.net/pix/de/station/Pforzheim/pix.html Bilder Pforzheimer Bahnhöfe auf Railfaneurope.net]
* [http://www.railfaneurope.net/pix/de/station/Pforzheim/pix.html Bilder Pforzheimer Bahnhöfe auf Railfaneurope.net]
* [http://www.stadtarchiv-heilbronn.de/index.php?d=/publikationen/online_publikationen/heilbronnica_3/&f=/_files/07-feitenhansl-bahnhofsgeschichte.pdf&s= Heilbronner Bahnhofsgeschichte] mit vielen Verweisen zum Pforzheimer Hauptbahnhof, Seite des Stadtarchivs Heilbronn


{{WikiTour|Kultur- und Fotowalk 2014|[[Nordstadtbrücke]]}}

{{OpenStreetMap|48.89405|8.70317|16}}


[[Kategorie:Pforzheim]]
[[Kategorie:Gebäude (Pforzheim)]]
[[Kategorie:Schienenverkehr]]
[[Kategorie:Bahnhof]]
[[Kategorie:ÖPNV]]
[[Kategorie:Baudenkmal]]
[[Kategorie:Bestehendes Bauwerk]]

Aktuelle Version vom 31. Mai 2026, 14:58 Uhr

Bildergalerie: weitere Bilder zu diesem Artikel finden sich auf Hauptbahnhof (Galerie)

Der Hauptbahnhof in Pforzheim (Bezeichnung bei der Deutschen Bahn: Pforzheim Hbf) ist der wichtigste Bahnhof der Stadt.

Empfangshalle
Empfangsgebäude
Glasfassade

Geschichte

Der Bahnhof Pforzheim, der heutige Hauptbahnhof, wurde am 3. Juli 1861 durch die Badische Staatsbahn mit Inbetriebnahme des Streckenabschnitts Wilferdingen - Pforzheim eröffnet. Bereits am 10. August 1859 war der Abschnitt Durlach - Wilferdingen in Betrieb gegangen. Am 1. Juni 1863 wurde auch der Streckenabschnitt Pforzheim - Mühlacker eröffnet, auf ganzer Länge durch die Badische Staatsbahn betrieben. In Mühlacker bestand Anschluss an die 1853 eröffnete Westbahn der Württembergischen Staatsbahn von Bietigheim (heute Bietigheim-Bissingen) nach Bruchsal.

Die Württembergische Staatsbahn eröffnete 1868 von Pforzheim aus die Enztalbahn nach Wildbad (heute Bad Wildbad). Die im Bahnhof Brötzingen abzweigende Nagoldtalbahn nach Calw kam 1874 hinzu. Für diese Strecken entstand neben dem badischen Bahnhof in Pforzheim ein württembergischer Kopfbahnhof an der Luisenstraße, der lange Zeit völlig getrennt vom badischen Bahnhof betrieben wurde (ähnliche Verhältnisse gab es umgekehrt in Mühlacker). Die heute noch bestehenden Kopfgleise 103 und 104 in Pforzheim Hbf gehen auf diesen württembergischen Bahnhof zurück. Ihren Güterbahnhof errichtete die Württembergische Staatsbahn entlang der Tunnelstraße und Frankstraße, während der heute noch betriebene Güterbahnhof östlich des Hauptbahnhofs auf die Badische Staatsbahn zurückgeht.

Die badische wie die württembergische Staatsbahn gingen 1920 auf das Deutsche Reich über und wurden Teil der Deutschen Reichsbahn. In der Folgezeit wurde auch der vorher badische Streckenabschnitt von Mühlacker über Pforzheim bis Wilferdingen der Reichsbahndirektion Stuttgart zugeschlagen, was die verwaltungsmäßige Zersplitterung der Bahnanlagen im Raum Pforzheim beendete. Diese Gliederung hatte im Wesentlichen bis zur Schaffung der Deutschen Bahn AG 1994 Bestand und wirkt in Teilbereichen bis heute nach.

Zerstörung im Zweiten Weltkrieg und Neubau

Das Empfangsgebäude des Pforzheimer Bahnhofs von 1861 wurde beim Luftangriff am 23. Februar 1945 schwer beschädigt. In den 1950er-Jahren entstand als Ersatz ein von Hellmuth Conradi entworfener Neubau, der am 29. Mai 1958 eröffnet wurde und den modernsten Stand der damaligen Bahnhofsarchitektur darstellte. Heute steht er unter Denkmalschutz und wurde von einem Journalisten der Zeit auch schon einmal liebevoll als "Kleinod im Stil der Nick-Knatterton-Cartoons" (= Wirtschaftswunderzeit) bezeichnet.

Gleichzeitig mit der Eröffnung des neuen Bahnhofsgebäudes wurde der Bahnhof auch in "Pforzheim Hbf" umbenannt, bis dahin hieß er für die Bahn einfach "Pforzheim".

Am 14. Februar 2008 wurden die Fallblattanzeiger an den Bahnsteigen durch moderne, digitale Zugzielanzeigen ersetzt.

Abriss des Expressgutgebäudes

Im Juni 2011 begann der Abriss des ehemaligen Expressgutgebäudes, das für seinen ursprünglichen Zweck nach Aufgabe des Expressgutverkehrs durch die damalige Deutsche Bundesbahn seit den 1990er-Jahren nicht mehr benötigt wurde. Die freiwerdende Fläche wurde genutzt, um unter Einbezug des damaligen ZOB Mitte den am 13. Juni 2015 offiziell eröffneten neuen Zentralen Omnibusbahnhof für die gesamten in Pforzheim beginnenden und endenden regionalen Buslinien zu errichten.

Bilder vom Abriss des Expressgutgebäudes siehe unter Hauptbahnhof (Galerie)#Abriss des Expressgutgebäudes.

Barrierefreier Umbau

In den 2010er-Jahren wurde der Pforzheimer Hauptbahnhof barrierefrei umgebaut. Hierfür wurden die zuvor nur 38 cm hohen Bahnsteige auf eine Höhe von 55 cm über Schienenoberkante angehoben, was ein stufenloses Einsteigen in die Mehrzahl des dort verkehrenden Fahrzeugmaterials ermöglicht, und der mittlere Zugangstunnel an allen Bahnsteigen mit Aufzügen versehen.

Architektur der Bahnhofshalle bzw. des Empfangsgebäudes

In der Empfangshalle des Hauptbahnhof Pforzheim befindet sich das Hauptwerk von Karl Josef Huber („JoKarl)“ in Pforzheim: Die „swingende“[1] Metallplastik „Goldstadt an der Schwarzwaldpforte“ im Stil des Organischen und Farbigen Bauens (bewegte Formen u. bunter Bauschmuck), 1958.

Der Hauptbahnhof in Heilbronn wurde 1958 in ganz ähnlichem Stil erbaut und hatte ebenfalls ein damals ganz modernes "Flugdach" mit besonderer Beleuchtung sowie eine breite Empfangshalle mit großflächiger Glasfassade. In einem Buch von 1994, wo beide Bahnhöfe miteinander verglichen werden, kann man nicht nur anhand der Bilder bis heute Ähnlichkeiten feststellen, sondern auch eine Beschreibung der Stimmung im gastronomischen Bereich am Beispiel von Pforzheims Bahnhofs nachlesen. Zudem war es damals wohl noch üblich, eine Kegelbahn am Bahnhof anzubieten, wie im Vergleich zu Heilbronn festgestellt wird.

Weitere Informationen

In den Fußgängerunterführungen um den Hauptbahnhof befindet sich oft sogenannte Streetart.

Im östlichen Anbau des Hauptbahnhofs, der schon immer die eine oder andere Form von Schnellimbiss beherbergte, befindet sich seit 2006 eine Burger King-Filiale.

Verkehrsbedeutung

Pforzheim Hbf verknüpft die Bahnlinie Karlsruhe - Pforzheim - Mühlacker - Stuttgart mit der Enztalbahn Pforzheim - Bad Wildbad und der Nagoldtalbahn Pforzheim - Calw - Horb.

Im Fernverkehr halten hier die Züge der Intercity-Linie 61 (Karlsruhe – Pforzheim – Stuttgart – Nürnberg u. z.) sowie der CityNightLine Casiopeia (München – Paris). Im Nahverkehr wird Pforzheim Hbf bedient von:

  • der Regional-Express-Linie RE 1 (Karlsruhe – Pforzheim – Mühlacker – Stuttgart - Aalen)
  • der Metropol-Express-Linie MEX 17A (Pforzheim - Mühlacker - Bietigheim-Bissingen - Stuttgart)
  • der Regionalbahn-Linie RB 74 (Pforzheim – Horb – Tübingen)
  • der Stadtbahn-Linie S 5 (Wörth – Karlsruhe – Pforzheim – Mühlacker – Bietigheim-Bissingen)
  • der Stadtbahn-Linie S 6 (Pforzheim – Bad Wildbad).

Die Überlandbuslinien, die Pforzheim anfahren, beginnen und enden am Zentralen Omnibusbahnhof, der ebenfalls in der Nachbarschaft des Hauptbahnhofs angesiedelt ist. Im innerstädtischen Busverkehr wird der Hauptbahnhof bedient von den Haltestellen Hauptbahnhof und Bahnhofstraße (früher: Hauptpost) der SVP, wobei die Bushaltestelle Hauptbahnhof Bestandteil des Zentralen Omnibusbahnhofs ist.

Bestehende Linienartikel dazu:

Literatur

  • Hans Georg Zier: Geschichte der Stadt Pforzheim. Stuttgart: Theiss, 1982, ISBN 3-8062-0234-6, S. 225-227.
  • Christoph Timm: Pforzheim, Bewegte Zeiten - Die 50er Jahre. Gudensberg-Gleichen: Wartberg Verlag, 1996, ohne ISBN.
  • Joachim Hennze: Zwei Bahnhöfe der späten fünfziger Jahre. Die Empfangsgebäude in Heilbronn und Pforzheim. Heilbronn 1994 (Heilbronner Museumsheft 17)

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. Zur regionalen Geschichte der Baukunst. Raumausstattungen und Kunst am Bau. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet, Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 73-102, hier S. 96.

Weblinks


Der Pfenz-Tourbus

WikiTour Kultur- und Fotowalk 2014
 Momentaner Halt ist Hauptbahnhof. Weiter geht es mit dem Artikel Nordstadtbrücke.


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