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Fritz Erler: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Fritz Erler''' (* [[14. Juli]] [[1913]] in Berlin; † [[22. Februar]] [[1967]] in [[Pforzheim]]) war ein Widerstandskämpfer gegen das [[Nationalsozialismus|NS]]-Regime und deutscher Politiker der [[SPD]], deren Bundestagsfraktionsvorsitzender er von [[1964]] bis zu seinem Tod war. Er gilt als einer der bedeutendsten Politiker der deutschen Nachkriegszeit.
'''Fritz Erler''' (* [[Geburtstag::14. Juli]] [[Geburtsjahr::1913]] in {{Geboren in|Berlin}}; † [[Todestag::22. Februar]] [[Todesjahr::1967]] in {{Gestorben in|Pforzheim}}) war ein Widerstandskämpfer gegen das [[Nationalsozialismus|NS]]-Regime und deutscher [[Ist::Politiker]] der [[SPD]], deren Bundestagsfraktionsvorsitzender er von [[1964]] bis zu seinem Tod war. Er gilt als einer der bedeutendsten Politiker der deutschen Nachkriegszeit.


== Leben ==
== Leben ==


=== Zeit des Nationalsozialismus ===
=== Zeit des Nationalsozialismus ===
Nachdem er in seiner Jugend Mitglied der Sozialistischen Arbeiterjugend (SAJ) gewesen und zu Beginn des "3.Reichs" im Widerstand tätig war (in der damals illegalen Untergrund-Gruppe "Neu Beginnen"), wurde er [[1938]] aus dem Staatsdienst entlassen und [[1939]] zu 10 Jahren Zuchthaus, verbunden mit Zwangsarbeit, verurteilt. Er konnte jedoch bei einem der berüchtigten "Todesmärsche" vom KZ Dachau aus fliehen und sich die letzten Kriegswochen in Süddeutschland (in Biberach) versteckt halten.
Nachdem er in seiner Jugend Mitglied der Sozialistischen Arbeiterjugend (SAJ) gewesen und zu Beginn des "3. Reichs" im Widerstand tätig war (in der damals illegalen Untergrund-Gruppe "Neu Beginnen"), wurde er [[1938]] aus dem Staatsdienst entlassen und [[1939]] zu 10 Jahren Zuchthaus, verbunden mit Zwangsarbeit, verurteilt. Er konnte jedoch bei einem der berüchtigten "Todesmärsche" vom KZ Dachau aus fliehen und sich die letzten Kriegswochen in Süddeutschland (in Biberach) versteckt halten.


Fritz Erler war seit 1938 verheiratet mit [[Käthe Erler]] (geb. Wiegand), die später lange Jahre [[Stadtrat|Stadträtin]] in Pforzheim war. Gemeinsam hatten sie zwei Söhne und eine Tochter.
Fritz Erler war seit [[Heirat::1938]] verheiratet mit [[Käthe Erler]] geb. Wiegand, die später lange Jahre [[Stadtrat|Stadträtin]] in Pforzheim war. Gemeinsam hatten sie zwei Söhne und eine Tochter.


=== Nachkriegszeit ===
=== Nachkriegszeit ===
Von den Besatzungsbehörden wurde er im [[Mai 1945]] in Biberach als Landrat eingesetzt. [[1945]] war Erler am Wiederaufbau der [[SPD]] beteiligt. Seit [[1946]] gehörte er als SPD-Mitglied der Verfassungsgebenden Landesversammlung von [[Württemberg-Hohenzollern]] an. [[1947]] wurde Erler Landtagsabgeordneter von [[Württemberg-Hohenzollern]]. [[1949]] wurde er für den Wahlkreis Rottweil-Tuttlingen in den Deutschen Bundestag gewählt, dem er bis zu seinem Tode angehörte.<br />
Von den Besatzungsbehörden wurde er im Mai 1945 in Biberach als Landrat eingesetzt. 1945 war Erler am Wiederaufbau der [[SPD]] beteiligt. Seit [[1946]] gehörte er als SPD-Mitglied der Verfassungsgebenden Landesversammlung von [[Württemberg-Hohenzollern]] an. [[1947]] wurde Erler Landtagsabgeordneter von [[Württemberg-Hohenzollern]]. [[1949]] wurde er für den Wahlkreis Rottweil-Tuttlingen in den [[Ist::Kategorie:MdB|Deutschen Bundestag]] gewählt, dem er bis zu seinem Tode angehörte.<br />

In den [[1950er|50ern]] gehörte er mit Carlo Schmid, Herbert Wehner und Willy Brandt zum sog. Frühstückskartell der SPD, das sich bis [[1958]] mit seinen Vorstellungen einer Parteireform durchsetzte.<br/>
In den [[1950er|50ern]] gehörte er mit Carlo Schmid, Herbert Wehner und Willy Brandt zum sog. Frühstückskartell der SPD, das sich bis [[1958]] mit seinen Vorstellungen einer Parteireform durchsetzte.<br/>

[[1961]] war er als SPD-Kanzlerkandidat im Gespräch, verzichtete aber zugunsten von Willy Brandt, der ihn in seine von Parteichef Erich Ollenhauer auf dem Parteitag am 25. November [[1960]] in Hannover vorgestellte Regierungsmannschaft aufnahm. Nach dem Tod Erich Ollenhauers am 14. Dezember 1963 wurde er am 3. März [[1964]] zum Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion gewählt, nachdem er bereits seit [[1957]] stellvertretender Fraktionsvorsitzender war.<br />
[[1961]] war er als SPD-Kanzlerkandidat im Gespräch, verzichtete aber zugunsten von Willy Brandt, der ihn in seine von Parteichef Erich Ollenhauer auf dem Parteitag am 25. November [[1960]] in Hannover vorgestellte Regierungsmannschaft aufnahm. Nach dem Tod Erich Ollenhauers am 14. Dezember [[1963]] wurde er am 3. März [[1964]] zum Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion gewählt, nachdem er bereits seit [[1957]] stellvertretender Fraktionsvorsitzender war.<br />

Auch der auf dem Parteitag im November [[1964]] in [[Karlsruhe]] vorgestellten Regierungsmannschaft für den Bundestagswahlkampf [[1965]] gehörte Erler an. Er war jeweils als Bundesverteidigungsminister vorgesehen.<br />
Auch der auf dem Parteitag im November [[1964]] in [[Karlsruhe]] vorgestellten Regierungsmannschaft für den Bundestagswahlkampf [[1965]] gehörte Erler an. Er war jeweils als Bundesverteidigungsminister vorgesehen.<br />

[[1965]] erkrankte Erler an Krebs, sodass er ab [[1966]] seine Geschäfte nicht mehr wahrnehmen konnte. Geschäftsführender Fraktionsvorsitzender wurde Helmut Schmidt, der das Amt nach Erlers Tod [[1967]] auch offiziell übernahm. Zwei Tage nach seinem Tode ehrte ihn das Parlament mit einer Trauerfeier im Plenarsaal. Er wurde mit einem Staatsbegräbnis auf dem Hauptfriedhof [[Pforzheim]] beigesetzt.
[[1965]] erkrankte Erler an Krebs, so dass er ab [[1966]] seine Geschäfte nicht mehr wahrnehmen konnte. Geschäftsführender Fraktionsvorsitzender wurde Helmut Schmidt, der das Amt nach Erlers Tod [[1967]] auch offiziell übernahm. Zwei Tage nach seinem Tode ehrte ihn das Parlament mit einer Trauerfeier im Plenarsaal. Er wurde mit einem Staatsbegräbnis auf dem [[Hauptfriedhof]] in [[Pforzheim]] beigesetzt.


== Ehrungen ==
== Ehrungen ==
* Am 23. Mai 1965 erhielt er das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband.
* In [[Pforzheim]] ist nach ihm die [[Fritz-Erler-Schule]] benannt.
* In [[Pforzheim]] ist nach ihm die [[Fritz-Erler-Schule]] benannt.
* Außerdem vergibt die Stadt Pforzheim jährlich den [[Fritz-Erler-Preis]] an die besten Absolventen der Fritz-Erler-Schule.
* Außerdem vergibt die Stadt Pforzheim jährlich den [[Fritz-Erler-Preis]] an die besten Absolventen der Fritz-Erler-Schule.


== Weblinks ==
== Weblinks ==
*[https://www.landtag-bw.de/contents/gedenkbuch/abgeordnete/VA_Erler%2C%20Fritz%20(Karl%20Gustav)~59.html landtag-bw.de]
* {{Wikipedia}}
* {{Wikipedia}}
* {{Stadtwiki Karlsruhe}}
* {{Stadtwiki Karlsruhe}}
{{GND|118530844}}
* [http://www.fes.de/archiv/_stichwort/erler.htm SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung über Fritz Erler]
* [http://www.fes.de/archiv/adsd_neu/inhalt/nachlass/nachlass_e/erler-fr.htm] aus dem Archiv der sozialen Demokartie der Friedr.-Ebert-Stiftung
* [http://www.pforzheim.de/goldstadtportrait/persoenlichkeiten/fritz-erler.html Stadt Pforzheim: Über die Pforzheimer Persönlichkeit Erler]



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Aktuelle Version vom 22. Februar 2023, 08:55 Uhr

Fritz Erler (* 14. Juli 1913 in Berlin; † 22. Februar 1967 in Pforzheim) war ein Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime und deutscher Politiker der SPD, deren Bundestagsfraktionsvorsitzender er von 1964 bis zu seinem Tod war. Er gilt als einer der bedeutendsten Politiker der deutschen Nachkriegszeit.

Leben

Zeit des Nationalsozialismus

Nachdem er in seiner Jugend Mitglied der Sozialistischen Arbeiterjugend (SAJ) gewesen und zu Beginn des "3. Reichs" im Widerstand tätig war (in der damals illegalen Untergrund-Gruppe "Neu Beginnen"), wurde er 1938 aus dem Staatsdienst entlassen und 1939 zu 10 Jahren Zuchthaus, verbunden mit Zwangsarbeit, verurteilt. Er konnte jedoch bei einem der berüchtigten "Todesmärsche" vom KZ Dachau aus fliehen und sich die letzten Kriegswochen in Süddeutschland (in Biberach) versteckt halten.

Fritz Erler war seit 1938 verheiratet mit Käthe Erler geb. Wiegand, die später lange Jahre Stadträtin in Pforzheim war. Gemeinsam hatten sie zwei Söhne und eine Tochter.

Nachkriegszeit

Von den Besatzungsbehörden wurde er im Mai 1945 in Biberach als Landrat eingesetzt. 1945 war Erler am Wiederaufbau der SPD beteiligt. Seit 1946 gehörte er als SPD-Mitglied der Verfassungsgebenden Landesversammlung von Württemberg-Hohenzollern an. 1947 wurde Erler Landtagsabgeordneter von Württemberg-Hohenzollern. 1949 wurde er für den Wahlkreis Rottweil-Tuttlingen in den Deutschen Bundestag gewählt, dem er bis zu seinem Tode angehörte.

In den 50ern gehörte er mit Carlo Schmid, Herbert Wehner und Willy Brandt zum sog. Frühstückskartell der SPD, das sich bis 1958 mit seinen Vorstellungen einer Parteireform durchsetzte.

1961 war er als SPD-Kanzlerkandidat im Gespräch, verzichtete aber zugunsten von Willy Brandt, der ihn in seine von Parteichef Erich Ollenhauer auf dem Parteitag am 25. November 1960 in Hannover vorgestellte Regierungsmannschaft aufnahm. Nach dem Tod Erich Ollenhauers am 14. Dezember 1963 wurde er am 3. März 1964 zum Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion gewählt, nachdem er bereits seit 1957 stellvertretender Fraktionsvorsitzender war.

Auch der auf dem Parteitag im November 1964 in Karlsruhe vorgestellten Regierungsmannschaft für den Bundestagswahlkampf 1965 gehörte Erler an. Er war jeweils als Bundesverteidigungsminister vorgesehen.

1965 erkrankte Erler an Krebs, so dass er ab 1966 seine Geschäfte nicht mehr wahrnehmen konnte. Geschäftsführender Fraktionsvorsitzender wurde Helmut Schmidt, der das Amt nach Erlers Tod 1967 auch offiziell übernahm. Zwei Tage nach seinem Tode ehrte ihn das Parlament mit einer Trauerfeier im Plenarsaal. Er wurde mit einem Staatsbegräbnis auf dem Hauptfriedhof in Pforzheim beigesetzt.

Ehrungen

  • Am 23. Mai 1965 erhielt er das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband.
  • In Pforzheim ist nach ihm die Fritz-Erler-Schule benannt.
  • Außerdem vergibt die Stadt Pforzheim jährlich den Fritz-Erler-Preis an die besten Absolventen der Fritz-Erler-Schule.

Weblinks


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