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Christel Augenstein: Unterschied zwischen den Versionen

Von PFENZ
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'''Christel Augenstein''' (* [[Geburtstag::15. Juli]] [[Geburtsjahr::1949]] in {{Geboren in|Erfurt}}) war vom [[23. Juli]] [[2001]] bis zum 23. Juli [[2009]] [[Oberbürgermeister|Oberbürgermeisterin]] von [[Pforzheim]].
'''Christel Augenstein''' (* [[Geburtstag::15. Juli]] [[Geburtsjahr::1949]] in {{Geboren in|Erfurt}}) war vom [[23. Juli]] [[2001]] bis zum 23. Juli [[2009]] [[Ist::Oberbürgermeister (Pforzheim)|Oberbürgermeisterin]] von [[Pforzheim]].


== Leben und Wirken ==
== Leben und Wirken ==
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Christel Augenstein stellte sich bei der Oberbürgermeisterwahl am [[7. Juni]] 2009 erneut zur Wahl. Nachdem weder sie mit 40,4% noch ihr Herausforderer [[Gert Hager]] mit 43,8% im ersten Wahlgang die erforderliche absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen erreichten, kam es am [[28. Juni]] 2009 zum zweiten Wahlgang, in dem die einfache Mehrheit genügte. In dieser Stichwahl unterlag Christel Augenstein mit 39,6% der abgegebenen Stimmen gegen Gert Hager mit 60,2%. Gert Hager trat am 23. Juli 2009 die Nachfolge Christel Augensteins als Oberbürgermeister an.
Christel Augenstein stellte sich bei der Oberbürgermeisterwahl am [[7. Juni]] 2009 erneut zur Wahl. Nachdem weder sie mit 40,4% noch ihr Herausforderer [[Gert Hager]] mit 43,8% im ersten Wahlgang die erforderliche absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen erreichten, kam es am [[28. Juni]] 2009 zum zweiten Wahlgang, in dem die einfache Mehrheit genügte. In dieser Stichwahl unterlag Christel Augenstein mit 39,6% der abgegebenen Stimmen gegen Gert Hager mit 60,2%. Gert Hager trat am 23. Juli 2009 die Nachfolge Christel Augensteins als Oberbürgermeister an.


== Untreue und riskante Finanzgeschäfte ==
Am 24. November 2009 wurde die Privatwohnung von Christel Augenstein aufgrund eines richterlichen Beschlusses durchsucht. Es bestand ein Anfangsverdacht der Untreue im Zusammenhang mit „Spread Ladder Swaps“, spekulativen Wetten auf den Abstand zwischen dem kurz- und langfristigem Zinsniveau. Hierdurch soll der Stadt Pforzheim ein Schaden von bis zu 77 Millionen Euro drohen.<ref>[http://www.sueddeutsche.de/politik/pforzheim-razzia-im-rathaus-millionen-euro-verzockt-1.126309 B. Dörries: ''Pforzheim: Razzia im Rathaus / 77 Millionen Euro verzockt''] in: Süddeutsche Zeitung vom 25.11.2009 (Onlineausgabe)</ref>
Am 24. November 2009 wurde die Privatwohnung von Christel Augenstein aufgrund eines richterlichen Beschlusses durchsucht. Es bestand ein Anfangsverdacht der Untreue im Zusammenhang mit „Spread Ladder Swaps“, spekulativen Wetten auf den Abstand zwischen dem kurz- und langfristigem Zinsniveau. Hierdurch soll der Stadt Pforzheim ein Schaden von bis zu 77 Millionen Euro drohen.<ref>[http://www.sueddeutsche.de/politik/pforzheim-razzia-im-rathaus-millionen-euro-verzockt-1.126309 B. Dörries: ''Pforzheim: Razzia im Rathaus / 77 Millionen Euro verzockt''] in: Süddeutsche Zeitung vom 25.11.2009 (Onlineausgabe)</ref>
Die Stadt bezifferte den Schaden zuletzt auf ca. 55 Mio. Euro, wovon J. P. Morgan 35 Mio. ersetzte. Den danach verbleibenden Schaden von ca. 20 Mio. sah das Landgericht Frankfurt bei 11,6 Mio., den die Deutsche Bank nach einem Vergleich zu zwei Dritteln (7,75 Mio.) trug.<ref> [http://bnn.de/lokales/pforzheim/pforzheim-nimmt-vergleich-mit-deutscher-bank-im-derivatestreit-an Pforzheim nimmt Vergleich mit Deutscher Bank im Derivatestreit an]. In: ''[[Badische Neueste Nachrichten]]'' vom 20. September 2016.</ref>


Im Februar 2013 wurde Anklage wegen schwerer Untreue erhoben.<ref>[http://www.pz-news.de/pforzheim_artikel,-Schwere-Untreue-Pforzheimer-Ex-OB-Augenstein-angeklagt-_arid,400687.html Schwere Untreue? Pforzheimer Ex-OB Augenstein angeklagt]. In: ''[[Pforzheimer Zeitung]]'' vom 20. Februar 2013.</ref> Das Landgericht Mannheim verurteilte Augenstein 2017 wegen Untreue zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und acht Monaten.<ref>[https://www.morgenweb.de/mannheimer-morgen_artikel,-mannheim-bewaehrungsstrafen-fuer-zwei-kommunalpolitiker-_arid,1152092.html Bewährungsstrafen für zwei Kommunalpolitiker] Mannheimer Morgen vom 21.11.2017</ref>
<small>Quellen:
Im Dezember 2018 gab der Bundesgerichtshof der Revision statt.
<ref>{{pz-online|pforzheim_artikel,-Bundesgerichtshof-kassiert-Urteil-gegen-Ex-Oberbuergermeisterin-Christel-Augenstein-_arid,1268769.html|Bundesgerichtshof kassiert Urteil gegen Ex-Oberbürgermeisterin Christel Augenstein|19.12.2018}}</ref>

Das Landgericht Mannheim stellte das Verfahren am 28. Januar 2020 nach erfolgter Zahlung der Geldauflagen von 100.000 Euro endgültig ein. Es kam dadurch auch zu keinem Disziplinarverfahrens in dem die Pensionsansprüche hätten gekürzt werden können.
<ref>
{{pz-online|pforzheim_artikel,-Ende-des-Pforzheimer-Derivate-Kapitels-Kein-Disziplinarverfahren-gegen-Ex-Oberbuergermeisterin-Chris-_arid,1441984.html|Ende des Pforzheimer Derivate-Kapitels: Kein Disziplinarverfahren gegen Ex-Oberbürgermeisterin Christel Augenstein|18.05.2020}}
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== Einzelnachweise ==
<references/>
<references/>
</small>


== Weblinks ==
== Weblinks ==

Aktuelle Version vom 12. Oktober 2022, 14:33 Uhr

Christel Augenstein

Christel Augenstein (* 15. Juli 1949 in Erfurt) war vom 23. Juli 2001 bis zum 23. Juli 2009 Oberbürgermeisterin von Pforzheim.

Leben und Wirken

Christel Augenstein besuchte die Grundschule in Engelsbrand und Niefern sowie das Hilda-Gymnasium in Pforzheim. Die Fachhochschule für Finanzen in Karlsruhe, Fachrichtung Steuerverwaltung und der Abschluss als Diplom-Finanzwirtin waren Voraussetzungen für den gehobenen Dienst als Finanzbeamtin. Ende der 1970er besuchte sie die Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Karlsruhe und legte ihr Examen als Steuerbevollmächtigte ab. Ab 1990 war sie als Stadträtin im Gemeinderat der Stadt Pforzheim kommunalpolitisch tätig, davon fünf Jahre als stellvertretende Fraktionsvorsitzende und seit 1. März 2001 als Fraktionsvorsitzende der FDP. Bei der Oberbürgermeisterwahl am 20. Mai 2001 wurde sie mit 53 Prozent der Stimmen als erste Frau in der Geschichte Pforzheims für eine achtjährige Amtszeit als Oberbürgermeisterin im ersten Wahlgang gewählt.

Themen ihres Wahlprogramms waren die Aufwertung der Innenstadt, Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur, eine neue "Achse Hochschule/Design/Stadt", Konversion der Buckenberg-Kaserne und die Sichtbarmachung des Themas Schmuck.

Leistungen, die dem Wirken Christel Augensteins zugeordnet werden, sind der Abschluss der Kaufverhandlungen zum Erwerb des Buckenberg-Areals, die Errichtung der Schlössle-Galerie und der Schmuckwelten, das Schaffen einer attraktiveren Innenstadt und im Bereich Verkehr die zweite Buckenbergauffahrt sowie die neue Anschlussstelle Pforzheim-Süd.

Sie wurde vom Landesverband des Vereins "Mehr Demokratie" mit der Demokratiegurke 2007 für ihr Engagement um das Bürgerbegehren gegen die Privatisierung der Verkehrsbetriebe ausgezeichnet.

Christel Augenstein stellte sich bei der Oberbürgermeisterwahl am 7. Juni 2009 erneut zur Wahl. Nachdem weder sie mit 40,4% noch ihr Herausforderer Gert Hager mit 43,8% im ersten Wahlgang die erforderliche absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen erreichten, kam es am 28. Juni 2009 zum zweiten Wahlgang, in dem die einfache Mehrheit genügte. In dieser Stichwahl unterlag Christel Augenstein mit 39,6% der abgegebenen Stimmen gegen Gert Hager mit 60,2%. Gert Hager trat am 23. Juli 2009 die Nachfolge Christel Augensteins als Oberbürgermeister an.

Untreue und riskante Finanzgeschäfte

Am 24. November 2009 wurde die Privatwohnung von Christel Augenstein aufgrund eines richterlichen Beschlusses durchsucht. Es bestand ein Anfangsverdacht der Untreue im Zusammenhang mit „Spread Ladder Swaps“, spekulativen Wetten auf den Abstand zwischen dem kurz- und langfristigem Zinsniveau. Hierdurch soll der Stadt Pforzheim ein Schaden von bis zu 77 Millionen Euro drohen.[1] Die Stadt bezifferte den Schaden zuletzt auf ca. 55 Mio. Euro, wovon J. P. Morgan 35 Mio. ersetzte. Den danach verbleibenden Schaden von ca. 20 Mio. sah das Landgericht Frankfurt bei 11,6 Mio., den die Deutsche Bank nach einem Vergleich zu zwei Dritteln (7,75 Mio.) trug.[2]

Im Februar 2013 wurde Anklage wegen schwerer Untreue erhoben.[3] Das Landgericht Mannheim verurteilte Augenstein 2017 wegen Untreue zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und acht Monaten.[4] Im Dezember 2018 gab der Bundesgerichtshof der Revision statt. [5]

Das Landgericht Mannheim stellte das Verfahren am 28. Januar 2020 nach erfolgter Zahlung der Geldauflagen von 100.000 Euro endgültig ein. Es kam dadurch auch zu keinem Disziplinarverfahrens in dem die Pensionsansprüche hätten gekürzt werden können. [6]

Einzelnachweise

Weblinks