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Aktuelle Version vom 13. März 2020, 11:05 Uhr
Richard Schlesinger (* 14. November 1882 in Pforzheim; † 3. August 1940 im KZ Buchenwald) war Kaufmann in Pforzheim.
Der Sohn eines Schmuckfabrikanten wuchs in Pforzheim in der Salierstraße 58 auf. Er wohnte dort bis Ende der zwanziger Jahre und vertrieb das Parfüm „Akasha“ in Berliner Homosexuellenzeitschriften.
1933 musste er seinen Parfümhandel aufgeben, im Adressbuch war er als Privatmann aufgeführt, er bezeichnete sich als Exportkaufmann.
1936 verurteilte ihn wegen „Äußerungen über wirtschaftliche, Innen- und Außenpolitische Verhältnisse“ zu einem Jahr und drei Monaten Gefängnis. Am 11. Juli 1938 kam er ins KZ Dachau mit der Einordnung in die Häftlingskategorie „Arbeitszwang Reich, Jude“. In einer reichsweiten Razzia verhaftete die Kriminalpolizei sogenannte Arbeitsscheue und Arbeitsverweigerer, darunter viele Juden, denen die Nazis wie Richard Schlesinger zuvor die Existenzgrundlage entzogen hatten. Zwei Monate später wurde ins KZ Buchenwald deportiert, wo er am 3. August 1940 starb.
Quellen
- GLA Karlsruhe Bestand 507, 952-3, 1936
- Auskunft KZ-Gedenkstätte Dachau 19.12.2011
- Auskunft Pretzel, Andreas, Berlin 29.1.2012