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Kelten

Von PFENZ
Version vom 12. August 2008, 14:50 Uhr von Seggel (Diskussion | Beiträge) (Neuenbürg ergänzt)
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Als Kelten (lateinisch celtae, galli, griechisch keltoi, galatai – die Tapferen, die Edlen) werden seit der Antike Volksgruppen der Eisenzeit bezeichnet.

Je nach Sichtweise werden entweder Siedlungsgemeinschaften mit einer ähnlichen materiellen Kultur, oder eine mittel- und westeuropäische Sprachengemeinschaft mit Merkmalen der Indogermanische Sprache so genannt.

Die Keltischen Kulturen werden grob unterteilt nach der Hallstatt-Kultur ( etwa 650 bis 475 vor Christus) und der La-Tène-Kultur (etwa 475 bis 50 vor Christus. Die Namen leiten sich von zwei Fundorten, bei Hallstatt am Hallstätter See in Österreich und bei La Tène am Neuenburgersee in der Westschweiz ab. Dort wurden jeweils Mitte des 19. Jahrhunderts große Funde gemacht.

Auch im Gebiet des Stadtwikis Pforzheim-Enz sind zahlreiche Spuren der keltischer Kulturen zu finden.

Birkenfeld

Etwa 3,5 km nordöstlich von Neuenbürg bei Birkenfeld wurden 1946 und 1961 insgesamt fünf keltische Gräber entdeckt. Sie stammen aus der sogenannten Frühlatènezeit (5./4. Jh. vor Christus).

Die Körpergräber mit teilweise erhaltenen Skeletten waren etwa Nord-Süd ausgerichtet. In den drei Männergräber wurden eiserne Schwerter und eine Lanzenspitze, sowie Reste vom Schwertgürtel gefunden. Die Frauengräber waren ebenfalls mit Schmuckbeigaben wie, eine Fibel (Gewandspange) mit Koralleneinlagen, Keramik und Spinnwirtel aus Ton versehen.

Mühlacker

Im Heidenwäldle, etwa 2 km nord-östlich von Mühlacker wurde 1964 bis 1967 ein Grabhügelfeld mit 12 Hügeln untersucht. Es gibt eine Konzentration von keltischen Grabhügelgruppen im Raum Mühlacker/Lienzingen/Illingen, was auf einen Siedlungsschwerpunkt in frühkeltischer Zeit hindeutet.

Die Funde aus den Gräbern sind im Württembergischen Landesmuseum in Stuttgart untergebracht. Fast alle der Hügel sind heute überbaut. Aus der Endphase der sogenannten Hallstattzeit stammt auch ein Frauengrab mit Trachtzubehör und reichlich Schmuckgegenständen. Das Skelett lag etwa 1,4 m unter der Oberfläche, in Nord-Süd-Richtung.

Pforzheim

Im 19. Jahrhundert wurde bei Pforzheim kleines Bronzefigürchen gefunden, das ein Pferd darstellt. Der genaue Fundort ist nicht bekannt.

Das Pferdchen wird stilistisch in die frühkeltische Zeit (6. bis 4. Jahrhundert vor Christus) datiert. Pferde spielten in der keltischen Mythologie eine wichtige Rolle und wurden häufig künstlerisch dargestellt.

Neuenbürg

Auf dem Neuenbürger Schlossberg bestand vom 5. bis 3. Jahrhundert vor Christus eine befestigte keltische Höhensiedlung.

Vermutlich waren die Erzvorkommen der Grund für die Siedlung hier, der Abbau und die Verhüttung von Eisenerz sind hier nachgewiesen.

Auf einem Gartengrundstück am Schlossberg entdeckte 1929 der Studiendirektor Dr. Emil Feiler Funde aus der Latènezeit. Bis 1938 untersuchte er weitere Grundstücken an der West- und Südseite des Berges. Eine Menge Keramik- und Metallfunde der Frühlatènezeit (ca. 450-300 v. Chr.) neben wenigen älteren und jüngeren Funden waren das Ergebnis. Er entdeckte ein Depot mit zwei Meißeln und zwei Sensen. Einzelne andere Eisengeräte wie Hammer, Amboss, Schlüssel und Pflugscharen zählen zu den Funden.

Am Schnaizteich bei Waldrennach wurden zwölf keltische Rennöfen gefunden und ausgegraben. 2004 wurde eine Rekonstruktion eines keltischen Rennofens hergestellt und untersucht. Die Öfen von Waldrennach zählen nördlich der Alpen zu den ältesten Eisenschmelzöfen die gefunden wurden. Die Öfen sind einzigartig gut erhalten.

Auffallend ist die regelmäßige Anordnung der Öfen in einer Reihe, was auf den gleichzeitigen Betrieb mit hohem Organisationsgrad schließen lässt.

Auch die Funde aus den Bediengruben der Rennöfen sind interessant und umfangreich.

Calw

Nagold

siehe auch

Weblinks