Feier mit! 20 Jahre Pfenz!
Jubiläumsfeier am Montag 18.5. 18:30 und Samstag 23.5. 14:00
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Villa rustica
Als villa rustica (Mehrzahl: villae rusticae) bezeichnet man ein Landhaus beziehungsweise Landgut aus dem Römischen Reich. Dem Herrn eines solchen Gutes oblagen meist die Verwaltung der Belange und Infrastruktur der umliegenden Region. Um Pforzheim herum liegen circa ein Dutzend der etwa tausend in Baden-Württemberg gefundenen Gutshöfe, auf städtischer Gemarkung sind es zwei.
Entlang des Römerspuren-Radwegs befinden diese sich in Enzberg, Pforzheim und Wilferdingen.
Villae rusticae im Enzkreis (Auswahl)
| Name | Lage | Bemerkungen |
|---|---|---|
| Villa rustica Altes Schloss | Brötzingen | siehe Hauptartikel |
| Villa rustica Bauschlott | Bauschlott | mit Badegebäude und Caldarium (Heißbad); bereits im 19. Jh. bekannt |
| Villa rustica Birkenfeld | Birkenfeld | an der Kreuzstraße; entstand um 100 n. Chr. |
| Villa rustica Buchwaldwiesen | Wilferdingen | siehe Hauptartikel |
| Villa rustica "Burg Ölbronn" | Ölbronn | Reste sind als "Burg" bekannt; handfeste Beweise fehlen[1] |
| Villa rustica Dallfingen | Dürrn | anhand von Luftbildaufnahmen nachgewiesen |
| Villa rustica Dämpfele | Dietlingen | römischer Gutshof aufgrund von Mauerresten |
| Villa rustica Eisingen | Eisingen | vermutet siehe Hauptartikel |
| Villa rustica Enzberg | Enzberg | Ausgrabungsstätte heute sichtbar |
| Villa rustica Fohlenstall | Pforzheim | Ausgrabungen ohne Untersuchungsbericht |
| Villa rustica Fronäcker | Lomersheim | siehe Hauptartikel |
| Villa rustica Halde | Dürrmenz | vermutet, 1907 wurden Grundmauern entdeckt |
| Villa rustica Kanzlerwald | Pforzheim | siehe Hauptartikel |
| Villa rustica Kerzenbaum | Göbrichen | siehe Hauptartikel |
| Villa rustica Kieselbronn | Kieselbronn | siehe Hauptartikel |
| Villa rustica Kleinglattbach | Kleinglattbach | Flur "Achtzehn Morgen" |
| Villa rustica im Lettengefäll | Hagenschieß | eingetragen im Topograph. Atlas 1849, nachher aber keine Funde nachgewiesen[2] |
| Villa rustica Niemandsrain | Wilferdingen | siehe Hauptartikel |
| Villa rustica Nußbaum | Nußbaum | am Sandweg; bereits im 19. Jh. bekannt |
| Villa rustica Mutele | Lomersheim | siehe Hauptartikel |
| Villa rustica Oberste Wiesen | Ersingen | römischer Schachtbrunnen, Münzfunde, Metalle und Keramik |
| Villa rustica Öschelbronn | Öschelbronn | 1933 nach dem Großbrand entdeckt, ebenso Fund eines Votivsteines |
| Villa rustica Pulverdingen | Enzweihingen | im Acker südlich vom Unteren Pulverdingerholz Gebäudereste und viel Bauschutt |
| Villa rustica im Ramsbachtal | Königsbach | siehe Hauptartikel |
| Villa rustica Ranntal | Nöttingen | siehe Hauptartikel |
| Villa rustica Rauhbrunnen | Friolzheim | teilweise untersucht siehe Hauptartikel |
| Villa rustica Roßwag | Roßwag | erkennbar am Pflanzenwachstum, siehe Hauptartikel |
| Villa rustica Spitalwald | Pforzheim | siehe Hauptartikel |
| Villa rustica Wagenburg | Illingen | Mauerreste, Bronzegefäße und Scherben |
| Villa rustica Wanne | Enzweihingen | 1991 wurde anhand von Luftbildaufnahmen den Grundriss eines Eckrisalitgebäude sichtbar gemacht, Ziegel, Kalksteine[3] |
| Villa rustica Welsches Haus | Illingen | siehe Hauptartikel |
Bilder
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Teil der Villa Rustica im Kanzlerwald
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Der römische Gutshof in Enzberg aus der Luft
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Der römische Gutshof in Enzberg mit den erklärenden Schautafeln
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Vorder und Rückseite einer römischen Münze, wie sie in Wilferdingen gefunden wurden.
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Die villa rustica in Lomersheim
Sonstige römische Siedlungsplätze
Viele Fundplätze wurden nicht näher untersucht, weshalb die Funktionen dieser Siedlungsplätze nur spekuliert werden können bzw. die Liste der römischen Gutshöfe teilweise um diese erweitert werden könnte.
| Lage | Flur | Funde/Bemerkungen |
|---|---|---|
| Aurich | Weiler | 1913 wurden vermutlich römische Grundmauern angeschnitten mit einem Eingang von 1,80 m Breite mit 60 cm stärke Seiten, welcher in einen Gelaß mit Brandspuren (Hypokaust?) und 80 cm starken Seiten führt. Möglicherweise eine villa rustica. |
| Bilfingen | Buckelwiesen, Röschwiesen | Siedlungsreste, möglicherweise Villa Rustica |
| Bilfingen | Wallfahrtskirche | Wallfahrtskirche wurde wohl auf römischer Ruine errichtet, wahrscheinlich einem alten römischen Tempel, welcher an einer Wegeskreuzung lag. Undatierte Mauerreste in der Flur "Hinter der Kirche rechts". |
| Corres | Wiesenäcker | lt. Oberamtsbeschreibung Maulbronn fand man dort "Grundmauern, römische Ziegel, Bruchstücke von römischen Gefässen, Heizröhren etc.". Das Gebäude ist möglicherweise über Pflanzenverfärbung sichtbar. |
| Dietenhausen | im Ort | In der Panoramastr. 1 wurde ein Merkur-Altar entdeckt. Westlich davon in der Turmbergstr. wurde ein wohl römischer Steingewölbe freigelegt. In der Turmbergstr. 20 fand man Ziegelreste und eine dicke Brandschicht. In der Karlstr. 3 wurde ein Drei-(Vier)-Götterstein gefunden. Es wird vermutet, dass sich hier eine römische Siedlung, Straßenstation oder Gutshof befand. |
| Dietlingen | Römerberg/Burgschnabel | Ziegelreste, Nägel, Pfeilspitzen aus spätrömischer oder frühmittelalterlicher Zeit, Kupfermünze aus der Zeit 321-324 n.Chr. Vermutlich stand dort eine römische Warte. |
| Dürrmenz | Boden | nachgewiesenes Gebäude (siehe Hauptartikel) |
| Dürrmenz | St. Peterskirche | Tempelanlage mit Plattengräber, Votivstein mit Nennung eines Bezirksrates, zusätzlich Bauschutt und Gebäudeecke 50 m südöstlich der Kirche |
| Großglattbach | Schloßbuckel | römische Sigillatascherben |
| Illingen | innere Hofäcker | Bei Bau der Eisenbahnlinie wurden Grundmauern, Ziegel und ein römischer Brunnen ausgegraben (Parz. 439). 1912 wurde der eine Grundmauer angegraben und später ein Fundament eines Gebäudes mit 40m Länge entdeckt. Ein weiterer Brunnen wurde ebenfalls 1912 untersucht (Parz. 456). |
| Illingen | Holderäcker | 1912 römische Scherben, Kohlereste und ein geschichteter Steinhaufen (Parz. 593) |
| Illingen | Sogen | 1912 wurde der eine Grundmauer angegraben in 1m Tiefe, 1m länge und 0,5m breite (Parz. 410) |
| Königsbach | Traishof | 1899 fand der Archäologe Bonnet römische Baureste nordwestlich vom Traishof am Weg nach der "Hohe Straße" |
| Lienzingen | Bädergasse | römische Sigillatascherben (Fundjahr 1963), vermutlich Gutshof oder anderes Gebäude |
| Lienzingen | Scherbentalbach | 1930 Diana-Relief entdeckt, römische Sigillatascherben |
| Maulbronn | Schleifhäusle/Dobelbach | zwei Viergöttersteine, die im Kloster eingebaut waren. 1935 wurde rund 60 m südwestlich vom Schleifhäusle beim Hausbau in der Südostecke des Grundstücks Parzellenr. 455 eine römische Schuttschicht mit Bausteinen und Scherben angegraben. Rund 10 m davon entfernt stieß man auf eine Jupitergigantengruppe. |
| Mühlacker | Industriestraße | Kalkbrennerei, möglicherweise mit villa rustica |
| Niefern | Kirche | Römischer Grabaltar aus Niefern |
| Ötisheim | Krautgärten | lt. Oberamtsbeschreibung Maulbronn fand man dort Grundmauern, Pflaster, Backsteine, Gefässefragmente und Ziegel. Genauere Untersuchungen fehlen, daher keine genaue Funktion bestimmbar. |
| Stein | Pfarräckerle/Weiherbrünnlein | 1913 wurden mittelalterliche und römische Siedlungsreste und Fundamentreste ausgegraben. Vermutlich stand über dem Weiherbrünnlein ein Mithranum (Quellheiligtum), auf dieser in fränkischer Zeit eine Kirche erbaut wurde, die bis ins 15. Jahrhundert bestand. Das "Pfarräckerle" hieß früher "Kirchgärtlein". In der heutigen Steiner Kirche war ein Viergötterstein verbaut. |
| Vaihingen | Schlimmer | Wohngebäude mit Hypokaustanlage, vermutlich Gutshof. 1925 wurde bekannt, dass bei Grubenarbeiten Mauerreste und ein Keller angetroffen wurden. Zu den Funden zählen ein Tisch aus Stein, Tierknochen, Eisennägel, Schlüssel, Stück von einem Bronzesieb sowie Glasscherben, ein bemalter Stein und Keramik.[4] |
| Vaihingen | Gemeindewiesen | Mauerreste und römische Ziegel gegenüber der Einmündung des Schmietals in das Enztal.[5] |
| Weiler | In der Pfinz | Kopf einer Merkur-Statuette und Kopf einer weiblichen Statuette |
| Wiernsheim | Rosenpfad | Februar 1930 wurde in der Parzelle 1796 (?) eine Ostecke eines Gebäudefundaments auf 6 und 5,7 m Länge mit einer Mauerstärke von 0,8m aufgedeckt. Münzfunde zudem beim Gemeindehaus und in der Flur "Scherre". |
| Zaisersweiher | Bild | Gebäudereste, Scherben; möglicherweise ein Gutshof; keine archäologische Untersuchung |
siehe auch
Einzelnachweise
- ↑ die Villa rustica stand nur der Sage nach dort. Römische Funde fehlen, vgl. Johannes Haßpacher: Ein Dorf an der Grenze. Chronik von Ölbronn. Pforzheim 1982. S. 97
- ↑ Klaus Kortüm (1995): Portus, S.359
- ↑ Fundbericht aus Baden-Württemberg 28 (1991): S.258 und Fundbericht aus Schwaben 14
- ↑ Fundbericht aus Schwaben 1924-1926: S.108 ff.
- ↑ Fundbericht aus Schwaben 1933-1935: S.116 ff.