Feier mit! 20 Jahre Pfenz!
Jubiläumsfeier am Montag 18.5. 18:30 und Samstag 23.5. 14:00
in der EngagementWerkStadt, Lammstraße — gerne anmelden, oder einfach vorbeikommen!
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Warenhaus Geschwister Knopf

Das Gebäude des Warenhauses befand sich am Marktplatz 14 in Pforzheim und wurde in den Jahre 1911-13 nach Entwürfen des Architekten Camill Frei aus Karlsruhe erbaut. 1914 wurde das am Marktplatz befindliche ehemalige Wronker-Warenhaus übernommen und in den Warenhaus-Komplex integriert, der nun das ganze Quartier am Marktplatz umfasste. am 20.11.1931 wurde ein Erweiterungsbau des Warenhauses Knopf eröffnet. 1931 war Inhaber des Pforzheimer Warenhauses Max Knopf .
Seit 1934 führte Margarethe Levis, die Tochter von Max Knopf, nach dem Tod der Brüder die Geschäfte.
Anfang April 1933 schreibt der Pforzheimer Anzeiger über den Boykott jüdischer Geschäfte in Pforzheim. Schon einige Zeit vor Beginn des Boykotts am 1. April 1933 um 10 Uhr hatten sich Menschenmengen vor dem Kaufhaus Geschwister Knopf versammelt und sich Posten der SA vor den Eingängen des Kaufhauses postiert. In einer Übersicht, die vom Badischen Finanz - und Wirtschaftsministerium erteilten Genehmigungen zur "Entjudung" von Warenhäusern, Kaufhäusern usw. betreffend, als Folge der Verordnung zur Anmeldung des Vermögens von Juden vom 26. April 1938, findet sich zum Pforzheimer Kaufhaus Geschwister Knopf folgende Angabe: "Warenhaus Geschwister Knopf, Einzelinhaberin Frau Marg. Levis, geb. Knopf in Karlsruhe. Arische Erwerber - E. Laplow K.G. in Pforzheim, - erteilte Genehmigung - 19.11.1938".
Die Ruine wurde 1953 abgebrochen.
Margarethe Levis war gezwungen an Herbert Laplow KG aus Münster zu verkaufen. Sie und ihre Angehörigen flohen in die USA, andere Familienmitglieder in die Schweiz.
Betty Knopf wurde am 23.Februar 1887 als eines der sechs Kinder von Sally Knopf (gestorben 1922) und Rebekka Knopf (gestorben 1935) in Pforzheim geboren. Nach einer Karriere als Konzertsängerin lebte sie wegen psychischer Probleme seit 1927 in der Heilanstalt Illenau. Ende Juli 1940 erfolgte Ihre Verlegung in die Badische Heil– und Pflegeanstalt Konstanz. Von dort wurde Sie nach Grafeneck gebracht und dort am 10. Oktober 1940 in der Gaskammer ermordet. Sie war ein Opfer der dortigen "Euthanasie"–Morde. Sie besaß ein Haus in Freiburg in der Ludwigstraße, das Sie selbst nie bewohnte, da es erst 1927 fertiggestellt wurde. Bis zu Ihrer Einweisung in die Heilanstalt Illenau lebte Betty Knopf bei ihren Eltern in Freiburg, zuletzt bei der Mutter Rebekka Knopf.
Quellen
- Gerhard Brändle: Die jüdischen Mitbürger der Stadt Pforzheim. 1985, S. 72-73.83.
- Michail Fundaminski: Aus der Vergangenheit Pforzheimer Warenhäuser. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins. 155. Bd. Stuttgart 2007 S. 505-531.
- Thomas Frei, John F. Mueller: Suche nach einem bestimmten Knopf. In: Pforzheimer Zeitung. 1. April 2011 [1]
- Der Erweiterungsbau Geschw. Knopf In: "Pforzheimer Rundschau" vom 21. November 1931 [2]