Feier mit! 20 Jahre Pfenz!
Jubiläumsfeier am Montag 18.5. 18:30 und Samstag 23.5. 14:00
in der EngagementWerkStadt, Lammstraße — gerne anmelden, oder einfach vorbeikommen!
Zur Anmeldung als Teilnehmer bitte E-Mail mit Nennung des gewünschten Benutzernamens an: E-Mail: pfenz![]()
mail.de
Buckenberg-Kaserne

Die Buckenberg-Kaserne ist eine ehemalige Kaserne im Pforzheimer Stadtteil Buckenberg. Der Haupteingang zum Gelände befindet sich an der Straßenecke Strietweg und Straße des 3. Husarenregiments. Das Kasernengelände ist über 18 Hektar groß. Die unter unter Denkmalschutz stehenden Gebäude der Kaserne werden, bis auf wenige Ausnahmen, ab Ende Mai 2007 abgerissen.
Geschichte
in der Nazi-Zeit: Wehrmacht
Der Baubeginn der Buckenberg-Kaserne 1935 geschah unter dem Vorwand der Errichtung einer Polizeikaserne, da Pforzheim nach dem Versailler Vertrag in der entmilitarisierten Zone lag. Der Erstbezug der Kaserne fand im Oktober 1936 nach der Übergabe an die Wehrmacht statt. Ab Oktober 1936 fand hier die Ausbildung für Angriffs- und Eroberungskriege statt: Das Infanterieregiment 111 war beteiligt beim Überfall auf die Niederlande, Frankreich und die Sowjetunion, die 35. mot. Grenadierdivision, Ausbildung von 1940 – 1944 in der Buckenberg-Kaserne, war ebenfalls beteiligt beim Eroberungskrieg auf die Sowjetunion (PK 6.5.2007).
1939 wird Wilhelm Knodel aus Kieselbronn eingezogen, er weigert sich, den Fahneneid zu leisten und eine Waffe in die Hand zu nehmen, einem Gutachten der Uni-Klinik Tübingen verdankt W. K. sein Leben, er muss eine zeitlang in einer Stuttgarter Kaserne in der Küche arbeiten und wird dann entlassen (siehe: Jubiläumsschrift...) Ab 1939 gibt es immer wieder standrechtliche Erschießungen in der Kaserne, Zahl, Gründe (Desertation, Befehlsverweigeung ?) und Urteile sind noch unbekannt (Zier…323)
Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges waren folgende Truppenteile der Wehrmacht in der Buckenberg-Kaserne untergebracht: - Fronttruppenteile
- III./Infanterie-Regiment 111
- Sanitäts-Staffel
- Panzer-Pionier-Bataillon z.b.V. Pforzheim
- Landesschützen-Bataillon 408
- leichte Heimat-Flak-Batterie 29/VII
- leichte Heimat-Flak-Batterie 35/VII
Ersatztruppenteile
- Infanterie-Ersatz-Bataillon 35
- Grenadier-Ersatz- u. Ausbildungs-Bataillon (motorisiert) 35
- Grenadier-Ersatz-Bataillon (motorisiert) 35
- Reserve-Grenadier-Bataillon (motorisiert) 35
- Ersatz- u. Ausbildungs-Bataillon (M) 275
Kommandobehörden
- Festungs-Inspektion VII
- Ausbildungs-Leiter
- Wehrbezirks-Kommando
- Wehrmeldeamt
- Standortfunkstelle
- Feste Brieftaubenstelle
- Heeresfachschule (V.W.)
- Heeresfachschule (V.)
- Heeres-Standort-Verwaltung
nach 1945: US - Armee - franz. Armee
- ab 1946 US-Militär - bis 1950 US-Armee, dann Spahi-Regiment aus den nordafrikanischen Kolonien Frankreichs (PZ 13.10.1986) - 1951 (4.4.): franz. Garnison in der Buckenberg-Kaserne (Groh, Das war das 20.Jahhrundert... S.55) - 1954 Nutzung der Stallungen der Spahis duch den Reiterverein (PZ 31.5.96) - ab 1955: Spahis 1957: Freundschaftsturnier der Spahis mit dem Reitverein dito - 1960: dt.-franz. Reitturnier dito - 1962: Spahis nach Frankreich aufgelöst und umbenannt in 3. Husarenregiment PZ 31.5.1996 - 1963: 3. Husarenregiment, dessen Truppen ab 1955 beteiligt waren in Kolonialkriegen bei der Unterdrückung der
Befreiungsbewegungen in Marokko und Algerien (PZ 31.5.1996),
der Kommandant de Grasset begeht 1963 den Feiertag der Fremdenlegion in Pforzheim und
plant die Gründung einer Vereinigung ehemaliger Fremdenlegionäre PZ 19.101981
- 1965: Kameradschaftstreffen von ehemaligen Fremdenlegionären, die aktiv waren in den verbrecherischen Kriegen
Frankreichs gegen die Befreiungsbewegungen in den „Kolonien“ in Indochina, Madagaskar und später in Algerien
(PZ 19.10.1981)
- Der Kommandant Sabouret (1967 – 1969) wird ausdrücklich als „Haudegen des Kriegshandwerkes“ bezeichnet (PZ 13.101986) - 1974: In der Buckenberg-Kaserne entsteht – wie in vielen Kasernen der französischen Armee - ein Soldaten-Komitee.
Angelehnt an den „L’Appell des Cent“, einem Aufruf von 100 Persönlichkeiten zur Kritik an den Zuständen in der
französischen Armee – verteilt eine Unterstützungsgruppe beim „Tag der offenen Tür“ an Pfingsten vor der Kaserne ein
Flugblatt des Soldaten-Komitees in deutscher Sprache – Text siehe unten
Franz. Militärpolizisten wollen widerrechtlich Flugblattverteiler auf das Kasernen-Gelände zerren, kurz danach führen
BRD-Polizisten Personenkontrollen durch und suchen – vergeblich - nach den inkriminierten Flugblättern.
- 1996: Bei der Abschiedsparade der französischen Armee verteilt die Friedens-Initiative ein
Flugblatt mit der Überschrift: UNIFORM ADIEU – AU REVOIR EN CIVIL !
Darin wird die Traditionslinie der Militärparaden von 1936 bis 1996 und die Zurschaustellung von Tötungsgeräten kritisiert.
Zugleich sind Zukunftsfragen, die Kaserne betreffend, aufgeführt, die bis heute nicht beantwortet sind, z.B. nach
den Altlasten auf dem Kasernegelände, Kosten der Entsorgung und eine öffentliche Diskussion der weiteren Nutzung des
Kasernengeländes und des bisherigen militärischen Sperrgebiets… (PZ 30.5.1996, 1.6.1996, 8.6.1996)
Dokument (Pforzheim, Pfingsten 1974)
ZUM TAG DER OFFENEN TÜR
DES 3. HUSARENREGIMENTS
Sie haben sich heute auf den Weg gemacht, um zum Tag der offenen Tür des 3. Husarenregiments zu gehen. Für uns Soldaten hat er harte Arbeit bedeutet, Ausgangssperre und Überstunden. Weshalb dies alles? Man will er Bevölkerung eine spiegelblanke Kaserne vorführen, schöne Räume, gutes und reichliches Essen, zufriedene Soldaten. WIR WISSEN; DASS DAS ALLES NUR ZUM SCHEIN GEMACHT WIRD
DIE WIRKLICHKEIT SIEHT ANDERS AUS: - Das Essen ist ungenießbar - Wir haben nicht genügend sanitäre Einrichtungen - Alle Räume sind überfüllt - Man ist so gnädig, uns 40 DM im Monat auszuzahlen - Man erpresst uns mit Ausgeherlaubnis und handhabt sie völlig willkürlich - Unsere Briefe werden nicht selten geöffnet - Es ist nicht erlaubt zu lesen, was man will.
WIR KENNEN NUR EIN EINZIGES RECHT: MAUL HALTEN WER PROFITIERT VON DIESEM TAG DER OFFENEN TÜR ? Das Geld, das Sie dort ausgeben, kommt bestimmt nicht den Soldaten zugute, es geht an die Armee. Wir machen gegen unseren Willen mit. Dieser Tag ist eine Propaganda-veranstaltung, die eine Armee durchführt, die gegen streikende Arbei- ter in Frankreich vorgeht. Ihr einziges Ziel ist es uns einzusperren.
SPRECHEN SIE MIT DEN SOLDATEN ÜBER DIESE PROBLEME INFORMIEREN SIE IHRE UMGEBUNG ÜBER DIE VERHEERENDEN ZUSTÄNDE, UNTER DENNEN WIR LEBEN:
Das Komitee der Soldaten des 3. Husarenregiments
Literatur:
Brändle,Gerhard, Jubiläumsschrift: 100 Jahre Deutsche Friedensgesellschaft - 100 Jahre Friedensarbeit in Pforzheim, Pforzheim, November 1992
Nach dem Zweiten Weltkrieg waren von 1951 bis 1996 französische Einheiten in der Kaserne stationiert, insbesondere ab 1963 das 3. Husarenregiment Esterhazy.
Mit der Verlegung des 3. Husarenregiments nach Immendingen 1996 endete die militärische Nutzung der Kaserne. Zeitweise wurde die Kaserne auch durch die Amerikaner genutzt (ab 1946). Insbesondere durch die Nike-Station, die sich im angrenzenden Hagenschieß befand.
Zivile Nutzung
Nach 1996 begann eine lange Zeit der Bestrebungen nach einer zivilen Umnutzung. Regionale Initativen wollten eine Nutzung durch Studentenwerk, Kunstschaffende und örtlichen Einzelhandel. Der Pforzheimer Gemeinderat lehnte einen Erwerb des in Bundeseigentum befindlichen Kasernengeländes 1999 ab und setzte auf private Investoren. Ein Wettbewerb, der den Erhalt der denkmalgeschützten Mannschaftsgebäude vorsah, führte jedoch zu keinem Erfolg.
Schließlich fand sich eine Investorengruppe, die das Gelände neu bebauen will, den Erhalt der historischen Mannschaftsgebäude aus wirtschaftlichen Gründen jedoch weitgehend ablehnt. Aus diesem Projekt ging die Konversionsgesellschaft Buckenberg hervor. Am 19. Dezember 2006 verabschiedete der Gemeinderat einen entsprechenden Bebauungsplan, so dass die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben das 20 ha große Gelände am 21. Dezember an die Konversionsgesellschaft verkaufen konnte.
Ausblick
Der Masterplan der Konversionsgesellschaft Buckenberg sieht vor, die bestehenden Gebäude größtenteils abzureißen. Erhalten bleiben sollen die Wachhäuschen am Kaserneneingang und die alte Waffenschmiede sowie die vorhandenen Biotope und der alte Baumbestand. In den Jahren 2008 und 2009 sollen auf dem Gelände 300 Wohneinheiten sowie ein Verbrauchermarkt und weitere Einrichtungen entstehen.