Feier mit! 20 Jahre Pfenz!
Jubiläumsfeier am Montag 18.5. 18:30 und Samstag 23.5. 14:00
in der EngagementWerkStadt, Lammstraße — gerne anmelden, oder einfach vorbeikommen!
Zur Anmeldung als Teilnehmer bitte E-Mail mit Nennung des gewünschten Benutzernamens an: E-Mail: pfenz![]()
mail.de
Hermann Gabriel Kahn: Unterschied zwischen den Versionen
Die Seite wurde neu angelegt: „'''Hermann Gabriel Kahn''' (geboren 24. Februar 1883 in Sindolsheim war Gymnasiallehrer und Opfer des Nationalsozialismus. ==Leben und Wirken== Herma…“ |
wikilinks, kat |
||
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
'''Hermann Gabriel Kahn''' (geboren [[24. Februar]] [[1883]] in Sindolsheim war Gymnasiallehrer und Opfer des [[Nationalsozialismus]]. |
'''Hermann Gabriel Kahn''' (geboren am [[24. Februar]] [[1883]] in Sindolsheim; gestorben am [[27. April]] [[1951]] in Israel) war Gymnasiallehrer und Opfer des [[Nationalsozialismus]]. |
||
==Leben und Wirken== |
==Leben und Wirken== |
||
Hermann Gabriel Kahn und wohnte in Karlsruhe. |
Hermann Gabriel Kahn und wohnte in [[Karlsruhe]]. |
||
1908 machte er seine Prüfung als Handelslehrer, 1909 begann er seinen Dienst als Lehramtspraktikant. Er wurde 1914 verbeamtet. |
1908 machte er seine Prüfung als Handelslehrer, 1909 begann er seinen Dienst als Lehramtspraktikant. Er wurde 1914 verbeamtet. |
||
Im Ersten Weltkrieg war er drei Jahre Soldat. |
Im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] (1914–’18) war er drei Jahre Soldat. |
||
Ab 1920 arbeitete er wieder als Lehrer in Karlsruhe. Es ist der Personalakte beim Generallandesarchiv Karlsruhe nicht zu entnehmen, wann er an die [[Friedrich-Oberrealschule]] in Pforzheim kam. |
Ab 1920 arbeitete er wieder als Lehrer in Karlsruhe. Es ist der Personalakte beim Generallandesarchiv Karlsruhe nicht zu entnehmen, wann er an die [[Friedrich-Oberrealschule]] in [[Pforzheim]] kam. |
||
==Diskriminierung== |
===Diskriminierung=== |
||
Am 4. Oktober 1935 wurde er vom Dienst an der Friedrich-Oberrealschule "beurlaubt", am 1. Januar 1936 wurde er auf Grund des § 4 der 1. Verordnung des Reichsbürgergesetztes als Jude zwangsweise in den Ruhestand versetzt. |
Am 4. Oktober 1935 wurde er vom Dienst an der Friedrich-Oberrealschule "beurlaubt", am 1. Januar 1936 wurde er auf Grund des § 4 der 1. Verordnung des Reichsbürgergesetztes als Jude zwangsweise in den Ruhestand versetzt. |
||
Von 1936 bis 1938 gibt er Zeichenunterricht an der "jüdischen Schulabteilung", so bezeichneten die Nazis das Schulgetto auch in Karlsruhe. |
Von 1936 bis 1938 gibt er Zeichenunterricht an der "jüdischen Schulabteilung", so bezeichneten die Nazis das Schulgetto auch in Karlsruhe. |
||
Nach dem Pogrom am 10. |
Nach dem Pogrom am 10. November 1938 war er vier Wochen im Konzentrationslager Dachau eingesperrt. |
||
==Flucht== |
===Flucht=== |
||
Am 26. Dezember 1938 stellt er einen Ausreiseantrag, im April 1939 emigrierte er in die Schweiz. Im September 1945 wanderte er nach Palästina aus. |
Am 26. Dezember 1938 stellt er einen Ausreiseantrag, im April 1939 emigrierte er in die Schweiz. Im September 1945 wanderte er nach Palästina aus. |
||
| Zeile 22: | Zeile 22: | ||
==Erinnerung== |
==Erinnerung== |
||
Im Rahmen der Aktion „[[Stolpersteine]]“ wurde für Hermann Gabriel Kahn am 27. Januar [[2011]] ein Stein vor seiner früheren Schule, dem heutigen Hebelgymnasium, in den Boden eingelassen. |
Im Rahmen der Aktion „[[Stolpersteine]]“ wurde für Hermann Gabriel Kahn am 27. Januar [[2011]] ein Stein vor seiner früheren Schule, dem heutigen [[Hebelgymnasium]], in den Boden eingelassen. |
||
==Quellen== |
==Quellen== |
||
* {{Brändle 2000}} |
* {{Brändle 2000}} |
||
* Generallandesarchiv Karlsruhe 330/582 |
* Generallandesarchiv Karlsruhe 330/582 |
||
{{SORTIERUNG:Kahn, Hermann Gabriel}} |
|||
[[Kategorie:Mann]] |
|||
[[Kategorie:Pädagoge]] |
|||
[[Kategorie:NS-Opfer]] |
|||
Version vom 13. März 2011, 20:21 Uhr
Hermann Gabriel Kahn (geboren am 24. Februar 1883 in Sindolsheim; gestorben am 27. April 1951 in Israel) war Gymnasiallehrer und Opfer des Nationalsozialismus.
Leben und Wirken
Hermann Gabriel Kahn und wohnte in Karlsruhe. 1908 machte er seine Prüfung als Handelslehrer, 1909 begann er seinen Dienst als Lehramtspraktikant. Er wurde 1914 verbeamtet.
Im Ersten Weltkrieg (1914–’18) war er drei Jahre Soldat.
Ab 1920 arbeitete er wieder als Lehrer in Karlsruhe. Es ist der Personalakte beim Generallandesarchiv Karlsruhe nicht zu entnehmen, wann er an die Friedrich-Oberrealschule in Pforzheim kam.
Diskriminierung
Am 4. Oktober 1935 wurde er vom Dienst an der Friedrich-Oberrealschule "beurlaubt", am 1. Januar 1936 wurde er auf Grund des § 4 der 1. Verordnung des Reichsbürgergesetztes als Jude zwangsweise in den Ruhestand versetzt.
Von 1936 bis 1938 gibt er Zeichenunterricht an der "jüdischen Schulabteilung", so bezeichneten die Nazis das Schulgetto auch in Karlsruhe. Nach dem Pogrom am 10. November 1938 war er vier Wochen im Konzentrationslager Dachau eingesperrt.
Flucht
Am 26. Dezember 1938 stellt er einen Ausreiseantrag, im April 1939 emigrierte er in die Schweiz. Im September 1945 wanderte er nach Palästina aus.
Wann und auf welchem Weg seine Frau Marta und die Kinder Hannah und Hans Peter nach Palästina gelangten, ist noch nicht erforscht. Hermann Gabriel Kahn starb am 27. April 1951 in Israel.
Erinnerung
Im Rahmen der Aktion „Stolpersteine“ wurde für Hermann Gabriel Kahn am 27. Januar 2011 ein Stein vor seiner früheren Schule, dem heutigen Hebelgymnasium, in den Boden eingelassen.
Quellen
- Gerhard Brändle mit Sarah Hary: „... als ob wir Feinde wären“: jüdische Kinder und Jugendliche in Pforzheim 1933 bis 1945: vom Schul-Getto am Osterfeld zur Deportation ins Lager Gurs (= Pforzheimer Hefte Nr. 10); herausgegeben vom Kulturamt der Stadt Pforzheim, Pforzheim 2000 ISBN 3-933924-01-4
- Generallandesarchiv Karlsruhe 330/582