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In der kommunalen Statistik wird es zu [[Eutingen]] gezählt. |
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Mäuerach entwickelte sich aus dem Namen Mäurach, Meurach, Meyrach, Meyrich und Murach. |
Mäuerach entwickelte sich aus dem Namen Mäurach, Meurach, Meyrach, Meyrich und Murach. |
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Schon im Jahre 1277 ist hier ein Wohnplatz nachgewiesen. Aus den Archiven ist ersichtlich, daß ein Bewohner im Gebiet Mäuerach, namens „Albertus de Murach“, eine halbe Hube (Tagwerk) Zinsen an das Frauenkloster in |
Schon im Jahre [[1277]] ist hier ein Wohnplatz nachgewiesen. Aus den Archiven ist ersichtlich, daß ein Bewohner im Gebiet Mäuerach, namens „Albertus de Murach“, eine halbe Hube (Tagwerk) Zinsen an das Frauenkloster in Pforzheim gegeben hat (Spez.Bad.Durl.38,58). |
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Es ist eine Annahme, daß der Name Mäuerach von der Sippe de Murach abstammt. Eine andere Vermutung ist, daß der Name von Eyrich stammt, der dort wo dieser Name auftaucht, ein untererdiges, den Pflug behinderndes Mauerwerk römischen Ursprungs bedeutet. Die Schreibweise Meyrich für dieses Gebiet ist von 1333 bis 1733 aktenkundig. |
Es ist eine Annahme, daß der Name Mäuerach von der Sippe de Murach abstammt. Eine andere Vermutung ist, daß der Name von Eyrich stammt, der dort wo dieser Name auftaucht, ein untererdiges, den Pflug behinderndes Mauerwerk römischen Ursprungs bedeutet. Die Schreibweise Meyrich für dieses Gebiet ist von [[1333]] bis [[1733]] aktenkundig. |
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Ein Teil des Waldgebietes wurde 1793 abgeholzt und mit Kirschenbäumen bepflanzt. Die Kirschenblüte im Frühjahr war ein beliebtes Ausflugsziel für die Pforzheimer und die Enzkreisbevölkerung, deshalb entstand im Volksmund die Ortsbezeichnung "Kirschenmäurich". Im Jahre 1815 wurde erstmals die Schreibweise |
Ein Teil des Waldgebietes wurde [[1793]] abgeholzt und mit Kirschenbäumen bepflanzt. Die Kirschenblüte im Frühjahr war ein beliebtes Ausflugsziel für die Pforzheimer und die Enzkreisbevölkerung, deshalb entstand im Volksmund die Ortsbezeichnung "Kirschenmäurich". Im Jahre [[1815]] wurde erstmals die Schreibweise "Meyrach“ verwendet. |
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Bereits im Jahre 1914/1915 während des ersten Weltkrieges verkaufte das Dorf Eutingen Grundstücke im Gebiet Mäuerach an Pforzheimer Bürger, die dort Gärten anlegten. Die verkauften Grundstücke waren Wiesen und Felder. Frischwasserstellen waren nicht vorhanden, und die Elektrifizierung der Außenbezirke der Stadt Pforzheim ließ noch auf sich warten. Aber der Not gehorchend - es war ja Krieg - wurden die Wiesen umgegraben und in Gärten umgestaltet. Es wurde Gemüse, Beerenobst, Kern - und Steinobst gepflanzt. |
Bereits im Jahre [[1914]]/[[1915]] während des ersten Weltkrieges verkaufte das Dorf Eutingen Grundstücke im Gebiet Mäuerach an Pforzheimer Bürger, die dort Gärten anlegten. Die verkauften Grundstücke waren Wiesen und Felder. Frischwasserstellen waren nicht vorhanden, und die Elektrifizierung der Außenbezirke der Stadt Pforzheim ließ noch auf sich warten. Aber der Not gehorchend - es war ja Krieg - wurden die Wiesen umgegraben und in Gärten umgestaltet. Es wurde Gemüse, Beerenobst, Kern - und Steinobst gepflanzt. |
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Beide Seiten des Weges, der jetzigen Mäuerachstraße und des Gartenweges, waren mit großen, alten Kirschenbäumen bepflanzt, und wenn im Frühjahr die Bäume blühten, war es eine Pracht diese anzusehen. Die Ernte dieser Bäume fiel oft mager aus, da sich die vielen Vögel an den Früchten erfreuten. |
Beide Seiten des Weges, der jetzigen Mäuerachstraße und des Gartenweges, waren mit großen, alten Kirschenbäumen bepflanzt, und wenn im Frühjahr die Bäume blühten, war es eine Pracht diese anzusehen. Die Ernte dieser Bäume fiel oft mager aus, da sich die vielen Vögel an den Früchten erfreuten. |
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Nach dem Krieg 1919 -1923 gab es eine schwere Zeit durch die Inflation, so daß man an den Erträgen der Gärten recht dankbar war. 1939 begann der zweite Weltkrieg, und die Gartenbesitzer waren froh an ihrem frischen Gemüse. |
Nach dem Krieg [[1919]] -[[1923]] gab es eine schwere Zeit durch die Inflation, so daß man an den Erträgen der Gärten recht dankbar war. [[1939]] begann der zweite Weltkrieg, und die Gartenbesitzer waren froh an ihrem frischen Gemüse. |
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Am Ende des zweiten Weltkrieges am 23.Februar 1945 erfolgte der unheilvolle Großangriff der britischen Kampfbomber auf Pforzheim, bei dem mehr als 17000 Menschen in einer Nacht den Tod fanden. |
Am Ende des zweiten Weltkrieges am [[23. Februar 1945]] erfolgte der unheilvolle Großangriff der britischen Kampfbomber auf Pforzheim, bei dem mehr als 17000 Menschen in einer Nacht den Tod fanden. |
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Die Häuser wurden zertrümmert, viele Keller wurden verschüttet und die Menschen erstickten oder verbrannten. |
Die Häuser wurden zertrümmert, viele Keller wurden verschüttet und die Menschen erstickten oder verbrannten. |
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Die Stadt Pforzheim wurde total vernichtet und die Gartenhäuschen im Mäueracher Gebiet wurden zu Notunterkünften von den ausgebombten Pforzheimer Besitzern umfunktioniert. Es waren Notquartiere ohne Wasser und Strom. |
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Als Beleuchtung dienten Kerzen oder Hindenburglichter, als Wasser verwendete man das gesammelte Regenwasser oder man mußte in geeigneten Behältern vom Tal in der Nähe der Firma Saacke das Wasser holen und den Berg heraufziehen. |
Als Beleuchtung dienten Kerzen oder Hindenburglichter, als Wasser verwendete man das gesammelte Regenwasser oder man mußte in geeigneten Behältern vom Tal in der Nähe der Firma Saacke das Wasser holen und den Berg heraufziehen. |
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Im Laufe des Jahres 1945 hatten die Mäueracher viele Probleme zu lösen. Eines davon war das Wäsche waschen. Dazu diente nur das aufgefangene Regenwasser und im Winter wurde der Schnee aufgetaut. Zum Nachspülen der Wäsche durfte man ins Wasserwerk an der Kanzlerstraße fahren. |
Im Laufe des Jahres 1945 hatten die Mäueracher viele Probleme zu lösen. Eines davon war das Wäsche waschen. Dazu diente nur das aufgefangene Regenwasser und im Winter wurde der Schnee aufgetaut. Zum Nachspülen der Wäsche durfte man ins Wasserwerk an der Kanzlerstraße fahren. |
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Die Wäsche wurde mit dem Handwagen, oder im Winter mit dem Schlitten transportiert. Eine große Anstrengung war es, den steilen Weg bergauf |
Die Wäsche wurde mit dem Handwagen, oder im Winter mit dem Schlitten transportiert. Eine große Anstrengung war es, den steilen Weg bergauf ins Mäuerach zu bewältigen. |
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Version vom 16. Januar 2010, 23:52 Uhr


Mäuerach ist ein Stadtviertel in Pforzheim. Das Viertel war zunächst ein Gartengebiet. Nach dem Luftangriff auf Pforzheim 1945 fanden viele Pforzheimer in den Gartenhäusern eine erste Bleibe und das Gebiet entwickelte sich zur Wohnsiedlung.
In der kommunalen Statistik wird es zu Eutingen gezählt.
Geschichte
Mäuerach entwickelte sich aus dem Namen Mäurach, Meurach, Meyrach, Meyrich und Murach. Schon im Jahre 1277 ist hier ein Wohnplatz nachgewiesen. Aus den Archiven ist ersichtlich, daß ein Bewohner im Gebiet Mäuerach, namens „Albertus de Murach“, eine halbe Hube (Tagwerk) Zinsen an das Frauenkloster in Pforzheim gegeben hat (Spez.Bad.Durl.38,58). Es ist eine Annahme, daß der Name Mäuerach von der Sippe de Murach abstammt. Eine andere Vermutung ist, daß der Name von Eyrich stammt, der dort wo dieser Name auftaucht, ein untererdiges, den Pflug behinderndes Mauerwerk römischen Ursprungs bedeutet. Die Schreibweise Meyrich für dieses Gebiet ist von 1333 bis 1733 aktenkundig.
Ein Teil des Waldgebietes wurde 1793 abgeholzt und mit Kirschenbäumen bepflanzt. Die Kirschenblüte im Frühjahr war ein beliebtes Ausflugsziel für die Pforzheimer und die Enzkreisbevölkerung, deshalb entstand im Volksmund die Ortsbezeichnung "Kirschenmäurich". Im Jahre 1815 wurde erstmals die Schreibweise "Meyrach“ verwendet.
Bereits im Jahre 1914/1915 während des ersten Weltkrieges verkaufte das Dorf Eutingen Grundstücke im Gebiet Mäuerach an Pforzheimer Bürger, die dort Gärten anlegten. Die verkauften Grundstücke waren Wiesen und Felder. Frischwasserstellen waren nicht vorhanden, und die Elektrifizierung der Außenbezirke der Stadt Pforzheim ließ noch auf sich warten. Aber der Not gehorchend - es war ja Krieg - wurden die Wiesen umgegraben und in Gärten umgestaltet. Es wurde Gemüse, Beerenobst, Kern - und Steinobst gepflanzt. Beide Seiten des Weges, der jetzigen Mäuerachstraße und des Gartenweges, waren mit großen, alten Kirschenbäumen bepflanzt, und wenn im Frühjahr die Bäume blühten, war es eine Pracht diese anzusehen. Die Ernte dieser Bäume fiel oft mager aus, da sich die vielen Vögel an den Früchten erfreuten. Nach dem Krieg 1919 -1923 gab es eine schwere Zeit durch die Inflation, so daß man an den Erträgen der Gärten recht dankbar war. 1939 begann der zweite Weltkrieg, und die Gartenbesitzer waren froh an ihrem frischen Gemüse. Am Ende des zweiten Weltkrieges am 23. Februar 1945 erfolgte der unheilvolle Großangriff der britischen Kampfbomber auf Pforzheim, bei dem mehr als 17000 Menschen in einer Nacht den Tod fanden. Die Häuser wurden zertrümmert, viele Keller wurden verschüttet und die Menschen erstickten oder verbrannten.
Die Stadt Pforzheim wurde total vernichtet und die Gartenhäuschen im Mäueracher Gebiet wurden zu Notunterkünften von den ausgebombten Pforzheimer Besitzern umfunktioniert. Es waren Notquartiere ohne Wasser und Strom. Als Beleuchtung dienten Kerzen oder Hindenburglichter, als Wasser verwendete man das gesammelte Regenwasser oder man mußte in geeigneten Behältern vom Tal in der Nähe der Firma Saacke das Wasser holen und den Berg heraufziehen. Im Laufe des Jahres 1945 hatten die Mäueracher viele Probleme zu lösen. Eines davon war das Wäsche waschen. Dazu diente nur das aufgefangene Regenwasser und im Winter wurde der Schnee aufgetaut. Zum Nachspülen der Wäsche durfte man ins Wasserwerk an der Kanzlerstraße fahren. Die Wäsche wurde mit dem Handwagen, oder im Winter mit dem Schlitten transportiert. Eine große Anstrengung war es, den steilen Weg bergauf ins Mäuerach zu bewältigen.