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Fritzmartin Ascher: Unterschied zwischen den Versionen
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Ascher zog nach dem Abitur 1914 als Freiwilliger in den [[Erster Weltkrieg|Krieg]], wurde dort verwundet und mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse ausgezeichnet. Nach einem erneuten Kriegseinsatz geriet er in französische Gefangenschaft. 1919 erfolgte aufgrund der Genfer Konventionen die Internierung in die Schweiz, wo er ein Studium begann und seine Frau Elsa Schütz (geb. 23. August 1895 in Thun/ Schweiz, gest. 1976) kennenlernte. Er heiratete die gleichaltrige Schweizerin, die als Primarlehrerin arbeitete 1920 (in manchen Quellen steht 1925 in Mannheim als Hochzeitsdatum). 1927 wurde die erste Tochter, Marianne (später in die USA ausgewandert) geboren, 1930 wurde in Pforzheim die zweite Tochter geboren, Aude (heute Einstein-Ascher). |
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Trotz seiner Liebe zur Philosophie studierte er Naturwissenschaften in Bern, Marburg und Heidelberg |
Trotz seiner Liebe zur Philosophie studierte er Naturwissenschaften in Bern, Marburg und Heidelberg; den Doktortitel erwarb er 1923. Danach war er leidenschaftlicher Lehrer, der gerne Exkursionen mit seinen Schülerinnen und die "Gegend unsicher machte". |
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Ab 1927 (andere Quellen sagen ab 1925) war er Gymnasialprofessor am Hilda-Gymnasium in Pforzheim. |
Ab 1927 (andere Quellen sagen ab 1925) war er Gymnasialprofessor am Hilda-Gymnasium in Pforzheim. |
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Von [[1945]] bis '[[1947|47]] war Dr. Ascher Bürgermeister der Stadt Mühlacker.<ref>{{Wikipedia|Mühlacker#Bürgermeister|Liste der Bürgermeister von Mühlacker}}</ref> |
Von [[1945]] bis '[[1947|47]] war Dr. Ascher Bürgermeister der Stadt Mühlacker.<ref>{{Wikipedia|Mühlacker#Bürgermeister|Liste der Bürgermeister von Mühlacker}}</ref> |
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1947–'48 war er Landrat im Landkreis Waiblingen<ref>{{Wikipedia|Landkreis_Waiblingen#Landrat|Landräte Landkreises Waiblingen}}</ref> und in den 60er-Jahren im Gemeinderat Crailsheim in der SPD-Fraktion. In dieser Funktion hielt er u. a eine Rede zur ersten Gedenkveranstaltung zum Hinrichtungstag der Geschwister Scholl am 22. Februar 1964 in Ingersheim, von wo Hans Scholl stammte |
1947–'48 war er Landrat im Landkreis Waiblingen<ref>{{Wikipedia|Landkreis_Waiblingen#Landrat|Landräte Landkreises Waiblingen}}</ref> und in den 60er-Jahren im Gemeinderat Crailsheim in der SPD-Fraktion. In dieser Funktion hielt er u. a eine Rede zur ersten Gedenkveranstaltung zum Hinrichtungstag der Geschwister Scholl am 22. Februar 1964 in Ingersheim, von wo Hans Scholl stammte.<ref>[http://www.Weisse-Rose-Crailsheim.de/index.php?show=robert_scholl "Hohenloher Tagblatt" vom 20. Juli 2004] auf der Webpräsenz des Weiße Rose Arbeitskreis Crailsheim e.V.</ref> |
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Von 1948 bis 1962 war er 14 Jahre lang Schulleiter des Albert-Schweitzer-Gymnasiums (ASG) in Crailsheim. |
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- Vortrag, Lesung und Interview mit der jüngeren Tochter zum Tagebuch von 1933 von Fritzmartin Ascher: |
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1933 schrieb er die Veränderungen in seinem direkten Lebensumfeld und der Stadt Pforzheim in sein Tagebuch. Dieses Tagebuch sollte im September 2008 in einer Matinee der Löblichen Singer in der Stadt Pforzheim mit dem Historiker Olaf Schulze durch die Tochter Aude Einstein-Ascher vorgestellt wurden, musste aber leider aus gesundheitlichen Gründen der Zeitzeugin abgesagt werden |
1933 schrieb er die Veränderungen in seinem direkten Lebensumfeld und der Stadt Pforzheim in sein Tagebuch. Dieses Tagebuch sollte im September 2008 in einer Matinee der [[Löbliche Singergesellschaft von 1501|Löblichen Singer]] in der Stadt Pforzheim mit dem Historiker [[Olaf Schulze]] durch die Tochter Aude Einstein-Ascher vorgestellt wurden, musste aber leider aus gesundheitlichen Gründen der Zeitzeugin abgesagt werden. |
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- Gedenkfeier am ASG Crailsheim, mit Anwesenheit der Tochter: |
- Gedenkfeier am ASG Crailsheim, mit Anwesenheit der Tochter: |
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Anlässlich seines 25. Todestag wurde dort eine Gedenkveranstaltung gefeiert, bei der auch seine Tochter Dr. Doris Ascher-Einstein aus Berlin zugegen war ( |
Anlässlich seines 25. Todestag wurde dort eine Gedenkveranstaltung gefeiert, bei der auch seine Tochter Dr. Doris Ascher-Einstein aus Berlin zugegen war (Siehe unten im Abschnitt [[Fritzmartin Ascher#Weblinks|Weblinks]]: Berichte im Hohenloher Tagblatt auf den Seiten des ASG, z.T. mit Bild von Dr. Fritzmartin Ascher). |
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* [http://www.david.juden.at/buchbesprechungen/66-70/70-nahooray.htm Rezension zu „Der Pass mit dem Judenstempel“] |
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* [http://www.bibliothekderprovinz.at/buecher.php?id=391] |
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* [http://www.asg.sha.schule-bw.de/frhs2000.htm] |
* [http://www.asg.sha.schule-bw.de/frhs2000.htm] |
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* [http://www.asg.sha.schule-bw.de/images/ascher2.jpg Sonja Jaser: „Geist der Persönlichkeit wirkt fort“], in: „Hohenloher Tagblatt“ (mit Photo von Dr. Aschers Tochter Doris Ascher-Einstein) |
* [http://www.asg.sha.schule-bw.de/images/ascher2.jpg Sonja Jaser: „Geist der Persönlichkeit wirkt fort“], in: „Hohenloher Tagblatt“ (mit Photo von Dr. Aschers Tochter Doris Ascher-Einstein) |
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Version vom 12. August 2009, 21:14 Uhr
Fritzmartin Ascher (*22. August 1895 in Mannheim; † 1975) arbeitete ab den 1920er Jahren als Lehrer in Pforzheim am Hilda-Gymnasium.
Leben und Wirken
1933 wurde er als Jude zwangsbeurlaubt, 1935 bekam er aufgrund des „Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ wegen seiner jüdischen Abstammung Berufsverbot wie der Lehrer Max Bodenheimer vom Reuchlin-Gymnasium und viele andere.
Er arbeitete dann als Straßenkehrer, Milchfuhrmann, Friedhofsgärtner und Totengräber. Er war mit einer Schweizerin verheiratet, die sich weigerte wegen sog. "Mischehe" sich scheiden zu lassen.
Die Familie wurde auch aus der Wohnung ausgewiesen. Auswanderungsversuche scheiterten. Die Familie zog nach Mühlacker um. Es erfolgte Zwangsarbeit, die ebenso seine Frau und die älteste Tochter absolvieren mussten.
Im I. Weltkrieg:
Ascher zog nach dem Abitur 1914 als Freiwilliger in den Krieg, wurde dort verwundet und mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse ausgezeichnet. Nach einem erneuten Kriegseinsatz geriet er in französische Gefangenschaft. 1919 erfolgte aufgrund der Genfer Konventionen die Internierung in die Schweiz, wo er ein Studium begann und seine Frau Elsa Schütz (geb. 23. August 1895 in Thun/ Schweiz, gest. 1976) kennenlernte. Er heiratete die gleichaltrige Schweizerin, die als Primarlehrerin arbeitete 1920 (in manchen Quellen steht 1925 in Mannheim als Hochzeitsdatum). 1927 wurde die erste Tochter, Marianne (später in die USA ausgewandert) geboren, 1930 wurde in Pforzheim die zweite Tochter geboren, Aude (heute Einstein-Ascher).
Trotz seiner Liebe zur Philosophie studierte er Naturwissenschaften in Bern, Marburg und Heidelberg; den Doktortitel erwarb er 1923. Danach war er leidenschaftlicher Lehrer, der gerne Exkursionen mit seinen Schülerinnen und die "Gegend unsicher machte".
Ab 1927 (andere Quellen sagen ab 1925) war er Gymnasialprofessor am Hilda-Gymnasium in Pforzheim.
Nach dem II. Weltkrieg:
Von 1945 bis '47 war Dr. Ascher Bürgermeister der Stadt Mühlacker.[1]
1947–'48 war er Landrat im Landkreis Waiblingen[2] und in den 60er-Jahren im Gemeinderat Crailsheim in der SPD-Fraktion. In dieser Funktion hielt er u. a eine Rede zur ersten Gedenkveranstaltung zum Hinrichtungstag der Geschwister Scholl am 22. Februar 1964 in Ingersheim, von wo Hans Scholl stammte.[3]
Von 1948 bis 1962 war er 14 Jahre lang Schulleiter des Albert-Schweitzer-Gymnasiums (ASG) in Crailsheim.
Außer seiner Tätigkeit als Stadtrat war er Kreisverordneter, Mitglied des evangelischen Kirchengemeinderats und u.a. Gründungspräsident der Crailsheimer Lions.
1963 erhielt er für sein bürgerschaftliches Engagement das Bundesverdienstkreuz.
Mit 80 Jahren starb er 1975. Seine Frau folgte ihm 1976.
Spuren heute
- In Mühlacker gibt es seit den 1980er/'90er-Jahren auch eine Ascher-Straße, die nach ihm benannt ist.
- Stolpersteine
Zeitzeugen:
- Vortrag, Lesung und Interview mit der jüngeren Tochter zum Tagebuch von 1933 von Fritzmartin Ascher: 1933 schrieb er die Veränderungen in seinem direkten Lebensumfeld und der Stadt Pforzheim in sein Tagebuch. Dieses Tagebuch sollte im September 2008 in einer Matinee der Löblichen Singer in der Stadt Pforzheim mit dem Historiker Olaf Schulze durch die Tochter Aude Einstein-Ascher vorgestellt wurden, musste aber leider aus gesundheitlichen Gründen der Zeitzeugin abgesagt werden.
- Gedenkfeier am ASG Crailsheim, mit Anwesenheit der Tochter: Anlässlich seines 25. Todestag wurde dort eine Gedenkveranstaltung gefeiert, bei der auch seine Tochter Dr. Doris Ascher-Einstein aus Berlin zugegen war (Siehe unten im Abschnitt Weblinks: Berichte im Hohenloher Tagblatt auf den Seiten des ASG, z.T. mit Bild von Dr. Fritzmartin Ascher).
Literatur
- Fritzmartin Ascher: Auf der Suche nach der letzten Instanz, Philosophische Betrachtungen, ISBN 3-929233-02-9
- Georg Kreis: Der Pass mit dem Judenstempel. Eine Familiengeschichte in einem Stück Weltgeschichte 1925-1975, Essay herausgegeben von Andrea Welker, ISBN 3-901862-12-9
Weblinks
Quellen:
- Rezension zu „Der Pass mit dem Judenstempel“
- [1]
- [2]
- Sonja Jaser: „Geist der Persönlichkeit wirkt fort“, in: „Hohenloher Tagblatt“ (mit Photo von Dr. Aschers Tochter Doris Ascher-Einstein)
- Andreas Harthan: „Ascher genoss große Achtung“ (Zeitungsartikel, mit Bild von Dr. Ascher)
- [3] auf der offiziellen Webpräsenz der Löblichen Singergesellschaft von 1501
- [4]
- Olaf Schulze: „100 Jahre Hildaschule - Die Fahrt ins Leben...“ (pdf) auf der offiziellen Webpräsenz des Hilda-Gymnasiums
- Bestand E 203 I Bü 1922 Ascher, Fritz Martin im Staatsarchiv Ludwigsburg
- [5]
Einzelnachweise
- ↑ Wikipedia zum Thema „Liste der Bürgermeister von Mühlacker”
- ↑ Wikipedia zum Thema „Landräte Landkreises Waiblingen”
- ↑ "Hohenloher Tagblatt" vom 20. Juli 2004 auf der Webpräsenz des Weiße Rose Arbeitskreis Crailsheim e.V.