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Sie war Klavierlehrerin und gehörte zu den Künstlerkreisen Pforzheims. So wurde sie von dem Pforzheimer Maler [[Adolf Hildenbrandt]] portraitiert, der unter der Nazi-Diktatur nicht mehr ausstellen konnte. |
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Am [[22. Oktober]] [[1940]] verschleppten die Nazis Johanna Roth wie 194 weitere jüdische Menschen aus Pforzheim in das Internierungslager [[Gurs]] in Süd-Frankreich. |
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Julius Held, ein entfernter Verwandter, der rechtzeitig in die USA geflohen war, bemühte sich über ein Jahr lang mit Schreiben und Eingaben an Regierungsstellen in den USA und an die dortige Einwanderungsbehörde, Johanna Roth aus dem Lager Gurs heraus zu bekommen. Die langen Bearbeitungszeiten führten dazu, dass die Einreise-Erlaubnis in die USA zu einem Zeitpunkt im Lager Gurs eintraf, als sie schon nicht mehr dort war. Der Briefumschlag wurde zurückgeschickt mit dem Aufdruck „PARTI SANS ADRESSE“. Hinter dem Stempel „abgereist ohne Adresse“ verbirgt sich die Deportation von Johanna Roth am 10. |
Julius Held, ein entfernter Verwandter, der rechtzeitig in die USA geflohen war, bemühte sich über ein Jahr lang mit Schreiben und Eingaben an Regierungsstellen in den USA und an die dortige Einwanderungsbehörde, Johanna Roth aus dem Lager Gurs heraus zu bekommen. Die langen Bearbeitungszeiten führten dazu, dass die Einreise-Erlaubnis in die USA zu einem Zeitpunkt im Lager Gurs eintraf, als sie schon nicht mehr dort war. Der Briefumschlag wurde zurückgeschickt mit dem Aufdruck „PARTI SANS ADRESSE“. Hinter dem Stempel „abgereist ohne Adresse“ verbirgt sich die Deportation von Johanna Roth am 10. August 1942 in das Vernichtungslager Auschwitz. |
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Im Rahmen der Aktion "[[Stolperstein]]e" wurde für Johanna Roth am 28. Mai [[2009]] ein Stein vor ihrer Wohnung in der Zähringerallee 41 in den Boden eingelassen. |
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Version vom 30. Juli 2009, 20:23 Uhr
Johanna Roth (geboren 28. Mai 1883 in Pforzheim, deportiert 10. August 1942 ins Vernichtungslager Auschwitz, für tot erklärt) war Klavierlehrerin in Pforzheim und Opfer der Nationalsozialisten.
Leben
Johanna Roth wohnte in der Weimarer Zeit zuerst in der Kaiser-Wilhelm-Straße und dann in der Zähringerallee 41. Sie war Klavierlehrerin und gehörte zu den Künstlerkreisen Pforzheims. So wurde sie von dem Pforzheimer Maler Adolf Hildenbrandt portraitiert, der unter der Nazi-Diktatur nicht mehr ausstellen konnte.
Deportation und Rettungsversuch
Am 22. Oktober 1940 verschleppten die Nazis Johanna Roth wie 194 weitere jüdische Menschen aus Pforzheim in das Internierungslager Gurs in Süd-Frankreich.
Julius Held, ein entfernter Verwandter, der rechtzeitig in die USA geflohen war, bemühte sich über ein Jahr lang mit Schreiben und Eingaben an Regierungsstellen in den USA und an die dortige Einwanderungsbehörde, Johanna Roth aus dem Lager Gurs heraus zu bekommen. Die langen Bearbeitungszeiten führten dazu, dass die Einreise-Erlaubnis in die USA zu einem Zeitpunkt im Lager Gurs eintraf, als sie schon nicht mehr dort war. Der Briefumschlag wurde zurückgeschickt mit dem Aufdruck „PARTI SANS ADRESSE“. Hinter dem Stempel „abgereist ohne Adresse“ verbirgt sich die Deportation von Johanna Roth am 10. August 1942 in das Vernichtungslager Auschwitz.
Arisierung
Was mit ihrem Klavier geschehen ist, ist nicht bekannt, denn das Protokoll der Versteigerung des Hab und Gutes der Deportierten ist laut Auskunft des Generallandesarchivs Karlsruhe in anderen badischen Städten erhalten, nicht aber in Pforzheim.
Erinnerung
Im Rahmen der Aktion "Stolpersteine" wurde für Johanna Roth am 28. Mai 2009 ein Stein vor ihrer Wohnung in der Zähringerallee 41 in den Boden eingelassen.
Quellen
- Brändle, Gerhard, Die jüdischen Mitbürger der Stadt Pforzheim, Pforzheim, 1985
- Julius Held, THE HOLOCAUST - FROM A DISTANCE, A talk given on November 4th, 1994 in the auditorium of the Palmer Museum of Art by Julius Held for the Program of Jewish Studies of the College of the Liberal Arts, Penn State University, University Park, PA., in: judaica.de/images/Images171/THEHOLOCAUST.htm (die Vorgängerseite mit Bildern und Dokumenten ([1]) ist nicht mehr zu finden, jedoch im Archiv G. Brändle erhalten)