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Emil Kiesel: Unterschied zwischen den Versionen

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== Beruflicher Werdegang ==
== Beruflicher Werdegang ==


Emil Kiesel wird [[1937]] zum Priester geweiht, ist dann Vikar in Hornberg, Konstanz-Wollmatingen, in Ettenheim und kommt über Mannheim-Käfertal im April [[1940]] nach Pforzheim. In der Pfarrei St. Franziskus ist er zuständig für die weibliche Jugend. Am [[Hilda-Gymnasium]] und an der damaligen Hermann-Göring-Schule ([[Holzgartenschule]], heute ungefähr Parkplatz des [[Klinikum Pforzheim|Klinikums Pforzheim]] zwischen [[Holzgartenstraße]] und [[Enz]]) erteilt er Religionsunterricht.
Emil Kiesel wird [[1937]] zum Priester geweiht, ist dann Vikar in Hornberg, Konstanz-Wollmatingen, in Ettenheim und kommt über Mannheim-Käfertal im April [[1940]] nach Pforzheim. In der Pfarrei [[St. Franziskus]] ist er zuständig für die weibliche Jugend. Am [[Hilda-Gymnasium]] und an der damaligen Hermann-Göring-Schule ([[Holzgartenschule]], heute ungefähr Parkplatz des [[Klinikum Pforzheim|Klinikums Pforzheim]] zwischen [[Holzgartenstraße]] und [[Enz]]) erteilt er Religionsunterricht.


== Gegner der Nationalsozialisten ==
== Gegner der Nationalsozialisten ==


Er war schon in Ettenheim ins Schussfeld der Nationalsozialisten geraten und von der Gestapo überwacht worden. Die Gestapo verhört ihn, weil er in [[Wilferdingen]] einen Gottesdienst für polnische Kriegsgefangene hielt und bei seinem ''„Gang zur Hilda-Oberschule einen Führer der HJ rechts und links an die Backen gehauen habe, weil er einem dieser kriegsgefangenen Polen, die dort an der Eisenbahnlinie arbeiteten, in Gesicht gespuckt hat“''.
Emil Kiesel war schon in Ettenheim ins Schussfeld der Nationalsozialisten geraten und von der Gestapo überwacht worden. Die Gestapo verhört ihn, weil er in [[Wilferdingen]] einen Gottesdienst für polnische Kriegsgefangene hielt und bei seinem ''„Gang zur Hilda-Oberschule einen Führer der HJ rechts und links an die Backen gehauen habe, weil er einem dieser kriegsgefangenen Polen, die dort an der Eisenbahnlinie arbeiteten, in Gesicht gespuckt hat“''.
Ab September 1940 darf er keinen Religionsunterricht mehr erteilen, am [[16. Oktober]] [[1940]] verhaftet ihn die Gestapo, nachdem er die Behandlung polnischer Kriegsgefangener zum Thema einer Predigt über Feindesliebe gemacht hatte. Bis zum 9. Dezember ist er im Gefängnis in Pforzheim an der [[Rohrstraße]] eingesperrt, dann bis zum März 1945 im Konzentrationslager Dachau mit der Häftlingsnummer 22838. KZ-Aufseher peitschen ihn aus und sperren ihn für 42 Tage in eine Dunkelzelle, weil er seinen Mitgefangenen heimlich die Beichte abnimmt und sich weigert, das Beichtgeheimnis zu brechen.
Ab September 1940 darf er keinen Religionsunterricht mehr erteilen, am [[16. Oktober]] [[1940]] verhaftet ihn die Gestapo, nachdem er die Behandlung polnischer Kriegsgefangener zum Thema einer Predigt über Feindesliebe gemacht hatte. Bis zum 9. Dezember ist er im Gefängnis in Pforzheim an der [[Rohrstraße]] eingesperrt, dann bis zum März [[1945]] im Konzentrationslager Dachau mit der Häftlingsnummer 22838. KZ-Aufseher peitschen ihn aus und sperren ihn für 42 Tage in eine Dunkelzelle, weil er seinen Mitgefangenen heimlich die Beichte abnimmt und sich weigert, das Beichtgeheimnis zu brechen.
Am 29. April 1945 befreit schließlich die US-Armee die KZ-Häftlinge und damit Emil Kiesel.
Am 29. April 1945 befreit schließlich die US-Armee die KZ-Häftlinge und damit Emil Kiesel.


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Nach dem Krieg arbeitet Emil Kiesel als Gefängnispfarrer vor allem in Jugendstrafanstalten, [[1969]] wird er zum päpstlichen Kaplan mit dem Titel „Monsignore“ ernannt. Nach seiner Pensionierung [[1972]] bis [[1987]] war er für Gemeinden im Klettgau verantwortlich und betreute im Nebenamt noch die Gefangenen der [[Justizvollzugsanstalt|Vollzugsanstalt]] in Waldshut.
Nach dem Krieg arbeitet Emil Kiesel als Gefängnispfarrer vor allem in Jugendstrafanstalten, [[1969]] wird er zum päpstlichen Kaplan mit dem Titel „Monsignore“ ernannt. Nach seiner Pensionierung [[1972]] bis [[1987]] war er für Gemeinden im Klettgau verantwortlich und betreute im Nebenamt noch die Gefangenen der [[Justizvollzugsanstalt|Vollzugsanstalt]] in Waldshut.



== Literatur ==
== Literatur ==
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Version vom 4. März 2008, 18:20 Uhr

Emil Kiesel (* 28. August 1910 in Schwerzen, heute Ortsteil von Wutöschingen im Südschwarzwald; † 19. Mai 1990 in Stühlingen) war katholischer Geistlicher in Pforzheim und Gegner des Nationalsozialismus.

Beruflicher Werdegang

Emil Kiesel wird 1937 zum Priester geweiht, ist dann Vikar in Hornberg, Konstanz-Wollmatingen, in Ettenheim und kommt über Mannheim-Käfertal im April 1940 nach Pforzheim. In der Pfarrei St. Franziskus ist er zuständig für die weibliche Jugend. Am Hilda-Gymnasium und an der damaligen Hermann-Göring-Schule (Holzgartenschule, heute ungefähr Parkplatz des Klinikums Pforzheim zwischen Holzgartenstraße und Enz) erteilt er Religionsunterricht.

Gegner der Nationalsozialisten

Emil Kiesel war schon in Ettenheim ins Schussfeld der Nationalsozialisten geraten und von der Gestapo überwacht worden. Die Gestapo verhört ihn, weil er in Wilferdingen einen Gottesdienst für polnische Kriegsgefangene hielt und bei seinem „Gang zur Hilda-Oberschule einen Führer der HJ rechts und links an die Backen gehauen habe, weil er einem dieser kriegsgefangenen Polen, die dort an der Eisenbahnlinie arbeiteten, in Gesicht gespuckt hat“. Ab September 1940 darf er keinen Religionsunterricht mehr erteilen, am 16. Oktober 1940 verhaftet ihn die Gestapo, nachdem er die Behandlung polnischer Kriegsgefangener zum Thema einer Predigt über Feindesliebe gemacht hatte. Bis zum 9. Dezember ist er im Gefängnis in Pforzheim an der Rohrstraße eingesperrt, dann bis zum März 1945 im Konzentrationslager Dachau mit der Häftlingsnummer 22838. KZ-Aufseher peitschen ihn aus und sperren ihn für 42 Tage in eine Dunkelzelle, weil er seinen Mitgefangenen heimlich die Beichte abnimmt und sich weigert, das Beichtgeheimnis zu brechen. Am 29. April 1945 befreit schließlich die US-Armee die KZ-Häftlinge und damit Emil Kiesel.

Nach der Befreiung: Gefängnispfarrer

Nach dem Krieg arbeitet Emil Kiesel als Gefängnispfarrer vor allem in Jugendstrafanstalten, 1969 wird er zum päpstlichen Kaplan mit dem Titel „Monsignore“ ernannt. Nach seiner Pensionierung 1972 bis 1987 war er für Gemeinden im Klettgau verantwortlich und betreute im Nebenamt noch die Gefangenen der Vollzugsanstalt in Waldshut.

Literatur