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Klara Müßle: Unterschied zwischen den Versionen

Von PFENZ
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'''Klara Müßle''' (geb. [[1901]] in [[Pforzheim]]; ermordet [[24. September]] [[1942]] in Auschwitz), geb. Vogt, war als Angehörige der "Zeugen Jehovas" Kriegsgegnerin und Opfer des [[Nationalsozialismus|NS]]-Regimes.
=='''Klara Müßle'''==


== Leben ==
Klara Müßle (geb. 1901 in Pforzheim, ermordet 24.9.1942 in Auschwitz) war als Zeugin Jehovas Kriegsgegnerin und Opfer des NS-Regimes


Die Näherin Klara Müßle, geb. Vogt, gehört zu den „Ernsten Bibelforschern“, heute „Zeugen Jehovas“ genannt. Die kleine religiöse Gruppe wird schon im Mai 1933 verboten, da ihre Mitglieder mit Berufung auf die Bibel jegliche Eidesleistung verweigern und auf dem fünften Gebot: „Du sollst nicht töten“ beharren.
===Leben:===


=== Widerstehen aus dem Glauben ===
Die Näherin Klara Müßle geb. Vogt gehört zu den „Ernsten Bibelforschern“, heute „Zeugen Jehovas“ genannt. Die kleine religiöse Gruppe wird schon im Mai 1933 verboten, da ihre Mitglieder mit Berufung auf die Bibel jegliche Eidesleistung verweigern und auf dem fünften Gebot: „Du sollst nicht töten“ beharren.


1939 kommt Klara Müßle in die Schusslinie der Gestapo, weil sie sich weigert, am Betriebsappell der Firma [[Schmidt und Bruckmann]] in der [[Bleichstraße]] mit kollektivem Anhören der im Rundfunk übertragenen Hitler-Rede teilzunehmen.

===Widerstehen aus dem Glauben:===

1939 kommt Klara Müßle in die Schusslinie der Gestapo, weil sie sich weigert, am Betriebsappell der Firma Schmidt und Bruckmann in der Bleichstraße mit kollektivem Anhören der im Rundfunk übertragenen Hitler-Rede teilzunehmen.
1940 verhaftet die Pforzheimer Gestapo Klara Müßle, die Mutter von zwei kleinen Kindern, weil sie aus Glaubens- und Gewissensgründen die Beteiligung an Kriegsvorbereitung und Krieg ablehnt und sich deswegen weigert, einen Luftschutzkurs mitzumachen.
1940 verhaftet die Pforzheimer Gestapo Klara Müßle, die Mutter von zwei kleinen Kindern, weil sie aus Glaubens- und Gewissensgründen die Beteiligung an Kriegsvorbereitung und Krieg ablehnt und sich deswegen weigert, einen Luftschutzkurs mitzumachen.




===Gefängnis Pforzheim – KZ Ravensbrück – Vernichtungslager Auschwitz:===
===Gefängnis Pforzheim – KZ Ravensbrück – Vernichtungslager Auschwitz ===

Im Pforzheimer Gefängnis ist sie in einer Dunkelzelle eingesperrt und soll so gezwungen werden zu unterschreiben, dass sie ihrem Glauben abschwört. Ohne Anklage oder Urteil ist sie von September 1940 bis Juli 1942 im Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück, dann wird sie in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert und dort am 24. 9. 1942 ermordet.


Im [[Justizvollzugsanstalt Pforzheim|Pforzheimer Gefängnis]] ist sie in einer Dunkelzelle eingesperrt und soll so gezwungen werden zu unterschreiben, dass sie ihrem Glauben abschwört. Ohne Anklage oder Urteil ist sie von September 1940 bis Juli 1942 im Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück, dann wird sie in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert und dort am 24. 9. 1942 ermordet.


===Literatur:===
- Hesse, Hans (HRSG), „Am mutigsten waren immer wieder die Zeugen Jehovas“, Bremen, 1998


== Literatur ==
- „Mut zum Widerstehen“, Ausstellung Pforzheim 1933 – 1945, Dokumentation der Ausstellungstafeln, HRSG: Stadtjugendring Pforzheim, Redaktion: Gerhard Brändle, Pforzheim, 1995
* Hans Hesse (Hrsg.): ''„Am mutigsten waren immer wieder die Zeugen Jehovas“'', Bremen, 1998
* ''„Mut zum Widerstehen“'', [[Ausstellung]] über Pforzheim 1933 – 1945, Dokumentation der Ausstellungstafeln, Herausgeber: [[Stadtjugendring Pforzheim]]; Redaktion: Gerhard Brändle, Pforzheim, 1995
* Steffen Rupp: ''Widerstand und Verfolgung der Zeugen Jehovas in Pforzheim während des Nationalsozialismus'', in: [[Pforzheimer Geschichtsblätter]] Band 10, Stuttgart, 2001


[[Kategorie:Person|Muessle, Klara]]
- Rupp, Steffen, Widerstand und Verfolgung der Zeugen Jehovas in Pforzheim während des Nationalsozialismus, in: Pforzheimer Geschichtsblätter Band 10, Stuttgart, 2001

Version vom 7. Februar 2008, 21:24 Uhr

Klara Müßle (geb. 1901 in Pforzheim; ermordet 24. September 1942 in Auschwitz), geb. Vogt, war als Angehörige der "Zeugen Jehovas" Kriegsgegnerin und Opfer des NS-Regimes.

Leben

Die Näherin Klara Müßle, geb. Vogt, gehört zu den „Ernsten Bibelforschern“, heute „Zeugen Jehovas“ genannt. Die kleine religiöse Gruppe wird schon im Mai 1933 verboten, da ihre Mitglieder mit Berufung auf die Bibel jegliche Eidesleistung verweigern und auf dem fünften Gebot: „Du sollst nicht töten“ beharren.

Widerstehen aus dem Glauben

1939 kommt Klara Müßle in die Schusslinie der Gestapo, weil sie sich weigert, am Betriebsappell der Firma Schmidt und Bruckmann in der Bleichstraße mit kollektivem Anhören der im Rundfunk übertragenen Hitler-Rede teilzunehmen. 1940 verhaftet die Pforzheimer Gestapo Klara Müßle, die Mutter von zwei kleinen Kindern, weil sie aus Glaubens- und Gewissensgründen die Beteiligung an Kriegsvorbereitung und Krieg ablehnt und sich deswegen weigert, einen Luftschutzkurs mitzumachen.


Gefängnis Pforzheim – KZ Ravensbrück – Vernichtungslager Auschwitz

Im Pforzheimer Gefängnis ist sie in einer Dunkelzelle eingesperrt und soll so gezwungen werden zu unterschreiben, dass sie ihrem Glauben abschwört. Ohne Anklage oder Urteil ist sie von September 1940 bis Juli 1942 im Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück, dann wird sie in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert und dort am 24. 9. 1942 ermordet.


Literatur

  • Hans Hesse (Hrsg.): „Am mutigsten waren immer wieder die Zeugen Jehovas“, Bremen, 1998
  • „Mut zum Widerstehen“, Ausstellung über Pforzheim 1933 – 1945, Dokumentation der Ausstellungstafeln, Herausgeber: Stadtjugendring Pforzheim; Redaktion: Gerhard Brändle, Pforzheim, 1995
  • Steffen Rupp: Widerstand und Verfolgung der Zeugen Jehovas in Pforzheim während des Nationalsozialismus, in: Pforzheimer Geschichtsblätter Band 10, Stuttgart, 2001