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Buckenberg-Kaserne: Unterschied zwischen den Versionen

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== Geschichte ==
== Geschichte ==
=== in der Nazi-Zeit: Wehrmacht ===
=== in der Nazi-Zeit: Wehrmacht ===
Der Baubeginn der Buckenberg-Kaserne 1935 geschah unter dem Vorwand der Errichtung einer Polizeikaserne, da Pforzheim nach dem Versailler Vertrag in der entmilitarisierten Zone lag. Der Erstbezug der Kaserne fand im Oktober [[1936]] nach der Übergabe an die Wehrmacht statt.
Der Baubeginn der Buckenberg-Kaserne 1935 geschah unter dem Vorwand der Errichtung einer Polizeikaserne, da Pforzheim nach dem Versailler Vertrag in der entmilitarisierten Zone lag (Pforzheimer Kurier 28. 4. 2007). Der Erstbezug der Kaserne war im Oktober [[1936]] nach der Übergabe an die Wehrmacht.
Ab Oktober 1936 fand hier die Ausbildung für Angriffs- und Eroberungskriege statt: Das Infanterieregiment 111 war beteiligt beim Überfall auf die Niederlande, Frankreich und die Sowjetunion, die 35. mot. Grenadierdivision, Ausbildung von 1940 – 1944 in der Buckenberg-Kaserne, war ebenfalls beteiligt beim Eroberungskrieg auf die Sowjetunion (PK 6.5.2007).
Ab Oktober 1936 fand hier die Ausbildung für Angriffs- und Eroberungskriege statt: Das Infanterieregiment 111 war beteiligt beim Überfall auf die Niederlande, Frankreich und die Sowjetunion, die 35. mot. Grenadierdivision, Ausbildung von 1940 – 1944 in der Buckenberg-Kaserne, war ebenfalls beteiligt beim Eroberungskrieg auf die Sowjetunion (PK 6.5.2007).


1939 wird Wilhelm Knodel aus Kieselbronn eingezogen, er weigert sich, den Fahneneid zu leisten und eine Waffe in die Hand zu nehmen, einem Gutachten der Uni-Klinik Tübingen verdankt W. K. sein Leben, er muss eine zeitlang in einer Stuttgarter Kaserne in der Küche arbeiten und wird dann entlassen (siehe: Jubiläumsschrift...)
1939 wurde Wilhelm Knodel aus Kieselbronn eingezogen, er weigerte sich, den Fahneneid zu leisten und eine Waffe in die Hand zu nehmen, einem Gutachten der Uni-Klinik Tübingen verdankte W. K. sein Leben, er musste eine Zeitlang in einer Stuttgarter Kaserne in der Küche arbeiten und wurde dann entlassen (siehe: Jubiläumsschrift...)
Ab 1939 gibt es immer wieder standrechtliche Erschießungen in der Kaserne, Zahl, Gründe (Desertation, Befehlsverweigeung ?) und Urteile sind noch unbekannt (Zier…323)
Ab 1939 gab es immer wieder standrechtliche Erschießungen in der Kaserne, Zahl, Gründe (Desertation, Befehlsverweigeung ?) und Urteile sind noch unbekannt (Zier…323)


Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges waren folgende Truppenteile der Wehrmacht in der Buckenberg-Kaserne untergebracht:
Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges waren folgende Truppenteile der Wehrmacht in der Buckenberg-Kaserne untergebracht:
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- ab 1946 US-Militär
- ab 1946 US-Militär
- bis 1950 US-Armee, dann Spahi-Regiment aus den nordafrikanischen Kolonien Frankreichs (PZ 13.10.1986)
- bis 1950 US-Armee, dann Spahi-Regiment aus den nordafrikanischen Kolonien Frankreichs
(Pforzheimer Zeitung, im Folgenden: PZ, 13.10.1986)
- 1951 (4.4.): franz. Garnison in der Buckenberg-Kaserne (Groh, Das war das 20.Jahhrundert... S.55)
- 1951 (4.4.): franz. Garnison in der Buckenberg-Kaserne (Groh, Das war das 20.Jahhrundert...
S.55)
- 1954 Nutzung der Stallungen der Spahis duch den Reiterverein (PZ 31.5.96)
- 1954 Nutzung der Stallungen der Spahis duch den Reiterverein (PZ 31.5.96)
- ab 1955: Spahis 1957: Freundschaftsturnier der Spahis mit dem Reitverein dito
- ab 1955: Spahis 1957: Freundschaftsturnier der Spahis mit dem Reitverein dito
- 1960: dt.-franz. Reitturnier dito
- 1960: dt.-franz. Reitturnier (dito)
- 1962: Spahis nach Frankreich aufgelöst und umbenannt in 3. Husarenregiment PZ 31.5.1996
- 1962: Spahis nach Frankreich aufgelöst und umbenannt in 3. Husarenregiment (dito)
- 1963: 3. Husarenregiment, dessen Truppen ab 1955 beteiligt waren in Kolonialkriegen bei der Unterdrückung der
- 1963: 3. Husarenregiment, dessen Truppen ab 1955 beteiligt waren in Kolonialkriegen bei der
Befreiungsbewegungen in Marokko und Algerien (PZ 31.5.1996),
Unterdrückung der Befreiungsbewegungen in Marokko und Algerien (dito),
der Kommandant de Grasset begeht 1963 den Feiertag der Fremdenlegion in Pforzheim und
der Kommandant de Grasset begeht 1963 den Feiertag der Fremdenlegion in Pforzheim und
plant die Gründung einer Vereinigung ehemaliger Fremdenlegionäre PZ 19.101981
plant die Gründung einer Vereinigung ehemaliger Fremdenlegionäre (PZ 19.10.1981)
- 1965: Kameradschaftstreffen von ehemaligen Fremdenlegionären, die aktiv waren in den verbrecherischen Kriegen
- 1965: Kameradschaftstreffen von ehemaligen Fremdenlegionären, die aktiv waren in den
Frankreichs gegen die Befreiungsbewegungen in den „Kolonien“ in Indochina, Madagaskar und später in Algerien
verbrecherischen Kriegen Frankreichs gegen die Befreiungsbewegungen in den „Kolonien“ in
(PZ 19.10.1981)
Indochina, Madagaskar und später in Algerien (PZ 19.10.1981)
- Der Kommandant Sabouret (1967 – 1969) wird ausdrücklich als „Haudegen des Kriegshandwerkes“ bezeichnet (PZ 13.101986)
- Der Kommandant Sabouret (1967 – 1969) wird ausdrücklich als „Haudegen des Kriegshandwerkes“
bezeichnet (PZ 13.10.1986)
- 1974: In der Buckenberg-Kaserne entsteht – wie in vielen Kasernen der französischen Armee - ein Soldaten-Komitee.
- 1974: In der Buckenberg-Kaserne entsteht – wie in vielen Kasernen der französischen Armee -
Angelehnt an den „L’Appell des Cent“, einem Aufruf von 100 Persönlichkeiten zur Kritik an den Zuständen in der
ein Soldaten-Komitee. Angelehnt an den „L’Appell des Cent“, einem Aufruf von 100
französischen Armee – verteilt eine Unterstützungsgruppe beim „Tag der offenen Tür“ an Pfingsten vor der Kaserne ein
Persönlichkeiten zur Kritik an den Zuständen in der französischen Armee – verteilt eine
Unterstützungsgruppe beim „Tag der offenen Tür“ an Pfingsten vor der Kaserne ein
Flugblatt des Soldaten-Komitees in deutscher Sprache – Text siehe unten: Dokument
Flugblatt des Soldaten-Komitees in deutscher Sprache – Text siehe unten: Dokument
Franz. Militärpolizisten wollen widerrechtlich Flugblattverteiler auf das Kasernen-Gelände zerren, kurz danach führen
Franz. Militärpolizisten wollen widerrechtlich Flugblattverteiler auf das Kasernen-Gelände
BRD-Polizisten Personenkontrollen durch und suchen – vergeblich - nach den inkriminierten Flugblättern.
zerren, kurz danach führen BRD-Polizisten Personenkontrollen durch und suchen – vergeblich -
nach den inkriminierten Flugblättern.
- 1996: Bei der Abschiedsparade der französischen Armee verteilt die Friedens-Initiative ein
- 1996: Bei der Abschiedsparade der französischen Armee verteilt die Friedens-Initiative ein
Flugblatt mit der Überschrift: UNIFORM ADIEU – AU REVOIR EN CIVIL !
Flugblatt mit der Überschrift: UNIFORM ADIEU – AU REVOIR EN CIVIL !
Darin wird die Traditionslinie der Militärparaden von 1936 bis 1996 und die Zurschaustellung
Darin wird die Traditionslinie der Militärparaden von 1936 bis 1996 und die Zurschaustellung von Tötungsgeräten kritisiert.
von Tötungsgeräten kritisiert.
Zugleich sind Zukunftsfragen, die Kaserne betreffend, aufgeführt, die bis heute nicht beantwortet sind, z.B. nach
Zugleich sind Zukunftsfragen, die Kaserne betreffend, aufgeführt, die bis heute nicht
den Altlasten auf dem Kasernegelände, Kosten der Entsorgung und eine öffentliche Diskussion der weiteren Nutzung des
beantwortet sind, z.B. nach den Altlasten auf dem Kasernegelände, Kosten der Entsorgung und
eine öffentliche Diskussion der weiteren Nutzung des Kasernengeländes und des bisherigen
Kasernengeländes und des bisherigen militärischen Sperrgebiets… (PZ 30.5.1996, 1.6.1996, 8.6.1996)
militärischen Sperrgebiets… (PZ 30.5.1996, 1.6.1996, 8.6.1996)




Dokument (Pforzheim, Pfingsten 1974)
Dokument (Pforzheim, Pfingsten 1974):



ZUM TAG DER OFFENEN TÜR
ZUM TAG DER OFFENEN TÜR
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== Ausblick ==
== Ausblick ==
Der Masterplan der Konversionsgesellschaft Buckenberg sieht vor, die bestehenden Gebäude größtenteils abzureißen. Erhalten bleiben sollen die Wachhäuschen am Kaserneneingang und die alte Waffenschmiede sowie die vorhandenen Biotope und der alte Baumbestand. In den Jahren 2008 und 2009 sollen auf dem Gelände 300 Wohneinheiten sowie ein Verbrauchermarkt und weitere Einrichtungen entstehen.
Der Masterplan der Konversionsgesellschaft Buckenberg sieht vor, die bestehenden Gebäude größtenteils abzureißen. Erhalten bleiben sollen die Wachhäuschen am Kaserneneingang und die alte Waffenschmiede sowie die vorhandenen Biotope und der alte Baumbestand. In den Jahren 2008 und 2009 sollen auf dem Gelände 300 Wohneinheiten sowie ein Verbrauchermarkt und weitere Einrichtungen entstehen.



Literatur:
Literatur:


Brändle,Gerhard, Jubiläumsschrift: 100 Jahre Deutsche Friedensgesellschaft - 100 Jahre Friedensarbeit in Pforzheim, Pforzheim, November 1992
Brändle,Gerhard, Jubiläumsschrift: 100 Jahre Deutsche Friedensgesellschaft - 100 Jahre Friedensarbeit in Pforzheim, Pforzheim, November 1992

Zier, Hans Georg, Geschichte der Stadt Pforzheim, Stuttgart, 1982

Groh, Christian, Das war das 20. Jahrhundert in Pforzheim, Gudensberg-Gleichen, 2000


[[Kategorie:Pforzheim]]
[[Kategorie:Pforzheim]]

Version vom 9. Juni 2007, 09:21 Uhr

Artikel in Arbeit

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Ehemaliges Kasernentor im Mai 2007
Bildergalerie: weitere Bilder zu diesem Artikel finden sich auf Buckenberg-Kaserne (Galerie)

Die Buckenberg-Kaserne ist eine ehemalige Kaserne im Pforzheimer Stadtteil Buckenberg. Der Haupteingang zum Gelände befindet sich an der Straßenecke Strietweg und Straße des 3. Husarenregiments. Das Kasernengelände ist über 18 Hektar groß. Die unter unter Denkmalschutz stehenden Gebäude der Kaserne werden, bis auf wenige Ausnahmen, ab Ende Mai 2007 abgerissen.

Geschichte

in der Nazi-Zeit: Wehrmacht

Der Baubeginn der Buckenberg-Kaserne 1935 geschah unter dem Vorwand der Errichtung einer Polizeikaserne, da Pforzheim nach dem Versailler Vertrag in der entmilitarisierten Zone lag (Pforzheimer Kurier 28. 4. 2007). Der Erstbezug der Kaserne war im Oktober 1936 nach der Übergabe an die Wehrmacht. Ab Oktober 1936 fand hier die Ausbildung für Angriffs- und Eroberungskriege statt: Das Infanterieregiment 111 war beteiligt beim Überfall auf die Niederlande, Frankreich und die Sowjetunion, die 35. mot. Grenadierdivision, Ausbildung von 1940 – 1944 in der Buckenberg-Kaserne, war ebenfalls beteiligt beim Eroberungskrieg auf die Sowjetunion (PK 6.5.2007).

1939 wurde Wilhelm Knodel aus Kieselbronn eingezogen, er weigerte sich, den Fahneneid zu leisten und eine Waffe in die Hand zu nehmen, einem Gutachten der Uni-Klinik Tübingen verdankte W. K. sein Leben, er musste eine Zeitlang in einer Stuttgarter Kaserne in der Küche arbeiten und wurde dann entlassen (siehe: Jubiläumsschrift...) Ab 1939 gab es immer wieder standrechtliche Erschießungen in der Kaserne, Zahl, Gründe (Desertation, Befehlsverweigeung ?) und Urteile sind noch unbekannt (Zier…323)

Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges waren folgende Truppenteile der Wehrmacht in der Buckenberg-Kaserne untergebracht: - Fronttruppenteile

  • III./Infanterie-Regiment 111
  • Sanitäts-Staffel
  • Panzer-Pionier-Bataillon z.b.V. Pforzheim
  • Landesschützen-Bataillon 408
  • leichte Heimat-Flak-Batterie 29/VII
  • leichte Heimat-Flak-Batterie 35/VII

Ersatztruppenteile

  • Infanterie-Ersatz-Bataillon 35
  • Grenadier-Ersatz- u. Ausbildungs-Bataillon (motorisiert) 35
  • Grenadier-Ersatz-Bataillon (motorisiert) 35
  • Reserve-Grenadier-Bataillon (motorisiert) 35
  • Ersatz- u. Ausbildungs-Bataillon (M) 275

Kommandobehörden

  • Festungs-Inspektion VII
  • Ausbildungs-Leiter
  • Wehrbezirks-Kommando
  • Wehrmeldeamt
  • Standortfunkstelle
  • Feste Brieftaubenstelle
  • Heeresfachschule (V.W.)
  • Heeresfachschule (V.)
  • Heeres-Standort-Verwaltung

nach 1945: US - Armee - franz. Armee

- ab 1946 US-Militär - bis 1950 US-Armee, dann Spahi-Regiment aus den nordafrikanischen Kolonien Frankreichs

       (Pforzheimer Zeitung, im Folgenden: PZ, 13.10.1986)

- 1951 (4.4.): franz. Garnison in der Buckenberg-Kaserne (Groh, Das war das 20.Jahhrundert...

       S.55)

- 1954 Nutzung der Stallungen der Spahis duch den Reiterverein (PZ 31.5.96) - ab 1955: Spahis 1957: Freundschaftsturnier der Spahis mit dem Reitverein dito - 1960: dt.-franz. Reitturnier (dito) - 1962: Spahis nach Frankreich aufgelöst und umbenannt in 3. Husarenregiment (dito) - 1963: 3. Husarenregiment, dessen Truppen ab 1955 beteiligt waren in Kolonialkriegen bei der

       Unterdrückung der Befreiungsbewegungen in Marokko und Algerien (dito),
       der Kommandant de Grasset begeht 1963 den Feiertag der Fremdenlegion in Pforzheim und 
       plant die Gründung einer Vereinigung ehemaliger Fremdenlegionäre (PZ 19.10.1981)

- 1965: Kameradschaftstreffen von ehemaligen Fremdenlegionären, die aktiv waren in den

       verbrecherischen Kriegen Frankreichs  gegen die Befreiungsbewegungen in den „Kolonien“ in
       Indochina, Madagaskar und später in Algerien (PZ 19.10.1981)

- Der Kommandant Sabouret (1967 – 1969) wird ausdrücklich als „Haudegen des Kriegshandwerkes“

       bezeichnet (PZ 13.10.1986)

- 1974: In der Buckenberg-Kaserne entsteht – wie in vielen Kasernen der französischen Armee -

       ein Soldaten-Komitee. Angelehnt an den „L’Appell des Cent“, einem Aufruf von 100
       Persönlichkeiten zur Kritik an den Zuständen in der französischen Armee – verteilt eine 
       Unterstützungsgruppe beim „Tag der offenen Tür“ an Pfingsten vor der Kaserne ein 
       Flugblatt des Soldaten-Komitees in deutscher Sprache – Text siehe unten: Dokument
       Franz. Militärpolizisten wollen widerrechtlich Flugblattverteiler auf das Kasernen-Gelände
       zerren, kurz danach führen BRD-Polizisten Personenkontrollen durch und suchen – vergeblich -
       nach den inkriminierten Flugblättern.

- 1996: Bei der Abschiedsparade der französischen Armee verteilt die Friedens-Initiative ein

       Flugblatt mit der Überschrift: UNIFORM ADIEU – AU REVOIR EN CIVIL !  
       Darin wird die Traditionslinie der Militärparaden von 1936 bis 1996 und die Zurschaustellung
       von Tötungsgeräten kritisiert.
       Zugleich sind Zukunftsfragen, die Kaserne betreffend, aufgeführt, die bis heute nicht 
       beantwortet sind, z.B. nach den Altlasten auf dem Kasernegelände, Kosten der Entsorgung und 
       eine öffentliche Diskussion der weiteren Nutzung des Kasernengeländes und des bisherigen
       militärischen Sperrgebiets… (PZ 30.5.1996, 1.6.1996, 8.6.1996)


Dokument (Pforzheim, Pfingsten 1974):

ZUM TAG DER OFFENEN TÜR DES 3. HUSARENREGIMENTS

Sie haben sich heute auf den Weg gemacht, um zum Tag der offenen Tür des 3. Husarenregiments zu gehen. Für uns Soldaten hat er harte Arbeit bedeutet, Ausgangssperre und Überstunden. Weshalb dies alles? Man will er Bevölkerung eine spiegelblanke Kaserne vorführen, schöne Räume, gutes und reichliches Essen, zufriedene Soldaten. WIR WISSEN; DASS DAS ALLES NUR ZUM SCHEIN GEMACHT WIRD

DIE WIRKLICHKEIT SIEHT ANDERS AUS: - Das Essen ist ungenießbar - Wir haben nicht genügend sanitäre Einrichtungen - Alle Räume sind überfüllt - Man ist so gnädig, uns 40 DM im Monat auszuzahlen - Man erpresst uns mit Ausgeherlaubnis und handhabt sie völlig willkürlich - Unsere Briefe werden nicht selten geöffnet - Es ist nicht erlaubt zu lesen, was man will.

WIR KENNEN NUR EIN EINZIGES RECHT: MAUL HALTEN WER PROFITIERT VON DIESEM TAG DER OFFENEN TÜR ? Das Geld, das Sie dort ausgeben, kommt bestimmt nicht den Soldaten zugute, es geht an die Armee. Wir machen gegen unseren Willen mit. Dieser Tag ist eine Propaganda-veranstaltung, die eine Armee durchführt, die gegen streikende Arbei- ter in Frankreich vorgeht. Ihr einziges Ziel ist es uns einzusperren.

SPRECHEN SIE MIT DEN SOLDATEN ÜBER DIESE PROBLEME INFORMIEREN SIE IHRE UMGEBUNG ÜBER DIE VERHEERENDEN ZUSTÄNDE, UNTER DENNEN WIR LEBEN:

Das Komitee der Soldaten des 3. Husarenregiments


Mit der Verlegung des 3. Husarenregiments nach Immendingen 1996 endete die militärische Nutzung der Kaserne. Zeitweise wurde die Kaserne auch durch die Amerikaner genutzt (ab 1946). Insbesondere durch die Nike-Station, die sich im angrenzenden Hagenschieß befand.

Zivile Nutzung

Nach 1996 begann eine lange Zeit der Bestrebungen nach einer zivilen Umnutzung. Regionale Initativen wollten eine Nutzung durch Studentenwerk, Kunstschaffende und örtlichen Einzelhandel. Der Pforzheimer Gemeinderat lehnte einen Erwerb des in Bundeseigentum befindlichen Kasernengeländes 1999 ab und setzte auf private Investoren. Ein Wettbewerb, der den Erhalt der denkmalgeschützten Mannschaftsgebäude vorsah, führte jedoch zu keinem Erfolg.

Schließlich fand sich eine Investorengruppe, die das Gelände neu bebauen will, den Erhalt der historischen Mannschaftsgebäude aus wirtschaftlichen Gründen jedoch weitgehend ablehnt. Aus diesem Projekt ging die Konversionsgesellschaft Buckenberg hervor. Am 19. Dezember 2006 verabschiedete der Gemeinderat einen entsprechenden Bebauungsplan, so dass die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben das 20 ha große Gelände am 21. Dezember an die Konversionsgesellschaft verkaufen konnte.

Ausblick

Der Masterplan der Konversionsgesellschaft Buckenberg sieht vor, die bestehenden Gebäude größtenteils abzureißen. Erhalten bleiben sollen die Wachhäuschen am Kaserneneingang und die alte Waffenschmiede sowie die vorhandenen Biotope und der alte Baumbestand. In den Jahren 2008 und 2009 sollen auf dem Gelände 300 Wohneinheiten sowie ein Verbrauchermarkt und weitere Einrichtungen entstehen.


Literatur:

Brändle,Gerhard, Jubiläumsschrift: 100 Jahre Deutsche Friedensgesellschaft - 100 Jahre Friedensarbeit in Pforzheim, Pforzheim, November 1992

Zier, Hans Georg, Geschichte der Stadt Pforzheim, Stuttgart, 1982

Groh, Christian, Das war das 20. Jahrhundert in Pforzheim, Gudensberg-Gleichen, 2000