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Calwer Decken- und Tuchfabriken AG: Unterschied zwischen den Versionen

Von PFENZ
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Die '''Calwer Decken- und Tuchfabrik AG''' war ein Betrieb der Textilindustrie in [[Sitz in::Calw]].
Die '''Calwer Decken- und Tuchfabrik AG''' war ein Betrieb der Textilindustrie in [[Sitz in::Calw]].


Die Calwer Decken- und Tuchfabriken AG führen ihren Ursprung auf die im Jahre 1650 in Calw gegründete Calwer Zeughandelscompagnie zurück. [[Johann Jakob Doertenbach († 1638)|Johann Jakob Doertenbach]] prägte damals die Calwer Textilindutrie, die auf dem gesamten südeuropäischen Markt tätig war.<ref>{{Wikipedia|Johann_Jakob_Doertenbach#Calwer_Zeughandelscompagnie|Doertenbach}}</ref> In ihr waren, als größtem württembergischen Arbeitgeber 7000 Menschen beschäftigt. Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Compagnie aufgelöst und von verschiedenen Teilhabern übernommen. Seit 1895 bestand die Kommanditgesellschaft "Vereinigte Deckenfabriken Calw, Zoeppritz, Wagner & Co KG", welche unter anderem von Hermann Wagner geleitet wurde<ref>{{Wikipedia|Hermann_Wagner_(Politiker)|Hermann Wagner}}</ref>. 1905 erfolgte die Umwandlung in eine AG unter der Bezeichnung "Vereinigte Deckenfabriken Calw AG". 1959 wurde der Firmenname in "Calwer Decken- und Tuchfabriken AG" geändert. Das Produktionsprogramm umfaßte Wolldecken, Kamelhaardecken und Konfektionsstoffe.
Die Calwer Decken- und Tuchfabriken AG führen ihren Ursprung auf die im Jahre [[Gegründet::1650]] in Calw gegründete Calwer Zeughandelscompagnie zurück. [[Johann Jakob Doertenbach († 1638)|Johann Jakob Doertenbach]] prägte damals die Calwer Textilindutrie, die auf dem gesamten südeuropäischen Markt tätig war.<ref>{{Wikipedia|Johann_Jakob_Doertenbach#Calwer_Zeughandelscompagnie|Doertenbach}}</ref> In ihr waren, als größtem württembergischen Arbeitgeber 7000 Menschen beschäftigt. Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Compagnie aufgelöst und von verschiedenen Teilhabern übernommen. Seit 1895 bestand die Kommanditgesellschaft "Vereinigte Deckenfabriken Calw, Zoeppritz, Wagner & Co KG", welche unter anderem von Hermann Wagner geleitet wurde<ref>{{Wikipedia|Hermann_Wagner_(Politiker)|Hermann Wagner}}</ref>. 1905 erfolgte die Umwandlung in eine AG unter der Bezeichnung "Vereinigte Deckenfabriken Calw AG". 1959 wurde der Firmenname in "Calwer Decken- und Tuchfabriken AG" geändert. Das Produktionsprogramm umfaßte Wolldecken, Kamelhaardecken und Konfektionsstoffe.

1970 teilten sich die Familien Sannwald, Döffinger, Georgi und Schnaufer noch 80 Prozent der Aktien<ref>PZ vom 16.07.1970</ref>.


1974 wurde bei einem Bilanzgewinn von 0,32 Millionen D-Mark noch eine Dividende von 10% auf Stammaktien und 6% auf Vorzugsaktien ausgezahlt <ref>Pforzheimer Zeitung vom 01.06.1974</ref>. 1978 traten ernste Probleme auf, da die Mode weg von Edelhaaren ging und gleichzeitig ein starker Preisanstieg bei Kamel- und Lamahaar zu verzeichnen war<ref>Pforzheimer Zeitung vom 02.06.1978</ref>. 1981 wurde bei 0,69 Mio. Bilanzgewinn 10% Dividende ausbezahlt<ref> Pforzheimre Zeitung vom 20.05.1981</ref> 1983 war der Bilanzgewinn auf 0,26 Mio gesunken und die Dividende auf 6%<ref> Pforzheimer Zeitung vom 28.05.1983</ref>.
1974 wurde bei einem Bilanzgewinn von 0,32 Millionen D-Mark noch eine Dividende von 10% auf Stammaktien und 6% auf Vorzugsaktien ausgezahlt <ref>Pforzheimer Zeitung vom 01.06.1974</ref>. 1978 traten ernste Probleme auf, da die Mode weg von Edelhaaren ging und gleichzeitig ein starker Preisanstieg bei Kamel- und Lamahaar zu verzeichnen war<ref>Pforzheimer Zeitung vom 02.06.1978</ref>. 1981 wurde bei 0,69 Mio. Bilanzgewinn 10% Dividende ausbezahlt<ref> Pforzheimre Zeitung vom 20.05.1981</ref> 1983 war der Bilanzgewinn auf 0,26 Mio gesunken und die Dividende auf 6%<ref> Pforzheimer Zeitung vom 28.05.1983</ref>.
Hauptaktionäre waren in den 1980ern die Familie Sannwald<ref>Pforzheimer Zeitung vom 10.06.1986</ref>. Richard Hermann Sannwald war bis 1995 Aufsichtsratsvorsitzender. !996 folgte ihm sein Neffe [[Wolfgang Sannwald]] auf diesen Posten<ref>Pforzheimer Zeitung vom 08.02.1996</ref>, der seit 1978 bereitsim Vorstand saß.
Hauptaktionäre waren in den 1980ern die Familie Sannwald<ref>Pforzheimer Zeitung vom 10.06.1986</ref>. Richard Hermann Sannwald war bis 1995 Aufsichtsratsvorsitzender. 1996 folgte ihm sein Neffe [[Wolfgang Sannwald]] auf diesen Posten<ref>Pforzheimer Zeitung vom 08.02.1996</ref>, der seit 1978 bereits im Vorstand saß.


1997 wurde Mitte November der Handel der Aktien ausgesetzt<ref>Pforzheimer Zeitung vom 12.11.1997</ref>, am 18.09.97 stellten die Calwer Decken Vergleichsantrag.
1997 wurde Mitte November der Handel der Aktien ausgesetzt<ref>Pforzheimer Zeitung vom 12.11.1997</ref>, am 18.09.97 stellten die Calwer Decken Vergleichsantrag.
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Die Metzinger Tuchfabrik war in Verhandlungen über die Übernahme und den weiteren Betrieb.<ref>PZ vom 31.01. 1998</ref>
Die Metzinger Tuchfabrik war in Verhandlungen über die Übernahme und den weiteren Betrieb.<ref>PZ vom 31.01. 1998</ref>


Die Gesellschaft ist durch Eröffnung des Konkursverfahrens über ihr Vermögen aufgelöst. Das Konkursverfahren wurde mangels Masse eingestellt.
Die Gesellschaft ist durch Eröffnung des Konkursverfahrens über ihr Vermögen [[Geschlossen::2008]] aufgelöst. Das Konkursverfahren wurde mangels Masse eingestellt.


Auf dem Gelände der Tuchfabriken [[In der Insel (Calw)|In der Insel]] wurde danach ein [[Kaufland]] gebaut.
Auf dem Gelände der Tuchfabriken [[In der Insel (Calw)|In der Insel]] wurde danach ein [[Kaufland]] gebaut.

Version vom 3. April 2026, 21:12 Uhr

Calwer Decken- und Tuchfabriken AG
Unternehmensform: AG
Gründungsdatum: 04.07.1905
Auflösungsdatum: 16.12.2008
Sitz: Calw
Registergericht: Amtsgericht Stuttgart
Register: HRB 330201
Leitung: Vorstand: Dr. Büchler, Heinrich, Chemieingenieur, Therwil (Schweiz); Schumacher, Rolf, Dipl.-Ingenieur, Balingen
Mitarbeiter: 220 Stand: 1997
Umsatz: k.A. Stand: 1997
Branche: Textilindustrie
Webpräsenz: [https:// ]


Die Calwer Decken- und Tuchfabrik AG war ein Betrieb der Textilindustrie in Calw.

Die Calwer Decken- und Tuchfabriken AG führen ihren Ursprung auf die im Jahre 1650 in Calw gegründete Calwer Zeughandelscompagnie zurück. Johann Jakob Doertenbach prägte damals die Calwer Textilindutrie, die auf dem gesamten südeuropäischen Markt tätig war.[1] In ihr waren, als größtem württembergischen Arbeitgeber 7000 Menschen beschäftigt. Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Compagnie aufgelöst und von verschiedenen Teilhabern übernommen. Seit 1895 bestand die Kommanditgesellschaft "Vereinigte Deckenfabriken Calw, Zoeppritz, Wagner & Co KG", welche unter anderem von Hermann Wagner geleitet wurde[2]. 1905 erfolgte die Umwandlung in eine AG unter der Bezeichnung "Vereinigte Deckenfabriken Calw AG". 1959 wurde der Firmenname in "Calwer Decken- und Tuchfabriken AG" geändert. Das Produktionsprogramm umfaßte Wolldecken, Kamelhaardecken und Konfektionsstoffe.

1970 teilten sich die Familien Sannwald, Döffinger, Georgi und Schnaufer noch 80 Prozent der Aktien[3].

1974 wurde bei einem Bilanzgewinn von 0,32 Millionen D-Mark noch eine Dividende von 10% auf Stammaktien und 6% auf Vorzugsaktien ausgezahlt [4]. 1978 traten ernste Probleme auf, da die Mode weg von Edelhaaren ging und gleichzeitig ein starker Preisanstieg bei Kamel- und Lamahaar zu verzeichnen war[5]. 1981 wurde bei 0,69 Mio. Bilanzgewinn 10% Dividende ausbezahlt[6] 1983 war der Bilanzgewinn auf 0,26 Mio gesunken und die Dividende auf 6%[7]. Hauptaktionäre waren in den 1980ern die Familie Sannwald[8]. Richard Hermann Sannwald war bis 1995 Aufsichtsratsvorsitzender. 1996 folgte ihm sein Neffe Wolfgang Sannwald auf diesen Posten[9], der seit 1978 bereits im Vorstand saß.

1997 wurde Mitte November der Handel der Aktien ausgesetzt[10], am 18.09.97 stellten die Calwer Decken Vergleichsantrag.

Die Metzinger Tuchfabrik war in Verhandlungen über die Übernahme und den weiteren Betrieb.[11]

Die Gesellschaft ist durch Eröffnung des Konkursverfahrens über ihr Vermögen 2008 aufgelöst. Das Konkursverfahren wurde mangels Masse eingestellt.

Auf dem Gelände der Tuchfabriken In der Insel wurde danach ein Kaufland gebaut.

Ein Teil der Produktionsstätten im Hirsauer Wiesenweg kann noch besichtigt werden[12].

Die Industrieanlagen in Nagold bzw. Iselshausen, welche inzwischen als Lost Place[13] gehandelt werden, werden noch 2023 beplant[14].

Einzelnachweise

  1. Wikipedia zum Thema „Doertenbach”
  2. Wikipedia zum Thema „Hermann Wagner”
  3. PZ vom 16.07.1970
  4. Pforzheimer Zeitung vom 01.06.1974
  5. Pforzheimer Zeitung vom 02.06.1978
  6. Pforzheimre Zeitung vom 20.05.1981
  7. Pforzheimer Zeitung vom 28.05.1983
  8. Pforzheimer Zeitung vom 10.06.1986
  9. Pforzheimer Zeitung vom 08.02.1996
  10. Pforzheimer Zeitung vom 12.11.1997
  11. PZ vom 31.01. 1998
  12. Calw zum Standort der Calwer Tuchen
  13. Lost Place Hinweis
  14. Schwarzwälder Bote vom 28.06.2023 zur Industriebrache

Weblinks