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Fatih-Moschee: Unterschied zwischen den Versionen

Von PFENZ
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Die '''Fatih-Moschee''' ist die [[Moschee]] der Fatih-Camii-Gemeinde in Pforzheim. Träger ist der ''Türkisch-Islamische Kultur Verein des Diyanet''.
Die '''Fatih-Moschee''' ist die [[Moschee]] der Fatih-Camii-Gemeinde in Pforzheim. Träger ist der ''Türkisch-Islamische Kultur Verein des Diyanet''.


Imam ist [[Harun Demirel]].
Imam ist [[Harun Demirel]]. Vorstandsvorsitzender des Trägervereins ist [[Basri Okumus]].


== Geschichte ==
== Geschichte ==
Die Fatih-Moschee ist der erste muslimische Gebetsraum seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland, welcher in Form einer Moschee - ''mit Kuppel und Minarett'' - erbaut wurde. Zuvor wurden einfache Wohnungen oder Gewerbeflächen als Gebetsräume genutzt.
Die Fatih-Moschee ist der erste muslimische Gebetsraum seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland, welcher in Form einer Moschee - ''mit Kuppel und Minarett'' - erbaut wurde. Zuvor wurden einfache Wohnungen oder Gewerbeflächen als Gebetsräume genutzt.


Die Islamische Union erwarb 1988 von der Stadt Pforzheim ein Baugrundstück an der [[Salierstraße]]. Der Moscheebau dort konnte jedoch aufgrund von Anwohnerprotesten in der [[Nordstadt]] noch verhindert werden. Die Stadt bot der Gemeinde daraufhin den Ausweichplatz am heutigen Standiort der Moschee an der Eutinger Straße an, wo schließlich gebaut werden konnte. Der Eröffnung der Moschee am 26. September 1992 wohnten OB [[Joachim Becker]], Bürgermeister [[Siegbert Frank]], Landrat [[Heinz Reichert]] und der türkische Botschafter Onur Oymen bei. Die Baukosten wurden durch Mitgliedsbeiträge der Gläubigen sowie vielen weiteren Spenden finanziert.
Die Islamische Union erwarb 1988 von der Stadt Pforzheim ein Baugrundstück an der [[Salierstraße]]. Der Moscheebau dort konnte jedoch aufgrund von schon länger währenden Anwohnerprotesten gegen eine Moschee in der [[Nordstadt]] noch verhindert werden. Die Stadt bot der Gemeinde daraufhin den Ausweichplatz am heutigen Standiort der Moschee an der Eutinger Straße an, wo schließlich gebaut werden konnte. Der erste Kuppelbau mit Minarett der Nachkriegszeit stieß auf überregionales Interesse. Man fürchet eine „Brutstätte fundamentalistischen Gedankenguts“.<ref>Die Zeit, 24. Mai 1991.</ref> Die CDU, damals unter Vorsitz von Stadtrat [[Alois Amann]], betrachtete die Moschee als „Provokation“, der evangelische Schlosskirchenpfarrer [[Georg Hager]] kritisierte die „Wühlarbeit türkischer Fundamentalisten“.<ref>Pforzheimer Kurier, 14. Juli 1991.</ref>

Die Baukosten in Millionenhöhe wurden durch Mitgliedsbeiträge der Gläubigen sowie viele weitere Spenden finanziert. Bei der Eröffnung der Moschee am 26. September 1992, der Bürgermeister [[Siegbert Frank]], Landrat [[Heinz Reichert]] und der türkische Botschafter Onur Oymen beiwohnten, betonte der damalige Pforzheimer OB [[Joachim Becker]], dass man die Moschee nicht ihm, sondern dem Grundgesetz, der Religionsfreiheit und dem Baurecht zu verdanken habe. Außerdem wies er darauf hin, dass sich der Unmut der Bevölkerung vor allem gegen das orientalische Erscheinungsbild der Moschee richte.<ref>[https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.erste-moschee-im-land-halbmond-am-ortsrand.8531e424-116a-4ce2-be85-78d7ed78b744.html Halbmond am Pforzheimer Ortsrand], Stuttgarter Zeitung, 25. September 2017</ref>


In der Moschee wird auf türkisch gepredigt, das Korangebet ist traditionell auf arabisch. Die Flüchtlingskrise ab 2015 brachte der Moschee neuen Zulauf.<ref>[https://www.pz-news.de/pforzheim_artikel,-Pforzheims-neue-Muslime-Fluechtlinge-fuellen-die-Moscheen-mit-Grafik-_arid,1058626.html Pforzheims neue Muslime: Flüchtlinge füllen die Moscheen], PZ, 9. November 2015</ref>
In der Moschee wird auf türkisch gepredigt, das Korangebet ist traditionell auf arabisch. Die Flüchtlingskrise ab 2015 brachte der Moschee neuen Zulauf.<ref>[https://www.pz-news.de/pforzheim_artikel,-Pforzheims-neue-Muslime-Fluechtlinge-fuellen-die-Moscheen-mit-Grafik-_arid,1058626.html Pforzheims neue Muslime: Flüchtlinge füllen die Moscheen], PZ, 9. November 2015</ref>

Vor allem die Pforzheimer ''Grüne Liste'' setzt sich für den Dialog mit der Ditib-Moschee ein.<ref>https://www.gruene-liste-pforzheim.de/2017/pk-gruene-liste-fuer-dialog-mit-ditib/</ref>


== Daten ==
== Daten ==

Version vom 14. April 2019, 13:43 Uhr

OpenStreetMap
OpenStreetMap
Karte anzeigen
Die Vorderseite der Moschee
Rückseite der Moschee
Die Moschee innen

Die Fatih-Moschee ist die Moschee der Fatih-Camii-Gemeinde in Pforzheim. Träger ist der Türkisch-Islamische Kultur Verein des Diyanet.

Imam ist Harun Demirel. Vorstandsvorsitzender des Trägervereins ist Basri Okumus.

Geschichte

Die Fatih-Moschee ist der erste muslimische Gebetsraum seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland, welcher in Form einer Moschee - mit Kuppel und Minarett - erbaut wurde. Zuvor wurden einfache Wohnungen oder Gewerbeflächen als Gebetsräume genutzt.

Die Islamische Union erwarb 1988 von der Stadt Pforzheim ein Baugrundstück an der Salierstraße. Der Moscheebau dort konnte jedoch aufgrund von schon länger währenden Anwohnerprotesten gegen eine Moschee in der Nordstadt noch verhindert werden. Die Stadt bot der Gemeinde daraufhin den Ausweichplatz am heutigen Standiort der Moschee an der Eutinger Straße an, wo schließlich gebaut werden konnte. Der erste Kuppelbau mit Minarett der Nachkriegszeit stieß auf überregionales Interesse. Man fürchet eine „Brutstätte fundamentalistischen Gedankenguts“.[1] Die CDU, damals unter Vorsitz von Stadtrat Alois Amann, betrachtete die Moschee als „Provokation“, der evangelische Schlosskirchenpfarrer Georg Hager kritisierte die „Wühlarbeit türkischer Fundamentalisten“.[2]

Die Baukosten in Millionenhöhe wurden durch Mitgliedsbeiträge der Gläubigen sowie viele weitere Spenden finanziert. Bei der Eröffnung der Moschee am 26. September 1992, der Bürgermeister Siegbert Frank, Landrat Heinz Reichert und der türkische Botschafter Onur Oymen beiwohnten, betonte der damalige Pforzheimer OB Joachim Becker, dass man die Moschee nicht ihm, sondern dem Grundgesetz, der Religionsfreiheit und dem Baurecht zu verdanken habe. Außerdem wies er darauf hin, dass sich der Unmut der Bevölkerung vor allem gegen das orientalische Erscheinungsbild der Moschee richte.[3]

In der Moschee wird auf türkisch gepredigt, das Korangebet ist traditionell auf arabisch. Die Flüchtlingskrise ab 2015 brachte der Moschee neuen Zulauf.[4]

Vor allem die Pforzheimer Grüne Liste setzt sich für den Dialog mit der Ditib-Moschee ein.[5]

Daten

Träger:

DITIB Türkisch - Islamische Union e.V.

Grundsteinlegung:

17. März 1990

Eröffnungsfeier:

26. September 1992

Gesamtbaukosten:

ca. 6,5 Mio. DM (ca. 3,3 Mio. €)

Personenkapazität:

ca. 500 Personen

Gottesdienste:

Fünfmal täglich, vor allem aber am Freitag zum Mittagsgebet

Maße:

  • Minaretthöhe: 26 m
  • Kuppelhöhe: 12 m
  • Grundstücksfläche: 3142 m²
  • Parkplatz: 2542 m²
  • Moscheegrundstücksfläche: 600 m²
  • Gebetsfläche ohne Empore: 544 m²
  • Empore: 114 m²

Räumlichkeiten:

  • Untergeschoss: Wohnung des Religionsgelehrten, Gästezimmer, Bibliothek, Jugendraum, Waschräume, Cafeteria, Lebensmittelladen, Büro
  • Erdgeschoss: Gebetsraum und Empore (alle Gebetsflächen mit Fußbodenheizung ausgestattet)

Einrichtung:

  • Mihrab (Gebetsnische, zeigt in Gebetsrichtung nach Mekka)
  • Minber (Predigtkanzel)
  • Kürsü (Lehrstuhl)
  • Kronleuchter: 120 Lampen und 20.000 Kristallsteinen

Öffentliche Führungen finden gelegentlich im Rahmen von Veranstaltungen statt.

Adresse

Fatih Moschee
Eutinger Straße 105
75175 Pforzheim
Telefon: (0 72 31) 56 01 36

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Die Zeit, 24. Mai 1991.
  2. Pforzheimer Kurier, 14. Juli 1991.
  3. Halbmond am Pforzheimer Ortsrand, Stuttgarter Zeitung, 25. September 2017
  4. Pforzheims neue Muslime: Flüchtlinge füllen die Moscheen, PZ, 9. November 2015
  5. https://www.gruene-liste-pforzheim.de/2017/pk-gruene-liste-fuer-dialog-mit-ditib/