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Weltladen Calw e.V.: Unterschied zwischen den Versionen

Von PFENZ
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Der Verein wurde [[Gegründet::1983]] als Partnerschaft Dritte Welt e.V. gegründet. Der Verein versuchte, Waren aus Entwicklungsländern zu importieren und über ein Ladengeschäft zu verkaufen. Der erste Verkaufsraum befand sich in der [[Bahnhofstraße (Calw)|Bahnhofstraße]], einige Jahre später erfolgte ein Umzug in die [[Metzgergasse (Calw)|Metzgergasse]] und zuletzt befanden sich die Verkaufsräume in der [[Altburger Straße (Calw)|Altburger Straße]]. Der Laden wurde 2011 aufgegeben. Seitdem verkauft der Verein seine Waren noch alle 14 Tage auf dem Calwer Wochenmarkt, in verschiedenen Kirchengemeinden der Region und zu besonderen Anlässen.
Der Verein wurde [[Gegründet::1983]] als Partnerschaft Dritte Welt e.V. gegründet. Der Verein versuchte, Waren aus Entwicklungsländern zu importieren und über ein Ladengeschäft zu verkaufen. Der erste Verkaufsraum befand sich in der [[Bahnhofstraße (Calw)|Bahnhofstraße]], einige Jahre später erfolgte ein Umzug in die [[Metzgergasse (Calw)|Metzgergasse]] und zuletzt befanden sich die Verkaufsräume in der [[Altburger Straße (Calw)|Altburger Straße]]. Der Laden wurde 2011 aufgegeben. Seitdem verkauft der Verein seine Waren noch alle 14 Tage auf dem Calwer Wochenmarkt, in verschiedenen Kirchengemeinden der Region und zu besonderen Anlässen.


Der Verein schreibt auf der Website der Stadt Calw die Schließung seines Ladens einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation zu. Allerdings war der Weltladen in Calw nicht das einzige derartige Unternehmen, das in den Jahren nach 2010 zu schließen hatte. Das genossenschaftliche Fair-Handelszentrum in Saarbrücken, das als Großhändler für die südwestdeutschen Weltläden fungierte, hatte ab 2014 auch massiv mit Umsatzeinbußen zu kämpfen und schloss im Januar 2019 schließlich ganz.<ref>[https://www.saarbruecker-zeitung.de/saarland/saarbruecken/saarbruecken/fair-trade-handel-macht-dicht_aid-35533829 Fair-Trade-Handel macht dicht], in Saaarbrücker Zeitung, 8. Januar 2019</ref> Fair-Trade-Kaffee war jeher der Umsatzmagnet der Weltläden, ist aber seit längerem auch in jedem Supermarkt erhältlich ist.<ref>[https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.fairer-handel-boomt-ohne-weltlaeden-fairkehrte-welt.3fd0ac3f-d14b-4c3c-aa46-aa60d1262621.html Fairer Handel boomt ohne Weltläden], in Stuttgarter Zeitung vom 15. September 2012</ref> Die in den Weltläden noch exklusiv angebotenen Waren wie Kokosmatten und ähnliches gehören jedoch nicht mehr zu den Waren des täglichen Bedarfs. Außerdem trägt zum Niedergang der Weltladen-Branche sicher auch das sich durchsetzende Bewusstsein bei, dass sich in den Herkunftsländern der Waren trotz jahrzehntelangem Geldfluss und Wissenstransfer nichts an der Situation der Erzeuger gebessert hat, die inzwischen mehr daran verdienen, wenn sie Familienangehörige als Flüchtlinge nach Europa schicken, statt mit den schmalen Gewinnen aus dem Handel mit Weltläden ein Auskommen zu haben. Der Großhändler GEPA fordert politische Anreize, um Fluchtursachen zu bekämpfen.<ref>[https://www.gepa.de/home/tipps-themen/flucht-und-migration.html Position der GEPA zu Flucht und Migration]</ref> Andere Weltläden, die noch nicht aufgegeben haben, versuchen der Krise zu entgehen, indem sie verstärkt mit Moscheegemeinden zusammenarbeiten und sich nicht wie in Calw die vom Mitgliederschwund bedrohten christlichen Kirchengemeinden,<ref>[https://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.calw-zusammenschluss-statt-kirchturm-denken.00b2bed9-a712-40c6-b7a4-df6238d37893.html Calw: Zusammenschluss statt Kirchturmdenken], in Schwarzwälder Bote, 7. Januar 2019</ref> sondern vor allem junge Muslime als neuen Käuferkreis erschließen.<ref>[http://www.weltladen-bornheim.de/ueber-uns/islam-und-fair-trade/ Weltladen Bornheim: Islam und Fair Trade]</ref>
Der Verein schreibt auf der Website der Stadt Calw die Schließung seines Ladens einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation zu. Allerdings war der Weltladen in Calw nicht das einzige derartige Unternehmen, das in den Jahren nach 2010 zugrunde ging. Das genossenschaftliche Fair-Handelszentrum in Saarbrücken, das als Großhändler für die südwestdeutschen Weltläden fungierte, hatte ab 2014 auch massiv mit Umsatzeinbußen zu kämpfen und schloss im Januar 2019 schließlich ganz.<ref>[https://www.saarbruecker-zeitung.de/saarland/saarbruecken/saarbruecken/fair-trade-handel-macht-dicht_aid-35533829 Fair-Trade-Handel macht dicht], in Saaarbrücker Zeitung, 8. Januar 2019</ref> Fair-Trade-Kaffee war jeher der Umsatzmagnet der Weltläden, ist aber seit längerem auch in jedem Supermarkt erhältlich ist.<ref>[https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.fairer-handel-boomt-ohne-weltlaeden-fairkehrte-welt.3fd0ac3f-d14b-4c3c-aa46-aa60d1262621.html Fairer Handel boomt ohne Weltläden], in Stuttgarter Zeitung vom 15. September 2012</ref> Die in den Weltläden noch exklusiv angebotenen Waren wie Kokosmatten und ähnliches gehören jedoch nicht mehr zu den Waren des täglichen Bedarfs. Außerdem trägt zum Niedergang der Weltladen-Branche sicher auch das sich durchsetzende Bewusstsein bei, dass sich in den Herkunftsländern der Waren trotz jahrzehntelangem Geldfluss und Wissenstransfer nichts an der Situation der Erzeuger gebessert hat, die inzwischen mehr daran verdienen, wenn sie Familienangehörige als Flüchtlinge nach Europa schicken, statt mit den schmalen Gewinnen aus dem Handel mit Weltläden ein Auskommen zu haben. Der Großhändler GEPA fordert politische Anreize, um Fluchtursachen zu bekämpfen.<ref>[https://www.gepa.de/home/tipps-themen/flucht-und-migration.html Position der GEPA zu Flucht und Migration]</ref> Andere Weltläden, die noch nicht aufgegeben haben, versuchen der Krise zu entgehen, indem sie verstärkt mit Moscheegemeinden zusammenarbeiten und sich nicht wie in Calw die vom Mitgliederschwund bedrohten christlichen Kirchengemeinden,<ref>[https://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.calw-zusammenschluss-statt-kirchturm-denken.00b2bed9-a712-40c6-b7a4-df6238d37893.html Calw: Zusammenschluss statt Kirchturmdenken], in Schwarzwälder Bote, 7. Januar 2019</ref> sondern vor allem junge Muslime als neuen Käuferkreis erschließen.<ref>[http://www.weltladen-bornheim.de/ueber-uns/islam-und-fair-trade/ Weltladen Bornheim: Islam und Fair Trade]</ref>


== Einzelnachweise ==
== Einzelnachweise ==

Version vom 30. September 2019, 22:31 Uhr

Der Weltladen Calw e.V. ist ein Verein in Calw. Der Verein wurde 1983 gegründet und betrieb bis 2011 einen so genannten Weltladen in Calw. Seit Schließung des Ladens verkauft der Verein nur noch spradisch Produkte, sucht aber weiter Mitglieder.

Geschichte

Der Verein wurde 1983 als Partnerschaft Dritte Welt e.V. gegründet. Der Verein versuchte, Waren aus Entwicklungsländern zu importieren und über ein Ladengeschäft zu verkaufen. Der erste Verkaufsraum befand sich in der Bahnhofstraße, einige Jahre später erfolgte ein Umzug in die Metzgergasse und zuletzt befanden sich die Verkaufsräume in der Altburger Straße. Der Laden wurde 2011 aufgegeben. Seitdem verkauft der Verein seine Waren noch alle 14 Tage auf dem Calwer Wochenmarkt, in verschiedenen Kirchengemeinden der Region und zu besonderen Anlässen.

Der Verein schreibt auf der Website der Stadt Calw die Schließung seines Ladens einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation zu. Allerdings war der Weltladen in Calw nicht das einzige derartige Unternehmen, das in den Jahren nach 2010 zugrunde ging. Das genossenschaftliche Fair-Handelszentrum in Saarbrücken, das als Großhändler für die südwestdeutschen Weltläden fungierte, hatte ab 2014 auch massiv mit Umsatzeinbußen zu kämpfen und schloss im Januar 2019 schließlich ganz.[1] Fair-Trade-Kaffee war jeher der Umsatzmagnet der Weltläden, ist aber seit längerem auch in jedem Supermarkt erhältlich ist.[2] Die in den Weltläden noch exklusiv angebotenen Waren wie Kokosmatten und ähnliches gehören jedoch nicht mehr zu den Waren des täglichen Bedarfs. Außerdem trägt zum Niedergang der Weltladen-Branche sicher auch das sich durchsetzende Bewusstsein bei, dass sich in den Herkunftsländern der Waren trotz jahrzehntelangem Geldfluss und Wissenstransfer nichts an der Situation der Erzeuger gebessert hat, die inzwischen mehr daran verdienen, wenn sie Familienangehörige als Flüchtlinge nach Europa schicken, statt mit den schmalen Gewinnen aus dem Handel mit Weltläden ein Auskommen zu haben. Der Großhändler GEPA fordert politische Anreize, um Fluchtursachen zu bekämpfen.[3] Andere Weltläden, die noch nicht aufgegeben haben, versuchen der Krise zu entgehen, indem sie verstärkt mit Moscheegemeinden zusammenarbeiten und sich nicht wie in Calw die vom Mitgliederschwund bedrohten christlichen Kirchengemeinden,[4] sondern vor allem junge Muslime als neuen Käuferkreis erschließen.[5]

Einzelnachweise

  1. Fair-Trade-Handel macht dicht, in Saaarbrücker Zeitung, 8. Januar 2019
  2. Fairer Handel boomt ohne Weltläden, in Stuttgarter Zeitung vom 15. September 2012
  3. Position der GEPA zu Flucht und Migration
  4. Calw: Zusammenschluss statt Kirchturmdenken, in Schwarzwälder Bote, 7. Januar 2019
  5. Weltladen Bornheim: Islam und Fair Trade

Weblinks