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Johanna Wittum: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei:1903-10-13 Wittum, Johanna.jpg|thumb|Johanna Wittum]]
'''Johanna Wittum''' (* [[13. April]] [[1870]] in [[Pforzheim]], † [[13. Oktober]] [[1903]] in São Paulo, Brasilien) war eine Krankenschwester, Buchautorin und Verfechterin des Humanitätsgedankens.
'''Johanna Wittum''' (* [[Geburtstag::13. April]] [[Geburtsjahr::1870]] in {{Geboren in|Pforzheim}}, † [[Todestag::13. Oktober]] [[Todesjahr::1903]] in {{Gestorben in|São Paulo}}, Brasilien) war eine [[Ist::Krankenschwester]], Buchautorin und Philanthropin.


== Leben ==
Johanna Wittum war die Tochter des Schmuckfabrikanten und Landtagsabgeordneten [[Albert Wittum]]. Von Jugend an dem Gedanken der Nächstenliebe verpflichtet, ließ sie sich in der Klosterschule Norwood bei London zur Krankenschwester ausbilden.
Johanna Wittum war die Tochter des Schmuckfabrikanten, Landtagsabgeordneten und Stadtrats [[Kind von::Albert Wittum]]. Zunächst besuchte sie die höhere Töchterschule in Pforzheim, dann eine Klosterschule in Offenburg und ging schließlich in eine Klosteranstalt in Norwood bei London. Hier wurde sie zur Krankenschwester ausbildet und wirkte dort auch als Lehrerin.


Überall betätigte sie eine ernste, auf hohe Ziele zustrebende Lebensauffassung, und selbst der Lehrberuf genügte ihrem auf das Wohl anderer gerichteten Herzensdrange nicht. So trat sie in die Krankenpflege ein, als Viktoria-Schwester im Friedrichshain-Krankenhause in Berlin, wo sie zwei Jahre tätig war und ging dann noch auf sechs Monate nach dem Eppendorfer Krankenhause in Hamburg. Um sich zugleich für die Buchführung tüchtig zu machen, war sie auch längere Zeit zweiter Buchhalter im Geschäft ihres Vaters in Pforzheim und kehrte dann wieder nach Hamburg zurück. Von hier aus meldete sie sich – zuerst ohne Wissen ihrer Eltern – nach Kamerun und war dort im Nachtigallkrankenhause und in Togo - im ganzen zwei Jahre – mit großem Erfolge tätig.
Erste Berufserfahrungen sammelte sie in Krankenhäusern in Berlin und Hamburg. Danach setzte sie ihre Tätigkeit in den damals deutschen Kolonien Togo und Kamerun fort, wobei sie sich an Malaria infizierte. Im Zweiten Burenkrieg arbeitete sie [[1899]] mehrere Monate bei den Sanitätskräften des [[Deutsches Rotes Kreuz|Deutschen Roten Kreuzes]] in Transvaal.


Darauf kehrte sie in ihr Elternhaus zurück und machte sich bei einer schweren Typhusepidemie in ihrer Vaterstadt als Krankenpflegerin hochverdient. Während des Burenkrieges schloss sie sich dann [[1899]] der Ausfahrt des [[Deutsches Rotes Kreuz|Deutschen Roten Kreuzes]] nach Transvaal an und war hier mit gleich rastloser Hingebung Pflichttreue tätig, vorher in Deutsch-Westafrika. Sieben Monate dauerte ihr dortiger Aufenthalt, worauf sie, wieder in der Heimat angelangt, die ihr nötige Zeit der Erholung von dem aufreibenden Berufe nutzte, um ihre Erinnerungen schriftstellerisch zu verwerten, auch Vorträge in vielen Orten Deutschlands zu Gunsten der notleitenden Burenfamilien mit großem Erfolg zu halten.
Nach dieser Zeit reiste Johanna Wittum durch Deutschland, hielt Vorträge über ihre Tätigkeit in Afrika und veröffentlichte die Bücher ''Unterm Roten Kreuz in Afrika'' und ''Sieben Monate Burenkrieg''. Danach setzte sie ihre Tätigkeit im Dienste der Kranken in Südamerika fort, wobei sie im Alter von 33 Jahren im deutschen Krankenhaus in São Paulo an den Folgen ihrer Malaria-Erkrankung starb<ref>[http://www.jws.pf.bw.schule.de/auskunft/johanna.html Biografie von Johanna Wittum] auf der Webpräsenz der Johanna-Wittum-Schule</ref>.

Im Frühjahr [[1903]] hielt sie, im Auftrag des Vorstandes der Deutschen Kolonialgesellschaft, in den verschiedensten Städten Norddeutschlands, bis zur dänischen und russischen Grenze hinauf, Vorträge über unsere afrikanischen Kolonien, erntete überall lobende Anerkennung und veröffentlichte die Bücher ''Unterm Roten Kreuz in Afrika'' und ''Sieben Monate Burenkrieg''.

Danach setzte sie ihre Tätigkeit im Dienste der Kranken in Südamerika fort, wobei sie im Alter von 33 Jahren im deutschen Krankenhaus in São Paulo an den Folgen ihrer Malaria-Erkrankung starb<ref>[http://www.jws.pf.bw.schule.de/auskunft/johanna.html Biografie von Johanna Wittum] auf der Webpräsenz der Johanna-Wittum-Schule</ref>.

== Werke ==
* ''"Unterm Roten Kreuz in Kamerun und Togo"'', Heidelberg 1899
* ''"Sieben Monate im Burenkriege"'', Freiburg 1901


== Ehrungen ==
== Ehrungen ==
Nach Johanna Wittum ist die [[Johanna-Wittum-Schule]] in Pforzheim benannt.
Nach Johanna Wittum ist die [[Johanna-Wittum-Schule]] in Pforzheim benannt.

== Literatur ==
* ''"Johanna Wittum – Eine Heldin vom Roten Kreuz"'', Berlin 1912
* Esther Schmalacker: ''Persönlichkeiten Johanna Wittum'', in: ''Pforzheim und der Enzkreis''. Stuttgart/Aalen: Theiss, 1976, ISBN 3-8062-0144-7, Seiten 176-177
* Jahrbuch der Stadt Pforzheim - Vierter Jahrgang 1903 - S 25-26


== Weblinks ==
== Weblinks ==
* {{wikipedia|Zweiter_Burenkrieg|Zweiter Burenkrieg}}
* {{wikipedia|Zweiter_Burenkrieg|Zweiter Burenkrieg}}
* [http://www.jws.pf.bw.schule.de/auskunft/johanna.html Biografie von Johanna Wittum] auf der Webpräsenz der Johanna-Wittum-Schule
* [http://www.jws.pf.bw.schule.de/jws/unsereschule/unsereschule.html Biografie von Johanna Wittum] auf der Webpräsenz der Johanna-Wittum-Schule


== Quellen ==
== Einzelnachweise ==
* Esther Schmalacker: Persönlichkeiten - Johanna Wittum, in: Pforzheim und der Enzkreis. Stuttgart/Aalen: Theiss, 1976, ISBN 3-8062-0144-7, S. 176-177
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Aktuelle Version vom 29. Mai 2020, 19:31 Uhr

Johanna Wittum

Johanna Wittum (* 13. April 1870 in Pforzheim, † 13. Oktober 1903 in São Paulo, Brasilien) war eine Krankenschwester, Buchautorin und Philanthropin.

Leben

Johanna Wittum war die Tochter des Schmuckfabrikanten, Landtagsabgeordneten und Stadtrats Albert Wittum. Zunächst besuchte sie die höhere Töchterschule in Pforzheim, dann eine Klosterschule in Offenburg und ging schließlich in eine Klosteranstalt in Norwood bei London. Hier wurde sie zur Krankenschwester ausbildet und wirkte dort auch als Lehrerin.

Überall betätigte sie eine ernste, auf hohe Ziele zustrebende Lebensauffassung, und selbst der Lehrberuf genügte ihrem auf das Wohl anderer gerichteten Herzensdrange nicht. So trat sie in die Krankenpflege ein, als Viktoria-Schwester im Friedrichshain-Krankenhause in Berlin, wo sie zwei Jahre tätig war und ging dann noch auf sechs Monate nach dem Eppendorfer Krankenhause in Hamburg. Um sich zugleich für die Buchführung tüchtig zu machen, war sie auch längere Zeit zweiter Buchhalter im Geschäft ihres Vaters in Pforzheim und kehrte dann wieder nach Hamburg zurück. Von hier aus meldete sie sich – zuerst ohne Wissen ihrer Eltern – nach Kamerun und war dort im Nachtigallkrankenhause und in Togo - im ganzen zwei Jahre – mit großem Erfolge tätig.

Darauf kehrte sie in ihr Elternhaus zurück und machte sich bei einer schweren Typhusepidemie in ihrer Vaterstadt als Krankenpflegerin hochverdient. Während des Burenkrieges schloss sie sich dann 1899 der Ausfahrt des Deutschen Roten Kreuzes nach Transvaal an und war hier mit gleich rastloser Hingebung Pflichttreue tätig, vorher in Deutsch-Westafrika. Sieben Monate dauerte ihr dortiger Aufenthalt, worauf sie, wieder in der Heimat angelangt, die ihr nötige Zeit der Erholung von dem aufreibenden Berufe nutzte, um ihre Erinnerungen schriftstellerisch zu verwerten, auch Vorträge in vielen Orten Deutschlands zu Gunsten der notleitenden Burenfamilien mit großem Erfolg zu halten.

Im Frühjahr 1903 hielt sie, im Auftrag des Vorstandes der Deutschen Kolonialgesellschaft, in den verschiedensten Städten Norddeutschlands, bis zur dänischen und russischen Grenze hinauf, Vorträge über unsere afrikanischen Kolonien, erntete überall lobende Anerkennung und veröffentlichte die Bücher Unterm Roten Kreuz in Afrika und Sieben Monate Burenkrieg.

Danach setzte sie ihre Tätigkeit im Dienste der Kranken in Südamerika fort, wobei sie im Alter von 33 Jahren im deutschen Krankenhaus in São Paulo an den Folgen ihrer Malaria-Erkrankung starb[1].

Werke

  • "Unterm Roten Kreuz in Kamerun und Togo", Heidelberg 1899
  • "Sieben Monate im Burenkriege", Freiburg 1901

Ehrungen

Nach Johanna Wittum ist die Johanna-Wittum-Schule in Pforzheim benannt.

Literatur

  • "Johanna Wittum – Eine Heldin vom Roten Kreuz", Berlin 1912
  • Esther Schmalacker: Persönlichkeiten – Johanna Wittum, in: Pforzheim und der Enzkreis. Stuttgart/Aalen: Theiss, 1976, ISBN 3-8062-0144-7, Seiten 176-177
  • Jahrbuch der Stadt Pforzheim - Vierter Jahrgang 1903 - S 25-26

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Biografie von Johanna Wittum auf der Webpräsenz der Johanna-Wittum-Schule